Werner Sperber
Die Börse am Sonntag schwört auf die Chancen der Schwellenländer im Vergleich zu den Industriestaaten und hat ein passendes Zertifikat parat. Die Euro am Sonntag bietet für jeden Geschmack ein goldrichtiges Derivat an. Die Platow Börse hält Siemens auch in der wohl kommenden turbulenten Börsenphase für stabil und chancenreich. Der Anlegerbrief performaxx stuft das Portfolio der Beteiligungsgesellschaft DEWB als endlich reif ein. Trade24 setzt auf Douglas. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten der Börse am Sonntag erklären, dass die Krise der Industriestaaten an den Schwellenländern fast spurlos vorübergeht. Dabei würden vor allem die BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China mit hohen Wachstumsraten glänzen. Die Barclays Bank legt daher am 4. Juni das Zertifikat (WKN BC0 B3U) BRIC-Protect auf den S&P BRIC 40 Index auf. Das mit einer Kapitalgarantie ausgestattete Papier läuft bis Juni 2015 und entwickelt sich entsprechend der positiven Wertentwicklung der jeweils zehn größten Aktiengesellschaften der vier BRIC-Länder. Die Bank ermittelt den Startwert des Garantieproduktes in den ersten sechs Monaten aus dem monatlichen Indexdurchschnitt. In den letzten 13 Monaten der Zertifikate-Laufzeit wird entsprechend der Endstand des Papiers ermittelt. An der Differenz beider Werte haben die Anleger zu 80 Prozent, höchstens aber mit insgesamt 44,8 Prozent, teil. Die maximale Rendite pro Jahr beträgt demnach gut sechs Prozent.
Euro am Sonntag: Variationen von Kurschancen auf Gold-Basis
Die Experten der Euro am Sonntag erklären, ein Gold-Investment sei eine "Versicherung" gegen den GAU im Finanzsystem. Bis zur Schuldenkrise der PIIGS-Staaten (Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien) galt Gold zudem als "Anti-Dollar", denn üblicherweise verteuerte sich Gold, wenn der Dollar im Vergleich zum Euro an Wert verloren hatte und umgekehrt. Sogenannte Quanto-Zertifikate mit der eingebauten Währungsabsicherung sollen dem europäischen Anleger vor diesem Nullsummenspiel aus dieser negativen Korrelation von Goldpreis zu Dollarkurs bewahren. Die Experten raten bei einem erneuten Beginn dieses Gold-Dollar-Spiels zum Kauf des Quanto-Zertifikates (WKN GS7 2X2) von Goldman Sachs auf den Goldpreis. Seit der Auflage dieses Papiers im Januar 2007 hat es sich bereits um 75 Prozent verteuert. Die Citigroup bietet bis zum 17. Juni das Garantie-Zertifikat (WKN A1A XD7) auf den GDX-Market-Vector-Index zur Zeichnung an. Dahinter steckt die Überlegung, dass die Schere zwischen dem Goldpreis und den Aktienkursen der großen Goldproduzenten seit dem Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise noch immer nicht vollständig geschlossen worden ist. Daran hat auch die zuletzt gesehene Hausse der Aktienkurse nichts geändert. Mit dem Beginn der Rezession hat sich der Goldpreis beständig verteuert, während die Aktienkurse der Goldminenbetreiber in Folge der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers sanken. Dass dieses Index-Zertifikat nicht währungsgesichert ist, halten die Experten für derzeit sogar vorteilhaft für den Anleger. Spekulativer ist die Anlage in den Acra-Junior-Goldbugs-Index, in dem 15 kleinere Goldproduzenten geführt werden. Da sich diese Gesellschaften nicht gegen die Schwankungen des Goldpreises abgesichert haben, profitieren sie besonders stark von höheren Notierungen von Gold. Die Royal Bank of Scotland bietet mit dem Quanto-Zertifikat (WKN AA1 6G2) ein währungsgesichertes und mit dem Index-Zertifikat (WKN AA1 6GY) auch eine nicht-währungsgesicherte Alternative an.
Änderungen in den Musterdepots der Euro am Sonntag:
Angesichts einer höchstmöglichen Rendite von knapp 19 Prozent und nachdem sich der erst vor gut einer Woche aufgenommene Inline-Optionsschein (WKN SG1 JXX) auf den DAX bereits um mehr als 14 Prozent verteuert hat, bucht Joachim Spiering, Verantwortlicher für das offensiv angelegte Musterportfolio, diese 2.380 Derivate auf den deutschen Leitindex wieder aus. Dafür will Spiering 1.400 Anteilscheine von Bob Mobile aufnehmen und bei 11,70 Euro absichern. Im Momentum-Musterdepot sind die 401 Aktien von Verisign und die 373 Papiere von Autodesk ausgestoppt mit einem Gewinn von vier beziehungsweise drei Prozent zu 22,39 Euro respektive 23,89 Euro ausgestoppt worden. Dafür will Sven Parplies, zuständig für dieses Musterdepot, Titel von NetApp und von Singulus Technlogies einbuchen.
Die Platow Börse: Siemens trotzt den Börsengewittern
Die Aktie von Siemens hat auch im Mai die Unterstützung bei 69 Euro verteidigt und damit im Vergleich zum DAX relative Stärke gezeigt. Die Experten der Platow Börse gehen davon aus, dass sich die Notierung der Anteilscheine auch weiterhin stabil entwickeln wird. In den ersten sechs Monaten des Ende September ablaufenden Geschäftsjahres 2009/10 dürfte der Umsatz im Jahresvergleich zwar um acht Prozent auf 35,6 Milliarden Euro gesunken sein, der Nettogewinn sollte aber um 35 Prozent auf drei Milliarden Euro zugelegt haben. Den Vorstands-Prognosen für das gesamte Fiskaljahr zufolge beträgt das KGV für 2009/10 rund 15, was dem Niveau der Peer Group entspricht. Charttechnisch hat die Aktie Luft bis zur nächsten Widerstandsmarke bei 80 Euro. Die Experten raten deshalb zum Einstieg bei Kursen von bis zu 70,50 Euro. Der Stopp-Loss sollte bei 59 Euro gesetzt werden.
Der Anlegerbrief performaxx: Die DEWB dürfte bald "stille Reserven" heben
Für risikobereite Anleger überwiegen bei einem Engagement in der Deutschen Effecten- und Wechsel-Beteiligungsgesellschaft (DEWB) trotz eines langfristigen Finanzierungsrisikos die Chancen. Die DEWB finanziert sich vor allem aus einer im Jahr 2007 begebenen und im Jahr 2012 fälligen Wandelanleihe im Volumen von 20 Millionen Euro. Da der Wandlungspreis 3,20 Euro beträgt ist ein Umtausch in Aktien derzeit unattraktiv. Demzufolge könnte die DEWB im Herbst 2012 einen hohen Refinanzierungsbedarf haben. Die Experten des Anlegerbriefes performaxx begründen ihre Kaufempfehlung für die DEWB-Aktie mit dem Kursabschlag von rund 20 Prozent im Vergleich zum Netto-Vermögenswert. Trotz der Verluste in den Jahren 2008 und 2009 verfügt die DEWB über ein solides Eigenkapital von 24,1 Millionen Euro oder 1,58 Euro je Aktie. Insgesamt ist das Portfolio der DEWB im Vergleich zur börsennotierten Konkurrenz vergleichsweise reif und überdurchschnittlich chancenreich. Zudem dürfte die DEWB noch über erhebliche stille Reserven verfügen, die bei künftigen Exits offengelegt werden. Die Experten gehen von einem bis zwei Abgängen aus dem Beteiligungsportfolio in den nächsten 12 bis 18 Monaten aus. Aktuell besteht das Portfolio aus elf Unternehmen, in welche die DEWB insgesamt 36 Millionen Euro investiert hat. Durchschnittlich erlöste die DEWB bei einem Börsengang oder einem Verkauf der Portfoliounternehmen das 1,3-fache des investierten Betrages. Nach Turbulenzen in der Mitte des laufenden Jahrzehntes, wobei auch das Management der DEWB verändert worden ist, hat sich die Gesellschaft auf Firmen in den Geschäftsfeldern Photonik und Sensorik konzentriert. Sieben der aktuell elf Portfolio-Unternehmen arbeiten in diesen Bereichen.
Trade24.de: Der Aktienkurs der Douglas Holding dürfte weiter steigen
Die Experten von Trade24.de empfehlen die Aktie der Douglas Holding zum Kauf. Der anfängliche Stoppkurs sollte bei 34 Euro gesetzt werden.