Werner Sperber
Platow Emerging Markets stellt die kolumbianische Ecopetrol vor, die jüngst beachtliche Zahlen vorgelegt hat. Der Aktionärsbrief lobt die Arbeit der Deutschen Bank. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten von Platow Emerging Markets beurteilen die aktuell vorgelegten Zahlen für das dritte Quartal 2011 des kolumbianischen Ölkonzerns Ecopetrol als durchaus beachtlich. Die Fördermenge erhöhte sich um 15,3 Prozent auf 575.200 Barrel pro Tag. Der bereinigte Umsatz stieg im Jahresvergleich um 64,7 Prozent auf 16,3 Billionen Kolumbianische Peso (6,22 Milliarden Euro). Das EBITDA legte um 89,1 Prozent auf 7,63 Billionen Peso (2,91 Milliarden Euro) zu und der Nettogewinn erhöhte sich um 132 Prozent auf 4,15 Billionen Peso (1,59 Milliarden Euro). Zudem profitierte Ecopetrol von höheren Ölpreisen. Der Gewinntreiber bei Ecopetrol ist die Sparte Exploration & Produktion (E&P), wie bei allen anderen Ölunternehmen auch. In diesem Segment beträgt die EBITDA-Marge von Ecopetrol mehr als 70 Prozent. Die Förderkosten belaufen sich schließlich nur auf 9,50 Dollar je Fass mit 159 Litern Inhalt. In den Unternehmenszweigen Raffinerie und Petrochemie liegt die Gewinnspanne vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen bei jeweils fünf Prozent; im Logistik-Geschäft sind es fast 25 Prozent. Ecopetrol arbeitet in einer ölreichen Region, in der das Potenzial zur Entwicklung von Lagerstätten noch erheblich ist. Das Unternehmen verfolgt deshalb einen ehrgeizigen Investitionsplan. Bis zum Jahr 2020 möchte der Vorstand 80 Milliarden Dollar für neue Projekte ausgeben. Dafür muss das Kapital der Gesellschaft weiter erhöht werden. Mitte August erhielt der Konzern bereits 2,4 Billionen Peso (917 Millionen Euro) von rund 219.000 ausschließlich kolumbianischen Anlegern für neue Aktien. Eine weitere (dritte) Kapitalerhöhungsrunde ist geplant. Die Anteilscheine sind mit einem KGV von 11 für das nächste Jahr zwar derzeit angemessen bewertet, doch das Unternehmen und damit der Aktienkurs bieten enormes Entwicklungspotenzial. Risikobereite Anleger sollten die in Deutschland marktenge Aktie in den USA auf dem derzeitigen Kursniveau und eventuell bei 40 Dollar zukaufen. Der Stoppkurs sollte bei 33 Dollar gesetzt werden.
Der Aktionärsbrief: Die Deutsche Bank arbeitet mustergültig
Die Deutsche Bank hat im dritten Quartal 2011 zwar deutlich mehr verdient als von den Analysten geschätzt. Allerdings ist nach Auffassung der Experten des Aktionärsbriefes das Ergebnis des Investmentbankings schwach gewesen. Zudem bediente sich die Deutsche Bank eines Bilanz-Tricks, den sie sich von US-Banken abgeschaut hat: Sie bewertete die eigenen Schulden, also die ausgegebenen Anleihen, um 170 Millionen Euro niedriger. Kernkapitalquote Tier 1 stieg von 8,7 auf 10,1 Prozent. Da das schlechte Ergebnis im Investmentbanking nicht überwertet werden sollte und das Management insgesamt mustergültig die Hausaufgaben erledigt hat, können risikobereite Anleger eine Einstiegsposition eingehen. Charttechnisch ist ein Kaufsignal erzeugt worden, als die Widerstandszone bei 30 bis 31 Euro überwunden worden ist.
Änderungen in den Musterdepots des Aktionärsbriefes:
Die Verantwortlichen für das spekulativ ausgerichtete Musterportfolio haben 500 Anteile von STADA zu 17,21 Euro aufgenommen. Nun möchten sie noch 700 Aktien der Dr. Hönle AG einbuchen. Die Verantwortlichen für das Allround-Musterdepot möchten 120 Papiere von Yum Brands! aufnehmen.
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