Werner Sperber
Der Anlegerbrief performaxx hofft auf den Turnaround von Singulus Technologies. Die Euro am Sonntag hält Wirecard für chancenreich und empfiehlt nur sehr risikobereiten Anlegern ein passendes Derivat. Die Börse am Sonntag setzt auf ein Hebelzertifikat für BASF. Die Platow Börse sieht den Dollar im Vergleich zum Japanischen Yen als weiterhin stark an. Trade24 setzt auf MGM Mirage. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten des Anlegerbriefes performaxx halten einen Turnaround von Singulus Technologies für schwierig aber für sehr wohl möglich. Der Konzern stellt Anlagen zur Produktion optischer Speichermedien (CD, DVD, BlueRay) her und ist auch in der Solarbranche tätig. Nach dem Übergangs- und Restrukturierungsjahr 2009 mit einem Umsatzeinbruch auf 117 Millionen Euro und einem Verlust von 79 Millionen Euro dürfte die Bilanz ziemlich bereinigt sein. Analysten schätzen den Break-Even-Umsatz auf 135 Millionen Euro. Die Experten gehen davon aus, dass die Komplettübernahme der in der Produktion von Dünnschichtsolarzellen tätigen Firma Stangl für eine bessere Umsatzentwicklung sorgt. Der Vorstand von Singulus verspricht sich eine Erlösverdopplung auf knapp 50 Millionen Euro von dieser Akquisition. Singulus möchte den Umsatzanteil der Solarsparte mittelfristig auf 50 Prozent der Konzernerlöse ausbauen. Die Experten nehmen zudem an, dass ein möglicher Rückzug von Sony aus der Produktion eigener Anlagen zu einer Verdoppelung der Erlöse von Singulus bis zum Jahr 2012 führt. Gerüchten zufolge soll Singulus im April und Mai Großaufträge erhalten. Die Rückkehr in die Profitabilität ist jedoch wohl erst im Jahr 2012 möglich. Zunächst sollten die nächsten Zahlen sowie eine Konsolidierung des Aktienkurses abgewartet werden. Danach ist die Aktie kaufenswert.

Die Euro am Sonntag: Wirecard am Boden, jetzt kaufen
Die Experten der Euro am Sonntag empfehlen sehr risikofreudigen Anlegern den Kauf des endlos laufenden Turbo-Bull-Zertifikates (WKN CM0 03Q) der Commerzbank auf Wirecard. Der Schein ist mit einer Basis bei 4,61 Euro, einer Knock-out-Schwelle bei 5,10 Euro und einem Hebel von derzeit 2,5 ausgestattet. Der Anbieter von Online-Bezahlsystemen ist momentan mit schweren Anschuldigungen konfrontiert, welche zu einem Einbruch des Aktienkurses geführt haben. Dem Unternehmen wird vorgeworfen in den USA, über die hauseigene Wirecard Bank, Gewinne aus illegalen Internetkasinos ausgezahlt zu haben. Die Vorwürfe der Geldwäsche und des unerlaubten Glückspiels werden inzwischen von der Staatsanwaltschaft München untersucht, wobei Wirecard die Anschuldigungen dementiert. Einige Börsenexperten bezweifeln den Wahrheitsgehalt der Vorwürfe und vermuten einen von Leerverkäufern bewusst provozierten Kurseinbruch. Die Analysten der Commerzbank bestätigen ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von zwölf Euro. Die WestLB geht sogar von Kurssteigerungen bis auf 13 Euro aus.
Änderungen in den Musterdepots der Euro am Sonntag:
Jens Castner, Verantwortlicher für das defensiv ausgerichtete Musterportfolio, hat seine 400 Anteilscheine von KTG Agrar mit einem Gewinn von elf Prozent zu 16,21 Euro ausgebucht. Dafür hat er 2.000 Aktien von Balda zu 3,34 Euro eingebucht. Joachim Spiering, zuständig für das offensiv ausgerichtete Musterdepot, möchte seine 1.000 Anteilscheine von Eckert & Ziegler sowie seine 5.000 Aktien von Tomorrow Focus ausbuchen. Dafür will er 915 Titel von Aixtron, 2.100 Papiere von Dialog Semiconductor, 2.130 Anteilscheine von Nokia und 6.250 Aktien von Nanorepro aufnehmen.
Die Börse am Sonntag: BASF ist charttechnisch und fundamental interessant
Die Experten der Börse am Sonntag raten spekulativen Anlegern eine mögliche Korrektur der BASF-Aktie im langfristigen Aufwärtstrend zu nutzen und auf ein Hebelzertifikat zu setzen. Der am 13. Dezember ablaufende Turbo-Call-Optionsschein (WKN LS5 997) von Lang & Schwarz auf BASF besitzt einen Hebel von derzeit 3,9 sowie eine Basis und eine Knock-out-Schwelle von 34 Euro. Der Chemiekonzern glänzte im Jahr 2009 mit einem deutlich besser als von Analysten geschätzten Gewinn. Obwohl der Umsatz um ungefähr 18 Prozent auf knapp 51 Milliarden Euro gesunken ist, lag der Nettogewinn mit 1,54 Euro je Aktie deutlich über den Markterwartungen von 1,35 Euro. Die Analysten gehen für das derzeit laufende Jahr von einem Gewinnsprung auf 3,21 Euro pro Anteilschein aus, was einem KGV von 14 entspräche. Auch charttechnisch sieht die Notierung vielversprechend aus.
Platow Derivate: Gefahr für den Yen, Chance für den Anleger
Die Experten von Platow Derivate raten zu einem Staffelkauf des endlos laufenden Mini-Future-Long-Zertifikates (WKN BN3 9UM) der BNP Paribas auf einen im Vergleich zum japanischen Yen steigenden Dollar. Der Schein ist mit einer Basis bei 82,86 Yen, einer Knock-out-Schwelle bei 83,69 Yen und einem Hebel von aktuell 8,4 ausgestattet. Die Experten empfehlen die erste Order bei einem Dollarkurs von rund 93,50 Yen und den zweiten Auftrag bei rund 92,20 Yen zu platzieren. Der Stoppkurs sollte bei rund 89,50 Yen gesetzt werden. Mittelfristig wird ein recht starker Anstieg der US-Währung zum Yen erwartet, da die US-Wirtschaft wieder wächst. Im Gegensatz dazu sind die Aussichten in Japan alles andere als positiv. Das mit rund 200 Prozent des Brutto-Inlandsproduktes (BIP) am höchsten verschuldete OECD-Land, läuft Gefahr durch die Rating-Agenturen abgestuft zu werden, weil die Zinsen steigen könnten. Dies hätte einen deutlich schwächeren Yen zur Folge. Auch charttechnisch zeichnet sich ein Trendwechsel hin zu einem stärkeren Dollar ab.
Änderungen im Musterdepot von Platow Derivate:
Die 1.400 Mini-Future-Long-Zertifikate (WKN BN3 9TQ) auf das Währungspaar Euro/Schweizer Franken sind mit einem Verlust von 19 Prozent zu 2,25 Euro ausgestoppt worden. Dafür haben die Verantwortlichen für das Musterportfolio 4.500 Turbo-Long-Zertifikate (WKN SG0 1UW) auf den Weizenpreis zu 0,95 Euro aufgenommen und bei 0,61 Euro abgesichert sowie 300 Mini-Long-Zertifikate (WKN BN3 9UM) auf das Währungspaar Dollar/Japanischer Yen zu 8,45 Euro eingebucht und den Stoppkurs bei 5,10 Euro gesetzt. Nun sollen noch weitere 200 Dollar/Yen-Zertifikate zu höchstens 7,45 Euro sowie noch einmal 4.500 Mini-Long-Zertifikate (WKN VT0 HL8) auf die Münchener Rückversicherung zu maximal 1,50 Euro eingebucht werden.
Trade24.de: Der Aktienkurs von MGM Mirage dürfte weiter steigen
Die Experten von Trade24.de empfehlen die Aktie von MGM Mirage als "Internationaler Top-Favorit spekulativ" zum Kauf. Der Wert zeigt relative Stärke, der Intraday-Chart ist annehmbar und die Handelsumsätze sind relativ hoch. Der anfängliche Stoppkurs sollte bei 12,70 Dollar gesetzt werden.
Änderungen im Musterdepot von Global Biotech Investing:
Die 12.000 Anteilscheine von Genvec sind mit einem Gewinn von einem Prozent zu 1,69 Euro und die 2.060 Aktien von Biolitec mit einem Verlust von neun Prozent zu 4,40 Euro ausgestoppt worden. Dafür haben die Verantwortlichen für das Musterportfolio 1.550 Titel von Biomimetic zu 9,51 Euro eingebucht und bei 8,50 Euro abgesichert sowie 4.475 Papiere von Prolor Biotech zu 3,243 Euro aufgenommen und den Stoppkurs bei 2,85 Euro gesetzt.
Änderungen im Musterdepot des Emerging Markets Investor:
Die 150.000 Anteilscheine von Leisure Canada sind mit einem Verlust von zehn Prozent zu 0,18 Euro ausgestoppt worden. Dafür haben die Verantwortlichen für das Musterportfolio 500.000 Aktien von Majestic Gold zu 0,052 Euro aufgenommen und bei 0,04 Euro abgesichert.