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Börsenwelt Presseschau II: ExxonMobil und die Commerzbank unter der Lupe

Werner Sperber

Börse.de vertraut auf weiterhin stabiles Kurswachstum von ExxonMobil. Der Aktionärsbrief rätselt, ob die Commerzbank zum "Pennystock" wird. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.


Börsenwelt Presseschau: Die Experten von Börse.de erinnern an den Zusammenschluss von Exxon und Mobil vor zwölf Jahren zur Nummer 1 im Öl- und Gasgeschäft. Der Konzern setzt verstärkt darauf, Schiefergas zu fördern, um diese Spitzenposition zu verteidigen. Zudem vereinbarte ExxonMobil zuletzt eine Zusammenarbeit mit dem Rivalen Rosneft, um neue Vorkommen in der Arktis zu erschließen. Aufgrund des hohen Ölpreises hat der Konzern genügend Geld dafür zur Verfügung. In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres setzte ExxonMobil fast 365 Milliarden Dollar um. Das sind 31 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Gewinn legte um 49 Prozent auf 31,7 Milliarden Dollar zu. In den vergangenen zehn Jahren erhöhte sich der Aktienkurs bei einer sehr hohen Konstanz um durchschnittlich sieben Prozent pro anno. Dazu kommt noch die Dividendenrendite, welche aktuell 2,4 Prozent beträgt. Wenn der Wechsel zu einem Aufwärtstrend bei Kursen von mehr als 80 Dollar erreicht worden ist, sollten Anleger die Aktie mit einem Kursziel von 105 Dollar bis zum Jahr 2016 kaufen.

Der Aktionärsbrief: Die Commerzbank und die "Wette auf den eigenen Untergang"

Das Handelsblatt hat in der vergangenen Woche getitelt: "Wette auf den eigenen Untergang". Die Experten des Aktionärsbriefes erklären dazu: "Damit verweist man (das Handelsblatt) mit viel Polemik auf die neuen Puts (WKN CK5 NBM) der Commerzbank auf die eigene Aktie mit Basis einen Euro." Die Redakteure des Börsenbriefes halten es zwar für möglich, dass die Aktie in der Tat zum "Pennystock" wird, jedoch bleibe die Aktie ein Thema und sie werde irgendwann zur Turnaround-Story. Aktuell belastet allerdings die politische Vorgabe, eine Kernkapitalquote von mindestens neun Prozent bis Juni 2012 zu erreichen. Verlässliche Quellen sehen den Kapitalbedarf der Bank dafür bei fünf Milliarden Euro. Durch Erlöse aus dem Verkauf von Beteiligungen sowie durch die Verkürzung der Bilanz ist die geforderte Tier-1-Quote von neun Prozent nicht zu erreichen, es sei denn, der Vorstand beabsichtigt, die Commerzbank auf die Größe einer Regionalbank zu schrumpfen. Auch der Rückkauf eigener Anleihen für weniger als den Nennwert, um die Besitzer mit neuen Aktien auszuzahlen, reicht nicht aus. Eine weitere Kapitalerhöhung muss die Folge sein. Da private Investoren ihr Geld dafür nicht riskieren werden, dürfte wohl erneut der Steuerzahler mit seinem Geld herhalten müssen. Derzeit reden Europa-Politiker über neue Regeln für den Einstieg von Regierungen bei Geschäftsbanken. Die Staaten sollen hohe Rabatte für neue Aktien erhalten, was die Kurse für Altaktionäre verwässern würde. Für die Commerzbank könnte das zu einer erneuten Verdopplung der Aktien-Anzahl führen. Derzeit kostet die Commerzbank sieben Milliarden Euro an der Börse, nach der wahrscheinlichen Kapitalerhöhung dürften es neun Milliarden Euro sein, bei einem Aktienkurs von einem Euro. Da eine Universalbank mit dem sechsfachen des operativen Ergebnisses "fair" bewertet wäre, müsste die Marktkapitalisierung der Commerzbank 21 Milliarden Euro (2,33 Euro je Aktie) betragen (Nach Ansicht der Börsenbrief-Experten kann das operative Ergebnis der Commerzbank 0,5 Prozent der Bilanzsumme erreichen. Die "faire" Bewertung bei dieser Vorgabe belaufe sich auf drei Prozent der Bilanzsumme). Die Experten geben den "fairen Wert" mit 2,20 Euro an, jedoch ist es für eine Wette auf eine Trendwende noch zu früh. Erst muss klar sein, wie die Bank zu der Tier-1-Quote kommt.

Änderungen in den Musterdepots des Aktionärsbriefes:

Die Verantwortlichen für das spekulativ ausgerichtete Musterportfolio haben 500 Anteile von Seven Principles zu 7,42 Euro aufgenommen.

Die Verantwortlichen für das Allround-Musterdepot möchten 100 Anteile am gehebelten, börsennotierten Fonds (ETF; WKN LYX 0FW) auf den Short-Bund-Future für deutsche Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren einbuchen.

Die zehn aussichtsreichsten, interessantesten oder innovativsten Anlagetipps der "Börsenwelt" sind - ausschließlich - im wöchentlich erscheinenden "Börsenwelt Börsenbrief" zu finden.  

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