Werner Sperber
Aktien-Strategie ist bezüglich eines Engagements bei Solarworld vorsichtig optimistisch. Der Zertifikate + Optionsscheine Trader ist besorgt um die Kursentwicklung von Dialog Semiconductor und hat ein passendes Derivat parat. Der Aktionärsbrief befasst sich mit der Deutschen Börse AG und dem "Bullen der Woche" Swatch Group. Börse Online lobt das Wachstum von Zooplus. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten von Aktien-Strategie erinnern daran, dass der Aktienkurs von Solarworld in den vergangenen drei Jahren um mehr als 80 Prozent eingebrochen ist, obwohl der Konzern seither um durchschnittlich 24 Prozent pro anno gewachsen und zuletzt eine operative Marge von 15 Prozent erwirtschaftet hat. Das liegt zum einen an der vorherigen übertriebenen Euphorie der Anleger für die Solarbranche und zum anderen an der fundamentalen Entwicklung sinkender Subventionen in Deutschland und kostengünstigerer Konkurrenz aus China. Für die Experten steht völlig außer Frage, dass sich die Perspektiven für den Sektor eingetrübt haben, allerdings scheint die Stimmung inzwischen aber zu skeptisch zu sein. Die Abhängigkeit von staatlichen Zuschüssen ist sicher ein Problem, langfristig dürfte die Branche aber ohne Förderungen leben können. Nach wie vor ist Solarenergie die einzige Energiequelle, die faktisch unbegrenzt zur Verfügung steht. Langfristig sollte der Sektor also wieder deutlichen Aufwind verspüren, zumal die Bewertungen vieler Branchenvertreter extrem günstig erscheinen. Solarworld hat mit den vorläufigen Zahlen für das Jahr 2010 die Zweifler zudem eines Besseren belehrt. Der Umsatz stieg demnach um 29 Prozent auf 1,31 Milliarden Euro, das operative Ergebnis um 26 Prozent auf 193 Millionen Euro, was einer Marge von 14,8 Prozent entspricht, und der Nettogewinn legte um 51 Prozent auf 89 Millionen Euro zu. Es ist aufgrund der Förderkürzungen möglich, dass sich die Geschäfte von Solarworld im laufenden Jahr schwächer entwickeln, deshalb schätzen die Experten vorsichtig: Der Umsatz könnte um zehn Prozent und die operative Marge auf acht Prozent sinken. Da die Aktie derzeit nur auf dem Buchwert notiert, sind die Anteilscheine günstig bewertet. Der "faire Wert" beträgt 14 Euro. Charttechnisch ist der Abwärtstrend intakt, weshalb eine Aufnahme in das Musterdepot ausscheidet, doch Solarworld könnte vom derzeitigen "Prügelknaben" bald wieder zum "Überflieger" werden, wie die gesamte Solarbranche. Risikobereite, langfristig orientierte Anleger ignorieren die desolate Charttechnik und kaufen die Aktie zu höchstens 8,48 Euro, mit einem Stoppkurs bei 6,75 Euro und einem Kursziel von 14 Euro.
Änderung im Musterdepot von Aktien-Strategie:
Die Verantwortlichen für das Musterportfolio haben 900 Anteilscheine von Analytik Jena zu 8,64 Euro aufgenommen und bei 7,40 Euro abgesichert.

Zertifikate & Optionsscheine Trader: Die Dialog-Chartkurve neigt sich abwärts
Seit dem die Aktie von Dialog Semiconductor Mitte Januar ein Hoch bei 19,85 Euro erreicht hatte, korrigiert sie. Dabei testete sie jüngst die Unterstützungen der 50-Tage-Linie sowie der mittelfristigen Aufwärtstrendlinie. Nun hat der Kurs bei erhöhten Handelsumsätzen die Aufwärtstrendlinie unterschritten, was nach Ansicht der Experten des Zertifikate & Optionsscheine Trader für weiter sinkenden Notierungen spricht. Dabei sind Kurse von 14,45 bis 12,25 Euro möglich. Deshalb raten die Experten risikobereiten Anlegern zum Kauf des endlos laufenden Bear-Zertifikates (WKN CM3 J12) der Commerzbank auf Dialog Semiconductor. Der Schein ist mit einer Basis bei 22 Euro, einer Knock-out-Schwelle bei 20,35 Euro und einem Hebel von derzeit 2,2 ausgestattet.
Änderungen im Musterdepot des Zertifikate & Optionsscheine Trader:
Die Verantwortlichen für das Musterportfolio haben 868 Call-Optionsscheine (WKN DB8 YDS) auf Wacker Chemie zu 2,77 Euro aufgenommen und bei 1,60 Euro abgesichert sowie 236 Long-Zertifikate (WKN BN5 X7W) auf das Währungspaar Euro/Japanischer Yen zu 7,80 Euro eingebucht und den Stoppkurs bei 3,40 Euro gesetzt.
Der Aktionärsbrief: Viel Potenzial für die Deutsche Börse und die Swatch Group
Die Experten des Aktionärsbriefes haben unter der Rubrik "Parkettgeflüster" geschrieben, dass angeblich noch im Februar eine "Fusion unter Gleichen" zwischen der Deutschen Börse AG und der NYSE-Euronext getätigt wird. Die Gespräche seien in einem fortgeschrittenen Stadium. Es ist möglich, dass die beiden Börsenbetreiber eine gemeinsame Holding gründen, welche den Aktionären der Deutschen Börse AG ihre Anteilscheine abkauft. Danach könnte die NYSE-Euronext nach US-Recht mit einer Tochterfirma dieser Holding fusionieren. Die Experten sehen einen solchen Schritt aufgrund der hohen Synergien positiv, denn alleine die Deutsche Börse AG würde nachhaltig jährlich bis zu 300 Millionen Euro an Kosten sparen. Aber auch ohne Fusionsfantasie haben beide Titel viel Nachholpotenzial. (Anmerkung der Redaktion: Zwischenzeitlich haben die Deutsche Börse und die NYSE-Euronext bestätigt, erneut Verhandlungen über einen Zusammenschluss der beiden Konzerne zu führen.)
Die Experten des Aktionärsbriefes stufen die Aktie der Swatch Group als "Bullen der Woche" ein. Das Unternehmen ist in einer beneidenswerten Verfassung: Im Jahr 2010 stieg der Umsatz organisch um knapp 22 Prozent. Währungsbereinigt erhöhten sich die Bruttoerlöse auf den Rekordwert von 6,44 Milliarden Schweizer Franken. Im Kerngeschäft mit Uhren wuchs die Swatch Group zudem viel stärker als der Markt, wobei die Nachfrage vor allem aus Asien kam. Der Gewinn legte um 42 Prozent auf 1,07 Milliarden Franken zu und übertraf damit die Schätzungen der Analysten leicht. Das Management will nun die Dividende um jeweils 25 Prozent auf einen Franken je Namensaktie und fünf Franken je Inhaberaktie erhöhen. Auch wenn Swatch mit einer präzisen Produktionsplanung Kapazitätsengpässen vorbeugen muss, dürfte das Wachstum im Jahr 2011 erneut prozentual zweistellig ausfallen. Mit einem KGV von 17 ist die Aktie im Branchenvergleich zudem günstig bewertet. Nach einem möglichen Kursrücksetzer auf 390 bis 395 Franken sind die Anteilscheine mit einem Stopp-Loss bei 350 Franken kaufenswert.
Änderungen in den Musterdepots des Aktionärsbriefes:
Die Verantwortlichen für das Allround-Musterportfolio wollen 120 Anteilscheine der Deutschen Börse AG aufnehmen. Im spekulativ ausgerichteten Musterdepot sind die 1.000 Anteilscheine der Deutschen Rohstoff AG mit einem Gewinn von 81 Prozent zu 16,90 Euro ausgestoppt worden. Die Verantwortlichen haben ihren Bestand von 300 Vorzugsaktien von Einhell um weitere 100 Titel zu 40,74 Euro aufgestockt. Der Misch-Einstandskurs für die nun 400 Papiere beträgt 33,24 Euro. Nun sollen noch 3.000 Anteilscheine der Solar-Fabrik zu höchstens 4,80 Euro eingebucht werden.
Börse Online: Zooplus steht der Weg nach oben offen
Zooplus ist mit einem geschätzten Marktanteil von zwei Drittel der führende europäische Online-Anbieter von Heimtierbedarf. Der Vorstand stellt Wachstum aber noch immer vor Profit: Im Jahr 2010 verdiente Zooplus nach vorläufigen Zahlen lediglich 2,5 Millionen bis 3,5 Millionen Euro bei einer Gesamtleistung von 193 Millionen Euro. Das Management will den Konzern aber als "Amazon für den Heimtierbereich" etablieren und 500 Millionen Euro jährlich umsetzen. Spätestens dann erwarten die Experten von Börse Online, dass das Management mehr Wert auf Profitabilität legt. Charttechnisch ist der Weg nach oben offen und aufgrund des Wachstums ist die Aktie für langfristig orientierte Anleger kaufenswert. Das Kursziel beträgt 75 Euro und der Stoppkurs sollte bei 54 Euro gesetzt werden.
Änderungen in den Musterdepots von Börse Online:
Die Verantwortlichen für das dynamisch ausgerichtete Musterportfolio haben ihre 2.000 capped Call-Optionsscheine (WKN CM2 70G) auf Brent-Öl durch ebenfalls 2.000 capped Call-Optionsscheine (WKN CM8 6PL) auf denselben Basiswert ersetzt. Nun wollen sie noch 300 Anteilscheine von Corning zu höchstens 17 Euro und 1.500 Aktien von Quanmax zu maximal 3,20 Euro einbuchen sowie ihre 150 capped Bonus-Zertifikate (WKN MQ2 32E) auf die Bauer AG zu mindestens 40,50 Euro ausbuchen. Die Verantwortlichen für das Trend-Musterdepot haben ihre 1.500 Anteilscheine von Patrizia Immobilien mit einem Gewinn von 62 Prozent zu 5,22 Euro ausgebucht. Dafür haben sie 100 Aktien von Lukoil zu 45,50 Euro aufgenommen und bei 39,50 Euro abgesichert sowie 350 Titel von Roth & Rau zu 14,75 Euro eingebucht und den Stoppkurs bei 12,20 Euro gesetzt. Nun wollen sie noch 5.000 Bull-Zertifikate (WKN AA1 URP) auf den italienischen FTSE-MIB30-Index zu höchstens 0,58 Euro aufnehmen. Die Verantwortlichen für das konservativ ausgerichtete Musterportfolio wollen ihre 150 Anteilscheine von Fresenius durch 75 Aktien der Allianz ersetzen.
Die zehn aussichtsreichsten, interessantesten oder innovativsten Anlagetipps der "Börsenwelt" sind - ausschließlich - im wöchentlich erscheinenden "Börsenwelt Börsenbrief" zu finden.