Werner Sperber
Das Zertifikate-Journal ist für Medion und ein Zertifikat dazu weihnachtlich fröhlich gestimmt. Die Prior Börse sieht das Lechtdiodenlicht für Aixtron immer heller strahlen. Platow Derivate glaubt an ein Ende der Kursrallye von Infineon und empfiehlt ein entsprechendes Derivat zum Kauf. Der BetaFaktor hat mit Fieldex Exploration einen aussichtsreichen Nachzügler im Segment "Seltene Erden" entdeckt. Trade24 setzt auf Sixt. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.
Börsenwelt Presseschau: Wolfgang Raum, Experte des Zertifikate-Journals, geht davon aus, dass zu diesem Weihnachtsfest viele Konsumelektrogeräte verschenkt werden, denn Medion hat die Prognosen für das laufende Jahr erhöht. Der Elektronik-Großhandelskonzern ist als Lieferant für die Einzelhandelskette Aldi bekannt geworden, vertreibt die Waren aber längst auch an Mitbewerber von Aldi und betreibt auch ein eigenes, margenstarkes Internet-Portal. Der Medion-Vorstand erwartet, dass der Umsatz im Jahr 2009 nicht um 15 sondern nur mehr um 13 Prozent sinken wird. Daraus leitet das Management einen Gewinn vor Abschreibungen und Steuern von rund 15 Millionen Euro ab. Medion schreibt wohl auch in diesem von der Weltwirtschaftskrise belasteten Jahr 2009 wieder schwarze Zahlen. Fundamental überzeugt Medion durch die hohe Bargeldposition, welche Analysten derzeit auf rund fünf Euro je Aktie schätzen sowie den Buchwert von zirka acht Euro je Anteilschein. Nach unten ist der Kurs also gut abgesichert. Dennoch gibt es Risikofaktoren: Vor allem das weiterhin nicht in Schwung kommende Auslandsgeschäft, speziell in Großbritannien, Frankreich und Spanien, sowie der sich kontinuierlich fortsetzende Margenverfall bei der Konsumelektronik. Deshalb rät Raum zum Kauf des Discount-Zertifikates (WKN CM7 XZC) der Commerzbank auf Medion. Der Rabatt im Vergleich zu einem Investment direkt in die Aktie von Medion beträgt 16,2 Prozent. Das Papier ist mit einem Cap, also einer Gewinnbegrenzung, von acht Euro ausgestattet und läuft bis Weihnachten nächsten Jahres. Die maximale Rendite beträgt 21,2 Prozent beziehungsweise 20,1 Prozent pro anno.

Die Prior Börse: Aixtron strahlt immer heller
Die Experten der Prior Börse halten ein Investment in Aixtron weiterhin für interessant. Analysten schätzen, dass der Umsatz im Jahr 2010 auf 450 Millionen Euro und der Nettogewinn auf 70 Millionen Euro steigen wird, was einem KGV von 30 entspräche. Das ist zwar ambitioniert hoch, angesichts der phantastischen Zukunftsperspektiven bei einem "explodierenden" LED-Markt aber in Ordnung. Aixtron produziert Maschinen, mit denen Verbindungshalbleiter, sogenannte Leuchtdioden oder LEDs, hergestellt werden. Mit einem Anteil von 70 Prozent ist Aixtron Weltmarktführer in diesem Segment vor der US-amerikanischen Firma Veeco Instruments. Beide Konzerne dürften gut zu tun bekommen, wenn der LED-Markt schon in zwei bis drei Jahren tatsächlich zu einem Massenmarkt wird, wie das Branchenexperten erwarten. Zudem erhielt die schuldenfreie Aixtron jüngst 159 Millionen Euro aus einer Kapitalerhöhung, womit auch Firmenzukäufe möglich sind.
Änderungen im Musterdepot der Prior Börse:
Egbert Prior, Verantwortlicher für das Musterportfolio, hat seine 5.000 Anteilscheine von Advanced Inflight Alliance mit einem Verlust von 26 Prozent zu 2,53 Euro ausgebucht und dafür 5.500 Aktien von Balda zu 2,30 Euro aufgenommen.
Platow Derivate: Abwärts mit Infineon
Die Aktie von Infineon Technologies hat im Jahr 2009 eine beeindruckende Kursrallye angeliefert. Nach Ansicht der Experten von Platow Derivate ist diese aber nun vorbei, denn der Halbleiterkonzern muss nun auch langfristig orientierte Investoren vom Geschäftsmodell überzeugen, was Infineon bisher nie geschafft hat. Die Kursrückgänge als Reaktion auf die Zahlen zum vierten Quartal des Ende September abgelaufenen Geschäftsjahres 2008/09 deuten darauf hin. Dabei stieg der Umsatz im Jahresvergleich um zwölf Prozent auf 855 Millionen Euro. Das Nettoergebnis verbesserte sich im Vergleich zum dritten Quartal von minus 23 Millionen auf plus 14 Millionen Euro. Der Free Cashflow lag bei 151 Millionen Euro. Auf den ersten Blick schlug Infineon damit sogar die Markterwartungen. Der Aktienkurs scheint es aber nicht mehr auf ein Niveau oberhalb der 38-Tage-Linie zu schaffen. Insofern rechnen die Experten mit einer weiteren kraftvollen Kursbewegung nach unten. Sehr risikobereite Anleger sollten deshalb jetzt und gegebenenfalls bei Notierungen von rund einem Euro noch einmal das endlos laufende Turbo-Bear-Zertifikat (CG5 HMH) der Citigroup auf Infineon kaufen. Der Schein ist mit einer Basis und einer Knock-Out-Schwelle bei 4,23 Euro sowie einem Hebel von derzeit 2,6 ausgestattet. Der Stoppkurs sollte bei 0,74 Euro beziehungsweise bei 3,50 Euro für die Infineon-Aktie gesetzt werden.
Änderungen im Musterdepot von Platow Derivate:
Die 650 Mini-Future-Long-Zertifikate (WKN AA1 1HV) auf das Währungspaar Euro/Dollar sind zum Einstandskurs von 6,10 Euro ausgestoppt worden und die 800 Mini-Short-Zertifikate (WKN AA1 RHS) auf den T-Note-Future ebenfalls. Bei einem Ausstandskurs von vier Euro ist hier ein Verlust von 30 Prozent angefallen. Dafür haben die Verantwortlichen für das Musterportfolio 650 DAX-Mini-Short-Zertifikate (WKN TB1 Z69) zu 7,10 Euro aufgenommen und bei 5,10 Euro abgesichert sowie 1.300 Mini-Short-Zertifikate (WKN BN1 8H6) auf ThyssenKrupp zu 3,54 Euro. Der Stoppkurs wurde hier bei 2,45 Euro gesetzt.
BetaFaktor: Fieldex spielt den Nachzügler bei "Seltenen Erden"
Die Volksrepublik China fördert weltweit rund 95 Prozent der "Seltenen Erden" und hat bisher 80 Prozent seiner Produktion zu günstigen Preisen exportiert. Diese Exportpreise waren so niedrig, dass sich die Exploration und Förderungen dieser Rohstoffe im Rest der Welt kaum gelohnt hat. Die gesamte Minen- und Explorationstätigkeit in diesem Rohstoffsegment schlief außerhalb Chinas praktisch ein. Nachdem China im Sommer angekündigt hat, die Ausfuhr dieser "Seltenen Erden" zu beschränken, schossen die Kurse der entsprechenden Rohstoffunternehmen in die Höhe. Die Experten von BetaFaktor haben mit Fieldex Exploration einen Wert gefunden, der noch Nachholbedarf hat, da sich die Notierungen seit dem Sommer "nur" verdreifacht haben. Seit Anfang Oktober bewegt sich der Chart seitwärts bei Kursen von rund 0,16 Euro beziehungsweise 0,25 Kanadischen Dollar, denn Fieldex hat in der jüngsten Vergangenheit anscheinend auf Druck von Altaktionären bei einigen Privatplatzierungen Aktien an diese Investoren ausgegeben. Dabei räumte Vorstandsvorsitzender Martin Dallaire ein, die Investitionssumme von rund 500.000 Dollar für ein vielversprechendes Testbohrprogramm für "Seltenen Erden" in der Kasse gehabt zu haben. Dieses Programm soll Ende des zweiten Quartals 2010 abgeschlossen sein, wobei Fieldex in diesem Jahr wohl keine vorläufigen Ergebnisse bekannt geben dürfte. Das Unternehmen sucht bereits seit Jahren im kanadischen Quebec nach Basismetallen und hier vor allem nach Nickel. Fieldex weist in früheren Explorationsstudien bereits beachtliche Konzentrationen von "Seltenen Erden" aus, welche teilweise bei weitaus mehr als vier Prozent liegen und damit höher als in vielen chinesischen Minen. Zudem hat Fieldex bislang nur sehr oberflächennah exploriert und geht erst jetzt mehr in die Tiefe. Finden sich dort auch "Seltenen Erden" in genügend hoher Konzentration, könnte sich ein Abbau lohnen. Die restlichen Basismetalle wären ergänzendes Beiwerk. Die Experten raten jetzt zum Einstieg. Die einzigen beiden Möglichkeiten für einen Misserfolg wären enttäuschende Bohrergebnisse und eine Umkehr der chinesischen Regierung in der Exportpolitik für "Seltenen Erden" und an beides glauben die Experten nicht.
Änderungen im Realdepot des BetaFaktor:
Engelbert Hörmannsdorfer, Verantwortlicher für Realdepot, ist mit der Entwicklung des Aktienkurses von Tirex Resources nicht zufrieden. Trotz nach wie vor bester Bohrergebnisse kommt der Titel einfach nicht voran. Deshalb hat Hörmannsdorfer seine 1.400 Anteilscheine mit einem Verlust von 64 Prozent zu 0,322 Euro verkauft.
Trade24.de: Die Aktie von Sixt dürfte weiter steigen
Der Umsatz von Sixt ist im dritten Quartal um 11,3 Prozent auf fast 427 Millionen Euro gesunken. Die operativen Erlöse aus dem Geschäft mit der Vermietung von Fahrzeugen und dem Verleasen verringerte sich im Jahrsvergleich um 10,8 Prozent auf rund 365 Millionen Euro. Da der deutsche Branchenprimus die zu vermietende Fahrzeugflotte verkleinert und weitere Einsparungen vorgenommen hat, stieg der Gewinn aber um 8,5 Prozent auf 23 Millionen Euro. Vorstandsvorsitzender Erich Sixt geht von einem saisonüblich schwächeren vierten Quartal aus und prognostiziert für das Gesamtjahr 2009 weiterhin ein deutlich positives Vorsteuerergebnis. Die bereits angekündigten Preiserhöhungen will Sixt im kommenden halben Jahr umsetzen. Für Geschäftskunden werden die Preise dabei um fünf bis zehn Prozent angehoben und für Privatkunden sollen sie um drei bis fünf Prozent steigen. Zwar erwartet Sixt auch für 2010 ein positives Ergebnis, eine konkrete Prognosen gab er aber nicht ab. Der Konzern hat bereits im dritten Quartal sein weltweit in nun 100 Ländern bestehendes Netz weiter ausgebaut und sucht nun noch nach kleineren Übernahmekandidaten speziell in Spanien. Die Experten von Trade24.de empfehlen den Einstieg bei der Sixt Stammaktie, da die Charttechnik ein Kaufsignal generiert oder bereits generiert hat. Der anfängliche Stoppkurs sollte bei 21,80 Euro gesetzt werden.
Änderungen im Millionendepot:
Gerd Weger, Verantwortlicher für Das Millionendepot, hat weitere 5.000 Anteilscheine von Medigene zu 3,96 Euro aufgenommen und hält nun 20.000 Stück zu einem Einstandskurs von 4,11 Euro. Aus technischer Sicht spreche einiges für eine kurzfristige Aufwärtsbewegung.
Änderungen in einem Musterdepot des Anlegerbriefes performaxx:
Im kurzfristig ausgerichteten Musterportfolio sind die 6.000 Anteilscheine von Caatoosee mit einem Gewinn von elf Prozent zu 0,49 Euro ausgestoppt worden.