Werner Sperber
Die Börse am Sonntag findet die Geld-Idee von Dollar Tree gut. Die Euro am Sonntag beschäftigt sich mit der Commerzbank, der Deutschen Bank, der Aareal Bank und der BNP Paribas. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten der Börse am Sonntag stellen fest: Der Erfolg gibt dem Einzelhandels-Unternehmen Dollar Tree recht. Der seit Jahren, auch in den jüngst wieder turbulenten Börsenzeiten, intakte Aufwärtstrend des Aktienkurses gibt den Anlegern recht, welche die Papiere gekauft haben. Das Erfolgsrezept klingt simpel. Man muss nur den Jagdinstinkt der Kundschaft wecken und schon klingelt die Kasse. Am besten gelingt dies, wenn man ihnen Schnäppchen bietet. Da greift jeder gerne zu. Entsprechend gibt es in den Geschäften von Dollar Tree sämtliche Waren für maximal einen Dollar oder weniger. Das Unternehmen sieht sich aber nicht als Ramschladen. Es legt stattdessen Wert auf saubere und gut organisierte Märkte mit einem vielfältigen Angebot, wozu auch nationale und regionale Markenartikel gehören. Angesichts der schleppenden konjunkturellen Entwicklung sowie hoher Arbeitslosigkeit in den USA achten die Verbraucher noch mehr auf den Preis. Das hat sich auch in den Zahlen für die ersten sechs Monate des Ende Januar ablaufenden Geschäftsjahres 2011/12 niedergeschlagen. Mit den Zahlen für das dritte Fiskal-Quartal, die am 17. November erwartet werden, dürfte Dollar Tree seine Erfolgsgeschichte fortsetzen. Analysten schätzen den Umsatz für das gesamte Wirtschaftsjahr 2011/12 auf 6,53 bis 6,62 Milliarden Dollar und den Gewinn je Aktie auf 3,82 bis 3,95 Dollar. Um den Erfolgskurs auch künftig fortzusetzen, setzt der Konzern neben der forcierten Expansion durch neue Standorte auf den Ausbau und die Verbesserung der bestehenden Geschäfte. Der Konzern ist auf Rekordkurs. Die Aktienbewertung ist zwar mittlerweile ambitioniert und scheint heißgelaufen zu sein. Eventuelle Korrekturen bieten jedoch Einstiegsgelegenheiten. Risikobereite Investoren sollten mit einem Stopp-Loss bei 68 Dollar einsteigen.
Die Euro am Sonntag: Die Banken haben Geldsorgen
Die weitere finanzielle Entwicklung von Griechenland und die Auswirkungen auf den Wert der in den Bank-Bilanzen verbuchten Anleihen dieses Staates sorgen für Unsicherheit der Anleger bezüglich der Kurse von Banken. Wolfgang Ehrensberger, Experte der Euro am Sonntag, erklärt, die Ertragskraft dieser Geldhäuser nehme ab. Zudem sollen die Finanzinstitute nach Aussagen der Politiker bis zum Jahr 2016 ihre Kernkapitalquote erhöhen. Trotz dieser Herausforderungen hätten manche Bank-Aktien ihren Reiz. Die Papiere der Commerzbank und der BNP Paribas gehören nicht dazu. Die Commerzbank habe erst im Sommer drei Milliarden Euro Steuerzahler-Geld an die Bundesregierung zurückbezahlt. Nun bräuchte das Institut in etwa diese Summe, um höheren Eigenkapitalanforderungen zu genügen. Vorstandsvorsitzender Martin Blessing wird zwar über einen erneuten Gang zum staatlichen deutschen Rettungsfonds SoFFin (Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung, auch FMS Finanzmarktstabilisierungsfonds genannt) zitiert: "Ich gehe da nicht noch mal hin." Allerdings wird es dann schwierig, finanzielle Vorgaben der Politiker zu erfüllen. Zudem könnte sich die schwächer werdende Konjunktur schon bald im Kerngeschäft Mittelstands-Finanzierung belastend auswirken. Dementsprechend sind Aktien der Commerzbank kein Investment wert. Zwar gilt die BNP Paribas noch als die stabilste unter den schwer unter der Euro-Schuldenkrise leidenden französischen Banken und es bestehe angeblich kein Finanzbedarf. Allerdings wäre ein Kauf der BNP-Anteile hoch riskant.
Anders sieht es bei der Deutschen und der Aareal Bank aus. Die Deutsche Bank ist grundsätzlich gut aufgestellt. Das Institut kann die von den Politikern angekündigte Kernkapitalquote wohl auch ohne weitere Kapitalerhöhung erreichen. Die meisten Analysten raten zum Kauf mit Kurszielen von bis zu 50 Euro. Ehrensberger rät nur risikobereiten Anlegern mit einem Kursziel von 41 Euro und einem Stoppkurs bei 25 Euro zu Einstieg. Das Immobilien-Finanzierungsinstitut Aareal Bank kam bislang verlustfrei durch die Krise. Das Geschäftsmodell ist stabil und das Kerngeschäft renditestark. Es gibt kein Engagement in griechische Staatsanleihen. Der Aktienkurs leidet lediglich unter der "Sippenhaft" der Bankentitel. Ein Engagement bei der Aareal Bank ist grundsätzlich vielversprechend, allerdings sollte zunächst eine Beruhigung der Märkte abgewartet werden. Das Kursziel beträgt 25 Euro und der Stoppkurs sollte bei 9,50 Euro platziert werden.
Änderungen in den Musterdepots der Euro am Sonntag:
Joachim Spiering, Verantwortlicher für das offensiv ausgerichtete Musterportfolio, hat 2.780 Anteilscheine von ADC African Development Corporation zu 8,91 Euro aufgenommen und bei acht Euro abgesichert. Nun möchte er noch seine 1.140 Bonus-Zertifikate (WKN TB6 3NH) auf die Deutsche Bank wohl mit Gewinn ausbuchen. Jens Castner, zuständig für das defensiv orientierte Musterdepot, möchte seine verbliebenen fünf FX-Wave-Zertifikate (WKN A1E 1RS) auf das Währungspaar Euro/Dollar mit Verlust ausbuchen und dafür 80 Top-Investment-Grade-Zertifikate (WKN VT2 812) auf zwölf Unternehmens mit den weltweit besten Bonitäts-Einstufungen zu höchstens 102 Euro aufnehmen. Sven Parplies, Betreuer des Momentum-Musterportfolios, hat seine 181 Titel von Dollar Tree ausgebucht. Dafür hat er 222 Anteile der SGL Group zu 45,02 Euro aufgenommen und 265 Aktien von Sandisk zu 37,75 Euro. Nun möchte er noch Papiere von Xing und von O'Reilly Automotive einbuchen.
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