Börsenwelt Presseschau II: Die Merck KGaA und Nokia unter der Lupe
Der Effecten-Spiegel spekuliert auf die Rückkehr von Merck KGaA in die Börsen-Erfolgsspur. Traders Journal sieht Chancen für die Aktie von Nokia, allerdings auch Risiken.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten des Effecten-Spiegels verweisen auf die jüngst vereinbarte Zusammenarbeit der Merck KGaA mit Dr. Reddy's Laboratories. Damit steigt der deutsche Chemie- und Pharmakonzern in den schnell wachsenden Markt für Kopien biotechnologischer Krebs-Medikamente ein. Der größte indische Hersteller von Nachahmer-Präparaten übernimmt dabei das Frühstadium der Entwicklung dieser sogenannten Bio-Similars und Merck-Serono, eine Tochterfirma von Merck KGaA, übernimmt ab den klinischen Tests der Phase I. Diese Biosimilars sind deutlich schwieriger herzustellen, als herkömmliche Generika. Während gewöhnliche Nachahmerpräparate vermehrt zur Massenware werden und damit die Gewinnspannen sinken, trauen Branchenexperten den Biosimilars rasante Wachstumsraten zu. Demzufolge sollen in den kommenden zehn Jahren Patente für biotechnologische Medikamente auslaufen, welche derzeit einen weltweiten Umsatz von mehr als 90 Milliarden Euro erzielen. Merck KGaA unterzieht sich zudem einem Sparprogramm, das insbesondere Merck-Serono betrifft. Der Vorstand von Merck prognostiziert für das laufende Gesamtjahr einen Umsatzzuwachs auf 10,5 Milliarden Euro und einen Anstieg des EBITDA vor Sondereinflüssen auf 2,8 bis 2,9 Milliarden Euro. Die Analysten von Standard & Poor's loben den stabilen Cashflow und die Arbeit bei der geplanten Senkung der Schulden. Deshalb bestätigte die Ratingagentur die langfristige Bonitätsnote mit "BBB+" und verbesserte die Note für den Ausblick von "stabil" auf "positiv". Da das Kurs-Buchwertverhältnis der Aktie von Merck nur 0,45 beträgt, sollten risikobereite Anleger einsteigen. Das Kurspotenzial reicht bis 95 Euro.

Traders Journal: Nokia hat Höhenflug-Chancen
Gerüchten zufolge will Facebook innerhalb der nächsten eineinhalb Jahre ein eigenes sogenanntes Smartphone auf den Markt bringen und dafür Nokia übernehmen. Die Experten des Traders Journal erinnern daran, dass auch Samsung und Partner Microsoft als mögliche Käufer des finnischen Mobiltelefonherstellers gelten. Solche Übernahmefantasien dürften immer wieder aufkommen, solange Nokia operativ so schwach ist. Eben diese Fantasien könnten nun auch den Aktienkurs von Nokia nach oben treiben. Alleine und ohne operative Verbesserung könnte Nokia in den kommenden Jahren allerdings auch insolvent werden. Charttechnisch befindet sich der Aktienkurs in einem Abwärtstrendkanal, in dem nun die untere Begrenzung erreicht worden ist. Bei mehr als zwei Euro könnte sich die Notierung nun stabilisieren. Bei 3,33 Euro befindet sich ein Widerstand und bei 3,60 Euro verläuft derzeit die obere Abwärtstrendkanal-Linie. Diese Hürden dürften Kurssteigerungen begrenzen. Wenn allerdings die Unterstützung bei 2,07 Euro auch nachhaltig unterschritten würde, würde der Kurs wohl noch etwas weiter sinken.
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