Werner Sperber
Das Zertifikatejournal leiht der Praktiker Bau- und Heimwerkermärkte Holding seine Aufmerksamkeit. Die Euro am Sonntag befindet die Leistung von Intel für "unmöglich". Der Frankfurter Börsenbrief ist Glencore menschlich und finanziell abgeneigt. Der Anlegerbrief performaxx traut der Aktie von Agnico-Eagle Mines einen Höhenflug zu. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten des Zertifikatejournals erinnern daran, dass die Praktiker Bau- und Heimwerkermärkte Holding aufgrund der Werbekampagne "20 Prozent auf Alles" zwar den Bekanntheitsgrad des Unternehmens deutlich erhöht hat, nun aber als "Billig-Baumarkt" gilt. Zudem liegt die Gesellschaft in den Umfragen zur Kundenzufriedenheit stets auf einem der letzten Plätze. Vorstandsvorsitzender Wolfgang Werner möchte die Baumarkt-Kette nun neu erfinden, wobei die Reklame mit dem ehemaligen Tennisprofi Boris Becker ein besseres Bild in der Öffentlichkeit bescheren soll. Mit dem Programm "Praktiker 2013" will der Konzernchef zudem ein "Signal des Neuanfangs und des Aufbruchs" senden. Dabei soll in allen 234 Praktiker-Märkten in Deutschland ein neues Leitsystem, ein Informationsstand am Eingang und eine veränderte Warenpositionierung eingeführt werden. Drei Preiskategorien bilden das gesamte Angebot ab: Die Billig-Marke "Budget", die Eigenmarke "Praktiker" und die bekannten Qualitätsmarken im gehobenen Preissegment. Dabei soll insbesondere bei den höhermargigen Eigenprodukten Zuwächse erzielt werden. Intern will der Konzern in den oberen Führungsebenen rund 20 Prozent des Personals abbauen. Insgesamt sollen rund sechs Prozent der Stellen gestrichen werden. All diese Maßnahmen sind notwendig, nachdem Praktiker zuletzt Kunden und Umsatz verlor und im vergangenen Jahr einen Verlust von 33,6 Millionen Euro auswies. Das laufende Jahr dürfte erneut mit einem Defizit enden und das Management erwartet, dass sich der Image-Wandel erst mittelfristig positiv auswirken wird. Vor diesem Hintergrund dürfte sich am Aktienkurs wenig ändern. Deshalb raten die Experten zum Kauf der bereits am 23. September fälligen Praktiker-Aktienanleihe (WKN MQ1 YXE) von Macquarie Oppenheim. Der Zinskupon beträgt 13,5 Prozent pro anno. Notiert die Aktie am Laufzeitende bei mehr als sieben Euro, wird die Aktienanleihe zum Nennbetrag getilgt. Zusätzlich erhält der Anleger eine Zinszahlung von 58,07 Euro pro 1.000 Euro Aktienanleihesumme. Notiert die Aktie bei weniger als sieben Euro, überweist die Bank 142,86 Aktien je 1.000 Euro Anleihebetrag ins Depot. Auch in diesem Fall fließt die Kuponzahlung. Die maximale Rendite beträgt 5,8 Prozent beziehungsweise 14,8 Prozent auf ein Jahr hochgerechnet.

Die Euro am Sonntag: Intel ist einfach unmöglich gewesen
Intel hat technische Probleme mit sogenannten Sandy-Bridge-Prozessoren und zudem könnte es zu Lieferengpässe aufgrund des drohenden Super-GAUs in Japan kommen. Trotzdem hat der Halbleiterkonzern Zahlen für das erste Quartal 2011 vorgelegt, welche Analysten nicht für möglich gehalten hätten, wie es die Experten der Euro am Sonntag formulieren. Der Umsatz stieg demnach im Jahresvergleich um 25 Prozent auf 12,8 Milliarden Dollar und der Gewinn um 29 Prozent auf 3,2 Milliarden Dollar. Die Experten empfehlen die Aktie weiterhin zum Kauf und raten dazu, den Stoppkurs bei 11,85 Euro zu setzen.
Änderungen in den Musterdepots der Euro am Sonntag:
Joachim Spiering, Verantwortlicher für das offensiv ausgerichtete Musterportfolio, hat seine 3.300 Zertifikate (WKN DB0 CFF) auf den Index ASE20 mit einem Verlust von neun Prozent zu 6,68 Euro ausgebucht und dafür 1.160 Anteilscheine von SMT Scharf zu 21,35 Euro aufgenommen und bei 19 Euro abgesichert. Zudem addierte er den Gegenwert für die Bezugsrechte für neue Aktien der Aareal Bank von 2.173,50 Euro zum Barwert hinzu. Die Bank führt eine Kapitalerhöhung durch, doch Spiering möchte daran nicht teilnehmen. Nun will Spiering noch 6.250 Titel von Softing aufnehmen. Im Momentum-Musterdepot sind die 1.370 Anteilscheine von Nordex und die 278 Aktien von Centrotherm wohl mit Gewinn sowie die 840 Titel von Süss Microtec anscheinend mit Verlust ausgestoppt worden. Dafür hat Sven Parplies 108 Papiere von Baidu.com zu 101,38 Euro eingebucht. Nun möchte der Zuständige für das Portfolio noch Vorzugsaktien von Hugo Boss und Anteilscheine von Wynn Resorts einbuchen.
Der Frankfurter Börsenbrief: Glencore ist menschlich und finanziell für Anleger ungeeignet
Glencore (Global Energy Comodity and Resources) ist im Jahr 1974 von Marc Rich als Marc Rich + Co AG gegründet worden und möchte nun an die Börse gehen. Die Experten des Frankfurter Börsenbriefes raten Anlegern aber davon ab, die Aktien zu zeichnen: Jahrelang hatte das Management keinen Börsengang nötig, die Geschäfte liefen zu gut. Jetzt wollen die 500 Partner, die Clencore kontrollieren, das Publikum ins Boot holen und am Dienstag, 24. Mai das Initial Public Offering (IPO) in London und Hongkong feiern. Die Glencore-Altaktionäre wollen 15 bis 20 Prozent der Anteilscheine abgeben und die Preisspanne am Mittwoch, 4. Mai, bekanntgeben. Sie wollen bei dem IPO zwischen neun und elf Milliarden Dollar einnehmen und mit dem frischen Geld Wachstum finanzieren. Die Topmanager haben sich verpflichtet, ihre Aktien mindestens fünf Jahre zu halten. Bei einem erfolgreichen Börsengang käme das weltgrößte Rohstoff-Handelsunternehmens, das auch in der Förderung und Lagerung aller bedeutenden Bodenschätze aktiv ist, auf einen Börsenwert von bis zu 60 Milliarden Dollar. Die Experten schätzen den Wert für den Gesamtkonzern allerdings nur auf 42 Milliarden Dollar. Für den geplanten Börsengang hat sich das Unternehmen aus dem schweizerischen Ort Baar bei Zug noch einmal hübsch gemacht. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz um 37 Prozent auf 145 Milliarden Dollar. Das Vorsteuerergebnis legte um 60 Prozent auf 5,29 Milliarden Dollar zu und der Nettogewinn um 39 Prozent auf 3,8 Milliarden Dollar. Was die Nachhaltigkeitskriterien anbelangt, ist ein Investment in Glencore zusätzlich mit einigen Fragezeichen zu versehen. In der Schweiz regt sich gerade ein Proteststurm von Kirchen und Menschenrechtsorganisationen. Dem Rohstoffkonzern werden unlautere Geschäftspraktiken unterstellt. Glencore trage zur Ausbeutung von Minenarbeitern in Afrika bei und nähme Umweltschäden in Kauf. Die Vorwürfe konzentrieren sich vor allem auf die Tochtergesellschaft Katanga Mining. Diese erzielt im Kongo hohe Gewinne mit dem Abbau von Kupfer und Kobalt. Der Vorwurf der Aktivisten richtet sich gegen eine Ausbeutung scheinbar selbständiger Schürfer, die zu minimalen Preisen ihre Ware abgeben. Gleichzeitig "optimiert" Glencore seine Steuerzahlungen auf Kosten von Dritte-Welt-Ländern, was angesichts der Schäden gerade in den Staaten der Dritten Welt, zum Beispiel durch Vertreibung, wenn Bergwerke erweitert werden, eine fragwürdige Politik ist. Glencore zahlte im vergangenen Jahr nur 250 Millionen Dollar an Steuern, was einer Quote von sechs Prozent entspricht. Konkurrent Xstrata bezahlt beispielsweise 34,5 Prozent.
Der Anlegerbrief performaxx: Agnico-Eagle fliegt wieder
Obwohl der Goldpreis seit Beginn des Jahres 2011 weiter gestiegen ist, ist der Aktienkurs von Agnico-Eagle Mines weiter gesunken. Nun hat sich der Kurs jedoch an der unteren Abwärtstrendkanal-Begrenzung bei 62 US-Dollar gefangen und sogar die Abwärtstrendlinie überwunden. Sollte die Notierung des kanadischen Goldproduzenten die Marke von 65 Dollar überschreiten, sind Kurse von 88 Dollar, also dem Allzeithoch, beziehungsweise von 100 Dollar möglich. Dort verläuft Anfang September 2011 die obere Aufwärtstrendkanal-Begrenzung. Der Stoppkurs sollte nach Angaben der Experten des Anlegerbriefes performaxx bei 60 Dollar gesetzt werden.
Änderung im Musterdepot von Financial Fortune:
Die Verantwortlichen für das Musterportfolio haben 10.000 Anteilscheine von Gulf Resources zu 3,12 Euro aufgenommen und bei 2,80 Euro abgesichert.
Änderung im Realdepot von TradeCentre:
Die Verantwortlichen für das Musterportfolio wollen 1.000 Anteilscheine von Impreglon zu höchstens 9,50 Euro kaufen.
Änderungen in den Musterdepots von Platow Derivate:
Im Derivate-Musterportfolio ist eine zwischenzeitliche Spekulation auf das Währungspaar Euro/Dollar mit Verlust ausgestoppt worden. Zudem sind die 470 Inline-Optionsscheine (WKN SG1 TZ2) auf den DAX mit einem Minus von 50 Prozent zu 2,50 Euro sowie die 470 Long-Zertifikate (WKN VT1 N0M) auf das Währungspaar Euro/Japanischer Yen mit einem Gewinn von 30 Prozent zu 7,10 Euro ausgestoppt worden. Die Verantwortlichen für das Musterdepot haben zudem ihren Bestand an Long-Zertifikaten (WKN DZ6 XTN) auf Singulus Technologies halbiert und dafür 850 Scheine mit einem Verlust von zehn Prozent zu 2,03 Euro ausgebucht. Zudem haben sie ihren bestand an Call-Optionsscheinen (WKN DE5 UEU) auf BASF verdoppelt und dafür 2.300 Scheine zu 0,76 Euro aufgenommen. Der Misch-Einstandskurs für die nun 4.600 Papiere beträgt 0,81 Euro. Schließlich haben die Verantwortlichen 875 Short-Zertifikate (WKN VT1 LX8) auf die Deutsche Lufthansa zu 2,66 Euro (Stoppkurs 1,79 Euro), 4.700 Bear-Zertifikate (WKN CK0 JAU) auf RWE zu 0,82 Euro (Stoppkurs 0,66 Euro), 3.000 Long-Zertifikate (WKN TB6 A9X) auf Fresenius zu 0,96 Euro (Stoppkurs 0,70 Euro) und 480 Long-Zertifikate (WKN BN8 UQ9) auf die GEA Group zu 3,91 Euro (Stoppkurs 2,50 Euro) eingebucht. Im Alpha-Turbo-Musterdepot sind die 2.100 Alpha-Turbo-Long-Zertifikate (WKN DZ2 QNW) auf eine bessere Wertentwicklung der Aktien von Praktiker im Vergleich zum deutschen Leitindex DAX mit einem Verlust von 45 Prozent zu 0,83 Euro ausgestoppt worden. Dafür haben die Verantwortlichen für das Musterportfolio 1.600 Alpha-Long-Zertifikate (WKN DZ2 QJ9) auf das Paar Fresenius Medical Care/DAX zu 2,62 Euro aufgenommen und bei 1,78 Euro abgesichert sowie 1.300 Alpha-Long-Zertifikate (WKN DZ2 NZE) auf das Paar Merck KGaA/DAX zu 2,27 Euro eingebucht und den Stoppkurs bei 1,30 Euro gesetzt.
Die zehn aussichtsreichsten, interessantesten oder innovativsten Anlagetipps der "Börsenwelt" sind - ausschließlich - im wöchentlich erscheinenden "Börsenwelt Börsenbrief" zu finden.