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Börsenwelt Presseschau: Software AG, Bayer, Balda, TPK, Mobotix und Imperial Tobacco unter der Lupe

Werner Sperber

Der Aktionärsbrief kürt die Software AG zum "Bullen der Woche" und liefert das "Parkettgeflüster" zu Bayer. Börse Online erklärt, dass Balda ohne TPK nur 1,20 Euro wert ist. Aktien-Strategie sieht George Orwells Albtraum aus "1984" wahr werden und will mit Mobotix daran verdienen. Börse.de genießt einen Zug von Imperial Tobacco. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.


Börsenwelt Presseschau: Die Experten des Aktionärsbriefes erinnern daran, dass der Aktienkurs der Software AG mit dem Überschreiten der Marke von 100 Euro ein weiteres charttechnisches Kaufsignal erzeugt hat. Deutschlands zweitgrößtes Softwareunternehmen ist aber auch fundamental kaufenswert, zumal der Konzern mit Sitz in Darmstadt mit den Zahlen für das dritte Quartal die Analystenschätzungen übertraf. Dabei zahlte sich die Übernahme der in operativer Hinsicht komplett integrierten IDS Scheer bereits spürbar aus. Die Software AG kann nun mehr und insgesamt größere Aufträge annehmen. Der "Bulle der Woche" hat zudem die Nettoverschuldung von 320 Millionen auf 250 Millionen Euro gesenkt und will bis Ende kommenden Jahres netto komplett schuldenfrei sein. Nachdem der Vorstand auch die Gewinnprognose für das Gesamtjahr 2010 erhöhte, hat der Aktienkurs angesichts eines KGVs von 15 beziehungsweise angesichts des Wachstums noch Aufwärtspotenzial. Neben der anhaltenden relativen Stärke im Vergleich zum TecDAX dürften auch die anhaltenden Gerüchte über einen möglichen Einstieg von SAP den Kurs treiben. Der Stoppkurs sollte bei 82 Euro gesetzt werden.

Bayer hat mit den Zahlen für das dritte Quartal die Schätzungen der Analysten übertroffen. Zudem präsentierte der Vorstand positive Studiendaten zum Hoffnungsträger Xarelto, welche die Wahrscheinlichkeit einer Markteinführung von Bayers wichtigstem Vermögensgegenstand auf 90 Prozent erhöhten. Die endgültige Entscheidung zu dem Schlaganfall-Mittel soll Mitte November fallen. Die Experten des Aktionärsbriefes verweisen zudem auf das "Parkettgeflüster", also die hartnäckigen Übernahmespekulationen. Demnach möchte GlaxoSmithKline Bayer kaufen, wobei der britische Pharmakonzern Bayer aufspalten würde. Die Experten erinnern zudem daran, dass Bayer bei einem Streubesitz von 82 Prozent die Ankeraktionäre fehlen, welche sich gegen eine Übernahme stemmen könnten.

Änderungen in den Musterdepots des Aktionärsbriefes:

Die Verantwortlichen für das Allround-Musterportfolio wollen 100 Anteilscheine von Rheinmetall zu höchstens 52 Euro aufnehmen. Die Verantwortlichen für das spekulativ ausgerichtete Musterdepot wollen 4.000 Aktien von Norcom Information Technology zu maximal 1,50 Euro einbuchen.

Börse Online: Balda ist nur 1,20 Euro wert  

Balda hält nach dem Börsengang der TPK Holding nur mehr 16,1 Prozent an dem chinesischen Hersteller von berührungsempfindlichen Bildschirmen. Die Experten von Börse Online erklären die Beteiligung an TPK dennoch zum werthaltigsten Vermögensgegenstand von Balda. TPK liefert die kleinformatigen Touchscreens unter anderem für das iPhone und das iPad von Apple und erzielt die Hälfte der Erlöse mit dem US-Konzern. Im Aktienkurs von TPK sind die glänzenden Geschäftsperspektiven nun ausreichend eingepreist: Auf Basis des von Analysten für das Jahr 2011 geschätzten Gewinns je Aktie kommt TPK auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 16. Der wesentlich kleinere Wettbewerber Wintek wird mit einem KGV von 11 bewertet. Im Zuge des TPK-IPOs ist der Aktienkurs von Balda bis auf fast acht Euro gestiegen. Gewinnmitnahmen und vermutlich Verkäufe von Inhabern der im November 2007 ausgegebenen und nun in Aktien umgewandelten Wandelgenussrechte ließen den Kurs wieder sinken. Die Experten beziffern den Wert von TPK je Balda-Aktie auf 6,80 Euro. Sollte der Abschlag auf diesen Wert noch größer werden, sollten risikobereite Anleger einsteigen. Allerdings sollten sie sich bewusst sein, dass der Balda-Kurs stark vom noch leicht überbewerteten TPK-Kurs abhängt. Denn das schwache Kerngeschäft von Balda mit Kunststoffkomponenten für mobile Endgeräte bewerten Analysten wie die von Warburg Research derzeit nur mit 1,20 Euro je Balda-Anteilschein.

Änderungen in den Musterdepots von Börse Online:

Die Verantwortlichen für das ausgewogen ausgerichtete Musterportfolio haben ihre 170 Anteilscheine von AstraZeneca mit einem Verlust von zwei Prozent zu 36,77 Euro ausgebucht und durch 150 Aktien der Douglas Holding zu 39,70 Euro ersetzt. Der Stoppkurs liegt bei 34,50 Euro. Die Verantwortlichen für das dynamisch ausgerichtete Musterdepot haben ihre 750 Inline-Optionsscheine (WKN SL1 KSY) auf das Währungspaar Euro/Japanischer Yen mit einem Gewinn von 79 Prozent zu 7,53 Euro ausgebucht. Dafür wollen sie nun 1.250 Inline-Optionsscheine (WKN DB2 GAD) auf das Währungspaar Euro/Dollar für nicht mehr als 2,45 Euro einbuchen. Zudem sollen 300 Bonus-Zertifikate (WKN UB2 PL1) auf Klöckner & Co zu maximal 17,35 Euro aufgenommen werden. Die Verantwortlichen für das konservativ aufgestellte Musterportfolio haben 150 Stammaktien von Metro zu 51,50 Euro aufgenommen und bei 43 Euro abgesichert. Die Verantwortlichen für das Trend-Musterdepot haben ihre 600 Anteilscheine der Deutschen Telekom mit einem Verlust von zwei Prozent zu 10,22 Euro ausgebucht. Dafür haben sie 150 Aktien von Anglo American zu 33,19 Euro eingebucht und den Stopp-Loss bei 28,50 Euro platziert. Zudem erhöhen sie das Limit für die geplante Aufnahme von 700 Inline-Optionsscheinen (WKN SG1 U42) auf die Deutsche Telekom von 7,05 auf 7,15 Euro. Schließlich wollen sie noch 4.000 Bull-Zertifikate (WKN CG1 56S) auf den TecDAX zu maximal 0,80 Euro einbuchen und den Stoppkurs bei 0,35 Euro setzen.


Aktien-Strategie: Mobotix, damit der Albtraum Rendite bringt

In den Industrieländern hat der Albtraum aus George Orwells Roman "1984" längst Einzug gehalten: Die Regierungen überwachen die Menschen in ihren Ländern fast allumfassend. Die Experten von Aktien-Strategie erklären: "Wenn es den Bürgern schon nicht gelingt, dieser bedauerlichen Entwicklung zu entkommen, dann sollten sie wenigstens damit Geld verdienen." Das ist mit der Aktie von Mobotix möglich, denn der Konzern bietet komplette Überwachungssysteme an. Die Lösungen von Mobotix eignen sich sowohl für die Überwachung von großen Objekten wie Flughäfen, Botschaften oder Fußballstadien, als auch für kleinere Objekte wie Privat- oder Ferienhäuser. Als zweites Standbein baut der Konzern gerade das Geschäft mit Zutrittskontrollen und Türsprechanlagen auf. Da auch hier Kameratechnik eingesetzt wird, sollten die Synergieeffekte groß sein und sich weiteres Wachstumspotenzial eröffnen. Mobotix gilt als Technologieführer und hat sich dank einer hohen Innovationskraft einen Anteil von zuletzt rund acht Prozent am Weltmarkt gesichert. Analysten schätzen das Wachstum dieses Marktes bis zum Jahr 2014 auf 27 Prozent pro anno. Mobotix ist selbst in dem von der Rezession geprägten, Ende Juni abgelaufenen Geschäftsjahr 2009/10 gewachsen und für das Fiskaljahr 2010/11 zeichnet sich eine Geschäftsbelebung ab. Die Experten schätzen die Prognosen des Vorstandes als vorsichtig ein: Das Management erwartet im gesamten Wirtschaftsjahr 2010/11 ein Umsatzzuwachs von 30 Prozent und eine operative Rendite von 18 Prozent. Die Experten schätzen die EBIT-Marge dagegen auf 20 Prozent, vielleicht sogar 22 Prozent. Die Erlöse dürften auf absehbare Zeit um 20 Prozent jährlich zulegen. Zudem ist die Bilanz von Mobotix stark: Die Eigenkapitalquote belief sich zum 30. Juni auf 62,4 Prozent. Wackelpositionen auf der Aktivseite sind faktisch nicht auszumachen. Neben dem hohen Wachstum überzeugt Mobotix auch mit einer anständigen Dividendenrendite. Der Aktienkurs hat sich seit März 2009 zwar mehr als verdoppelt, dennoch bleibt bis zum "fairen Wert" der marktengen Aktie von 48 Euro noch genügend Potenzial. Charttechnisch holt die Notierung unterhalb des Niveaus des Allzeithochs Luft, was ebenfalls für einen weiteren Anstieg spricht.


Börse.de: Blauer Dunst von Imperial bringt bare Münze      

Im Jahr 1901 haben sich 13 unabhängige Tabak-Produzenten zusammengeschlossen, was als Ursprung des britischen Weltkonzerns Imperial Tobacco gesehen werden darf. Heute ist Imperial unter anderem mit den Marken Davidoff, Gauloises oder West der weltweit viertgrößte Hersteller von Tabakwaren. In 51 Fabriken fertigt das Unternehmen jährlich mehr als 320 Milliarden Zigaretten, wobei der Konzern vor allem von der steigenden Nachfrage in Schwellenländern wie China, Brasilien und Indonesien profitiert. Im ersten Halbjahr des Ende September abgelaufenen Fiskaljahres 2009/10 stieg der Umsatz um acht Prozent auf 13,4 Milliarden Britische Pfund. Im Vorjahreszeitraum erwirtschaftete der Konzern aufgrund der Übernahmekosten für Altadis einen Verlust, nun verdiente Imperial 697 Millionen Pfund. Die Experten von Börse.de überzeugt das defensive Investment mit einer niedrigen Verlust-Ratio von 1,6 bei einer Kursgewinn-Konstanz von 91 Prozent in den vergangenen zehn Jahren sowie einer aktuellen Dividenden-Rendite von 4,7 Prozent. Charttechnisch ist die Aktie soeben in einen Aufwärtstrend gewechselt, weshalb Anleger das aktuelle Kaufsignal nutzen sollten. Das Fünf-Jahres-Kursziel beträgt 42,50 Euro.

Änderungen in einem Musterdepot des Anlegerbriefes performaxx:

Die Verantwortlichen für das Trendfolge-Musterportfolio haben ihre 2.700 Put-Optionsscheine (WKN CM2 6LH) auf Crude Oil mit einem Verlust von 43 Prozent zu 1,04 Euro sowie ihre 700 Put-Optionsscheine (WKN SG0 WX7) auf Brent Oil mit einem Minus von 62 Prozent zu 2,02 Euro ausgebucht. Dafür haben sie 160 Exchange Traded Commodities, kurz ETCs, also unbefristete, besicherte Schuldverschreibungen, die an die Wertentwicklung eines oder mehrerer Rohstoffe gekoppelt sind (WKN A0K RKM) auf Brent Oil zu 33,84 Euro sowie 220 Call-Optionsscheine (WKN DB8 RLC) auf Gold zu 21,50 Euro eingebucht.

Die zehn aussichtsreichsten, interessantesten oder innovativsten Anlagetipps der "Börsenwelt" sind - ausschließlich - im wöchentlich erscheinenden "Börsenwelt Börsenbrief" zu finden.  

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