Werner Sperber
Börse Online beschäftigt sich mit SAF-Holland und Yum Brands. Der Zertifikate + Optionsscheine Trader warnt vor einem möglichen Absturz des Aktienkurses von Q-Cells und hat ein passendes Derivat parat. Börse.de sieht langfristig Verdreifachungschancen für den Aktienkurs von ElringKlinger. Der Aktionärsbrief ist generell für den Maschinenbau optimistisch und speziell für die Notierung der Maschinenfabrik Berthold Hermle AG. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten von Börse Online erklären, die Konjunkturerholung sorgt für mehr Güterproduktion und damit auch für mehr Güterverkehr. Das wiederum sorgt für gute Geschäfte von SAF-Holland. Das Unternehmen liefert Teile, wie etwa Anhängerkupplungen oder Achs- und Federungssystemen, an die Hersteller von Nutzfahrzeugen. Im vergangenen Jahr erhöhte SAF-Holland den Umsatz um 50 Prozent und operativ kehrte der Konzern in die Gewinnzone zurück. Auch die finanzielle Situation hat sich gebessert. Die Kapitalerhöhung vom März brachte rund 144 Millionen Euro ein, womit die Refinanzierung der Schulden gesichert ist. Zugleich einigte sich das Management mit den Banken auf niedrigere Zinszahlungen für die Kredite in Höhe von 316 Millionen Euro. Dank der breiten Kundenbasis dürfte SAF-Holland im nächsten Jahr wieder an die Umsatz- und Gewinnzahlen vor der Rezession anknüpfen. Damals erlöste das Unternehmen 800 Millionen Euro und verdiente 20 Millionen Euro. Mit einem KGV von 12 für das Jahr 2012 hat der Aktienkurs noch genügend Steigerungspotenzial.
Die Experten von Börse Online stellen fest: Die Geschäfte von Restaurantketten laufen bestens. Der Aktienkurs von Yum Brands lieferte deshalb ein charttechnisches Kaufsignal, als er nach einer längeren Korrektur einen Höchststand auf Euro-Basis erreich hat. Zudem erzeugte auch der Indikator MACD ein Kaufsignal auf Wochenbasis. Damit ist der Weg nach oben frei für die Notierung des Mutterkonzerns von Pizza Hut, Kentucky Fried Chicken, Taco Bell und anderen Unternehmen der sogenannten Systemgastronomie. Das Kursziel beträgt 45 Euro und der Stoppkurs sollte bei 33,50 Euro gesetzt werden.
Änderungen in den Musterdepots von Börse Online:
Die Verantwortlichen für das ausgewogen ausgerichtete Musterportfolio haben 120 Anteilscheine von BB Biotech zu 52,11 Euro aufgenommen und bei 44,50 Euro abgesichert. Im dynamisch aufgestellten Musterdepot sind die 5.000 Anteilscheine von Marine Harvest mit einem Verlust von 19 Prozent ausgestoppt worden. Dafür wollen die Verantwortlichen 150 Bonus-Zertifikate (WKN TB6 GD5) auf Lanxess zu höchstens 59,75 Euro einbuchen. Die Verantwortlichen für das Trend-Musterdepot haben 200 Anteilscheine von Klöckner & Co zu 23,70 Euro aufgenommen und bei 19,90 Euro abgesichert. Nun möchten sie noch 130 Aktien von Yum Brands zu höchstens 38,20 Euro einbuchen.

Zertifikate & Optionsscheine Trader: Q-Cellls droht der bodenlose Absturz
Die Experten des Zertifikate & Optionsscheine Traders verweisen auf den ausgeprägten Abwärts-Trend des Aktienkurses von Q-Cells. Die Notierung sinkt auf das Allzeittief bei 2,11 Euro zu. Wenn selbst diese Unterstützung nicht trägt, gibt es keine weitere charttechnische Hilfe mehr, die einen weiteren Kursrückgang abfedern könnte. Theoretisch besteht die Möglichkeit einer Bodenbildung bei 2,11 Euro, wenn sich niedrigere Kurse nicht durchsetzen, doch die schwache Nachrichtenlage spricht auch dagegen. Risikobereite Anleger sollten deshalb das endlos laufende Bear-Zertifikat (WKN CK0 NXP) der Commerzbank auf Q-Cells kaufen. Der Schein ist mit einer Basis und einer Knock-out-Schwelle bei jeweils 3,50 Euro und einem Hebel von derzeit 1,6 ausgestattet.
Börse.de: 200-Prozent-Chance mit ElringKlinger
ElringKlinger ist nach Ansicht der Experten von Börse.de das Musterbeispiel deutscher Wertarbeit. Praktisch alle namhaften Automobilhersteller der Welt kaufen die Zylinderkopf- und Spezialdichtungen von ElringKlinger. Mit der Übernahme von 67 Prozent am Schweizer Konkurrenten Hug soll künftig zudem das Geschäft mit Abgasreinigungsanlagen und Dieselpartikelfiltern ausgebaut werden. Operativ läuft es ausgezeichnet und an der Börse zählt ElringKlinger zu den besten deutschen Nebenwerten. In den vergangenen zehn Jahren erhöhte sich der Aktienkurs um durchschnittlich 29 Prozent. Da ein Kaufsignal erzeugt wurde, sollten Anleger die Anteilscheine mit einem Kursziel bis zum Jahr 2016 von 71 Euro erwerben.
Der Aktionärsbrief: Hermle, Vorzeigeunternehmen der Vorzeigebranche
Die als spätzyklisch geltende Branche des Maschinenbaus strotzt in Deutschland nur so vor Kraft. Nach dem Tiefpunkt in der Rezession im Jahr 2008 ging es steil bergauf. Die Experten des Aktionärsbriefes verweisen auf die Nachfrage aus den wachstumsstarken Schwellenländern im Jahr 2010. Inzwischen ist der Aufschwung zunehmend deutlicher in den traditionellen Märkten in Europa zu spüren. Für Branchenkenner steht fest: Der Maschinenbau steht vor dem nächsten Investitionsschub, wie aus dem konjunkturellen Lehrbuch. Weil auch die anderen Industriezweige in Deutschland annähernd an ihrer Kapazitätsgrenze produzieren, stehen in den nächsten Quartalen vielerorts Erweiterungs- statt Ersatzinvestitionen an. Davon profitieren ganz besonderes die Robotik- und Automatisierungsanlagenbauer sowie die Werkzeugmaschinenhersteller. Die Zeiten, in denen neue Aufträge nur gegen Preisnachlässe eingeholt werden konnten, vorbei sind. Höhere Rohstoffkosten lassen sich ohne Probleme an die Kunden weitergeben. Im Werkzeugmaschinenbau gibt es derzeit einen Megaaufschwung. Der Wert der Bestellungen im ersten Quartal stieg im Jahresvergleich um 130 Prozent. Die Kapazitätsauslastung lag mit 93,8 Prozent auf Boom-Niveau. Beim Umsatz fehlten noch knapp zehn Prozent bis zum Rekordniveau aus dem Jahr 2008. Von diesem Trend profitiert auch die Maschinenfabrik Berthold Hermle AG. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt komplexe Fräs- und Bohrmaschinen sowie vertikale Bearbeitungszentren. Im ersten Quartal 2011 erhielt der Konzern Aufträge im Wert von fast 80 Millionen Euro. Das sind 149 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Umsatz verdoppelte sich beinahe auf 48,3 Millionen Euro. Im bisherigen Verlauf des zweiten Quartals setzt sich diese Dynamik fort. Im vergangenen Jahr erlöste das Unternehmen rund 188 Millionen Euro und verdiente 24,8 Millionen Euro vor Zinsen und Steuern (EBIT). Der Vorstand erwartet auch für das laufende Jahr ein prozentual zweistelliges Wachstum. Das ist nach Ansicht der Experten konservativ; 2011 und 2012 werden zwei "Superjahre". Ein weiterer Höhepunkt ist die Bilanz, welche untypisch gut für einen Maschinenbaukonzern ist. Bankschulden gibt es keine, dafür eine Nettoliquidität von mehr als 70 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote beträgt etwa 72 Prozent. Die Nettoeigenkapitalrendite dürfte 2011 bei mehr als 20 Prozent liegen. Besser geht es nicht. Wenn der Barbestand abgezogen wird, dürfte das KGV für das nächste Jahr bei 8 liegen. Der Aufwärtstrend wird sich weiter fortsetzen, wobei das erste Kursziel der kaufenswerten Aktie 98 Euro beträgt.
Änderungen in den Musterdepots des Aktionärsbriefes:
Die Verantwortlichen für das spekulativ ausgerichtete Musterportfolio wollen 120 Anteilscheine der Berthold Hermle AG aufnehmen. Die Verantwortlichen für das Allround-Musterdepot haben 150 Anteilscheine von ThyssenKrupp zu 32,90 Euro aufgenommen. Es scheint so, als ob sie nun ihre 300 Aktien von ENI ausbuchen wollen. Zudem möchten sie 200 Titel von Imtech aufnehmen.
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