Werner Sperber
Der Emerging Markets Investor geht in Russland ins Internet und nutzt dort Yandex und Mail.ru. Die Euro am Sonntag möchte, dass die Aktie der 3U Holding wenigstens mit dem Barbestand bewertet wird. Der Anlegerbrief performaxx erwartet erste Verkäufen der MAX21 Management und Beteiligungen AG aus und hält die Aktie deswegen für attraktiv. Die Börse am Sonntag findet Silber wieder goldig. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten von Emerging Markets Investor verweisen auf den erfolgreichen Börsengang des größten russischen Internet-Unternehmens, der Yandex einen Bruttoerlös von 1,3 Milliarden Dollar eingebracht hat. Bei anschließenden Aktienkursen von nahezu 40 Dollar wird Yandex eine Marktkapitalisierung von rund neun Milliarden Dollar zugestanden. Bei Notierungen von weniger als 50 Dollar ist Yandex ein Schnäppchen, vor allem im Vergleich zur US-Konkurrenz LinkedIn. LinkedIn erlöste zuletzt 240 Millionen Dollar und verdient 15 Millionen Dollar und das bei einem Börsenwert von neun Milliarden Dollar bei einem Kurs von 93 Dollar. Das KGV beträgt damit 600 und das KUV 30. Yandex erzielte dagegen einen Umsatz von 445 Millionen Dollar und einen Gewinn von 135 Millionen Dollar, was einem KGV von 50 und einem KUV von 17 entspricht. Dabei weist Yandex höhere Wachstumsraten und höhere Gewinnspannen auf, als die gesamte peer-group. Die Yandex-Aktie ist mit einem 3-Jahres-Kursziel von 100 Dollar kaufenswert.
Die Experten von Emerging Markets Investor erinnern zudem an die bislang größte russische Internetfirma, Mail.ru. Der Kurs kam unter Druck, nachdem Anleger von Mail.ru zu Yandex gewechselt haben, wobei dieser Verkaufsdruck nun ausgestanden sein sollte. Mail.ru ist ebenfalls wachstumsstark und weist lediglich ein KGV von 24 für das Jahr 2012 auf. Dazu kommen die 2,3 Prozent, welche Mail.ru an Facebook hält. Beim Kauf wurde ein Börsenwert von zehn Milliarden Dollar für Facebook veranschlagt. Der Börsengang wird für das dritte Quartal nächsten Jahres erwartet, wobei die Marktkapitalisierung nun auf 50 Milliarden Dollar geschätzt wird. Mail.ru besitzt zudem 4,6 Prozent der Anteile von Groupon, welche aufgrund einer Bewertungsbasis von 1,35 Milliarden Dollar für das gesamte Unternehmen gekauft worden sind. Mittlerweile hat Groupon ein Übernahmeangebot von Google von sechs Milliarden Dollar ausgeschlagen. Bei dem für das dritte Quartal 2011 geplanten Börsengang will Groupon 15 bis 20 Milliarden Dollar einnehmen. Demzufolge sind auch die Anteilscheine von Mail.ru eindeutig kaufenswert.
Änderungen im Musterdepot des Emerging Markets Investor:
Die 16.000 Anteilscheine von Bellzone Mining sind mit einem Verlust von 35 Prozent zu 0,63 Euro ausgestoppt worden und die 15.000 Aktien von ROK Global mit einem Minus von 19 Prozent zu 1,05 Euro. Die Verantwortlichen für das Musterportfolio haben dafür 15.000 Titel von Shenkai Innovations zu 1,97 Euro aufgenommen und bei 1,60 Euro abgesichert.

Die Euro am Sonntag: 3U sitzt auf einem Berg von Geld
Die 3U Holding hat ihre Breitband-Tochterfirma Lambdanet für 25,3 Millionen Euro an EU-Networks verkauft. Zum 31. März belief sich der Barbestand des Telekom-Konzerns ohnehin schon auf 0,53 Euro je Aktie und nach dieser Transaktion steigt der Bargeldbestand auf 1,17 Euro pro Anteilschein. Nachdem 3U zehn Prozent der eigenen Aktien hält und diese bis Mitte Juni einziehen will, erhöht sich der Bestand an flüssigen Mitteln je Aktie auf 1,28 Euro. Unternehmenssprecher Peter Alex erklärte im Interview mit Georg Pröbstl, Experte der Euro am Sonntag, dass 3U aus dem Verkauf von Lambdanet in den nächsten fünf Jahren weitere 1,5 Millionen Euro zufließen werden. Insgesamt beträgt der Barbestand je Aktie damit 1,46 Euro. 3U ist profitabel, obwohl das Call-by-Call-Geschäft unter Margendruck leidet. Der Konzern wendet sich aber seit Jahren der Solar-Thermie zu. Dort deckt der Konzern die gesamte Wertschöpfungskette ab. Zudem ist 3U im Solarsystem-Handel tätig und baut auch Solarkraftwerke. Trotz der Investitionen in dieses Geschäftfeld startet 3U in den nächsten Wochen ein neues Aktienrückkaufprogramm. Wenn auch diese Papiere eingezogen werden, erhöht sich der Cash-Bestand pro Aktie weiter. Anleger sollten die Anteilscheine mit einem Kursziel von 1,30 Euro und mit einem Stoppkurs bei 0,68 Euro kaufen.
Änderungen in den Musterdepots der Euro am Sonntag:
Joachim Spiering, Verantwortlicher für das offensiv ausgerichtete Musterportfolio, hat 7.820 Anteilscheine von DEAG Deutsche Entertainment AG zu 3,20 Euro aufgenommen und bei 2,60 Euro abgesichert. Nun möchte er seine 1.500 Aktien von Augusta Technologie und seine 1.750 Titel von Elexis wohl jeweils mit prozentual zweistelligem Gewinn ausbuchen sowie 600 seiner 1.870 Aktien von PSI aus dem Depot nehmen, um Gewinne zu sichern. Dafür will Spiering 360 Papiere von Continental und 4.850 Anteilscheine von USU Software aufnehmen. Im Momentum-Musterdepot sind die 173 Vorzugsaktien der Hugo Boss AG wohl mit einem kleinen Gewinn ausgestoppt worden. Die 252 Anteilscheine von Centrotherm Photovoltaics und die 128 Titel der Merck KGaA sind jeweils mit einem kleinen Verlust ausgestoppt worden. Sven Parplies, der das Momentum-Musterdepot betreut, möchte nun Vorzugsaktien von Drägerwerk sowie Anteilscheine von Netflix und Kabel Deutschland aufnehmen.
Der Anlegerbrief performaxx: Anleger fassen vertrauen zu MAX21
Die die MAX21 Management und Beteiligungen AG hat im vergangenen Jahr drei kleinere Kapitalerhöhungen erfolgreich getätigt und die Kursentwicklung der Aktie ist stark. Das sind nach Ansicht der Experten des Anlegerbriefes performaxx Indizien für das stetig steigende Vertrauen des Marktes in die Werthaltigkeit der Beteiligungen von MAX21. Die Gesellschaft dürfte zwar noch mindestens eine weitere Kapitalerhöhung vornehmen, doch dann sollte der Weg frei sein, um nach den Jahren des Portfolioaufbaus in die Exit-Phase einzutreten. Für die Tochterfirma Pawisda geht der MAX21-Vorstand von einem Übernahmeangebot durch einen großen Konzern aus und kündigt für einen solchen Fall eine hohe Sonderdividende an. Die Tochterfirma LSE soll mit einem anderen IT-Sicherheitsanbieter zusammengeführt und zu einem führenden Akteur auf dem europäischen IT-Sicherheitsmarkt aufgebaut werden. Wenn das klappt, hat die Aktie von MAX21 schon aufgrund dieser beiden Portfolio-Unternehmen ein hohes Aufwärtspotenzial. Eventuell soll MAX21 in das langfristig ausgerichtete Musterdepot aufgenommen werden.
Änderung in einem Musterdepot des Anlegerbriefes performaxx:
Im Zusammenhang mit der Kapitalerhöhung von Klöckner & Co buchen die Verantwortlichen für das langfristig ausgerichtete Musterportfolio die ihnen (theoretisch) zustehenden 700 Bezugsrechte (für die 700 im Musterdepot aufgeführten Aktien) zu 2,21 Euro aus.
Die Börse am Sonntag: Silber bietet viele Investitions-Chancen
Mehrmals kurz hintereinander erhöhte die amerikanische Rohstoffterminbörse Comex die Margins für Silber-Kontrakte. Spekulanten mussten also binnen kurzer Zeit deutlich mehr Geld für die gehaltenen Futures hinterlegen. Um dieses Geld aufzutreiben, stießen Trader Positionen ab. Da Gewinnmitnahmen folgten, während die Nachfrage drastisch zurückging, fiel der Preis für Silber wie ein Stein. Erst bei Notierungen um 35 US-Dollar je Unze (31,1 Gramm) stabilisierte sich der Preis und eine technische Gegenreaktion setzte ein. Rohstoffexperten halten es allerdings für kaum wahrscheinlich, dass Silber das Rekordhoch bei 50 Dollar je Unze schnell wieder erreicht. Den Experten der Börse am Sonntag zufolge ist die charttechnische Lage kritisch und so dürfte es kurzfristig zu hohen Kursschwankungen kommen. Viele Rohstoffanalysten halten eine Seitwärtsbewegung zwischen 30 und 40 Dollar für das wahrscheinlichste Szenario. Aus fundamentaler Sicht hängt der Silberpreis erheblich von den Konjunkturerwartungen ab. Silber ist vorrangig ein Industriemetall, wenn auch Investoren immer größere Teile der Minenförderung aufnehmen. Die geldpolitischen Bremsmanöver in einigen Emerging Markets feuerten die Furcht vor einem konjunkturellen Einbruch an. In diesem Fall wären sogar Notierungen von weniger als 30 Dollar möglich. Andererseits bleiben gerade in den boomenden Schwellenländern Edelmetalle zur Absicherung gegen hohe Inflationsraten gefragt. Auch die schier endlose Diskussion um die Umschuldung Griechenlands dürfte die Notierungen stützen, allerdings sollte Gold von der Schuldenkrise stärker profitieren als Silber, zumal die Notenbanken als finanzkräftige Käufergruppe jeden Rückschlag sofort zum weiteren Positionsaufbau nutzen. In der Rubrik "Zertifikate-Idee" erklären die Experten, das mache ein Direktinvestment riskant, Discount-Zertifikate aber ungewöhnlich attraktiv. Schließlich bieten Discount-Papiere bei großer Volatilität besonders gute Renditeperspektiven. Die Experten raten zum Kauf des am 25. Mai 2012 fälligen, währungsgesicherten Discount-Zertifikates (WKN DZ2 PJP) der DZ Bank auf Silber zum Kauf. Die Bank zahlt höchstens 30 Euro zurück, was einer maximalen Rendite von 7,49 Prozent beziehungsweise 7,9 Prozent pro anno entspricht.
In der Rubrik "Rohstoff der Woche" erklären die Experten der Börse am Sonntag, die Korrektur des Silberpreises könnte vielleicht beendet sein und es könnte erneut in Richtung des Allzeithochs von knapp 50 Dollar gehen. Womöglich dauert ein Anstieg etwas länger und gestaltet sich volatiler als bei der Rallye von Januar bis April 2011. Die Chancen für weiter steigende Kurse sind aber zweifelsohne vorhanden. Schließlich sind die fundamentalen Argumente, die für Silber sprechen, wie Inflationsängste, die Sorgen um das Papiergeldsystem, aber auch eine starke physische Nachfrage angesichts der gut laufenden Weltkonjunktur, nach wie vor vorhanden. Offenbar tauschen Investoren vermehrt ihr Papiergeld in Edelmetalle wie Gold und Silber, sodass diese stärker gefragt sind. Sollte das 50-Prozent-Retracement nachhaltig zurückerobert werden, spräche dies wohl für weitere Zuwächse. Ein weiteres charttechnisches Indiz für steigende Preise ist, dass der Rücksetzer an der im August 2010 begonnenen Aufwärts-Trendlinie endete. Alles in allem spricht somit einiges dafür, dass es sich bei dem Einbruch Anfang Mai nur um eine Delle innerhalb eines intakten langfristigen Aufwärtstrends handelte. Die Experten empfehlen deshalb das endlos laufende Tracker-Zertifikat (WKN GS7 2X0) von Goldman Sachs auf Silber zum Kauf. Risikobereite Anleger sollten den open end Call-Optionsschein (WKN DE5 CH4) der Deutschen Bank auf Silber kaufen. Der Schein ist mit einer Basis bei 29,14 Dollar pro Feinunze Silber, einer Knock-out-Schwelle bei 30,60 Dollar und einem Hebel von derzeit 4,2 ausgestattet. Preis-Pessimisten wird zum ebenfalls laufzeitlosen Short-Zertifikat (WKN BN9 KGV) der BNP Paribas auf Silber geraten. Dieser Schein weist eine Basis bei 48,19 Dollar, eine Totalverlust-Schwelle bei 46,74 Dollar und einen Hebel von aktuell 3,7 auf.
Änderungen im Musterdepot von Hot Stocks Europe:
Die 5.000 Anteilscheine von Softing sind mit einem Gewinn von sechs Prozent zu 4,30 Euro ausgestoppt worden und die 3.000 Aktien von Nucletron beinahe unverändert zu 6,70 Euro. Die Verantwortlichen für das Musterportfolio haben dafür 2.000 Titel von SAF Holland zu 8,71 Euro aufgenommen und bei sieben Euro abgesichert sowie 500.000 Papiere von Kiwibox zu 0,033 Euro eingebucht und den Stoppkurs bei 0,025 Euro gesetzt.
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