Werner Sperber
Das Zertifikate-Journal deckt das Thema "Seltene Erden" mit Zertifikaten und Einzelaktien ab. Der Frankfurter Börsenbrief widerspricht den Kritikern und schwärmt von Tesla Motors und dem Gründer Elon Musk. Die Actien-Börse geht davon aus, dass Sandisk an Wert gewinnt, entweder als Übernahmekandidat oder als Weltkonzern mit Spezialisierung. Platow Derivate will mit einem Zertifikat von den aus Anlegersicht guten Nachrichten bei Bayer profitieren. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten des Zertifikate-Journal (zwischenzeitlich Portfolio Exclusiv) erinnern daran, dass Anleger schon seit längerem in die 17 "Seltenen Erden" beziehungsweise "Metalle der Seltenen Erden", wie die korrekte chemische Bezeichnung ist, investieren können. Diese chemischen Elemente der dritten Gruppe des Periodensystems werden in Auto-Katalysatoren verwendet, bei der Herstellung von Keramik oder Glas, für Laser- und nukleare Anwendungen, in der Raumfahrtindustrie oder für die Herstellung von Phosphaten. Die Royal Bank of Scotland (RBS) bietet das endlos laufende Zertifikat (WKN AA0 RPC) auf den RBS-Index Seltene Metalle TR an. Allerdings nimmt die RBS auch Unternehmen in diesen Index auf, welche Geschäfte mit Kobalt, Molybdän oder Titan machen. Die Metalle der Seltenen Erden werden Schätzungen zufolge derzeit zu 95 bis 98 Prozent in der Volksrepublik China abgebaut, da der Rest der Welt damit aufgehört hatte, weil China weit billiger produziert. Mittlerweile werden in Australien, Malaysia, Indien, Brasilien, USA oder Kanada Lagerstätten gesucht, erkundet oder auf die erneute Produktionsaufnahme vorbereitet, da China die Ausfuhr der dringend benötigten und heiß begehrten Rohstoffe enorm gesenkt hat. Bis in diesen Ländern aber tatsächlich Metalle der Seltenen Erden abgebaut werden, dürfte es Jahre dauern, was die derzeit sehr hohe Abhängigkeit von den chinesischen Exporten verlängert. Das wiederum treibt die Preise, wobei die Metalle der Seltenen Erden ausschließlich zwischen Hersteller und Abnehmer gehandelt werden und nicht an Börsen. Es besteht also kein direkter Marktzugang für Anleger, die deshalb den Umweg über börsennotierte Unternehmen nehmen müssen, welche im Bereich Metalle der Seltenen Erden tätig sind. Die kanadische Dacha Capital etwa kauft Metalle der Seltenen Erden auf. Allerdings sind die Kurschwankungen dieser in Toronto gehandelten und auch in deutschen Börsenbriefen empfohlenen Penny-Stock-Aktie heftig. Engagements sollten daher Zockern überlassen werden. In Deutschland wird auch die Aktie der China Rare Earth Holdings rege gehandelt, wobei auch hier die hohe Volatilität gegen einen Einstieg spricht. Der US-Anbieter Van Eck hat einen ersten Fonds aufgelegt, der einen Index nachbildet, der aus 24 Aktien von Unternehmen besteht, welche mit sogenannten "Strategischen Metallen" den Hauptteil ihres Geschäfts machen. Dieser Fonds ist bislang nur in den USA zugelassen, laut den Experten soll allerdings ein entsprechendes Produkt für den deutschen Markt in Vorbereitung sein. Möglicherweise wird es in den kommenden Monaten, gegebenenfalls sogar noch im Jahr 2010, an den Börsen eingeführt werden. Die Rare-Earth-Produkte der schweizerischen UBS und der RBS sind bereits erhältlich. Die UBS bietet das am 9. November 2015 fällige Zertifikat (WKN UB9 REE) auf einen aus elf Titeln bestehenden Aktienkorb an. Diese Unternehmen sind alle außerhalb Chinas in der Exploration und Produktion der Metalle der Seltenen Erden tätig. Da zum Handelsstart des Zertifikates sowohl die US-amerikanische Molycorp als auch die australische Lynas Corp. jeweils mit 25 Prozent des Korbes gewichtet worden sind, kann es sehr schnell zu einer noch deutlicheren Klumpenbildung kommen. Die RBS hat das endlos laufende Zertifikat (WKN AA2 W3C) auf den 15 Papiere umfassenden Aktienkorb Select Rare Earth TR aufgelegt. Die Struktur ist dabei etwas ausgereifter, denn die RBS setzt jeweils vierteljährlich die Gewichtung
der einzelnen Titel auf das Startniveau zurück. Allerdings bleiben die Mitglieder des Aktienkorbes immer dieselben, was große Probleme bringen kann. Denn, ob diejenigen Unternehmen auch in einigen Jahren eine zentrale Rolle im Rare-Earth-Geschäft spielen, die für diesen Korb ausgewählt worden sind, ist unsicher. Beide verfügbaren Anlage-Lösungen sind demnach nicht optimal. Allerdings ist das Thema "Metalle der Seltenen Erden" sehr spannend und bietet enorme Wachstums- und Kurschancen. Deshalb müssen die beiden Produkte als Übergangslösung dienen, wobei die Experten das RBS-Papier bevorzugen.

Der Frankfurter Börsenbrief: Die unterschätzte Tesla gibt Gas
Die Experten des Frankfurter Börsenbriefes führen einige der vielen Kritikpunkte von anderen Experten an dem Elektroauto-Konzern Tesla Motors und dem Gründer Elon Musk auf: Die produzierten Stückzahlen sind sehr klein, das Unternehmen schreibt Verluste, es fehlt die Infrastruktur für Elektro-Autos, die Zielgruppe ist klein, die Aktien-Bewertung ist hoch, höhere Umsätze werden erst für das Jahr 2012 erwartet, wenn die nächste Generation, das Model Sedan, in Serie geht. Diese Kritikpunkte sind durchaus richtig, aber diese Skepsis kostet die Anleger in den USA viel Geld: Ende Oktober war Tesla die am meisten leer verkaufte Aktie im Index Russel 1000. Von den insgesamt 10,3 Millionen ausstehenden Anteilscheinen wurden 6,6 Millionen Stück geshorted. Trotzdem gehörte der Aktienkurs von Tesla in den vergangenen beiden Wochen zu denen, die sich am besten entwickelt haben. Mittlerweile kostet die Aktie mehr als doppelt so viel, wie beim Börsengang im Juni. Die Leer-Verkäufer haben das objektiv überbewertete Unternehmen schon zusammenbrechen sehen und müssen sich nun doch hektisch eindecken. Denn Elon Musk ist nach Ansicht der Experten des Börsenbriefes in der Lage, aus Tesla etwas ganz Großes zu machen. Teslas Motoren arbeiten auf Induktionsbasis und damit braucht das Unternehmen zur Produktion keine Metalle der Seltenen Erden, im Gegensatz zur Magnet-Technologie anderer Konzepte. Musk bietet seine schnittigen Elektro-Roadster zunächst an, um das Thema Elektromobilität überhaupt bekannt zu machen. Akio Toyoda, Vorstandsvorsitzender von Toyota, hat Tesla bereits zum Partner gemacht. Kommt das Thema schließlich auf die Agenda der großen Hersteller, wird Tesla nicht mehr viel zu melden haben. Dann aber wird das Unternehmen das Geld mit der Batterie-Technologie verdienen. Die Analysten von J.P. Morgan erklären, Tesla stehe an der technologischen Spitze, wenn es darum geht, Batterien effizienter und langlebiger zu machen. Die Batterien vom Typ 18650 kosten zudem nur die Hälfte, wie die anderer Hersteller. Der technische Vorsprung von Tesla ist so gewaltig, dass große Automobilhersteller nicht um eine Kooperation mit Tesla herumkommen - oder Tesla aufkaufen. Mit einem Kursziel von 44 Dollar und einem Stopp-Loss bei 28,40 Dollar dürfte sich ein Einstieg also noch immer lohnen.
Die Actien-Börse: Sandisk strebt nach oben, so oder so
Derzeit arbeiten die Computer- und IT-Konzerne angestrengt daran, ihre Marktstellung zu verbessern, wie die Experten der Actien-Börse erklären. Nach eigener Aussage würden alle zukaufen wollen: IBM, HP, Dell, aber auch Oracle und möglicherweise sogar Microsoft. Jeder ist in der Lage, für Sandisk zu bieten und den Börsenwert von derzeit rund neun Milliarden Dollar bei einem Jahresumsatz von sechs Milliarden Dollar für Sandisk zu bezahlen. Das Unternehmen ist allerdings ohnehin eine Weltmarktnummer mit klarer Spezialisierung. Deshalb raten die Experten zum Kauf der Aktie bei Kursen von 37/38 Dollar mit einem Kursziel von 56 Dollar.
Platow Derivate: Der Weg für Bayer ist frei
Die jüngsten Studienergebnisse zum Gerinnungshemmer und Blockbuster-Kandidaten Xarelto sind gut ausgefallen. Für den Wirkstoff VEGF zur Behandlung von Augenkrankheiten soll im ersten Halbjahr 2011 der Zulassungsantrag gestellt werden. Mit dem nun veröffentlichten, langfristig angelegten Restrukturierungsprogramm sollen ab dem Jahr 2013 Kosten in Höhe von jährlich 800 Millionen Euro eingespart werden. Die Experten von Platow Derivate erklären, die Börse bewertet die jüngsten Nachrichten von Bayer tendenziell positiv. Der Aktienkurs erreichte ein Jahreshoch bei knapp 58,60 Euro. Wenn dieser Ausbruch über das Niveau des bisherigen Hochs nachhaltig bestätigt wird, ist der Weg aus charttechnischer Sicht frei bis zum Anfang 2008 markierten Hoch bei mehr als 66 Euro. Der mittelfristige Aufwärtstrendkanal lässt sogar noch etwas mehr Luft nach oben. Die Experten raten deshalb dazu, auf eine kurzfristige Konsolidierung mit einem Abstauberlimit bei Kursen von mehr als 57 Euro zu spekulieren und den Stoppkurs bei 53 Euro zu setzen. Das passende Anlage-Vehikel ist das endlos laufende Long-Zertifikat (WKN BN6 L3M) der BNP Paribas auf Bayer. Der Schein ist mit einer Basis bei 44,89 Euro, einer Knock-out-Schwelle bei 47,14 Euro und einem Hebel von derzeit 4,5 ausgestattet.
Änderungen im Musterdepot von Platow Derivate:
Die Verantwortlichen für das Musterportfolio haben 8.000 Call-Optionsscheine (WKN DB8 WJR) auf die Deutsche Euroshop AG zu 0,59 Euro sowie 7.000 Short-Zertifikate (WKN TB8 NRW) auf Stada zu 0,61 Euro aufgenommen und bei 0,41 Euro beziehungsweise 0,40 Euro abgesichert. Nun wollen sie noch 350 Long-Zertifikate (WKN BN6 L3M) auf Bayer zu höchstens 12,20 Euro einbuchen und den Stoppkurs bei 8,10 Euro setzen.
Änderung in einem Musterdepot des Anlegerbriefes performaxx:
Die Verantwortlichen für das Trendfolge-Musterportfolio haben 99 Anteile an dem börsennotierten Indexfonds (Exchange Traded Fund, ETF) Physical Gold (WKN A0N 62G) zu 101,62 Euro aufgenommen.
(Keine) Änderungen im Musterdepot von Fuchs Kapitalanlagen:
Die Verantwortlichen für das Musterportfolio haben den geplanten Tausch bei ihrer Goldposition von einer währungsgesicherten in eine nicht-währungsgesicherte Anlage aufgegeben, da die Limits nicht erreicht worden sind.
Die zehn aussichtsreichsten, interessantesten oder innovativsten Anlagetipps der "Börsenwelt" sind - ausschließlich - im wöchentlich erscheinenden "Börsenwelt Börsenbrief" zu finden.