Werner Sperber
Fuchs Kapitalanlagen stuft KWS Saat als "Outperformer" ein. Der Frankfurter Börsenbrief rät zum Einstieg in die einstige Dorfschmiede SAF-Holland.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten von Fuchs Kapitalanlagen erklären, der Aktienkurs von KWS Saat entwickelt sich deutlich besser als der SDAX. Diese Outperformance gilt sowohl kurzfristig als auch über den Zeitraum von einem, drei oder fünf Jahren. Der deutsche Nebenwerte-Index hat in den vergangenen fünf Jahren elf Prozent an Wert verloren, während die Notierung des Zuchtbetriebes für Saatgut von vor allem Mais und Zuckerrüben um 113 Prozent zugelegt hat. KWS investiert viel Geld in die Entwicklung besonders ertragreicher Sorten und setzt dabei auch auf Gentechnik. Diese Strategie zahlt sich aus. Der Umsatz- und Ertragstrend der vergangenen Jahre zeigt, dass sich KWS in einem Zukunftsmarkt bewegt. In dem Ende Juni abgelaufenen Geschäftsjahr 2010/2011 erwirtschaftete das Unternehmen Rekordergebnisse. Der Umsatz stieg um 13 Prozent auf 855 Millionen Euro und der Gewinn um 42 Prozent auf 72,9 Millionen Euro. KWS Saat darf seit Februar unter Auflagen gentechnisch verändertes Saatgut für Zuckerrüben vertreiben. Der erhöhte Zuckerpreis wirkt sich ebenso positiv auf die Geschäftslage aus. Landwirte aus Osteuropa bestellten jüngst wieder mehr Saatgut und in der Region besteht weiterer Nachholbedarf. KWS will demnächst auch Saatgut für Kartoffeln anbieten und auch vermehrt Produzenten von Biomasse-Pflanzen beliefern. Die künftigen Wachstumsraten könnten zehn Prozent pro Jahr betragen. Deshalb sind die Anteile mit einem Kursziel von 189,55 Euro und einem Stopp-Loss bei 128,65 Euro kaufenswert.
Der Frankfurter Börsenbrief: SAF-Holland ist kurzfristig sehr attraktiv
Der Konzern SAF-Holland geht auf eine bereits im Jahr 1881 bestehende Dorfschmiede zurück. Heute ist das Unternehmen auf Achsen für Fahrzeug-Anhänger und Nutzfahrzeug-Fahrwerkssysteme spezialisiert. SAF-Holland ist also ein klassischer Zulieferbetrieb für die Nutzfahrzeugbranche mit all den Risiken, die zu diesem extrem zyklischen Geschäft gehören. Die Experten des Frankfurter Börsenbriefes zitieren Andreas Renschler, Vorstand von Daimler und Leiter der Sparte Trucks, der Wachstumschancen im weltweiten Geschäft mit Nutzfahrzeugen erkennt. Der Markt für Lkw und Busse erholt sich immer noch von dem Krisenjahr 2009. Viele Spediteure haben größere Neukäufe zurückgestellt. Die Trucks, welche in den USA laufen, sind mit einem Durchschnittsalter von sechseinhalb Jahren und einer Laufleistung von etwa 1,3 Millionen Kilometern so alt wie seit mehr als drei Jahrzehnten nicht mehr. Daimler legt Lkw auf eine Fahrleistung von einer Million Kilometer aus. In Deutschland beliefen sich die Erlöse der Logistik-Branche im Rekordjahr 2008 auf 218 Milliarden Euro. In diesem Jahr werden Umsätze von 220 Milliarden Euro erwartet und im nächsten Jahr von 230 Milliarden Euro. Logistik-Unternehmen, wie die Deutsche Bahn Schenker, die Deutsche Post oder Kühne & Nagel haben Preiserhöhungen angekündigt oder bereits umgesetzt. Vor diesem Hintergrund sind die guten vorläufigen Zahlen von SAF-Holland für die ersten neun Monate 2011 gut zu erklären. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 36,5 Prozent auf 627 Millionen Euro und das operative Ergebnis um 72,7 Prozent auf 44,9 Millionen Euro. Der Vorstand bestätigte zudem die Prognose für das Gesamtjahr. Die Eigenkapitalquote zum 30. Juni belief sich auf 33,8 Prozent, was angesichts des stark zyklischen Geschäfts höchstens angemessen ist. Risikobereite Anleger sollten die attraktive Chance auf kurzfristige Kursgewinne mit einem Kursziel von 5,60 Euro und einem Stoppkurs bei 3,45 Euro nutzen.
Die zehn aussichtsreichsten, interessantesten oder innovativsten Anlagetipps der "Börsenwelt" sind - ausschließlich - im wöchentlich erscheinenden "Börsenwelt Börsenbrief" zu finden.