Werner Sperber
Aktien-Strategie durchleuchtet die Chancen im TecDAX. Der Aktionärsbrief kürt mit Centrotec Sustainable den "Bullen der Woche" und mit Arcandor den "Bären der Woche". Der Zertifikate und Optionsscheine Trader gibt die Grenzen für ein DAX-Investment vor und hat die jeweils passenden Short- und Long-Instrumente parat. Börse Online betrachtet sich den Chart von Wirecard. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten von Aktien-Strategie verweisen darauf, dass der von ihnen entwickelte Frühindikator mit dem Beginn des Septembers erstmals seit Ende 2008 in den neutralen Bereich zurückgefallen ist. Das dürfte wohl nur vorübergehend so sein. Der hohen Liquidität, dem Anlagenotstand sowie günstigen Bewertungen stehen desolate Konjunkturaussichten der ehemaligen Wirtschaftslokomotive USA sowie die kritische Marktphase im Herbst gegenüber. Auch die im TecDAX geführten Unternehmen haben im zweiten Quartal 2010 von der starken Konjunkturentwicklung profitiert. Insgesamt stiegen die Umsätze der TecDAX-Werte im Jahresvergleich um 13,1 Prozent auf 6,02 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis legte um 182 Prozent auf den Rekordwert von 741 Millionen Euro zu. Das Nettoergebnis verbesserte sich von minus 124 Millionen auf plus 449 Millionen Euro. Der Aufschwung ist breit angelegt und wird von 26 Unternehmen getragen. Allerdings spielte die Sonderkonjunktur für die im Index stark vertretenen Solarwerte eine Rolle bei dem enormen Zuwachs. Rückläufige Umsätze meldeten nur Freenet sowie Singulus und Nordex, die beide noch unter der Auftragsflaute aus dem Jahr 2009 leiden. Trotz guter Zahlen hat der TecDAX seit Jahresbeginn rund zehn Prozent an Wert verloren. Dadurch sind die Bewertungen auf ein günstiges Niveau gefallen. Die Experten gehen für das Gesamtjahr 2010 von einem Gewinn der TecDAX-Unternehmen von 1,5 Milliarden Euro, woraus sich ein Index-KGV von knapp 16 ergibt. Im Jahr 2011 dürfte das KGV auf 14,5 sinken, wohingegen die Hightech-Unternehmen in guten Zeiten durchaus mit dem 20-fachen der erwarteten Gewinne bezahlt werden. Besonders interessant finden die Experten aus dem Solarsektor SMA Solar und Phoenix Solar, die beide über solide Geschäftsmodelle verfügen und extrem günstig bewertet sind. Als spekulative Beimischung empfehlen sie nach dem Turnaround Q-Cells, deren Aktienkurs sogar niedriger ist als der Buchwert pro Anteilschein. Langfristig interessant sind die beiden Medizintechnik-Unternehmen Carl Zeiss Meditec und Drägerwerk sowie der Biotech-Konzern Morphosys. Der Laserspezialist Jenoptik profitiert zunehmend von der Restrukturierung in den vergangenen Jahren, was im Aktienkurs noch nicht berücksichtigt ist.
Änderungen im Musterdepot von Aktien-Strategie:
Die 250 Anteilscheine von Phoenix Solar sind mit einem Verlust von sechs Prozent zu 27,82 Euro ausgestoppt worden.

Der Aktionärsbrief: Bulle und Bär vereint
Die Aktie von Centrotec Sustainable steht vor einem Kaufsignal bei Kursen von 14,30 Euro. Der Spezialist für thermoplastische Kunststoffe und Energieeffizienz ist nach Ansicht der Experten des Aktionärsbriefes zudem fundamental auf Rekordkurs für 2010. Der "Bulle der Woche" erwartet für das laufende Gesamtjahr einen Umsatz von 480 bis 500 Millionen Euro und ein EBIT von 30 bis 32 Millionen Euro, wobei jeweils eher die höheren Werte erreicht werden sollen. Analysten schätzen den Gewinn je Anteilschein für 2010 auf 1,30 bis 1,40 Euro und für 2011 auf 1,67 Euro, was KGVs von 10 beziehungsweise 8 entspräche. Damit ist die Aktie von Centrotec eine der attraktivsten im SDAX. Das Minimal-Kursziel beträgt 20 Euro und der Stoppkurs sollte bei 11,90 Euro gesetzt werden.
Der "Bär der Woche" gebührt Arcandor, da es den Experten ein Rätsel ist, warum dem insolventen Konzern immer noch ein Börsenwert von fast 50 Millionen Euro zugestanden wird. Die Verhandlungen über den Verkauf der Warenhaus-Tochterfirma Karstadt befinden sich in der Sackgasse und selbst wenn der Verkauf doch gelingen sollte, würden die Einnahmen nur einem Bruchteil der Schulden entsprechen. Zudem ist gar kein Insolvenzverfahren über das Vermögen der Arcandor AG geplant. Das Unternehmen soll abgewickelt werden. Damit ist es unmöglich, dass die Aktionäre aus den Verwertungserlösen noch Ausschüttungen erhalten. Deshalb kann es nur das Kursziel 0,01 Euro geben, denn Arcandor ist ausdrücklich keine Turnaround-Spekulation.
Änderungen in den Musterdepots des Aktionärsbriefes:
Die Verantwortlichen für das Allround-Musterportfolio berichtigen ihre Aussagen aus der vorherigen Ausgabe: Die 130 Anteilscheine von Nestlé sind demnach nicht ausgestoppt worden und befinden sich also weiterhin im Depot. Nun sind die 300 Aktien von Leoni mit einem Gewinn von 16 Prozent zu 20,50 Euro ausgestoppt worden. Dafür sollen 300 Papiere von Centrotec Sustainable aufgenommen werden. Im spekulativ ausgerichteten Musterdepot sind die 1.000 Anteilscheine von Cancom IT Systeme und die 1.500 Aktien von Schuler mit Gewinnen von 34 beziehungsweise elf Prozent zu Kursen von 7,10 Euro respektive 4,90 Euro ausgestoppt worden. Die 800 Papiere von UMS sind mit einem Verlust von einem Prozent zu 6,80 Euro ausgestoppt worden. Dafür haben die Verantwortlichen für das Musterdepot 8.000 Titel von KPS zu 0,80 Euro aufgenommen und bei 0,69 Euro abgesichert. Nun sollen noch 2.000 Aktien der Beteiligungsgesellschaft MAX21 zu höchstens 2,75 Euro eingebucht werden.
Der Zertifikate & Optionsscheine Trader: DAX-Stau wird sich auflösen
Nach Ansicht der Experten des Zertifikate & Optionsscheine Trader staut es sich derzeit beim deutschen Leitindex DAX. Die Grenzen nach oben sind die 6.000-Punkte-Marke und die Aufwärtstrendlinie, die etwas unterhalb dieser Hürde verläuft. Zudem verläuft eine Abwärtstrendlinie seit dem Hoch im August nach unten. Die Auf- und die Abwärtstrendlinie bilden etwas unterhalb der Marke von 6.000 Zählern einen Kreuzwiderstand. Die untere Begrenzung für den DAX bilden mehrere horizontale Begrenzungslinien und eine langfristige Aufwärtstrendlinie, die bei 5.800 Punkten beziehungsweise etwas oberhalb dieser Schwelle verlaufen. Verschiedene Indikatoren lassen lediglich erahnen, dass diese "Stau-Situation" demnächst beendet wird. Bei einer Auflösung nach oben hin raten die Experten sehr risikobereiten Anlegern zum Einstieg in den am 13. Oktober fälligen Call-Optionsschein (WKN CM1 MB6) der Commerzbank auf den DAX: Der Schein ist mit einer Basis von 6.200 Zählern und einem Hebel von derzeit 56,5 ausgestattet. Bei einer Auflösung nach unten hin empfehlen sie den Kauf des Put-Optionsscheines (WKN CM1 ME5) des selben Emittenten und mit der selben Laufzeit. Dieser Schein weist eine Basis von 5.900 Punkten und einen Hebel von aktuell 54,3 auf.
Börse Online: Wirecard hat das Jahreshoch im Visier
Der Aktienkurs von Wirecard koppelt sich derzeit vom schwachen TecDAX ab. Dabei überwand die Notierung im August die mittelfristige Abwärtstrendlinie und die 200-Tagelinie. Der Indikator MACD erzeugte das erste Kaufsignal seit Herbst 2009. Die Experten von Börse Online gehen deshalb davon aus, dass der Aktienkurs von Wirecard zumindest das Jahreshoch bei 10,50 Euro erreichen sollte. Bei 8,10 bis 8,30 Euro befindet sich eine solide Unterstützung. Der Stoppkurs sollte bei 7,90 Euro gesetzt werden.
Änderungen in den Musterdepots von Börse Online:
Im ausgewogen aufgestellten Musterportfolio sind die 700 Anteilscheine von AT&S Austria mit einem Gewinn von 34 Prozent zu 9,71 Euro ausgestoppt worden. Die Verantwortlichen für das Trend-Musterdepot wollen 750 Inline-Optionsscheine (WKN SG1 RK0) auf die Deutsche Lufthansa zu höchstens 5,60 Euro aufnehmen. Die Verantwortlichen für das dynamisch ausgelegte Musterdepot haben ihre 700 Capped Bonuszertifikate (WKN SG1 JW5) auf TUI mit einem Gewinn von 22 Prozent zu 9,30 Euro ausgebucht und dafür 250 Anteilscheine von Euromicron zu 18,53 Euro eingebucht. Den Stoppkurs haben sie bei 15,40 Euro gesetzt.
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