Werner Sperber
TradeCentre hält Roth + Rau für den "Aktienbären der Woche". Börse Online fasst mit Paion ein heißes Eisen an und zitiert Fondsmanager, die bezüglich der Qualifikation von Roland Koch als Vorstandsvorsitzenden von Bilfinger Berger skeptisch sind. Der Aktionärsbrief kürt mit HeidelbergCement den "Bullen der Woche" und mit LifeWatch den "Bären der Woche". Outperformer.de geht von weiterer Kursstärke von Celesio aus. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten von TradeCentre erklären, eine sinkende Gewinnspanne bedeute oft, dass die Marktstellung eines Unternehmens schlechter wird. Denn wer nicht mehr mit Technologie punkten kann, muss über die Preise konkurrieren. Bei Roth & Rau verringert sich die Marge. Der Vorstand geht für das Gesamtjahr 2010 von einer operativen Rendite von nur mehr 3,2 Prozent aus. Das Management begründet das unter anderem mit stornierten Projekten, was ins Bild der Experten passt. Als Gegenbeispiel führen sie Centrotherm an, die eine EBIT-Marge von 11,8 Prozent vorweisen. Deshalb raten sie dazu, die Finger von Roth & Rau zu lassen, da die Kurse noch weiter sinken dürften.
Änderungen im Realdepot von TradeCentre:
Simon Betschinger, Verantwortlicher für das Realdepot, hat seine 700 Anteilscheine der UBS mit einem Verlust von acht Prozent zu 12,26 Euro verkauft. Nun will er noch seine insgesamt 260 Aktien der Saft Groupe zu mindestens 26 Euro, also ebenfalls mit einem Minus, abstoßen. Auch die 400 Titel von Nemetschek sollen mit einem Limit von 29,20 Euro, mit einem Gewinn, verkauft werden. Dafür plant Betschinger, 400 Papiere der SGL Group zu höchstens 27,50 Euro zu kaufen.

Börse Online: Paion ist eine Sünde wert und Bilfinger Berger muss mit dem "Sündenfall" Roland Koch zurecht kommen
Ein Engagement in einem Biotechnologiewert ist immer spekulativ und die Experten von Börse Online halten eine Anlage im kleinen Biotech-Unternehmen Paion sogar für hochspekulativ. Allerdings ist die Charttechnik derart vielversprechend, dass der Titel eine Sünde wert ist. Mitte Oktober überwand die Notierung einige langfristige und wichtige Widerstände und lief dann sehr schnell bis zur Marke von drei Euro, ehe eine Gegenbewegung zurück an das Ausbruchsniveau folgte. Diese Korrektur scheint nun beendet zu sein, was eine gute Einstiegsgelegenheit darstellt. Die Experten raten zum Kauf mit einem Kursziel von 2,85 Euro und einem Stoppkurs bei 1,90 Euro.
Die Experten von Börse Online erinnern daran, dass der Aktienkurs von Bilfinger Berger nur kurz abgerutscht ist, nachdem Ende Oktober bekannt geworden ist, dass der ehemalige hessische Ministerpräsident Roland Koch neuer Vorstandsvorsitzender des Baukonzerns wird. Viele Großinvestoren beobachten den Wechsel aber weiter skeptisch. Ein Fondsmanager, der nicht genannt werden will, sagte, der "fliegende Wechsel" aus der Politik in die Wirtschaft entspreche nicht seiner Vorstellung von guter Unternehmensführung. Auch weil Koch keine Erfahrung als Manager habe. Andererseits könne Koch nicht so viel Schaden anrichten, schließlich habe er erfahrene Vorstandskollegen an seiner Seite. Die Aktie von Bilfinger Berger gehört bei zahlreichen Fonds zu den Top-Positionen. Manche Profianleger halten das Unternehmen für so gut, dass sie die Anteilscheine nicht wegen der pikanten Personalie verkaufen wollen. Bedenklich würde es aber, so ein Portfoliomanager, wenn Koch vor allem seine Beziehungen spielen ließe.
Änderungen in den Musterdepots von Börse Online:
Die Verantwortlichen für das ausgewogen ausgerichtete Musterportfolio haben 120 Anteilscheine von BASF zu 53,60 Euro aufgenommen und bei 47,40 Euro abgesichert. Die Verantwortlichen für das dynamisch ausgerichtete Musterdepot haben ihre 1.000 Call-Optionsscheine (WKN BN5 MDS) auf BASF sowie ihre 130 Power-Optionsscheine (WKN TB8 A39) auf Gold jeweils mit einem deutlichen Gewinn ausgebucht. Dafür haben sie 1.250 Inline-Optionsscheine (WKN DB2 GAD) auf das Währungspaar Euro/US-Dollar zu 2,45 Euro eingebucht und den Stopp-Loss bei 0,80 Euro gesetzt. Nun erhöhen die Verantwortlichen ihr Limit für die 300 Bonus-Zertifikate (WKN UB2 PL1) auf Klöckner & Co auf 17,75 Euro. Weiter wollen sie noch 35 Titel von Wacker Chemie zu maximal 144 Euro aufnehmen. Die Verantwortlichen für das Trend-Musterportfolio haben 700 Inline-Optionsscheine (WKN SG1 U42) auf die Deutsche Telekom zu 7,01 Euro aufgenommen und bei 2,75 Euro abgesichert sowie 4.000 Bull-Zertifikate (WKN CG1 S6S) auf den TecDAX zu 0,80 Euro eingebucht und den Stoppkurs bei 0,35 Euro platziert. Nun wollen sie noch 1.500 Anteilscheine von Paion zu höchstens 2,40 Euro einbuchen.
Aktionärsbrief: HeidelbergCement und LifeWatch, "Bulle und Bär der Woche"
HeidelbergCement hat mit den Zahlen für das dritte Quartal 2010 in allen Belangen die Schätzungen der Analysten übertroffen. Die Geschäfte des Baustoffkonzerns liefen besonders in Afrika und Asien sehr gut. Das wird nach Ansicht der Experten des Aktionärsbriefes auch in den nächsten Quartalen so bleiben. Zudem hat die Familie Merckle beziehungsweise die VEM Vermögensverwaltung ihren Anteil am "Bullen der Woche" wieder erhöht und besitzt inzwischen bereits eine Sperrminorität von mehr als 25 Prozent. Mit einem KGV von 9 ist die Bewertung zudem moderat.
LifeWatch ist ein schweizerischer Anbieter von ambulanten Medizindienstleistungen und hat derzeit mit einigen Problemen zu kämpfen. Der Umsatz des "Bären der Woche" sank im dritten Quartal 2010 im Jahresvergleich um 43 Prozent auf 19,5 Millionen Dollar. Das Unternehmen erwirtschaftete dabei einen Verlust von 3,2 Millionen Dollar. Einige private Krankenversicherungen weigern sich, erbrachte Dienstleistungen abzurechnen. Zudem gestaltet das Unternehmen den Vertrieb um und hat Schwierigkeiten, neue Produkte einzuführen. Deshalb senkte der Vorstand die Prognose. Einen neuen Vorstandsvorsitzenden hat LifeWatch auch noch nicht, nachdem der alte nach nur sieben Monaten zurückgetreten ist. Die fast 60 Prozent an Kursverlust seit dem Jahresbeginn dürften noch nicht das Ende sein.
Änderungen in den Musterdepots des Aktionärsbriefes:
Die Verantwortlichen für das Allround-Musterportfolio haben 100 Anteilscheine von Rheinmetall zu 52 Euro aufgenommen und bei 48 Euro abgesichert. Die Verantwortlichen für das spekulativ ausgerichtete Musterdepot haben 4.000 Aktien von Norcom Information Technology zu 1,49 Euro eingebucht und den Stoppkurs bei 1,28 Euro gesetzt. Nun wollen sie noch 2.000 Papiere von Mensch & Maschine zu höchstens 4,22 Euro aufnehmen.
Outperformer.de: Celesio hat nun fast alles für weiter steigende Kurse
Die Experten von Outperformer.de (Nachfolge-Publikation von BetaFaktor) erinnern an die Gerüchte um das Pharma-Großhandelsunternehmen Celesio, das auch die Apothekenkette Doc Morris besitzt: Demnach soll die Unternehmerfamilie Haniel über die Franz Haniel & Cie. GmbH ihre Beteiligung von derzeit 54,6 Prozent ausbauen, Celesio soll aber auch vom US-amerikanischen Großhandelskonzern McKesson gekauft werden sowie nun auch noch von der Drogeriemarktkette dm. Celesio dementiert all das. Die Zahlen von Celesio zum dritten Quartal 2010, die heute, 11. November, veröffentlicht werden sollen, dürften nach Ansicht der Experten gut ausfallen. Auch im vierten Quartal dürfte sich der positive Trend fortsetzen, denn der Vorstand konzentriert sich weiterhin auf die Wachstumsmärkte in Brasilien, Russland, Indien und China (BRIC). Wegen der Reorganisation und des Markteintritts in Brasilien erwarten Analysten in diesem Jahr ein flaches Gewinnwachstum auf rund 1,55 Euro je Aktie aber im Jahr 2011 schätzen sie diesen Betrag auf 1,74 Euro, was einem KGV von nur 10 entspräche. Mittelfristig könnte Kurs auf rund 30 Euro steigen. Der Stoppkurs sollte bei 18 Euro gesetzt werden.
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