Börsenwelt Presseschau: UBS, Smartrac, DAX und Wirecard unter der Lupe
TradeCentre erwartet die "Flucht" in UBS-Aktien. Die Platow Börse kommentiert das Übernahmeangebot für Smartrac. Die Actien-Börse Daily äußert sich zur vermutlichen Entwicklung des deutschen Leitindexes DAX. Focus Money jubelt: "Win-Win-Wirecard". Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten von TradeCentre erinnern an die "maroden Staatshaushalte in Portugal, Spanien, Irland und Griechenland" und die Angst vor der nächsten Konjunkturschwäche, in der die starken EU-Länder die schwachen EU-Peripherie-Staaten mit dem sogenannten "EU-Rettungsschirm" zur Seite stehen müssen. Die Aufkäufe von (irischen) Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank spricht eine ebenso deutliche Sprache wie die Lage auf den Devisenmärkten. Dort ist der Euro immer noch schwach, obwohl die USA ihre Konjunkturprognose revidiert haben. Die Sorge um den Euro spiegelt sich auch im Verhältnis zum Schweizer Franken wider, der im Verlauf eines Jahres um mehr als 30 Prozent im Vergleich zur europäischen Gemeinschaftswährung zugelegt hat. Das ist Kapitalflucht aus dem Euro in den Franken. Die Schweiz gilt mit einer Verschuldung von nur 30 Prozent im Vergleich zum Bruttoinlandsprodukt als "sicherer Hafen". Anleger können von dieser Kapitalflucht profitieren, indem sie Aktien schweizerischer Banken kaufen. Die UBS ist eines der weltweit größten Vermögensverwaltungs-Unternehmen und die Angst vor einem weiter aufweichenden Dollar und Euro dürfte der Bank weiteres Geld zufließen lassen. Analysten schätzen das KGV für 2010 auf 9. Zudem würden viele Argumente dafür sprechen, dass sich die UBS-Aktie besser entwickeln wird als internationale Banktitel.
Änderungen im Realdepot von TradeCentre:
Simon Betschinger, Verantwortlicher für das Realdepot, möchte 700 Anteilscheine der UBS zu höchstens 13,35 Euro sowie 1.000 Aktien von United Internet zu maximal 10,15 Euro kaufen.

Die Platow Börse: One Equity will sich Smartrac angeln
One Equity Partners, Tochterfirma der US-amerikanischen Investmentbank JPMorgan, bietet den Anteilseignern von Smartrac 20 Euro für jede ihrer Aktien. Vorstandsvorsitzender Christian Fischer und Manfred Rietzler, der 13,7 Prozent an Smartrac hält, unterstützen diese Offerte, bei der auch das Kapital um zehn Prozent erhöht werden soll. Smartrac würde dabei rund 25,9 Millionen Euro bekommen, die One Equity Partner zahlen müsste. Das Unternehmen will mit dem frischen Geld unter anderem die Standorte in Malaysia, Thailand oder den USA ausbauen. Die Experten der Platow Börse schätzen das KGV für Smartrac im laufenden Jahr auf 25, was eine mehr als adäquate Bewertung ist. Sie halten es zudem für unwahrscheinlich, dass One Equity Partner ihr Angebot erhöhen und raten deshalb vorerst zum abwarten.
Änderungen im Musterdepot der Platow Börse:
Die Verantwortlichen für das Musterportfolio haben ihren Bestand von 850 Anteilscheinen von Lanxess um weitere 450 Stück zu 33,60 Euro aufgestockt. Der durchschnittliche Einstandskurs für alle 1.300 Aktien beträgt damit 36,54 Euro.
Die Actien-Börse Daily: Der DAX wird "leergefegt" werden
Heute beginnt der aus psychologischen Gründen schwierigste, aber auch spannendste Monat des ganzen Börsenjahres, wie die Experten von Actien-Börse Daily schreiben. Der Beleg ist klar und seit dem Jahr 1970 gültig. Aufgrund der Krise von Griechenland bis zur Eurozone hat sich charttechnisch ein ungewöhnlich dichte Auf- und Abwärtsbewegung oder Zickzack-Kurve im DAX ergeben. Einen solchen Verlauf hat es in den vergangenen 40 Jahren nie gegeben. Märkte, die sich in einer solchen Konstellation bewegen, wobei die Umsätze tagesdurchschnittlich von Phase zu Phase abnehmen, sind am Ende leergefegt. Die Anleger, die per Stoppkurs herausgefallen sind, haben noch nicht wieder gekauft beziehungsweise haben in Anleihen investiert oder ihr Geld auf Terminkonten geparkt. Diejenigen, die noch engagiert sind, trauen sich nichts zu und warten ab. Die Märkte kochen also auf einer sehr kleinen Flamme. Gleichzeitig spielen die niedrigen Renditen respektive hohen Kurse bei den Staatsanleihen, also dem Bund Future eine wichtige Rolle. Diese Blase dürfte platzen. Ein zweiter relevanter Wert ist der Euro-Kurs. Am Bund-Future zum einen und dem Euro-Kurs zum anderen hängt die weitere Index-Entwicklung ab.
Focus Money: Wirecard wird zulegen, so oder so
Einkaufen von zuhause aus über das Internet wird nach Ansicht der Experten von Focus Money immer bequemer. Damit es für die Käufer noch komfortabler wird, arbeiten fast alle Online-Händler mit Zahlungsverkehrs-Abwicklungsunternehmen wie etwa Wirecard zusammen. Für solche Firmen ist das ein lukratives Geschäft, denn sie kassieren für jede Transaktion rund zwei Prozent der Kaufsumme als Gebühr. Auch Kreditkartenunternehmen wissen um die Attraktivität der sehr profitablen Zahlungsabwicklung im Internet, wie Visa bewiesen hat, als der Konzern für zwei Milliarden Dollar den 155-Mann-Betrieb Cybersource gekauft hat. Mastercard übernahm jüngst für 400 Millionen Euro die britische Firma Datacash. Mittlerweile gibt es keine beachtens- und übernehmenswerten Zahlungsabwickler mehr, außer Wirecard. Das Unternehmen betreibt die Zahlungsabwicklung über das Modell "click to pay" und bietet zudem über die Wirecard-Bank die virtuelle auf Guthabensbasis funktionierende Wirecard-Kreditkarte für den Online-Einkauf an. Wirecard selbst ist mittlerweile auf der Einkaufsliste aller großen Kreditkarten-Anbieter, wie Finanzkreise wissen wollen, wobei diese Kreise American Express derzeit die besten Chancen einräumen, Wirecard zu übernehmen. Kommt das Kaufangebot schnelle, ist ein hoher Aufschlag auf den aktuellen Aktienkurs fällig. Zunächst könnte der Kurs auf 14 bis 16 Euro zulegen. Kommt das Angebot nicht, dürfte die Notierung aufgrund der guten Geschäftsentwicklung steigen. Die Experten schätzen den Gewinn im laufenden Jahr auf 56,2 Millionen Euro und für 2011 auf 61,9 Millionen Euro, was KGVs von 16 beziehungsweise 14 entspräche.
Änderungen in den Musterdepots im Börsenspiel von Focus Money:
Eberhard Rohe, Verantwortlicher für das Musterportfolio der DAB Bank im Börsenspiel von Focus Money, hat 250 Anteilscheine von Transocean zu 39,86 Euro aufgenommen. Manuel Hölzle, zuständig für das Musterdepot der GBC AG, hat seine 1.500 Anteilscheine von Sunways mit einem Verlust von sieben Prozent zu 5,08 Euro ausgebucht und seinen Bestand von 720 Aktien von KTG Agrar um weitere 80 Stück zu 14,20 Euro aufgestockt. Der Einstandskurs für alle 800 Titel beträgt nun 15,73 Euro. Zudem hat er 350 Papiere von Kinghero zu 15,18 Euro aufgenommen. Nun will Hölzle noch seine 900 Anteilscheine von Grammer aus dem Depot nehmen, den Bestand von 2.380 Aktien von Balda um weitere 700 Stück aufstocken und 2.100 sehr marktenge Papiere von Max21 Management und Beteiligungs AG zu höchstens 2,40 Euro aufnehmen.
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