Werner Sperber
Global Biotech Investing haben mit Minster Pharmaceuticals einen aussichtsreichen aber auch risikoreichen Biotechwert entdeckt. Die Euro am Sonntag wettet mit einem Derivat auf weitere Kursrückschläge des Index Nasdaq100. Die Platow Börse fühlt sich von Gerry Weber International weiterhin angezogen. Der Anlegerbrief performaxx beschäftigt sich mit dem geplanten Börsengang von Helikos, dem ersten IPO des Jahres 2010. Trade24 setzt auf Intuitive Surgical. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten von Global Biotech Investing zitieren die Analysten von Edison Research, welche in einer Ende 2009 veröffentlichten Studie für Minster Pharmaceuticals eine fünfmal höhere Marktkapitalisierung als "fairen Wert" angegeben haben, als die Gesellschaft sie derzeit bei Kursen von 0,06 Euro vorweisen kann. Das Hauptprodukt des Biotechnologie-Unternehmens ist derzeit Sabcomeline, das zur Behandlung von Schizophrenie entwickelt wird. Derzeit laufen die Vorbereitungen für eine Studie der Phase IIa, die in den kommenden Wochen beginnen und in gut einem Jahr die ersten Ergebnisse liefern soll. Der Zulassungsantrag soll Ende des Jahres 2014 gestellt werden, sofern alles nach Plan verläuft. Mit einer Zulassung wäre dann Ende des Jahres 2015 oder Anfang des Jahres 2016 zu rechnen. Minster Pharma hält aber auch für Tonabersat die weltweiten Lizenzrechte. Dieser Wirkstoff soll zur Behandlung von Epilepsie und neurogener Schmerzen erforscht werden. Laut Edison Research würden die derzeitigen Barmittel von Minster Pharma die Finanzierung der Entwicklungsreihen bis in das nächste Jahr hinein sicherstellen. Spätestens dann sollte das Unternehmen zur weiteren Finanzierung der kostspieligen Phase III-Tests einen finanzkräftigen Partner präsentieren können. Der Kauf der Aktie ist nur sehr risikobereiten Anlegern zu empfehlen, die dafür aber auch bei entsprechenden Nachrichten die Chance haben, ihr Investment zu vervielfachen.
Änderungen im Musterdepot von Global Biotech Investing:
Die Verantwortlichen haben das Musterportfolio mit einem Kassenbestand von 100.000 Euro zum 8. Januar neu gestartet. Als erste Positionen sind 5.300 Anteilscheine von Biostar Pharma zu 2,82 Euro aufgenommen und bei 2,39 Euro abgesichert worden. Zudem sind ins Musterdepot eingebucht worden: 10.000 Aktien von China Kangtai Cactus zu 1,87 Euro und einem Stoppkurs bei 1,58 Euro; 7.500 Titel von China Medicine Corp zu 2,72 Euro und mit einem Stopp-Loss bei 2,31 Euro sowie 9.000 Papiere von Prolor Biotech zu 1,66 Euro, mit einer Absicherung bei 1,60 Euro.
Euro am Sonntag: Mit den Börsen geht es weiter bergab
Petra Maier, Expertin der Euro am Sonntag, zitiert Klaus Deppermann. Der technische Analyst der BHF Bank erwarte bis Juni einen Kursrutsch von 20 bis 30 Prozent und rate dazu, in den kommenden Monaten einen großen Bogen um Aktien zu machen. Auch Petra Maier sieht einige Faktoren für sinkende Notierungen sprechen. Sollte es tatsächlich zu den Kursrückschlägen kommen, dürften die im Nasdaq-Index notierten Technologieaktien nach den starken Kursgewinnen der vergangenen zwölf Monate besonders stark verlieren. Deshalb empfiehlt Petra Maier risikobereiten Anlegern den Put-Optionsschein (WKN DB5 T5W) der Deutschen Bank auf den Nasdaq-100-Index zum Kauf. Der Schein läuft bis zum 15. Juli 2010 und ist mit einer Basis von 1.975 Punkten ausgestattet. Der Hebel beträgt derzeit 8,2.
Änderungen in den Musterdepots der Euro am Sonntag:
Sven Parplies, Verantwortlicher für das Momentum-Musterportfolio, hat seine 64 Anteilscheine von Priceline mit einem Verlust von sechs Prozent zu 143,85 Euro ausgebucht und dafür 87 Aktien der Sears Holding zu 70,30 Euro aufgenommen. Jens Castner, zuständig für das defensiv ausgerichtete Musterdepot, will die 70 UBS-Starplus-Zertifikate (WKN UB0 PAL) mit einem Gewinn von rund sechs Prozent ausbuchen und dafür 400 Aktien von KTG Agrar zu höchstens 15 Euro einbuchen. Nach dem Split im Verhältnis 1:50 hält Castner nun 150 anstatt drei Anteilscheine von Berkshire Hathaway in seinem Depot. Am Wert dieses Engagementes ändert sich durch die nur zahlenmäßige Verfünfzigfachung der Titel nichts, da im Gegenzug der Kurs nur mehr ein Fünfzigstel beträgt. Joachim Spiering betreut das offensiv angelegte Musterdepot. Nachdem die 500 börsennotierten Fonds (WKN DBX 1SF) auf den Index EuoSTOXX-Banken mit einem Gewinn von 83 Prozent zu 38,92 Euro ausgestoppt worden ist, nimmt er 6.420 Put-Optionsscheine (WKN DB6 8JX) auf den TecDAX auf. Spiering geht von einer weiteren, deutlichen Korrektur am Aktienmarkt aus. Zudem möchte der Experte 1.550 Anteilscheine von Telegate aufnehmen und bei acht Euro absichern.
Platow Börse: Gerry Weber International überzeugt auch weiterhin
Gerry Weber International hat die Anleger mit guten vorläufigen Zahlen für das Ende Oktober abgelaufene Geschäftsjahr 2008/09 überrascht, wobei vor allem die EBIT-Marge von zwölf Prozent verblüfft hat. Der Vorstand des Modekonzerns hatte genau diese Rentabilität prognostiziert, was Analysten und Investoren allerdings eher bezweifelten. Die Experten der Platow Börse begründen die gute Profitabilität damit, dass Gerry Weber auf Geschäfte mit bonitätsschwachen Kunden verzichtet und so "nur" ein Umsatz von 594,1 Millionen Euro erzielte. Das Management will die EBIT-Gewinnspanne mittelfristig sogar auf 13 Prozent steigern, wobei die Aktionäre bereits jetzt von der höheren Rendite profitieren, da die Dividende auf 0,85 Euro je Anteilschein erhöht werden soll. Charttechnisch vollendet die Aktie von Gerry Weber derzeit eine Konsolidierungsformation, weshalb die Experten bis zu Kursen von 21,80 Euro zum Nachkauf raten. Der Stoppkurs sollte bei 18,50 Euro gesetzt werden.
Änderungen im Musterdepot der Platow Börse:
Die Verantwortlichen für das Musterportfolio haben insgesamt 1.900 Stammaktien von Sixt zu einem Durchschnittskurs von 24,75 Euro aufgenommen und den Stoppkurs bei 19,50 Euro gesetzt.
Der Anlegerbrief performaxx: Die leere Hülle Helikos ist kaufenswert aber nicht zeichnungswürdig
Der erste, geplante Börsengang des Jahres 2010 ist für den Anleger die sprichwörtliche "Katze im Sack", denn die Aktie von Helikos ist zum Zeitpunkt des voraussichtlichen IPO (Initial Public Offering) am Dienstag, 2. Februar, nur ein SPAC (Special Purpose Acquisition Company), also eine leere Hülle ohne operatives Geschäft. Die Experten des Anlegerbriefes performaxx führen als Fakten an, dass maximal 25 Millionen Aktien zuzüglich einer Mehrzuteilungsoption von fünf Millionen Aktien bis zum Freitag, 29. Januar, gezeichnet werden können. Dabei beträgt der Zeichnungspreis fest zehn Euro je Aktie zuzüglich eines Optionsscheines, welcher zu einem an bestimmte Bedingungen geknüpften späteren Kauf einer weiteren Aktie von Helikos zu neun Euro berechtigt. Helikos soll erst nach eingehender Suche im Private-Equity-Stil einen Firmenkandidaten finden, denn sich das Übernahme-Vehikel dann einverleibt und über eine Verschmelzung indirekt an die Börse bringt. Die Experten gestehen den Investmentbankern Roland Lienau und Prof. Hermann Simon, welche an der Spitze von Helikos stehen, zu, immerhin renommierte Personen zu sein. Lienau und Professor Simon würden in den nächsten 24 Monaten einen deutschen "Hidden Champion" in einer Größenordnung von 300 bis 700 Millionen Euro suchen, der mit einer Minder- oder Mehrheitsbeteiligung von Helikos gekauft und auf Helikos verschmolzen werden soll. Eine Aktionärsversammlung muss dem Kauf zustimmen. Wer nicht einverstanden ist, kann aussteigen und sich sein Geld wieder auszahlen lassen. Sollte die Übernahme nicht zustande kommen, weil zu viele Helikos-Aktionäre sie ablehnen, suchen Lienau und Prof. Simon entweder weiter, bis sie einen anderen Kandidaten gefunden haben oder bis zum Fristende, dem die Auflösung des SPAC folgt. Die so genannten Sponsoren von Helikos, also die französische Private-Equity-Gesellschaft Wendel, Investmentbanker Roland Lienau und Prof. Dr. Hermann Simon, von Simon Kucher & Partner, haben zehn Millionen Euro in Optionsscheine investiert. Wird der SPAC aufgelöst, verfallen diese wertlos. Umgekehrt würden sie relativ fürstlich entlohnt, falls es zu einer erfolgreichen Übernahme käme und gewisse Kursmarken bei der Aktie genommen werden. Eine Vergütung darüber hinaus gibt es nicht für Lienau & Co. Die Experten des Anlegerbriefes beurteilen die Aussichten auf eine Zuteilung als ziemlich gering, da das Angebot vor allem institutionelle Investoren ansprechen soll. Schließlich muss der Aktionärskreis einer Übernahme zustimmen, wobei unlustige Privataktionäre nur stören würden. Interessant ist ein SPAC allemal. Bis zur Verkündung des Übernahmeziels beziehungsweise der Vollendung des Zusammenschlusses ist ein SPAC kaum mehr als ein täglich handelbares Festgeldkonto. So dient es Fondsmanagern teilweise als Alternative zum Halten von Bargeld. Privatanleger können dies natürlich genauso machen. Eine Zeichnung ist mangels Berücksichtigung von Orders unterhalb mittlerer fünfstelliger Summen höchstwahrscheinlich komplett aussichtslos, was kein Drama darstellt, da auch keinerlei Zeichnungsgewinne winken. Anleger können die Aktie allerdings spekulativ oder als Festgeldkontenersatz bei Kursen von zehn Euro an der Börse kaufen.
Trade24.de: Der Aktienkurs von Intuitive Surgical dürfte weiter steigen
Intuitive Surgical stellt Medizinroboter her und hat die Analysten mit einem deutlichen Umsatz- und Gewinnwachstum positiv überrascht. Die Experten von Trade24.de empfehlen die Aktie von Intuitive Surgical als „Internationaler Top-Favorit spekulativ" zum Kauf. Der Wert zeigt relative Stärke, der Intraday-Chart ist annehmbar und die Handelsumsätze sind relativ hoch. Der anfängliche Stoppkurs sollte bei 335 Dollar gesetzt werden.
Änderungen in den Musterdepots des Austria Börsenbriefes:
Die Verantwortlichen für das Musterportfolio Österreich haben ihre 1.700 Anteilscheine der Telekom Austria mit einem Verlust von zehn Prozent zu 10,20 Euro ausgebucht. Nun sollen noch 700 der insgesamt 1.400 Aktien von RHI zu mindestens 19,50 Euro, also mit einem Gewinn von mindestens 15 Prozent, aus dem Depot genommen werden. Die Verantwortlichen für das international angelegte Musterportfolio wollen ihre 120 Titel der Allianz ausbuchen und dafür 250 Papiere der Münchener Rückversicherung aufnehmen.
Änderungen im Musterdepot des Chart Trader:
Die 5.538 Anteilscheine von Evotec sind mit einem Gewinn von zwei Prozent zu 2,10 Euro ausgestoppt worden.
Änderungen im Musterdepot des Zertifikate & Optionsscheine Trader:
Die 6.500 Wave-Call-Optionsscheine (WKN DB7 EM1) auf Leoni sind mit einem Gewinn von elf Prozent zu 0,71 Euro ausgestoppt worden. Dafür sollen nun 3.600 Mini-Future-Short-Zertifikate (WKN TB7 U8W) auf MAN zu höchstens 1,15 Euro aufgenommen und bei 0,86 Euro abgesichert werden.
Änderungen im Musterdepot des Emerging Markets Investor:
Die Verantwortlichen haben das Musterportfolio zum 8. Januar mit einem Startkapital von 100.000 Euro komplett neu aufgelegt. In diesem Musterdepot sind vertreten: 150.000 Anteilscheine von Leisure Canada zu 0,20 Euro, mit einem Stoppkurs bei 0,18 Euro; 6.000 Aktien von China Armo Metals zu 2,81 Euro, mit einem Stopp-Loss bei 2,50 Euro; 15.000 Titel von Lotus Pharma zu 0,91 Euro, mit einer Absicherung bei mittlerweile 1,10 Euro; 40.000 Valoren von Chaarat Gold zu 0,36 Euro mit einem Stoppkurs bei mittlerweile ebenfalls 0,36 Euro; 20.000 Anteilscheine von Raven Russia zu 0,526 Euro mit einem Stopp-Loss bei inzwischen 0,55 Euro sowie 31.250 Aktien von SN Mineral Mining, welche bereits vor dem Börsengang zu 0,40 Euro gezeichnet sind.
Änderungen im Musterdepot von Hot Stocks Europe:
Die Verantwortlichen haben das Musterportfolio zum 8. Januar mit einem Startkapital von 100.000 Euro komplett neu aufgelegt. In diesem Musterdepot sind vertreten: 31.250 Aktien von SN Mineral Mining, welche bereits vor dem Börsengang zu 0,40 Euro gezeichnet sind; 40.000 Anteilscheine von Discovery Metals zu 0,397 Euro, mit einer Absicherung bei 0,36 Euro; 125.000 Titel von Curcas Oil zu 0,215 Euro und mit einem Stopp-Loss von inzwischen 0,20 Euro; 4.000 Papiere von Global Ecopower zu 3,30 Euro mit einem Stoppkurs bei 2,50 Euro sowie 500.000 Valoren von Can Can Lingerie zu 0,055 Euro mit einer Absicherung bei 0,04 Euro. Die 375 Anteilscheine von Solar Millenium sind zwischenzeitlich mit einem Verlust von 25 Prozent zu 30 Euro ausgestoppt worden.