Werner Sperber
Platow Emerging Markets rät zum Einsteigen bei der East Japan Railway. Aktien-Strategie hat Zweifel an Dialog Semiconductor. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten von Platow Emerging Markets erinnern an das Erdbeben, den Tsunami und den Super-GAU im Frühjahr in Japan. Nach den dadurch bedingten Rückschlägen zeichnet sich bei dem Eisenbahnkonzern East Japan Railway (EJR) im zweiten Quartal des Ende März ablaufenden Geschäftsjahres 2011/12 eine weitere Normalisierung ab. Das operative Ergebnis sank im Jahresvergleich um 15,7 Prozent. Trotz der Beeinträchtigung durch Taifune übertraf EJR damit die Schätzungen der Analysten. Die allmähliche Normalisierung der Lage spiegelt sich auch in anderen Geschäftsbereichen wider. So ist der Umsatz in der Sparte Einzelhandel & Restaurant seit Juni wieder höher als ein Jahr zuvor. Der Vorstand beziffert die außerordentlichen Verluste auf konsolidierter Basis durch Erdbeben, Tsunami und Super-Gau im ersten Fiskal-Halbjahr auf 12,4 Milliarden Japanische Yen (115 Millionen Euro). Ein Teil der Kosten, die eigentlich im ersten Halbjahr anfallen sollten, werden erst im zweiten Semester verbucht. Künftig will EJR verstärkt Züge bauen. Dazu möchte der Vorstand die Sparte Tokyu Car der Tokyu Gruppe kaufen und mit der eigenen kleinen Fertigungssparte verschmelzen. Die neue Tochterfirma soll einen Jahresumsatz von rund 15 Milliarden Yen (140 Millionen Euro) erzielen. Tokyu Car erwirtschaftet derzeit allerdings noch Verluste. Aufgrund der wachsenden Unsicherheiten beließ das Management die Prognose für das operative Ergebnis für das Gesamtjahr bei 307 Milliarden Yen (2,86 Milliarden Euro). Das entspräche einem Rückgang von elf Prozent. Diese Ziele könnten allerdings konservativ sein. Deshalb sollten risikobereite Anleger bis zu Kursen von 41,25 Euro und mit einem Stopp-Loss bei 33 Euro einsteigen.
Änderungen im Musterdepot von Platow Emerging Markets:
Die Verantwortlichen für das Musterportfolio haben ihre 645 Anteile von Nikon mit einem Gewinn von drei Prozent zu 15,92 Euro ausgebucht. Dafür sollen nun 21.000 Aktien von Xinyi Glass zum aktuellen Kurs sowie weitere 11.750 Stück zu höchstens 0,40 Euro eingebucht werden. Der Stoppkurs soll bei 0,34 Euro gesetzt werden. Zudem sollen 985 Anteile des börsennotierten Fonds (ETF; WKN LYX 0BA) MSCI India zum aktuellen Kurs und weitere 425 Anteile zu maximal 9,50 Euro aufgenommen und bei 7,85 Euro abgesichert werden. Schließlich möchten die Verantwortlichen noch 1.120 Aktien der MTN Group einbuchen und den Stopp-Loss bei zehn Euro platzieren.
Aktien-Strategie: Dialog ist zu teuer
Dialog Semiconductor profitiert weiter vom Boom bei Smartphones. Einschließlich der zugekauften Firma SiTel stieg der Umsatz des Halbleiter-Unternehmens in den ersten neun Monaten um 70 Prozent auf 355 Millionen Dollar. Das operative Ergebnis legte im Jahresvergleich um 22,5 Prozent auf 39,7 Millionen Dollar zu. Nach Ansicht der Experten von Aktien-Strategie bleiben die Aussichten für Dialog gut. Die Wachstumsraten dürften allerdings im nächsten Jahr deutlich zurückgehen. Dann lässt sich die für einen Chip-Hersteller hohe Bewertung mit einem KGV von 17 kaum mehr rechtfertigen. Deshalb sollten Anleger die Anteile wegen des zu hohen Preises meiden. Das Kursziel beträgt acht Euro.
Änderung im Musterdepot von Aktien-Strategie:
Die Verantwortlichen für das Musterportfolio haben ihre 1.500 Anteile von Kontron mit einem Verlust von fünf Prozent zu 5,20 Euro ausgebucht.
Die zehn aussichtsreichsten, interessantesten oder innovativsten Anlagetipps der "Börsenwelt" sind - ausschließlich - im wöchentlich erscheinenden "Börsenwelt Börsenbrief" zu finden.