Werner Sperber
Die Actien-Börse beschäftigt sich mit dem "Handy-Weltmeister" Nokia. Der Börsendienst betrachtet sich Balda nach den starken Kursgewinnen. Portfolio Exclusiv hat ein passendes Derivat zu Heidelberger Druckmaschinen gefunden. Fuchs Kapitalanlagen sieht im "Cloud-Computing" die Zukunft und stellt Teradata vor. Platow Derivate sieht eine glänzende Zukunft für Gold. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten der Actien-Börse gehen davon aus, dass das Unternehmen Nokia, als Weltmeister im Mobilfunkgeschäft, neu geordnet wird. Dabei sind "merkwürdige Kursbewegungen" aufgefallen. Die Änderung an der Konzernspitze könnten noch nicht alles sein, denn die Gerüchte kreisen um mehrere Themen. Ein neuer Vorstandsvorsitzender ist nicht entscheidend. Nokia muss sich technisch und im Vertrieb neu aufstellen. Dabei könnte sich das finnische Unternehmen auch von Bereichen trennen, die nicht zwingend zum Kerngeschäft gehören, wie etwa das Gemeinschaftsunternehmen mit Siemens. Dafür wäre es möglich, dass sich Nokia auf Ericsson zu bewegt. Die neue Aufstellung sollte zum Kauf mit einem technischen Kursziel von zwölf Euro genutzt werden.

Der Börsendienst: Bye Bye, Balda
Die Experten des Börsendienstes haben vor etwas mehr als einem Monat den Kauf der Aktie von Balda beziehungsweise den Einstieg in das endlos laufende Turbo-Bull-Zertifikat (WKN CM5 W5K) der Commerzbank auf Balda empfohlen. Nachdem das Kursziel von 4,76 Euro übertroffen worden ist raten sie nun zum Verkauf.
Portfolio Exclusiv: Vorsicht, bei HeidelDruck
Der Aktienkurs der Heidelberger Druckmaschinen AG ist in dieser Woche stark gesunken. Der Konzern nannte Einzelheiten zu der geplanten Kapitalerhöhung, bei der das Grundkapital verdreifacht und 420 Millionen Euro eingenommen werden sollen. RWE, die rund acht Prozent an HeidelDruck halten, werden dabei nicht in vollem Umfang mitziehen. Die Allianz, welche etwa 13 Prozent an HeidelDruck besitzt, möchte ihren Anteil halten. Die Anleger sind dennoch vor allem über die Gewinnverwässerung verstimmt, doch die hoch verschuldete HeidelDruck benötigt dringend frisches Geld. Die Experten von Portfolio Exclusiv erinnern aber auch daran, dass das Geschäft von HeidelDruck endlich wieder anzieht. Die Zeiten, als öffentliche Bürgschaften und Bankkredite das Überleben sicherten, scheinen überwunden. Vorstandsvorsitzender Bernhard Schreier prognostiziert für das Ende März ablaufende Geschäftsjahr 2010/11 einen Umsatz von mehr als drei Milliarden Euro und eine EBIT-Marge von fünf Prozent. Da die Kapitalerhöhung einen Höhenflug der Aktie zunächst verhindern dürfte, raten die Experten zu einem defensiven Produkt: Sie empfehlen den Kauf des am 22. September 2011 fälligen Discount-Zertifikates (WKN BN4 VFS) der BNP Paribas auf HeidelDruck. Der Emittent zahlt dann vier Euro zurück, wenn der Aktienkurs die Schwelle von 2,52 Euro nicht erreicht. Für die Maximalrendite von 11,7 Prozent beziehungsweise 12,2 Prozent auf das Jahr gerechnet, darf die Aktie bis dahin sogar noch rund ein Drittel an Wert verlieren.
Änderung im Umweltaktien-Musterdepot von Portfolio Exclusiv:
Die Verantwortlichen für das Musterportfolio haben 300 Anteilscheine von Hain Celestial zu 19 Euro aufgenommen und bei 15,20 Euro abgesichert.
Fuchs Kapitalanlagen: Teradata mit Übernahmefantasie
Teradata ist nach EMC der zweitwichtigste, reine Spezialist für die Speicherung großer Datenmengen und kommt auf einen Börsenwert von "nur" 4,5 Milliarden Euro. Die Experten von Fuchs Kapitalanlagen erinnern daran, dass es seit längerer Zeit Übernahmegerüchte gibt, doch bisher hat sich noch niemand an das US-Unternehmen getraut. Teradata arbeitet mit den großen Softwarekonzernen wie Oracle oder SAP zusammen und ist zudem eine "privilegierte Partnerschaft" mit dem in Privatbesitz befindlichen und direkt mit Oracle und SAP konkurrierenden SAS Institut eingegangen. Die Geschäfte der bankschuldenfreien und mit flüssigen Mitteln von 563 Millionen Euro ausgestatteten Teradata laufen gut, wie die Halbjahreszahlen belegen. Für das Gesamtjahr 2010 erwartet der Vorstand einen Gewinn pro Aktie von bis zu 1,32 Euro. Teradata ist eine attraktive Braut und zudem könnte es für einen Wettbewerber des SAS Instituts sinnvoll sein, Teradata aus diesem Verbund herauszulösen, das eigene Geschäft mit "Cloud Computing" zu stärken und den Teradata-Kunden ausschließlich die eigene Software zu verkaufen. Die Experten raten deshalb mit einem Kursziel von 34 Euro und einem Stoppkurs bei 22,90 Euro zum Einstieg bei Teradata.
Änderung im Musterdepot von Fuchs Kapitalanlagen:
Die Verantwortlichen für das Musterportfolio haben 100 endlos laufende, börsengehandelte, besicherte Schuldverschreibungen (Exchange Traded Commodities, ETCs, WKN A1E K0G) der Deutschen Bank ETC Index Plc. auf Gold in Euro zu 101,38 Euro aufgenommen.
Platow Derivate: Es gibt viele Gründe für Goldengagements
Unter den internationalen Notenbanken tut sich momentan die im Besitz von Privatbanken befindliche Federal Reserve Bank der USA besonders hervor, den nächsten stärkeren Konjunkturabschwung und damit das gefürchtete "Double Dip" zu verhindern. Dafür leiten sie über verschiedene Wege in bislang nicht gekanntem Ausmaß immer neues Geld in die Märkte. Nach Ansicht der Experten von Platow Derivate wird sich daran so schnell nichts ändern. Deshalb steigen sowohl Aktienkurse als auch Rohstoffpreise und Anleihenotierungen. Der Großteil der Investitionen in Gold stammt deshalb nicht von Anlegern, welche einen "sicheren Hafen" suchen, sondern eindeutig aus Engagements von Spekulanten. Die haben aufgrund der von den Staatsregierungen und Notenbanken verursachten, massiven Geldschwemme ständig "Anlagenotstand". Durch das charttechnische Signal von Gold, das mit dem Erreichen eines Allzeithochs entstand, dürften die Edelmetallmärkte noch mehr Beachtung bei den Investoren finden. Doch Gold begeistert auch Anleger, die mittel- bis langfristige Engagements eingehen wollen. Bei den börsennotierten Rohstoff-Schuldverschreibungen (Exchange Traded Commodities, ETCs) oder der Xetra-Gold-Anleihe der Deutschen Börse AG profitieren die Anleger zwar von einer physischen Hinterlegung des eingezahlten Kapitals mit echten Goldbarren, dafür müssen sie das Risiko eines im Vergleich zum Euro schwächer werdenden US-Dollars in Kauf nehmen. Diese Gefahr kann mit Hilfe von währungsgesicherten Gold-Zertifikaten ausgeschaltet werden. Dafür besteht hier das Risiko einer Pleite des Emittenten, was vor allem dann unpassend ist, wenn Gold aus Angst vor einer neuen Finanzkrise gekauft werden soll. Zumindest dieses Problem ist gelöst, seit die Deutsche Bank ETC Index Plc. die endlos laufenden, börsengehandelten, besicherten Schuldverschreibungen (Exchange Traded Commodities, ETCs, WKN A1E K0G) auf Gold in Euro herausgebracht hat. Dieser ETC kombiniert die Vorzüge beider Anlagevehikel. Das investierte Geld wird als Barrengold in einem Tresor in London hinterlegt sowie räumlich und rechtlich davon getrennt. Die Barren bleiben rechtlich betrachtet im Besitz des Emittenten, werden aber an einen Treuhänder verpfändet, der es im Insolvenzfall nur zu Gunsten der ETC-Eigentümer verkaufen darf. Gleichzeitig ist das eingesetzte Kapital weitgehend gegen Währungseinflüsse abgesichert. Lediglich Veränderungen innerhalb eines Tages sind davon nicht betroffen, weil die Sicherungsgeschäfte nur einmal am Tag getätigt werden. Da zwar ein Verkauf des ETC jederzeit machbar, eine vorzeitige Auslieferung der Barren aber nicht möglich ist, bietet dieser ETC ebenfalls keinen Schutz bei einer Hyperinflation. Hier bleiben Gold-Barren oder -Münzen, aber auf keinen Fall -Medaillen, unverändert erste Wahl. Mit dem Erreichen des Rekordhochs bei knapp 1.275 Dollar je Feinunze Gold dürfte die Korrektur endgültig beendet sein. Da das Edelmetall in vielen Anleger-Portfolios immer noch massiv untergewichtet ist, sollte noch einiges an Preispotenzial vorhanden sein. Die Experten raten risikobereiten Anlegern deshalb zum Kauf des endlos laufenden, währungsgesicherten Mini-Future-Long-Zertifikates (WKN AA2 NVW) der Royal Bank of Scotland auf Gold. Der Schein ist mit einer Basis bei 1.141,13 Dollar je Unze Gold, einer Knock-out-Schwelle bei 1.164 Dollar und einem Hebel von derzeit 9 ausgestattet. Der Stoppkurs sollte bei 8,90 Euro beziehungsweise in etwa 1.230 Dollar je Unze Gold gesetzt werden.
Änderungen im Musterdepot von Platow Derivate:
Die Verantwortlichen für das Musterportfolio haben 300 Long-Zertifikate (WKN AA2 NVW) auf Gold, 1.000 Long-Zertifikate (WKN AA2 NV4) auf Silber und 1.400 Long-Zertifikate (WKN AA1 7DV) auf Platin zu 12,50 Euro, 3,75 Euro beziehungsweise 3,70 Euro aufgenommen. Die Stoppkurse für die währungsgesicherten und endlos laufenden Zertifikate liegen bei 8,90 Euro, 2,75 Euro respektive drei Euro.
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