Werner Sperber
Der BetaFaktor erkennt mit scharfem Blick, dass die Überwachungsgeräte-Firma Law Enforcement Associates Corp. sich überraschend gut entwickelt. Die Platow Börse findet, dass die Geschichte um Freenet immer mehr Kontur bekommt. Für Focus Money ist der Risikoabschlag bei Gazprom viel zu hoch. ÖkoInvest entdeckt "stumme" Firmen und Finanzjongleure im "grünen" Anzug. Trade24 setzt auf MSCI. Zudem gibt es eine Änderung in einem Musterdepot.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten des BetaFaktor, verweisen darauf, dass vermutlich eine Gerichtsklage den Aktienkurs (des sehr risikoreichen OTC-Wertes; Anmerkung der Börsenwelt-Redaktion) Law Enforcement Associates Corp. (WKN A0B MLD) gedrückt hat. Großaktionärin Barbara Wortley hat dabei ein Geschäft aus dem Jahr 2007 angefochten und wollte Law Enforcement dazu zwingen, 1,2 Millionen Aktien zu 1,25 Dollar zurückzukaufen. Die Richter haben die Begründung der Aktionärin nicht nachvollziehen können und wiesen nun die Klage ab. Barbara Wortley und Law Enforcement sollen sich außergerichtlich einigen. Der Konzern hätte nun gute Karten, um den Streit ohne großen Schaden für die Firma beizulegen. In den USA hat sich der Aktienkurs bereits von den Jahrestiefs erholt. Das Unternehmen entwickelt vor allem für US-amerikanische Behörden elektronische Überwachungsgeräte. Die Auftragsbücher sind voll und für ein erst 2009 entwickeltes Audioüberwachungsprodukt gab es überraschend vor wenigen Wochen die erste Initial-Bestellung. Die Experten geben das Kursziel zunächst mit 0,40 bis 0,45 US-Cent an, dem Hoch aus dem Jahr 2009.

Die Platow Börse: Freenet wird bei Analysten immer beliebter
Freenet dürfte für das Jahr 2009 eine Dividende von überraschend hohen 0,20 Euro je Aktie ausschütten. Die Experten der Platow Börse schätzen, dass Christoph Vilanek, Vorstandsvorsitzender des Mobilfunk-Dienstleistungsunternehmens, für dieses Jahr bereits 0,80 bis einen Euro als Dividende vorschlagen könnte. Nach den guten Ergebnissen für das Jahr 2009, in dem Freenet Debitel übernommen hat, heben nun reihenweise Analysten ihre Schätzungen an. Die Analysten der Deutschen Bank halten sogar Sonderausschüttungen für möglich und haben ihr Kursziel auf 15,50 Euro angehoben. Zudem scheint eine Übernahme möglich. Die Experten raten weiterhin zum Einstieg auf dem aktuellen Kursniveau und gegebenenfalls bei Notierungen um 10,40 Euro. Der Stoppkurs sollte auf neun Euro nachgezogen werden.
Focus Money: Gazprom, der "krisenfester Russe", liefert Kaufsignale
Rezessionsbedingt ist die Nachfrage nach Gas eingebrochen. Der halbstaatliche russische Gasmonopolist Gazprom möchte seine Fördermenge in diesem Jahr wieder leicht erhöhen, wobei ein schon leicht anziehender Gaspreis die Gewinne des Konzerns überproportional ansteigen lassen würde. Die Experten von Focus Money schätzen, dass der Konzern in den kommenden Jahren ordentlich wachsen dürfte. Schon bei einem jährlichen Gewinnanstieg von nur zwei Prozent würde der "faire Wert" der Aktie beziehungsweise der American Depositary Receipts (ADRs) bei 32,21 Euro liegen. Charttechnisch hat die Notierung der ADRs seit Anfang des Jahres 2009 einen Aufwärtstrend etabliert und in den vergangenen Jahren zeigte sich der Indikator Moving-Average-Convergence-Divergence (MACD) als verlässlich, um günstige Einstiegs- und Ausstiegszeitpunkte zu finden. Jüngst hat der MACD ein Kaufsignal erzeugt.
ÖkoInvest: Achtung, bei diesen "Grau-Grünen"
Die Experten von ÖkoInvest erstellen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) die "Graugrüne Liste", die vierteljährlich publiziert wird. Darin finden sich fast 240 Unternehmen, die zwar von der Redaktion im weitesten Sinne in den Kreis der Anbieter ethisch-ökologischer Geldanlagen aufgenommen worden sind, aber den Experten Informationen verweigern, die nötig sind, um die Angebote beziehungsweise die Seriosität dieser Anbieter umfassend beurteilen zu können. Diese Weigerung bedeutet nicht automatisch, dass diese Unternehmen alle unseriös sind, dennoch raten die Experten von einem Investment ab. Dass sie damit durchaus richtig liegen, belegen die Unternehmen, die von der Liste genommen werden, da diese Firmen offensichtlich nicht mehr existieren, wie etwa PSP Papierschaum AG, B.O.O.T. Beteiligungsgesellschaft für ökonomische und ökologische Technologien mbH, die deutsche Healthworld AG oder die US-amerikanische Consolidated Growers & Processors Inc. Letztere Firma hat der Börsenpublikation sogar gerichtliche Schritte angedroht, wenn das Unternehmen auf dieser Liste geführt werden würde.
Noch in der "Graugrüne Liste" befinden sich derzeit beispielsweise Ayur-Veda Investments Ltd., Royal Forest Developement Co., Ltd., Belland AG, FEBA Holding, Gesalfina AG, Jenni Liegenschaften, Solatera Energy Holding AG, Windcraft AG, Aquatec AG, Arra Terra Verbundstoff GmbH, Ethik Vermögensverwaltung AG (EthIK plus), Linner GmbH & Co. Industriebeteiligungen KG (EWW-Fonds), Mabuse Verlag GmbH, Nordwestdeutsche Kulturhof e.V. (Kunst-Sparen), ORISA GmbH oder die WFE Wings-for-Energy GmbH.
Neu aufgenommen wurden die Synthion AG und die Voltavis AG, da sie auf Fragen der Redaktion nicht geantwortet haben. Laut der Angaben auf der eigenen Internetseite forscht und entwickelt Synthion seit dem Jahr 2001 an synthetischen Biokraftstoffen. Die Massenproduktion soll im Jahr 2012 beginnen und im Jahr 2014 möchte das Unternehmen die eigene Technologie an internationale Anlagenbauer auslizenzieren.
Harry Assenmacher, Geschäftsführer der ForestFinance Gruppe Bonn, warnt auf der Titelseite von ÖkoInvest: Der "gescheiterte" Klimagipfel von Kopenhagen hat den Startschuss für das Zeitalter des Carbon-Kapitalismus gegeben. Der letzte frei verfügbare weltweite Rohstoff wird zur Handelsware: die Atmosphäre. Ein Billionen-Markt entsteht. Beinahe wöchentlich poppen Dienstleistungs-Unternehmen aus dem Boden, die "Kohlendioxyd-Neutralität" anbieten und doch nur CO2-Verschmutzung-Zertifikate handeln. An diesem Billionen-Markt möchte vor allem die Wall-Street verdienen und dabei auch die Erfinderin der für die Finanzkrise mitverantwortlichen sogenannten Credit Default Swaps (CDS), Blythe Masters. Die Leiterin des Rohstoffhandelssegments von JP Morgan sagt: "Man kann keine erfolgreiche Klimapolitik betreiben, ohne die Finanzbranche maßgeblich daran teilhaben zu lassen." Investmentlegende George Soros dagegen erklärt: "Das System (Handel mit Emmissions-Zertifikaten) kann manipuliert werden. Das ist auch der Grund, warum Finanztypen wie ich es so mögen - es schafft neue finanzielle Möglichkeiten." Assenmacher fügt an, Treibhausgase sind perfekt für die Marktkapitalisierung über "Finanz-Innovationen" geeignet - sie sind flüchtig, die Politik kann sie künstlich verknappen, und hinter ihnen stehen keine realen Werte. Die einzig erprobte Methode CO2-Müll real aus der Luft wieder herauszufiltern ist: wachsender Wald. Es gibt kaum schönere Deponien.
Trade24.de: Der Aktienkurs von MSCI dürfte weiter steigen
Die Experten von Trade24.de empfehlen die Aktie von MSCI Inc. als "Internationaler Top-Favorit spekulativ" zum Kauf. Der Wert zeigt relative Stärke, der Intraday-Chart ist annehmbar und die Handelsumsätze sind relativ hoch. Der anfängliche Stoppkurs sollte bei 31,20 Dollar gesetzt werden.
Änderung in einem Musterdepot des Anlegerbriefes performaxx:
Die Verantwortlichen für das kurzfristig ausgerichtete Musterportfolio haben ihre 600 Anteilscheine von Solarworld mit einem Verlust von zwölf Prozent zu 9,58 Euro ausgebucht.