Werner Sperber
Das Millionendepot sieht vor allem charttechnische Gründe, die für einen Kauf von Wilex sprechen. Der BetaFaktor traut SHS Viveon beinahe Verdopplungspotenzial zu. Die Platow Börse erwartet, dass die Aktie von Bechtle nun eine charttechnische Hürde überwinden kann. Focus Money will mit BMW 150 Prozent Gas geben. Trade24 setzt auf UAL. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.
Börsenwelt Presseschau: Gerd Weger, Verantwortlicher für das Millionendepot, hält die Aktie von Wilex für charttechnisch sehr interessant. Die Notierung bewegt sich seit Dezember 2009 zwischen 3,50 und vier Euro. Nun könnte ein nachhaltiger Ausbruch erfolgen, wenn der langfristige horizontale Widerstand bei eben vier Euro überwunden wird. Das auf die Entwicklung neuartiger Krebsmedikamente und -diagnosemittel spezialisierte Biotechnologieunternehmen hat im Dezember bei Kursen von 4,10 Euro das Kapital erhöht. Schafft es die Notierung auch die 200-Tagelinie zu überwinden, die derzeit bei 4,37 Euro verläuft, dann sind auch Kurse wie im Herbst 2009 von rund sechs Euro wieder zu erreichen. Weger verweist auf die Analysten von Recognia, die ebenfalls ein charttechnisches Kaufsignal mit einem Kursziel zwischen 6,00 und 6,40 Euro erkennen. Peter Duellmann, Analyst von Sal. Oppenheim, gibt das Kursziel mit zehn Euro an und Cornelia Thomas, Analystin der WestLB, hat die Aktie als "Kauf" eingestuft und sogar ein Kursziel von 11,10 Euro angegeben. Fundamental befindet sich die Pipeline von Wilex in einem fortgeschrittenen Stadium. In den kommenden Monaten wird die Veröffentlichung von einigen wichtigen Studiendaten erwartet. Auch eine Kooperation mit einem Pharmakonzern zur weiteren Entwicklung von Mesupron gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs ist möglich. Dies wäre auch wichtig, denn das finanzielle Polster von Wilex ist nicht üppig. Andererseits besitzt der Konzern mit dem SAP-Gründer Dietmar Hopp einen starken Großaktionär, der über sein Investmentvehikel Dievini Hopp BioTech mit 29 Prozent an dem Unternehmen beteiligt ist.
Änderung im Millionendepot:
Gerd Weger hat 12.000 Anteilscheine von Wilex zu 4,06 Euro aufgenommen.

BetaFaktor: SHS Viveon, ein deutlich unterbewerteter Spezialwert
Die Experten von BetaFaktor haben nach einem Gespräch mit Stefan Gilmozzi, Alleinvorstand von SHS Viveon, den Eindruck, die Aktien dieses IT-Dienstleistungsunternehmens seien zu unrecht vernachlässigt und die Papiere dieses Spezialisten für Kundenrisiko- und Kundenwertmanagement haben klares Verdopplungs-Potenzial. SHS Viveon ist bilanziell gesund, selbst wenn die Kapitalherabsetzung im Verhältnis von 40:1 einen anderen Eindruck hinterlassen haben könnte. Wie die Bilanz aber in Zukunft genau aussieht, ist unklar, denn SHS wird die Bilanzierung nach IFRS aufgeben und zum guten alten HGB wechseln. Ob die noch aktivierten fast zehn Millionen Euro an Firmenwert dabei etwas sinken und damit auch das Eigenkapital von zirka elf Millionen Euro, wird sich zeigen. Operativ ist die Gesellschaft auf dem Weg der Gesundung. Bei einer Gesamtleistung von 5,95 Millionen Euro belief sich die EBITDA-Marge im dritten Quartal 2009 auf rund vier Prozent. Das vierte Quartal dürfte etwas besser gelaufen sein. Die Experten schätzen den Umsatz für das Jahr 2010 auf 25 Millionen Euro und die EBITDA-Marge auf sechs bis sieben Prozent. Gilmozzi selbst will dieses Jahr noch als Übergang verstanden wissen, und 2011 richtig durchstarten. Dann sollen 30 Millionen Euro erlöst und die EBITDA-Marge zweistellig werden. Deshalb geben die Experten das Kursziel mit zehn Euro an.
Die Platow Börse: Bechtle dürfte die Hürde nehmen
Dank eines umsatzstarken Schlussquartals hat das Jahr 2009 für Bechtle versöhnlich geendet. Der Vorstand des IT-Dienstleistungsunternehmens erklärte, die Nachfrage habe sich spürbar belebt, wobei das Geschäft mit öffentlichen Auftraggebern wie angekündigt seinen Teil dazu beitrug. Nach vorläufigen Zahlen für das Gesamtjahr 2009 sank der Umsatz um 3,5 Prozent auf 1,38 Milliarden Euro und der Vorsteuergewinn um 29,3 Prozent auf 43,5 Millionen Euro. Das Management sieht im Dienstleistungsgeschäft viel Grund für Optimismus, da dieses Segment im Vergleich zum Handelsgeschäft mit Hard- und Software stabiler und nachhaltiger sei. Die Experten der Platow Börse gehen davon aus, dass Bechtle im Jahr 2010 seine Größe ausspielen könnte, da der Markt in einer Konsolidierungsphase steckt. Mehr Marktanteile trösten dann auch über die geringe Vorsteuer-Gewinnspanne von 3,1 Prozent im Jahr 2009 hinweg. Charttechnisch scheiterte die Aktie zuletzt wieder an der Marke von 20 Euro, Anleger sollten aber nun auf den Durchbruch hoffen und die Anteilscheine bis 19,50 Euro nachkaufen. Der Stoppkurs sollte bei 15,60 Euro gesetzt werden.
Focus Money: BMW gibt 150 Prozent per anno Gas
BMW muss in neun Monaten rund 940.000 Autos verkaufen, um etwas Geld zu verdienen, so wie es in den ersten drei Quartalen des Jahres 2009 geschehen ist. Die Experten von Focus Money verweisen zum einen darauf, dass das an der starren Kostenbasis liegt. Andererseits bedeutet das auch: Erholt sich der Absatz nur ein wenig, werden aus einem kleinen Millionen-Gewinn schnell wieder Milliarden-Erträge. Der Vorstand des Automobilkonzerns hat mit der Strategie "Number One" die Basis dafür geschaffen, in der Autosparte im Jahr 2012 eine Rendite von mehr als 26 Prozent auf das eingesetzte Kapital zu erwirtschaften und eine EBIT-Marge von acht bis zehn Prozent. Diese Ziele scheinen Analysten nachvollziehen zu können, denn BMW ist ihren Schätzungen der Spitzenreiter im DAX bei der Gewinnentwicklung in den Jahren 2009 bis 2012. Demzufolge sollen die Gewinne durchschnittlich um 150 Prozent per anno zulegen. Das KGV würde demnach von 20 im Jahr 2010 auf 10 im Jahr 2011 und schließlich auf 8 im Jahr 2012 sinken. Die Experten raten deshalb dazu, die Aktie mit einem Kursziel von 41 Euro zu kaufen.
Änderungen in den Musterdepots im Börsenspiel von Focus Money:
Mit der nächsten Ausgabe, 6/2010, endet die aktuelle Runde des Börsenspiels von Focus Money, die am 4. Februar 2009 mit einem virtuellen Startkapital von jeweils 100.000 Euro begonnen hat. Derzeit führt Eberhard Rohe, der für das Musterportfolio der DAB Bank verantwortlich ist, uneinholbar mit einer Wertsteigerung von 82,8 Prozent. Auf dem zweiten Platz folgt Manuel Hölzle, der das Depot der GBC AG betreut, mit einer Performance von 43,6 Prozent. Dritter ist Frank Lingohr, für Lingohr & Partner, mit einem Wertzuwachs von 35 Prozent. Den vierten Rang belegt Uwe Zimmer, der für das Portfolio der Meridio AG zuständig ist, mit einem Plus von 19,9 Prozent. Eberhard Rohe möchte seinen Kassenbestand erhöhen und trennt sich von seinen 1.000 Anteilscheinen von Sydbank. Uwe Zimmer hat bereits seine 400 ADRs von E.on mit einem Verlust von drei Prozent zu 27,54 Euro sowie seine 600 Titel von Oracle mit einem Gewinn von drei Prozent zu 17,47 Euro ausgebucht. Manuel Hölzle hat seinen Bestand von 1.950 Anteilscheinen von HanseYachts um 800 Stück zu 6,33 Euro aufgestockt. Nun will er noch 900 Aktien von KTG Agrar aufnehmen, wenn sie für weniger als 16 Euro zu haben sind. Dafür bucht er seine 200 Titel von Vossloh aus.
Trade24.de: Der Aktienkurs von UAL dürfte weiter steigen
Die Experten von Trade24.de empfehlen die Aktie von UAL als "Internationaler Top-Favorit spekulativ" zum Kauf. Der Wert zeigt relative Stärke, der Intraday-Chart ist annehmbar und die Handelsumsätze sind relativ hoch. Der anfängliche Stoppkurs sollte bei 13,20 Dollar gesetzt werden.