Werner Sperber
Platow Derivate investiert mit einem Derivat in Kontron. Das Zertifikatejournal baut mit einem Derivat auf Siemens. TradeCentre möchte mit Quanmax auf Anlegerwolke 7 schweben. Fuchs Kapitalanlagen erklärt Reckitt Benckiser für sicher, sauber und gesund. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten von Platow Derivate erinnern daran, dass der Aktienkurs von Kontron seit Jahresbeginn stabil ist, nachdem er im vierten Quartal 2010 stark angezogen hat. Aktuell bewegt sich die Notierung zwischen 8,25 Euro und neun Euro. Diese relativ enge Handelsspanne wird sich früher oder später auflösen und zu einer neuen dynamischen Bewegung führen, wobei die Charttechnik und die seit Mitte vergangenen Jahres anhaltende relative Stärke für einen Ausbruch nach oben und eine Fortsetzung der Rallye sprechen. Risikobereite Anleger sollten deshalb eine kleine Position mit dem endlos laufenden Long-Zertifikate (WKN BN7 PZS) der BNP Paribas auf Kontron eingehen. Der Schein ist mit einer Basis bei 6,04 Euro, einer Knock-out-Schwelle bei 6,94 Euro und einem Hebel von derzeit 3,2 ausgestattet. Der Stoppkurs sollte bei 2,15 Euro beziehungsweise rund 8,20 Euro für die Aktie gesetzt werden.
Änderungen in den Musterdepots von Platow Derivate:
Im Derivate-Musterportfolio sind die 550 Long-Zertifikate (WKN SG1 1HK) auf das Währungspaar Euro/Australischer Dollar und die 700 Put-Optionsscheine (WKN DE5 MTG) auf den DAX jeweils mit prozentual zweistelligem Verlust ausgestoppt worden. Dafür haben die Verantwortlichen 470 Inline-Optionsscheine (WKN SG1 TZ2) auf den DAX zu 4,99 Euro aufgenommen und bei 2,50 Euro abgesichert. Zudem haben sie eingebucht: 2.100 Long-Zertifikate (WKN BN7 PZ2) auf Kontron zu 2,67 Euro (Stoppkurs bei 2,15 Euro), 470 Long-Zertifikate (WKN VT1 N0M) auf das Währungspaar Euro/Japanischer Yen zu 5,45 Euro (Stoppkurs bei 3,82 Euro), 3.600 Long-Zertifikate (WKN TB9 PL2) auf Krones zu 1,14 Euro (Stoppkurs bei 0,97 Euro und 2.200 Short-Zertifikate (WKN BC1 KFL) auf die Deutsche Bank zu 0,67 Euro (Stoppkurs bei 0,46 Euro).
Die Verantwortlichen für das Alpha-Turbo-Musterdepot haben 2.900 Alpha-Turbo-Long-Zertifikate (WKN DZ2 PNG) auf eine bessere Wertentwicklung der Aktie von Beiersdorf als der DAX zu 1,11 Euro aufgenommen und bei 0,64 Euro abgesichert. Nun möchten sie noch 4.300 Alpha-Turbo-Short-Zertifikate (WKN DZ2 QMS) auf das Paar Metro/DAX zu höchstens 1,30 Euro sowie 2.400 Alpha-Turbo-Short-Zertifikate (WKN DZ2 QRT) auf das Paar ADVA Optical Networking/DAX zu maximal 1,87 Euro einbuchen.

Das Zertifikatejournal: Siemens ist auf Kurs
Im ersten Quartal des Ende September ablaufenden Geschäftsjahres 2010/11 hat Siemens mehr Aufträge erhalten, mehr Umsatz erzielt und mehr Gewinn erwirtschaftet als ein Jahr zuvor. Vorstandsvorsitzender Peter Löscher erwartet aufgrund des weltweiten Konjunkturaufschwungs für das gesamte Fiskaljahr deutlich mehr Bestellungen und einen Anstieg des Gewinns aus fortgeführten Geschäften um mindestens 25 Prozent auf fünf Milliarden Euro. Löscher baut den Konzern dazu um. Er hat bereits viele unrentable Randbereiche abgestoßen und nun soll die Dienstleistungssparte "Industry Solutions" aufgegeben und das gesamte Industriegeschäft neu aufgestellt werden. Die Tochterfirma Osram soll im Herbst an die Börse gebracht werden, wobei Siemens auf absehbare Zeit zwar die Aktienmehrheit aufgeben, allerdings "Ankeraktionär" bleiben will. Löscher gründet im Siemens-Konzern das neue Segment "Infrastructure and Cities", in dem das Geschäft mit "intelligenten Stromnetzen (sogenannten smart grids)", der Stromverteilung über die Gebäude- und Verkehrstechnik bis hin zu den Industrieaktivitäten gebündelt werden soll. Diese Neuorganisation schafft Kursfantasie. Deshalb raten die Experten des Zertifikatejournals zum Kauf des Mitte März 2012 fälligen Discount-Zertifikates (WKN GS4 W1X) von Goldman Sachs auf Siemens zum Kauf. Die Bank zahlt maximal 100 Euro zurück, was einer Rendite von derzeit 19 Prozent beziehungsweise 20 Prozent pro anno entspricht.
TradeCentre: Quanmax ist besser als geplant
Das sogenannte "Cloud Computing" bedeutet, dass IT-Infrastrukturen wie etwa Rechenkapazität, Datenspeicher, Netzwerkkapazitäten oder Software aus einem Netzwerk, dem Internet, abgerufen werden. Die Verarbeitung der Daten durch Anwendungen verblasst somit für den Nutzer gewissermaßen in einer "Wolke". Wenn Anwender Programme aber nicht mehr lokal auf ihrem Computer gespeichert haben, sondern die Software von Serverfarmen abrufen, wird eine komplett neue Sicherheitsarchitektur benötigt, für die Quanmax (ehemals Gericom) geeignete Lösungen bereitstellt. Die Experten von TradeCentre sehen ihren "Aktienbullen der Woche" auf einem guten Weg, das eigentlich für das Jahr 2012 angestrebte Umsatzziel von 100 Millionen Euro schon im laufenden Jahr zu erreichen. Im Jahr 2010 stieg der Umsatz um 34,7 Prozent auf 80,7 Millionen Euro und der Gewinn belief sich auf vier Millionen Euro. Im ersten Quartal 2011 erlöste Quanmax bereits 21 Millionen Euro. Der Börsenwert von 60 Millionen Euro hat angesichts der wohl deutlich steigenden Gewinnspannen Potenzial.
Änderung im Realdepot von TradeCentre:
Die Verantwortlichen für das Real-Portfolio wollen 250 Anteilscheine von Porsche zu höchstens 45,10 Euro kaufen.
Fuchs Kapitalanlagen: Reckitt Benckiser liefert saubere Gewinne
Reckitt Benckiser ist nach Angaben der Experten von Fuchs Kapitalanlagen der weltweit führende Hersteller von Hygiene- und Reinigungsmitteln. Das Unternehmen produziert Marken wie Calgon, Sagrotan und Clearasil. Die Produktpalette wird durch Medikamente wie etwa Nurofen oder Dobendan Strepsils ergänzt. Im vergangenen Sommer kaufte das britische Unternehmen für knapp drei Milliarden Euro die Firma SSL und stieg so zum weltweit führenden Anbieter von Kondomen wie zum Beispiel der Marke Durex auf. Reckitt Benckiser wächst also sowohl organisch als auch durch Akquisitionen und verfügt über solide Finanzen. Aufgrund des hohen Cashflows dürften die Netto-Verbindlichkeiten von zuletzt 1,5 Milliarden Euro bis zum Herbst 2012 wieder komplett abgebaut werden. Spätestens dann dürfte Vorstandsvorsitzender Bart Brecht die nächsten Kaufgelegenheiten prüfen. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz um zehn Prozent auf 9,5 Milliarden Euro und der Gewinn je Aktie legte trotz des Preisdrucks in den etablierten Märkten ebenfalls um zehn Prozent auf 2,43 Euro zu. Da der Überschuss etwas niedriger war als von Analysten geschätzt, sank der Aktienkurs in den vergangenen Wochen überdurchschnittlich stark. Das stellt eine Einstiegsgelegenheit dar, denn gemessen an den zu erwartenden Gewinnen ist der Titel so preiswert wie seit langem nicht mehr. Im Jahr 2012 soll das Ergebnis pro Anteilschein auf 2,80 Euro steigen, was einem KGV von 13 entspricht. Aufgrund der überdurchschnittlichen operativen Margen und der Defensivqualitäten belief sich das KGV in der Vergangenheit auf bis zu 20. Die Ausschüttung für 2010 wurde auf umgerechnet 1,30 Euro pro Aktie angehoben, was einer Dividendenrendite von 3,6 Prozent gleichkommt. Insgesamt sollten die Anteilscheine deshalb mit einem Kursziel von 45,70 Euro und einem Stopp-Loss bei 29,77 Euro gekauft werden.
Änderungen im Musterdepot von Fuchs Kapitalanlagen:
Die Verantwortlichen für das Musterportfolio haben ihre 300 Anteilscheine von E.on mit einem Verlust von neun Prozent zu 21,35 Euro ausgebucht. Dafür haben sie 50 Aktien von Schneider Electric zu 119,10 Euro aufgenommen und bei 101,70 Euro abgesichert. Zudem haben sie 25.000 ETFS-Anteile (WKN A0K RJ3) auf Natural Gas zu 0,22 Euro eingebucht und den Stoppkurs bei 0,185 Euro gesetzt. Nun möchten sie noch 150 Papiere der Danone Group zu höchstens 46,35 Euro ins Depot nehmen.
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