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Börsenwelt Presseschau: Volkswagen, Deutsche Bank, Pan American Goldfields und der Bund-Future unter der Lupe

Werner Sperber

Die Prior Börse rät dazu, die "Kursbeule" der Stammaktien von Volkswagen für den Einstieg zu nutzen. Platow Derivate geht von einem weiterhin garstigen Umfeld für Banken aus und stellt ein passendes Zertifikat auf die Deutsche Bank vor. Das Stuttgarter Researchbüro sieht drei Gründe für den Kauf der Anteilscheine von Pan American Goldfields. Der Zürcher Finanzbrief lässt ganz langsam die Bund-Future-Bären von der Kette. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.


Börsenwelt Presseschau: Die Experten der Prior Börse gehen davon aus, dass der Kursrutsch der Stammaktien von Volkswagen nur von kurzer Dauer sein wird, denn die Geschäfte des Fahrzeugherstellers laufen weiterhin rund. Selbst wenn ab jetzt niemand mehr etwas bei Volkswagen bestellen würde, könnten die 62 weltweiten Werke noch ein Jahr voll ausgelastet produzieren. In den nächsten Jahren möchte der Konzern acht weitere Fabriken bauen. Eine Rezession dürfte die Wachstumsraten senken, doch den schlanken Betrieb nicht aus der Bahn werfen. Volkswagen dürfte von einer Krise sogar profitieren, denn General Motors könnte dauerhaft geschwächt werden. Mit dem Barbestand von 20 Milliarden Euro kann Volkswagen jeden wirtschaftlichen Sturm überstehen. Die Kursbeule sollte also zum Einstieg genutzt werden.

Platow Derivate: Hexensabbat ist eine Chance für den Short-Einstieg 

Die Kursbewegungen der Bankaktien zeigen am deutlichsten, wie nervös die Marktteilnehmer momentan sind. Die Experten von Platow Derivate erinnern an Mittwoch, als die Finanzwerte zum Handelsstart die größten Verlierer gewesen sind, nachdem die Ratingagentur Moody's die Bonität französischer Großbanken abgestuft hatte. Im Laufe des Tages drehten die Kurse ins Plus, weil EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso die baldige Einführung von Euro-Bonds in Aussicht gestellt hatte. Die Notierung der Deutschen Bank hat bei 20,80 Euro einen kleinen charttechnischen Boden gebildet, von dem aus der Kurs bereits deutlich gestiegen ist. Doch im laufenden Abwärtstrend ist es immer wieder zu kurzen technischen Erholungen gekommen. Aufgrund fundamentaler Argumente lässt sich der Kursverlauf kaum abschätzen, da dafür derzeit vor allem die Entwicklung der europäischen Schuldenkrise maßgeblich ist. Die vergleichsweise pessimistischen Äußerungen des Vorstandsvorsitzenden in den vergangenen Tagen sind dennoch belastend. Josef Ackermann hatte das Jahresziel eines Vorsteuergewinns von zehn Milliarden Euro in Frage gestellt und zudem auf die Gefahr deutlicher Renditeeinbußen aller Banken durch die vielfältigen politischen, regulatorischen Vorgaben hingewiesen. Die Experten bleiben vor diesem Hintergrund für die nächsten Wochen generell skeptisch. Die aktuelle Kurserholung dürfte auch mit dem heutigen dreifachen Verfallstag an den Terminbörsen (Hexensabbat) zusammenhängen und eher als Chance für einen guten Einstieg auf der Short-Seite zu verstehen sein. Charttechnisch ist ohnehin erst von einer Trendwende im Kurs der Deutschen Bank zu sprechen, wenn das jüngste Verlaufshoch bei 26,20 Euro nachhaltig überwunden würde. Risikobereite Anleger sollten deshalb bei einem Aktienkurs auf Short-Abstauberlimit von 24,50 Euro das endlos laufende Short-Zertifikat (WKN TB6 53Q) von HSBC Trinkaus auf die Deutsche Bank kaufen. Der Schein ist mit einer Basis bei 29,13 Euro, einer Knock-out-Schwelle bei 28,11 Euro und einem Hebel von derzeit 7,6 ausgestattet.

Änderungen in den Musterdepots von Platow Derivate:

Im Derivate-Musterportfolio sind die 2.500 Short-Zertifikate (WKN VT2 CLF) auf Google, welche Ende August ausgestoppt worden und in der vergangenen Woche plötzlich in der Aufstellung aufgetaucht sind, in dieser Woche wieder verschwunden. Dafür werden plötzlich wieder die 1.600 Bull-Zertifikate (WKN CM5 W5V) auf die Vorzugsaktie von Drägerwerk sowie die 1.000 Long-Zertifikate (WKN AA1 7DV) auf Platin geführt, die Ende August aufgenommen worden sind, in der Aufstellung von vergangener Woche allerdings fehlten. Die Verantwortlichen haben ihre 2.900 Put-Optionsscheine (WKN DE6 TNB) auf HeidelbergCement mit einem Gewinn von 204 Prozent zu 2,22 Euro ausgebucht. Dafür haben sie 5.000 Short-Zertifikate (WKN TB6 53Q) auf die Deutsche Bank zu 0,48 Euro aufgenommen und bei 0,28 Euro abgesichert sowie 700 Long-Zertifikate (WKN TB6 YWK) auf Südzucker zu 4,10 Euro eingebucht und den Stoppkurs bei 3,30 Euro gesetzt. Die Südzucker-Long-Scheine sollen zu mindestens 5,60 Euro wieder ausgebucht werden. Zudem sollen 2.000 Bear-Zertifikate (WKN CK2 CRW) auf Praktiker zu höchstens 0,99 Euro aufgenommen werden. Im Alpha-Turbo-Musterdepot sind die 1.250 Alpha-Turbo-Short-Zertifikate (WKN DZ2 QKA) auf eine schlechtere Entwicklung des Aktienkurses von Infineon Technologies als der DAX mit einem Verlust von 45 Prozent zu 0,90 Euro ausgestoppt worden. Dafür haben die Verantwortlichen 1.150 Alpha-Long-Zertifikate (WKN DZ2 QVA) auf das Paar Vorzugsaktie von Henkel/DAX zu 2,10 Euro aufgenommen und bei 1,15 Euro abgesichert.


Das Stuttgarter Researchbüro: Gute Aussichten für Pan American Goldfields 

Eine nachhaltige Lösung für die Schuldenprobleme der USA und europäischer Staaten ist nicht in Sicht. Deswegen werden nach Ansicht der Experten des Stuttgarter Researchbüros die Preise für Gold und Silber als "sichere Häfen" zunächst vielleicht nur stabil bleiben, mittel- bis langfristig jedoch weiter steigen. Davon wird auch Pan American Goldfields profitieren. Dieser Konzern baut in Mexiko auf der Liegenschaft Cieneguita mit dem Joint-Venture-Partner Minera Rio Tinto Gold und Silber sowie kleine Mengen Blei ab. Minera Rio Tinto hat die Exploration und Entwicklung des Projektes teilweise finanziert. Eine Studie nach dem kanadischen Bergbaustandard NI43-101 kommt auf geschätzte Ressourcen von 474.900 Unzen Gold und 33,5 Millionen Unzen Silber. Pan American Goldfields erhält vom operativen Gewinn des Gemeinschaftsunternehmens zunächst 20 Prozent. Wenn ab einer Tiefe von mehr als 15 Metern Metalle gefördert werden, bekommt Pan American Goldfields 80 Prozent. Die Menge des verarbeiteten Gesteins stieg von 385 Tonnen pro Tag im Juli auf 428 Tonnen täglich im August. Die Kapazitätsgrenze beträgt 500 Tonnen täglich. Dadurch stieg auch die Menge des geförderten Edelmetalls von 222 Unzen Gold und 10.470 Unzen Silber im Juni auf 450 Unzen Gold und 27.454 Unzen Silber im Juli. Die vergleichsweise hohen Produktionskosten von zuletzt 850 Dollar pro Unze Gold dürften deutlich sinken. Pan American Goldfields besitzt zudem die Liegenschaft Cerro Delta in Argentinien. Ab Oktober sollen dort erste Explorations-Bohrungen beginnen. Die Ergebnisse dürften sehr gut ausfallen, da das Projekt nur zwölf Meilen von der Liegenschaft Cerro Casale entfernt ist und die gleiche geologische Struktur aufweist wie dieses Gebiet, in dem die gemeinsamen Besitzer Barrick Gold und Kinross Gold 23 Millionen Unzen Gold vermuten. Das erfahrene und bislang mehrfach erfolgreiche Management von Pan American Goldfields ist ein weiterer Grund für den Kauf der Aktie, die demnächst auch an der Börse im kanadischen Toronto oder einer anderen wichtigen Börse geführt werden soll.


Der Zürcher Finanzbrief: Die Anleihe-Bären kommen   

Die Experten des Zürcher Finanzbriefes verweisen auf die aktuelle Rendite von 1,823 Prozent pro anno für deutsche Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren. Käufer dieser Papiere akzeptieren also einen Verlust, wenn Gebühren, Steuern und Inflation berücksichtigt werden. Doch die Anleger flüchten "im Herdentrieb" und aufgrund des herrschenden Engpasses bei Alternativen in diese Staatsanleihen. Nachdem die Europäische Union auf Betreiben der deutschen Regierung den Rechtsstatus der Gläubiger von Staatsanleihen soweit verwässert habe, dass am Ende niemand mehr genau abschätzen könne, was diese Schuldverschreibungen im Falle eines Staatsbankrotts noch wert seien, sei die Auswahl an vermeintlich sicheren Anleihen gering geworden. Zudem würden Anleger heute weit mehr dazu neigen, alle gleichzeitig das Gleiche zu tun, als noch vor zehn Jahren. Demnach dürften sie auch gleichzeitig in großer Zahl ihre deutschen Schuldverschreibungen verkaufen, wenn sich die Stimmung plötzlich ändert. Nach Ansicht der Experten verkaufen die Anleger ihre Anleger spätestens, wenn die Unternehmen ihre Zahlen für das dritte Quartal vorlegen, die im Schnitt besser als befürchtet ausfallen würden. Deshalb sollten risikobereite Anleger in etwa ein bis zwei Wochen mit einem Bear-Zertifikat auf den Bund-Future auf sinkende Kurse deutscher Anleihen wetten.

Änderung im Musterdepot von Fuchs Kapitalanlagen:

Die Verantwortlichen für das Musterportfolio haben 150 Anteile des börsennotierten Fonds (WKN 593 393) auf den DAX zu 48,98 Euro eingebucht und bei 41,38 Euro abgesichert.

Die zehn aussichtsreichsten, interessantesten oder innovativsten Anlagetipps der "Börsenwelt" sind - ausschließlich - im wöchentlich erscheinenden "Börsenwelt Börsenbrief" zu finden.  

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