Werner Sperber
Börse Online rechnet sich mit Cray, dem Hersteller von Super-Rechnern, super Chancen aus. Der Aktionärsbrief hat einen Draht zum Telefon-Hersteller Gigaset gefunden. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten von Börse Online erinnern an den Hochleistungsrechner Cray-1, der es bereits im Jahr 1976 zu weltweiter Bekanntheit gebracht hatte. Das wirtschaftliche Schicksal der Herstellerfirma Cray war danach wechselhaft und oft von Verlusten geprägt. Im Jahr 2010 setzte das US-Unternehmen 319 Millionen Dollar um und in diesem Jahr dürften es 310 Millionen Dollar werden. Im vergangenen Jahr schaffte es Cray damit wieder in die Gewinnzone, in der die Firma auch in diesem und im nächsten Jahr bleiben dürfte. Dafür sollten zwei jüngst erhaltene Aufträge sorgen. Zum einen soll Cray bis Ende des nächsten Jahres für 188 Millionen Dollar einen Super-Computer für die Universität von Illinois bauen. Die Universität verwendet den Rechner für das Umweltschutz-Projekt "Blue Waters" und die notwendigen Wetter-Simulationen, kosmologischen Berechnungen und die Analysen komplexer biologischer Systeme. Cray rüstet zum anderen für 97 Millionen Dollar einen Super-Computer des US-Energieministeriums zum schnellsten Rechner der Welt auf. Nach diesen Meldungen verteuerte sich das Unternehmen an der Börse auf 215 Millionen Dollar, wobei der Konzern 92 Millionen Dollar in der Kasse hat. Anleger sorgen sich wegen der enormen Abhängigkeit des Unternehmens von Aufträgen der teils überschuldeten staatlichen Einrichtungen. Zudem endet im nächsten Jahr ein Forschungsabkommen mit dem US-Verteidigungsministerium. Ein verschobenes Projekt kann also über das Schicksal von Cray entscheiden. Auf der anderen Seite schätzen die Analysten von IDC, dass der Markt für die leistungsfähigsten Systeme mit Stückpreisen von mehr als 500.000 Dollar von diesem auf das nächste Jahr von 3,4 auf 3,9 Milliarden Dollar wächst. Der Markt für Supercomputer allgemein soll von 8,6 Milliarden Dollar im Jahr 2009 auf 10,5 Milliarden Dollar im nächsten Jahr zulegen. Cray kann also wachsen, zumal die Markteintritts-Barrieren für mögliche Konkurrenten hoch sind. Dieses Fachwissen steckt in Crays nächster Generation von Höchstleistungsrechnern mit Namen Cascade, die ab dem Jahr 2013 verkauft werden sollen. Derzeit sind die Chancen für Cray bei weitem nicht ausreichend im Aktienkurs berücksichtigt. Zudem hat sich das charttechnische Bild aufgehellt. Risikobereite Anleger sollten deshalb die Aktie mit einem Kursziel von 6,30 Euro kaufen und den Stoppkurs bei 3,75 Euro setzen.
Änderungen in den Musterdepots von Börse Online:
Stefan Otto, zuständig für das Nebenwerte-Musterportfolio hat 550 Anteile von Alstria Office REIT zu 8,68 Euro eingebucht (Stoppkurs bei 7,90 Euro), 760 Aktien von DIC Asset zu 6,22 Euro (Stoppkurs bei 5,24 Euro) und 590 Titel von Drillisch zu 5,80 Euro (Stoppkurs bei 5,30 Euro).
In dem von Stefan Mayriedl betreuten Zertifikate-Musterdepot sind die 180 Bonus-Zertifikate (WKN CK1 T7Q) auf K+S mit einem Verlust von 20 Prozent zu 34,80 Euro ausgestoppt worden. Dafür hat Mayriedl 2.500 Call-Optionsscheine (WKN CK0 UEG) auf Brent-Öl zu 2,60 Euro eingebucht und bei 1,45 Euro abgesichert sowie 1.200 Call-Optionsscheine (WKN DZ2 RW1) auf das Währungspaar Euro/Schweizer Franken zu 6,72 Euro aufgenommen und den Stoppkurs bei 4,85 Euro gesetzt. Nun möchte er noch 250 Reverse-Bonus-Zertifikate (WKN GS7 LLA) auf den EuroSTOXX 50 zu höchstens 32,50 Euro einbuchen sowie 1.500 Inline-Optionsscheine (WKN DE0 4C5) auf das Währungspaar Euro/US-Dollar zu maximal 3,30 Euro.
Der Aktionärsbrief: Gigaset ist enorm unterbewertet
Um die bestätigte ambitionierte Umsatz-Prognose für das Gesamtjahr 2011 zu erreichen, muss das Geschäft von Gigaset im vierten Quartal zulegen. Die Experten des Aktionärsbriefes rechnen aus, dass der Umsatz im fortgeführten Geschäft 172 Millionen Euro betragen müsste, um das Jahresziel von 540 Millionen Euro zu treffen. Der Vorstand ist zuversichtlich und verweist auf das wichtige Weihnachtsgeschäft und neue, erfolgreiche Produkte. Das Management möchte mit den Telefonen des Konzerns 57 Millionen Euro als EBITDA im Jahr 2011 erwirtschaften. Das dürfte leicht zu machen sein, denn 78 Prozent dieser Summe sind bereits verdient. Damit scheint wohl auch das jüngst ausgegebene Ziel eines Gewinns von 0,36 Euro je Aktie machbar. Diese komfortable Situation ist vor allem auf einen konsequenten Sparkurs zurückzuführen. Die Personalkosten sanken im fortgeführten Geschäft um elf Prozent und die Materialkosten um zehn Prozent. Zudem verbesserte sich das Finanzergebnis des schuldenfreien Unternehmens deutlich. Somit ist die Bewertung der Aktie mit einem KGV von 5 für das nächste Jahr viel zu niedrig. Anleger sollten bis zu Kursen von 2,25 Euro einsteigen.
Änderung in einem Musterdepot des Aktionärsbriefes:
Die Verantwortlichen für das Allround-Musterportfolio haben 170 Anteile von Dollar General zu 29,20 Euro aufgenommen und bei 25,70 Euro abgesichert.
Die zehn aussichtsreichsten, interessantesten oder innovativsten Anlagetipps der "Börsenwelt" sind - ausschließlich - im wöchentlich erscheinenden "Börsenwelt Börsenbrief" zu finden.