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Börsenwelt Presseschau: SAP, Derby Cycle, Barrick Gold, Newmont Mining und Goldcorp sowie das Verhältnis von Euro zu Schweizer Franken unter der Lupe

Werner Sperber

Für den Austria Börsenbrief bleibt SAP ein DAX-Favorit. Der Anlegerbrief performaxx steigt aufs Rad und bei Derby Cycle ein. Zertifikate Kompakt stellt passende Derivate auf die unterschiedlichen Kursaussichten von Barrick Gold, Newmont Mining, Goldcorp sowie von zwei Gold-Indizes vor. Der Zertifikate & Optionsscheine Trader präsentiert ein Derivat mit hohem Hebel auf das Währungspaar Euro/Schweizer Franken. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.


Börsenwelt Presseschau: Die Experten des Austria Börsenbriefes verweisen darauf, dass SAP im Gerichtsverfahren mit dem Dauerkonkurrenten Oracle zumindest einen Teilerfolg erzielt hat. SAP soll für den eingestandenen Daten-Diebstahl einer Tochterfirma statt 1,3 Milliarden Dollar nun 272 Millionen Dollar Schadenersatz an Oracle überweisen. Für ein Aufatmen sei es dennoch zu früh, da dieses Gerichtsurteil lediglich ein Zwischenergebnis sein dürfte. Oracle könnte sich mit dieser Summe nicht zufrieden geben. Dennoch bleibe SAP einer der DAX-Favoriten.

Der Anlegerbrief performaxx: Aufsteigen und einsteigen bei Derby Cycle    

Derby Cycle betreibt das Geschäft mit Fahrrädern in Deutschland überaus gut. Das ist nach Ansicht der Experten des Anlegerbriefes performaxx auch anderen aufgefallen, weshalb eine Übernahme durch den größten europäische Radhändler und 22-Prozent-Aktionär Accell nicht nur eine Spekulation sei. Ob eine Akquisition vom Kartellamt genehmigt würde, ist allerdings eine andere Frage. Risikobereite Anleger sollten allerdings auch aus anderen Gründen bei dem umsatzstärksten Fahrradhersteller in Deutschland und mit führenden Fahrrad-Anbieter in Europa einsteigen. Derby Cycle entwickelt die Räder in Europa, lässt die Rahmen in Asien bauen und vertreibt die Fahrräder bei Fachhändlern unter den Markennamen Kalkhoff, Focus, Raleigh, Univega und Rixe. Speziell bei dem mit Abstand am schnellsten wachsenden Segment der sogenannten Pedelecs (Pedal Electric Cycles, Räder mit elektrischer Tretunterstützung) ist Derby Cycle in Deutschland führend. Das Unternehmen bietet diese Pedelecs immer günstiger an und unterschreitet dabei auch die psychologisch wichtige Marke von 1.000 Euro pro Rad. Das Wetter sorgte in diesem Jahr für bessere Verkaufsbedingungen als im vergangenen Jahr, als es bis März geschneit hatte, der August verregnet war und im November erneut Schnee gefallen ist. Vor diesem Hintergrund dürften die Prognosen des Vorstands für das Gesamtjahr 2011 konservativ sein. Die Experten schätzen den Umsatz für dieses und nächstes Jahr auf 210 Millionen Euro beziehungsweise 235 Millionen Euro. Die Gewinne je Aktie sollen 1,50 Euro und zwei Euro betragen, was angesichts der Wachstumsaussichten günstigen KGVs von 14 und 10 entspräche.


Zertifikate Kompakt: Goldene Aussichten für Goldminen     

Obwohl der Goldpreis auf ein Rekordhoch gestiegen ist, notieren die Aktien von Goldminen-Gesellschaften vielfach weit niedriger als die jeweiligen Allzeithochs. Dabei verdienen die meisten Bergwerke glänzend, obwohl die Förderkosten steigen. Die Experten von Zertifikate Kompakt begründen das mit der allgemein schlechten Börsenstimmung. Sie verweisen allerdings auch auf die weiterhin guten Aussichten. Nach einer als konservativ eingestuften Schätzung der Analysten der BNP Paribas kostet eine Feinunze Gold (etwa 31,1 Gramm) im Durchschnitt des Jahres 2013 rund 2.200 Dollar. Im ersten Halbjahr 2011 kostete die Produktion einer Unze meist wesentlich weniger als 1.000 Dollar. Neben diesen günstigen Relationen spricht auch die wohl anhaltend hohe Nachfrage für Gold. Zumal aus rechtlichen und technischen Gründen jede Ausweitung der Förderkapazität in der Regel mehrere Jahre Vorlaufzeit benötigt. Die Erschließung einer neuen Lagerstätte dauert noch länger, zehn Jahre sind keine Seltenheit. Die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg gehen davon aus, dass die Notenbanken in diesem Jahr ihre Vorräte um 330 Tonnen aufstocken. Nach Angaben des World Gold Councils haben die traditionellen Goldimporteure Indien und China im ersten Halbjahr 2011 rund 930 Tonnen Gold gekauft. In Deutschland erwarben Privatanleger 60 Tonnen. Für die Goldkonzerne könnten die Perspektiven also kaum besser sein.

Der Index NYSE Arca Gold BUGS (NAGB) legte seit Anfang August um 15 Prozent zu. Dieser Index enthält die 16 größten Unternehmen der Branche, die ihre Förderung nicht im Voraus verkauft haben und daher vollständig von einem Anstieg des Goldpreises profitieren. Im Index NYSE Arca Gold Miners-Index (NAGM) werden 30 Unternehmen geführt, von denen einige ihre künftige Goldproduktion teilweise bereits veräußert haben. Die Experten empfehlen Anlegern, die eine breite Streuung suchen, den Kauf des endlos laufenden, währungsgesicherten Zertifikates (WKN SG0 HGQ) der Société Générale auf den NAGB sowie den Einstieg in das ebenfalls open end konzipierte Zertifikat (WKN HV5 CFZ) der Unicredit auf den NAGM.

In beiden Indizes dominieren drei Konzerne: Barrick Gold, Newmont Mining und Goldcorp. Diese Unternehmen verfügen dank einer Vielzahl von Minen auf fast allen Kontinenten über ein breit gestreutes Portfolio an Bergwerken unter und über Tage. Die Förderkosten sind relativ gering: Die Produktion einer Unze Gold kostete Barrick Gold im zweiten Quartal 614 Dollar. Die beiden Wettbewerber förderten noch günstiger. Barrick Gold und Goldcorp expandieren bereits seit längerem mit Hilfe von großen Übernahmen, Newmont Mining kaufte eher kleine Gesellschaften. Weltmarktführer Barrick Gold plant bis zum Jahr 2015 die Ausweitung der Fördermenge um eine Million Unzen auf dann 8,8 Millionen Unzen. Goldcorp möchte die Produktion von 2,5 Millionen auf vier Millionen Unzen erhöhen. Newmont Mining prognostiziert dagegen bis zum Jahr 2017 eine Erhöhung der Fördermenge von 5,2 Millionen auf sieben Millionen Unzen. Barrick Gold sorgte vor einigen Monaten mit der Übernahme des sambischen Kupfer-Produzenten Equinox für erhebliche Irritationen. Schließlich hängt die Preisentwicklung des Industriemetalls im Gegensatz zum Goldpreis enorm von der Weltkonjunktur ab. Dafür beträgt das KGV von Barrick Gold lediglich preiswerte 11. Newmont Mining wird mit einem KGV von 13 bezahlt und die Kurs-Gewinn-Vielfache von Goldcorp liegt bei 25. Dafür dürfte Goldcorp auch wesentlich stärker wachsen. Die Experten gehen davon aus, dass alle drei Aktien ihre Hausse fortsetzen, Barrick Gold verfügt jedoch über den größten Nachholbedarf. Anleger sollten das am 26. Dezember 2012 fällige Bonus-Zertifikat (WKN AA2 9PC) der Royal Bank of Scotland auf Barrick Gold kaufen. Die Bank zahlt 60 Dollar zurück, wenn der Aktienkurs bis zum Laufzeitende die Marke von 40 Dollar nicht verletzt hat. Steigt die Notierung der Aktie auf mehr als 60 Dollar hat der Zertifikate-Anleger daran voll teil. Investoren sollten auch das am 21. Juni 2012 fällige Bonus-Zertifikat (WKN BN8 VZW) der BNP Paribas auf Newmont Mining kaufen. Hier zahlt die Bank 69 Dollar zurück, wenn die Barriere von 44 Dollar nicht berührt oder unterschritten wird. Auch bei dem am 20. Juni 2012 fälligen, währungsgesicherten Discount-Zertifikat (WKN AA3 BSJ) der Royal Bank of Scotland auf Goldcorp dürfte sich der Einstieg lohnen. Die Bank zahlt maximal 50 Dollar zurück.


Der Zertifikate & Optionsscheine Trader: Die SNB stärkt den Euro   

Anleger sind aufgrund der Schuldenkrise in der jüngeren Vergangenheit aus dem Euro geflohen und haben den "sicheren Hafen" im Schweizer Franken gesucht. Das verteuert die Ausfuhren aus der Schweiz, weshalb die Schweizer Nationalbank (SNB) den Franken nun an den Euro binden möchte. Die SNB erklärte, den Euro stützend zu kaufen, um mindestens ein Niveau von 1,20 Franken je Euro zu halten. Ob und wie lange die SNB das durchhalten kann ist eine Sache. Tatsache ist jedoch auch, dass alleine die Ankündigung dieser Käufe für einen steigenden Euro beziehungsweise einen dazu sinkenden Franken-Kurs gesorgt hat. Die Experten des Zertifikate & Optionsscheine Trader verweisen darauf, dass der Euro nun die seit April 2011 bestehende Abwärtstrend-Linie im Vergleich zum Franken überwunden und eine umgekehrte SKS-Formation vollendet hat. Das nächste Kursziel beträgt 1,3242 Franken pro Euro gefolgt von 1,40 bis 1,42 Franken. Widerstände befinden sich bei 1,2346 bis 1,24 Franken und bei 1,3242 Franken. Stoppkurse sollten bei weniger als 1,20 Franken gesetzt werden. Risikobereite Anleger sollten für ein entsprechendes Engagement das endlos laufende Bull-Zertifikat (WKN CK4 5L0) der Commerzbank auf das Währungspaar Euro/Schweizer Franken kaufen. Der Schein ist mit einer Basis und einer Knock-out-Schwelle bei 1,1301 Franken und einem Hebel von derzeit 15,7 ausgestattet.

Änderung im Musterdepot des Zertifikate & Optionsscheine Trader:

Die Verantwortlichen für das Musterportfolio möchten 570 Bull-Zertifikate (WKN CK4 5L0) auf das Währungspaar Euro/Schweizer Franken zu höchstens 5,70 Euro aufnehmen und bei 3,95 Euro absichern.

Änderung im Musterdepot des Chart Trader:

Die Verantwortlichen für das Musterportfolio möchten 303 ETFs (WKN A1D FSB) auf das Währungspaar Schweizer Franken/Euro zu höchstens 40,10 Euro aufnehmen und bei 36,50 Euro absichern.

Die zehn aussichtsreichsten, interessantesten oder innovativsten Anlagetipps der "Börsenwelt" sind - ausschließlich - im wöchentlich erscheinenden "Börsenwelt Börsenbrief" zu finden.  

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