Werner Sperber
Die Actien-Börse will mit OHB Technology noch höher hinaus. Platow Derivate setzen in stürmischeren Zeiten auf die Outperformance von E.on und RWE im Vergleich zum DAX. Der Frankfurter Börsenbrief fühlt sich von Aggreko wieder unter Strom gesetzt. Portfolio Exclusiv beleuchtet Anlagen in das lebenswichtige Lebensmittel Wasser. Der BetaFaktor sieht Chancen für Aktien von Immobiliengesellschaften und besonders für die der KWG Kommunale Wohnen AG. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten der Actien-Börse verweisen auf den Auftragsbestand von OHB Technology, der zum 30. Juni des laufenden Jahres 1,29 Milliarden Euro betragen hat. Das sind 53,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. In diesem Betrag sind die 700 Millionen Euro für ein Wettersatelliten-Projekt noch gar nicht enthalten. Einschließlich des organischen Wachstums des Luft- und Raumfahrtkonzerns ergibt sich bis zum Jahresende ein Bruttobestand von deutlich mehr als zwei Milliarden Euro. Allerdings läuft die Gewinnentwicklung den Auftrags- und Umsatzzahlen stets um ein bis zwei Quartale hinterher, weil OHB erst Vorleistungen für die Projekte erbringen muss, während die endgültige bilanzielle Verrechnung erst sehr viel später erfolgt. Insgesamt raten die Experten zum Einstieg beziehungsweise zum Aufstocken mit einem Kursziel von 21 bis 22 Euro.

Platow Derivate: Jetzt geben E.on und RWE vergleichsweise Gas
Die Stromversorger zählten im bisherigen Jahresverlauf zu den großen Verlierern am deutschen Aktienmarkt. Das liegt nach Ansicht der Experten von Platow Derivate auch daran, dass die schwarz-gelbe Bundesregierung die Verlängerung der Atomkraftwerks-Laufzeiten (noch) nicht durchgesetzt hat und über eine Brennelemente-Steuer diskutiert. Am Ende wird es wohl doch zu einer Einigung kommen, mit der die Unternehmen gut leben können. An der Börse kommen nun die gewöhnlich stürmischen Herbstmonate, weshalb Anleger verstärkt auf vergleichsweise defensive und dividendenstarke Werte achten, zu denen die beiden Versorger jeweils zählen. Deshalb dürften sich die Kurse der Aktien von E.on und RWE jeweils besser entwickeln als der DAX, was sie in den vergangenen vier Wochen bereits moderat getan haben. Die Experten raten deshalb zum Kauf der jeweils am 12. Dezember 2011 fälligen Alpha-Long-Turbo-Zertifikate der DZ Bank auf eine Outperformance von E.on (WKN DZ0 CMD) und der RWE-Stammaktie (WKN DZ0 CM3) im Vergleich zum DAX. Bei Alpha-Long-Turbos geht es ausschließlich um die Performance-Differenz zwischen der Aktie und dem Index, die absolute Wertentwicklung spielt keine Rolle. Wenn sich E.on beziehungsweise RWE besser entwickeln als der DAX, steigen die Kurse der Alpha Turbos. Ob die Aktienkurse dabei steigen oder fallen, spielt keine Rolle. Beide Papiere wurden Ende Juni zu je einem Euro aufgelegt und mit einem anfänglichen Hebel von fünf versehen. Als Berechnungsbasis für die jeweilige Performanceermittlung gelten der damalige DAX-Stand von 6.115,48 Punkten sowie Kurse von 23,27 Euro bei E.on und 55,44 Euro bei RWE.
Änderungen im Musterdepot von Platow Derivate:
Die Verantwortlichen für das Musterportfolio haben 700 Turbo-Bull-Zertifikate (WKN CM3 6TN) auf Philips Electronics zu 6,24 Euro aufgenommen und bei 5,05 Euro abgesichert. Zudem haben sie 3.200 Alpha-Long-Zertifikate (WKN DZ0 CMD) auf eine Outperformance der E.on-Aktie im Vergleich zum DAX zu 0,90 Euro eingebucht und den Stoppkurs bei 0,50 Euro gesetzt. Jetzt sollen noch ebenfalls 3.200 Alpha-Long-Zertifikate (WKN DZ0 CM3) auf eine Outperformance der RWE-Aktie im Vergleich zum DAX zu höchsten 0,85 Euro ins Depot genommen werden. Hier soll der Stopp-Loss bei 0,45 Euro platziert werden.
Der Frankfurter Börsenbrief: Südafrika und Aggreko setzen sich unter Strom
Aggreko bietet mobile Stromversorgungs- und Klimatisierungsgeräte an. Die jüngsten Zahlen und Prognosen zeugen nach Ansicht der Experten des Frankfurter Börsenbriefes von weiterem Potenzial für die Aktie des britischen Konzerns. Südafrika hat sich als Goldgrube erwiesen. In diesem von unsicherer Stromversorgung geplagten Land haben die Generatoren ihre Praxistauglichkeit unter Beweis gestellt. Aggreko hat nach der Fußball-Weltmeisterschaft Aufträge im Wert von 50 Millionen Euro erhalten. Das Orderbuch ist insbesondere aus den Regionen Asien sowie Zentral- und Südamerika prall gefüllt. Vorstandsvorsitzender Grubert Soames vertraut auf die eigenen Stärken und entwickelt das Unternehmen organisch weiter. Lediglich kleine Akquisitionen runden das geografische Profil ab. Das Kursziel beträgt 2.130 Britische Pence und der Stoppkurs sollte bei 1.362 Pence gesetzt werden.
Portfolio Exclusiv: Ohne Wasser geht es nicht
Das Leben auf der Erde, wie wir es kennen, ist ohne Wasser nicht möglich. Rund 70 Prozent des gesamten Wasserverbrauchs fließen auf Äcker und in Traufen. Den restlichen Verbrauch teilt sich der Industrie- und Privatsektor auf. Erst eine gute Versorgung mit Wasser ermöglicht wirtschaftliche Erfolge des Einzelnen, von Unternehmen und Ländern. Für die Staaten ist die Wasserversorgung damit eine zentrale Herausforderung. Daher werden nach Ansicht der Experten von Portfolio Exclusiv vor allem wirtschaftlich aufstrebende Länder wie China, die bislang eher ein laxes Umweltbewusstsein entwickelt haben, umdenken und nachhaltige Wege einschlagen müssen. Ein lukrativer Milliardenmarkt dürfte auf diese Weise entstehen. Genau deswegen konzentriert sich das endlos laufende Zertifikat (WKN GS0 TCH) von Goldman Sachs auf den Themax China Water Index, in dem zehn Titel aus den Sektoren Wasserversorgung und Wasser-Equipment geführt werden. Zwar wird die Zusammensetzung des Indexes monatlich überprüft aber nicht die Gewichtung, weshalb zumindest derzeit ein Klumpenrisiko besteht, nachdem Hyflux und Guangdong Investment knapp die Hälfte des gesamten Index ausmachen. Seit Anfang des Jahres 2008 hätte sich das Zertifikat im Wert verdoppelt. Zur Diversifikation eignet sich der World-Water-Index, kurz WOWAX. Eine halbjährliche Reallokation sorgt dafür, dass es kein Klumpenrisiko gibt. Im börsennotierten Indexfond (WKN LYX 0CA) von Lyxor wird der WOWAX über ein Sondervermögen abgebildet, so dass das Emittentenrisiko entfällt. Die jährliche Managementgebühr beträgt nur 0,6 Prozent. Die Dividenden werden jährlich ausgeschüttet. Die im November 2013 fällige Wasser Garantie-Anleihe (WKN TB1 ZZW) von HSBC bietet zwar weniger Gewinnchancen aber dafür einen Kapitalschutz. Allerdings bezieht sich dieser Kapitalschutz nur auf den Nominalwert von 100 Euro, wobei sich der Kurs seit der Ausgabe bereits auf 114 Prozent erhöht hat. Wer risikobereiter ist und mit einem Hebel operieren will, für den bietet die Commerzbank sieben Turbo-Zertifikate auf den Pictet Water PC Fonds an.
Der BetaFaktor: KWG wird zu einem guten Heim für Anleger
Engelbert Hörmannsdorfer, Experte des BetaFaktor, erklärt, die Zinsen sind auf einem lächerlich niedrigen Niveau: 30-jährige Bundesanleihen rentieren nur noch mit rund drei Prozent pro anno. Dabei berücksichtigt diese Rendite kein Kursänderungsrisiko, doch die Anleihen-Kurse fallen, wenn die Zinsen wieder steigen. Drei Prozent hat also nur der, der die 30-jährige Laufzeit als Anleger durchhält. Kurzlaufende Anleihen rentieren sich noch schwächer: Die einjährigen Finanzierungsschätze des Bundes bringen 0,5 Prozent und die zweijährige Variante 0,6 Prozent pro anno. Die Anleihenrenditen sind völlig unattraktiv geworden und es sollte sich jeder überlegen, ob er das hohe Kursniveau der Bonds zum Ausstieg nutzt. Zum Geldparken lohnt sich ein Tagesgeldkonto allemal besser, vor allem ist man so flexibler und kann an den Aktienmärkten die eine oder andere Gelegenheit nutzen. Die Inflation springt langsam an, Vermögensgüter werden deutlich teurer und die Immobilienpreise in Deutschland ziehen, von den Medien kaum beachtet, merklich an. Hausbauer freuen sich über das Zinstal. Makler berichten über rege Investitionstätigkeiten. Das Mietniveau wird wieder deutlicher anziehen, was die Inflationsrate anhebt. Wenn die anscheinend unter der Fuchtel der Politiker stehende EZB ihre vorrangige Aufgabe der Preisstabilität ernst nimmt, dürfte die extreme Niedrigzinsphase eigentlich nicht mehr lange Bestand haben können. Aus dieser Lage heraus, dürfte sich der Abschlag des Aktienkurses der KWG Kommunale Wohnen AG zum Nettoinventarwert (NAV) bald verringern. Derzeit beträgt dieser Abschlag 42 Prozent, was übertrieben ist. Denn die Ergebnisse verbessern sich zusehends, wie die Halbjahreszahlen gezeigt haben. KWG kauft günstig leerstehende Objekte und Immobilien die sanierungs- und renovierungsbedürftig sind. Nach der Renovierung vermietet die KWG die Objekte teurer. Vorstand Stavros Efremidis deutete an, dass das Kerngeschäft läuft. Hörmannsdorfer geht davon aus, dass der Sanierungsaufwand wie auch der Leerstand sinken wird. Deshalb ist ein Kursziel von sechs Euro gerechtfertigt.
Änderung im Musterdepot von Fuchs Kapitalanlagen:
Die Verantwortlichen für das Musterportfolio wollen ihren Bestand von 100 Vossloh-Anteilscheinen um weitere 50 Stück zu höchstens 77,20 Euro aufstocken.
Änderung in einem Musterdepot des Anlegerbriefes performaxx:
Die Verantwortlichen für das kurzfristig ausgerichtete Musterportfolio haben ihre 5.000 Anteilscheine von Conergy mit einem Verlust von 26 Prozent zu 0,649 Euro ausgebucht.
Die zehn aussichtsreichsten, interessantesten oder innovativsten Anlagetipps der "Börsenwelt" sind - ausschließlich - im wöchentlich erscheinenden "Börsenwelt Börsenbrief" zu finden.