Werner Sperber
Der Frankfurter Börsenbrief fährt auf SAF Holland ab. Platow Derivate setzt auf das Duell Commerzbank gegen Deutsche Bank. Das Zertifikatejournal fliegt nur mit Rabatt auf Air Berlin. Fuchs Kapitalanlagen erklärt, dass sich an Websense die Geister scheiden. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten des Frankfurter Börsenbriefes raten zu einer hochinteressanten Spezialitäten-Wette nach dem Turnaround von SAF Holland. Das Unternehmen produziert verschiedene Einzelteile für Nutzfahrzeuge, wie etwa Trailerachsen, Fahrwerksysteme, Federungen oder Sattelkupplungen. Der Nutzfahrzeugmarkt ist generell ein sehr zyklischer Markt. Auch diese Schwierigkeit hat dazu beigetragen, dass SAF Holland beinahe insolvent geworden wäre. Inzwischen geht es dem Konzern wieder besser und die Eigenkapitalquote erhöhte sich von fünf auf 26 Prozent. Das ist zumindest eine tragbare Größenordnung. Im ersten Quartal 2011 stieg der Umsatz um 61,6 Prozent auf 202 Millionen Euro. Das bereinigte operative Ergebnis verdreifachte sich im Jahresvergleich auf 14,6 Millionen Euro. Das Nettoergebnis verbesserte sich von minus neun Millionen auf plus acht Millionen Euro. Zudem hat der Vorstand die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2011 erhöht und erwartet nun anstatt eines Wachstums von 20 Prozent eine Steigerung von bis zu 25 Prozent. Der Gewinn je Aktie soll in diesem Jahr 0,64 Euro und im nächsten 1,10 Euro betragen, was einem KGV von 8 entspräche. Gelingt es der Notierung, die Hürde bei 9,20 Euro zu überwinden, wäre auch ein charttechnisches Kaufsignal erzeugt. Anleger sollten deshalb ab einem Kurs von 9,55 Euro kaufen. Das Kursziel beträgt 12 Euro und der Stopp-Loss sollte bei 7,88 Euro platziert werden.

Platow Derivate: Commerz- schlägt Deutsche Bank
Die Kursentwicklungen sowohl der Deutschen Bank als auch der Commerzbank zählten in den vergangenen Monaten zu den schwächeren am Markt. Im direkten Duell hat die Deutsche Bank jedoch deutlich besser abgeschnitten. Das liegt allerdings vor allem an den negativen Auswirkungen der Kapitalerhöhung, welche die Commerzbank in zwei Schritten vornahm. Nachdem die Kapitalerhöhungen erfolgreich abgeschlossen wurde, sehen die Experten von Platow Derivate gute Chancen, dass die Commerzbank-Aktie kurzfristig besser abschneidet als die des Konkurrenten. Ob sich die Bankenkurse insgesamt erholen und/oder besser als der DAX laufen, spielt bei dieser Spekulation keine Rolle. Bei dieser Spekulation setzen Anleger ausschließlich auf eine schwächere Kursentwicklung der Aktie der Deutschen Bank als die der Commerzbank. Risikobereite Investoren nutzen dafür das am 21. Dezember fällige Alpha-Turbo-Short-Zertifikat (WKN DZ2 RHG) der DZ Bank auf das Paar Deutsche Bank/Commerzbank. Der Stoppkurs sollte bei 0,20 Euro gesetzt werden. Um diesen Stopp-Loss zu erreichen müsste sich die Aktie der Deutschen Bank lediglich um rund acht Prozent besser entwickeln als die der Commerzbank.
Änderungen in den Musterdepots von Platow Derivate:
Im Derivate-Musterportfolio sind die 3.000 Short-Zertifikate (WKN TB0 ZA8) auf Wincor Nixdorf mit Gewinn ausgestoppt worden. Die 1.300 Put-Optionsscheine (WKN DE5 PME) auf den DAX, die 1.250 Call-Optionsscheine (WKN DE5 RHN) auf das Währungspaar Dollar/Japanischer Yen, sowie Long-Trades auf die Allianz und Linde sind jeweils mit Verlust ausgestoppt worden. Dafür haben die Verantwortlichen 1.400 Long-Zertifikate (WKN TB6 CDM) auf Continental zu 1,30 Euro aufgenommen und bei 0,79 Euro abgesichert. Zudem haben sie 450 Long-Zertifikate (WKN BN9 DLS) auf den Hamburger Hafen zu 5,65 Euro (Stoppkurs bei 4,00 Euro) und 1.700 Short-Zertifikate (WKN TB1 546) auf IVG Immobilien zu 3,97 Euro (Stoppkurs bei 3,60 Euro) eingebucht. Die Verantwortlichen für das Alpha-Turbo-Musterdepot haben die 2.150 Alpha-Turbo-Short-Zertifikate (WKN DZ2 QRS) auf eine schlechtere Entwicklung des Aktienkurses von ElringKlinger als der des DAX' sowie die 1.900 Alpha-Short-Zertifikate (WKN DZ2 REF) auf das Paar ProSiebenSat.1/DAX jeweils mit Verlust ausgebucht. Dafür haben sie 1.600 Alpha-Short-Zertifikate (WKN DZ2 RHG) auf eine schwächere Kursentwicklung der Deutschen Bank als die der Commerzbank zu 1,12 Euro aufgenommen und bei 0,20 Euro abgesichert.
Das Zertifikatejournal: Vorsichtig bei Air Berlin einsteigen
Joachim Hunold, Vorstandsvorsitzender von Air Berlin, bestätigt trotz der katastrophalen Zahlen für das erste Quartal die Ziele für das Gesamtjahr: Demnach soll die Fluggesellschaft in diesem Jahr Gewinne auf operativer Basis erwirtschaften und im nächsten Jahr auf Nettobasis. Hunold schöpft seinen Optimismus aus den Passagierzahlen für Mai, die im Jahresvergleich um 3,9 Prozent gestiegen sind. Die Auslastung der Flugzeugflotte erhöhte sich von 73,7 auf 75,8 Prozent. Zudem belebt der neue Flughafen am Drehkreuz Berlin und der Beitritt zur Airline-Allianz Oneworld mit British Airways das Geschäft. Die Experten des Zertifikatejournals erinnern allerdings daran, dass Hunold bereits für das vergangene Jahr Gewinne prognostiziert hatte. Charttechnisch hat sich der Kurs wieder einmal bei weniger als drei Euro stabilisiert. Inzwischen lassen sich sogar erste Ansätze einer Rounding-Bottom-Formation erkennen. Für eine klassische Long-Positionierung ist es allerdings noch zu früh. Dazu müssen erst die Zahlen für das zweite Quartal gut ausfallen. Deshalb raten die Experten zum vorsichtigen Einstieg mit dem am 22. Dezember fälligen Discount-Zertifikat (WKN CM2 6M9) der Commerzbank auf Air Berlin. Maximal zahlt die Bank zum Jahresende 3,50 Euro zurück, was einer Rendite von 21,1 Prozent beziehungsweise 42,2 Prozent auf ein Jahr gerechnet entspräche.
Fuchs Kapitalanlagen: Über den Sinn von Websense
Die Internet-Filter von Websense werden oft an Schulen eingesetzt, um etwa unerwünschte Internet-Seiten zu sperren. In Betrieben soll die Software das Surfverhalten der Angestellten kanalisieren. Auch der e-mail-Verkehr lässt sich überwachen. Ferner sichert die Content-Security-Software von Websense die vorhandenen Datenbanken vor unbefugtem Zugriff und Beschädigungen. Die Experten von Fuchs Kapitalanlagen erklären, dass sich an Websense die Geister scheiden. Solche Software ist anfällig für Missbrauch. Diktaturen können sie nutzen, um missliebige Inhalte zu unterdrücken und das Surfverhalten der Nutzer zu protokollieren. In den vergangenen Jahren haben Kritiker Websense vorgeworfen, Zensur zu ermöglichen und dabei speziell mit Regierungen im arabischen Raum zusammenzuarbeiten. Als eines der wenigen Unternehmen der Branche bekennt sich Websense aber dazu, solchen Anwendungen nicht Vorschub zu leisten. Die Vorwürfe haben in jüngerer Zeit nachgelassen. Während der Finanzkrise hat Websense den Vertrieb umgebaut, die Steuerquote gesenkt und die angebotene Software zu einem einheitlichen Produkt namens "Triton" zusammengeführt. Das führte dazu, dass Websense nach drei verlustreichen Jahren im Jahr 2010 einen Gewinn von 12,9 Millionen Euro beziehungsweise 0,30 Euro je Aktie erwirtschaftete. Der Vorstand erwartet für das laufende Jahr ein Ergebnis von 1,00 bis 1,10 Euro pro Anteilschein. Im nächsten Jahr könnte der Gewinn um weitere zehn Prozent zulegen, was einem KGV von 14 entspräche. Websense kauft zudem massiv eigene Aktien zurück, was den Kurs stützt. Seit März gibt es Gerüchte, Websense habe sich als Übernahmekandidat ins Gespräch gebracht. Sollte das Unternehmen tatsächlich gekauft werden, wäre ein deutlicher Aufschlag auf den aktuellen Kurs fällig. Auch deshalb sollten Anleger die Aktie mit einem Kursziel von 21,15 Euro und einem Stopp-Loss bei 13,56 Euro kaufen.
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