Werner Sperber
TradeCentre kürt ThyssenKrupp zum "Aktienbullen der Woche". Der Frankfurter Börsenbrief erkennt eine Chance, sein Geld mit der Aktie von Praktiker zu verdreifachen. Das Zertifikatejournal beschäftigt sich mit lebensnotwendigem Wasser. Für Fuchs Kapitalanlagen stimmt bei Lonza die Chemie. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten von TradeCentre verweisen darauf, dass ThyssenKrupp Aktien im eigenen Besitz und im Volumen von 9,6 Prozent des Grundkapitals zu 32,95 Euro verkauft haben. Mit dem Erlös tilgt der "Aktienbulle der Woche" Schulden. Vor dieser Transaktion bewegte sich der Aktienkurs in einem steilen Aufwärtstrend. Nun sollte daran schnell wieder angeknüpft werden. Die Geschäftsperspektiven sind aufgrund der niedrigeren Verbindlichkeiten sogar besser geworden. Die Gesellschaft möchte vom Mischkonzern zu einem spezialisierten Industrieunternehmen mit neuen Technologien für neue Märkte werden. Dazu sollen konsequent wenig profitable Beteiligungen, die nicht zum Kerngeschäft gehören, verkauft werden.
Änderungen im Realdepot von TradeCentre:
Die Verantwortlichen für das Realportfolio haben ihre 250 Anteilscheine von Bob Mobile mit einem Gewinn von 16 Prozent zu 20 Euro verkauft. Nun möchten sie 800 Aktien der OHB AG zu höchstens 13,50 Euro kaufen.

Frankfurter Börsenbrief: 200-Prozent-Chance Praktiker nicht kaufen
Die Bau- und Heimwerkermärkte der Praktiker-Gruppe haben im Jahr 1990 rund 600 Millionen Euro umgesetzt. Einschließlich der übernommenen Geschäfte der Marke "Max Bahr" waren es im Jahr 2010 bereits 3,45 Milliarden Euro. Doch die Glanzzeiten sind nach Ansicht der Experten des Frankfurter Börsenbriefes erst einmal vorbei. Das Unternehmen hat Schwierigkeiten dabei, das Bild in der Öffentlichkeit als Billig-Anbieter mit qualitativ eher schwachen Produkten und verbesserungsbedürftiger Beratungsleistung vergessen zu machen. Zudem laufen die Geschäfte in der Türkei, in Ost- und Südeuropa und dort vor allem in Griechenland schlecht. Im ersten Quartal sank der Gesamtkonzern-Umsatz um 10,9 Prozent auf mehr als 666 Millionen Euro. Der Verlust halbierte sich im Jahresvergleich allerdings auf 15,5 Millionen Euro. Nun schob der Vorstand eine Gewinnwarnung nach. Demnach soll das bereinigte EBITDA im Gesamtjahr nicht steigen sondern sogar sinken. Doch was wäre, wenn Praktiker die Ertragswende schaffen würde? Das Eigenkapital des Unternehmens belief sich zum 31. März auf mehr als 824 Millionen Euro, was einer Eigenkapitalquote von rund 35 Prozent entspricht. Die flüssigen Mittel, einschließlich der Einnahmen aus einer Anleihe, beliefen sich auf mehr als 341 Millionen Euro, was 14,5 Prozent der Bilanzsumme sind. Der Börsenwert des Unternehmens beträgt dagegen nur 238 Millionen Euro. Vor dem Hintergrund dieser Bewertungs-Relationen könnte der Aktienkurs um 200 Prozent steigen, allerdings nur, falls ein Turnaround gelänge. Das ist den Experten allerdings zu unsicher, weshalb sie ausdrücklich keine Kaufempfehlung aussprechen.
Das Zertifikatejournal: Wasser, wichtig, wertsteigernd
Obwohl drei Viertel der Erde mit Wasser bedeckt sind, hat die Weltbank bereits in den 1990er Jahren gewarnt: Die kommenden Kriege werden nicht um Öl, sondern um Wasser geführt. Denn nicht einmal ein Prozent allen Wassers ist genießbares Trinkwasser. Diese lebens-wichtige Ressource ist zudem sehr ungleichmäßig auf der Erdkugel verteilt. Der Zugang zu frischem Trinkwasser ist Grundvoraussetzung für die Entwicklung einer Region. Die ersten menschlichen Hochkulturen entstanden in der Nähe großer Flusssysteme. Dort war die Lebensmittelversorgung so reichhaltig, dass sich mit der Zeit ein vielfältiges wirtschaftliches und kulturelles Leben entwickeln konnte. Bis heute ist diese volkswirtschaftliche Bedeutung des Wassers unverändert hoch und je weniger Wasser da ist, desto höher ist der Preis. Die Vereinten Nationen schätzen, dass die Menschen in armen, trockenen Ländern bis zu 20 Prozent ihres gesamten Einkommens für Wasser ausgeben müssen. Deshalb bleibt kaum Geld übrig, das in Zukunftsprojekte investiert werden kann. Die Lage in diesen Ländern kann sich also kaum deutlich verbessern. Die Vollversammlung der Vereinten Nationen hat sauberes Wasser zwar als Menschenrecht anerkannt. Doch das ist noch nicht einmal ein Jahr her und neben den 122 Staaten, welche mit Ja stimmten, enthielten sich auch 41 Länder, darunter die USA und andere westliche Länder. Mit Wasser ist eben Geld zu verdienen. Weltweit gibt es rund 200 börsennotierte Unternehmen, die Geschäfte mit Wasser machen. Dazu gehören Firmen, welche die Menschen mit Wasser versorgen, Wasser entsalzen, aufbereiten und abfüllen sowie Getränkeproduzenten. Der Aktien-Kursverlauf dieser Konzerne folgt dem allgemeinen Marktverlauf. Der von der Société Générale entwickelte World Water Index WOWAX hat sich seit Anfang des Jahres 2004 allerdings um rund 30 Prozent besser entwickelt als der Index MSCI World. Die Experten des Zertifikatejournals raten deshalb zum Kauf des endlos laufenden Alpha-Long-Zertifikates (WKN SG3 SQ2) der Société Générale auf eine Outperformance des WOWAX im Verglich zum MSCI World. Die französische Bank bietet zudem das open end Zertifikat (WKN SG1 WWX) auf den WOWAX an. Nur zwei Wasser-Zertifikate haben sich seit Mitte des vergangenen Jahres besser entwickelt als das Index-Papier der Société Générale. Das ist zum einen das ebenfalls open end ausgelegte Zertifikat (WKN GS2 WAT) von Goldman Sachs auf den Dollar-lastigen Index S&P Global Water. Noch etwas mehr verdienten Anleger mit dem endlos laufenden Zertifikat (WKN VFP 11N) der Bank Vontobel auf den von ihr entwickelten Euro-lastigen Wasser-Index.
Fuchs Kapitalanlagen: Lonza macht sich fit
Antizyklisch orientierten Anlegern bietet sich derzeit eine Einstiegsgelegenheit bei Lonza. Das im Schweizerischen Basel ansässige Unternehmen zählt nach Angaben der Experten von Fuchs Kapitalanlagen zu den weltweit führenden Herstellern von Inhaltsstoffen für die Pharma- und Life Science-Industrie. Lonza fertigt zudem im Auftrag anderer Konzerne Medikamente. Diese Sparte trägt etwa 60 Prozent zum operativen Ergebnis von Lonza bei. Derzeit belasten zwar die hohen Rohstoffpreise und der starke Schweizer Franken die Gewinne von Lonza. Am 25. Juli dürfte der Konzern deshalb rückläufige Ergebnisse für das erste Halbjahr 2011 melden. Analysten der Bank Vontobel schätzen, dass alleine der starke Franken das EBIT im Gesamtjahr um 63 Millionen Euro verringern wird. Vor diesem Hintergrund dürfte Lonza knapp 180 Millionen Euro verdienen, was einem KGV von 16 entspräche. Doch der Vorstand möchte rationalisieren und die Währungsabsicherung für den Konzern verbessern. Damit würde das Geschäft wachstumsträchtiger. Charttechnisch befindet sich der Aktienkurs noch im Abwärtstrend, doch wenn der Franken schwächer wird, dürfte die Aktie gewinnen. Das Kursziel beträgt 69,75 Euro und der Stopp-Loss 47,63 Euro.
Änderungen in den Musterdepots von Platow Derivate:
Im Derivate-Musterportfolio sind die 1.000 Short-Zertifikate (WKN TB9 65K) auf ADVA Optical Networking mit einem Gewinn und die 3.700 Put-Optionsscheine (WKN DE6 JFL) auf die Hannover Rückversicherung mit einem Verlust ausgestoppt worden. Dafür haben die Verantwortlichen 4.800 Long-Zertifikate (WKN TB9 7GW) auf Kabel Deutschland zu 0,68 Euro (Stoppkurs bei 0,53 Euro) sowie 550 Short-Zertifikate (WKN BN9 VQ6) auf Celesio zu 2,75 Euro (Stoppkurs bei 2,10 Euro) aufgenommen. Nun möchten sie noch 550 Short-Zertifikate (WKN BC1 NKV) auf das Währungspaar Euro/Neuseeländischer Dollar zu höchstens 6,70 Euro einbuchen sowie 4.800 Long-Zertifikate (WKN CG6 GD5) auf Adidas zu maximal 0,52 Euro und 1.500 Call-Optionsscheine (WKN DE6 3YD) auf die Vorzugsaktien von Volkswagen für nicht mehr als jeweils 1,80 Euro. Im Alpha-Turbo-Musterdepot sind die 1.800 Alpha-Turbo-Long-Zertifikate (WKN DZ2 RHU) auf eine bessere Wertentwicklung des Aktienkurses von ThyssenKrupp als der des DAX' bereits nach einem Tag mit Verlust ausgestoppt worden. Die 1.420 Alpha-Long-Zertifikate (WKN DZ2 QP8) auf das Paar Solarworld/DAX sind zum Einstandskurs ausgestoppt worden. Zudem haben die Verantwortlichen ihre 2.000 Alpha-Long-Zertifikate (WKN DZ2 QKB) auf das Paar MAN/DAX mit einem Minus ausgebucht. Dafür haben sie 3.150 Alpha-Long-Zertifikate (WKN DZ2 QM9) auf das Paar EADS/DAX zu 1,42 Euro aufgenommen und bei 0,97 Euro abgesichert.
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