Werner Sperber
Börse Online freut sich darüber, dass K+S höhere Preise durchsetzt und will mit einem Derivat von wohl steigenden Kursen profitieren. 4investors geht von einem möglichen Ende der Korrektur bei den Aktien der Commerzbank und von Solarworld aus. Focus Money hält Tullow Oil für einen der attraktivsten Ölwerte. Der Rohstoff-Report braucht Strom und kein Kohlendioxid und hat entsprechende Derivate parat. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten von Börse Online verweisen darauf, dass K+S die Preise für Kali erhöht. Zudem will der Düngemittel- und Salzkonzern demnächst die erworbenen Vorkommen von Potash One erschließen. Charttechnisch befindet sich bei 50 bis 51 Euro eine gute Unterstützung. Wenn die seit Sommer 2008 gültige Abwärtstrendlinie bei derzeit 57 Euro überwunden wird, dürften die Kurse weiter steigen. Risikobereite Anleger sollten deshalb das endlos laufende Long-Zertifikat (WKN BC1 F6E) der Barclays Bank auf K+S kaufen. Der Schein ist mit einer Basis bei 38,46 Euro, einer Knock-out-Schwelle bei 41 Euro und einem Hebel von derzeit 3,3 ausgestattet. Das Kursziel beträgt 2,10 Euro und der Stoppkurs sollte bei 1,15 Euro gesetzt werden.
Änderungen in den Musterdepots von Börse Online:
Im ausgewogen ausgerichteten Musterportfolio sind die 400 Anteilscheine von ProSiebenSat.1 Media mit einem Plus von zehn Prozent zu 17,90 Euro ausgestoppt worden. Die Verantwortlichen wollen nun ihre 800 Bonus-Zertifikate (WKN AA2 DW2) auf Harmony Gold Mining mit Gewinn ausbuchen. Die Verantwortlichen für das dynamisch angelegte Musterdepot wollen ihre 100 Call-Optionsscheine (WKN TB8 A3B) auf Gold mit Gewinn ausbuchen und dafür 100 Call-Optionsscheine (WKN TB9 MTQ) auf den gleichen Basiswert einbuchen. Die 250 Call-Optionsscheine (WKN CM8 2LL) auf das Währungspaar Euro/US-Dollar laufen aus und werden den Maximal-Ertrag einbringen. Im Trend-Musterportfolio sind die Anteilscheine von Vestas Wind Systems mit einem Verlust von zehn Prozent ausgestoppt worden. Dafür wollen die Verantwortlichen 100 Anteilscheine von Danone zu höchstens 49 Euro aufnehmen.

4investors: Commerzbank und Solarworld stehen vielleicht vor dem Ende der Konsolidierung
Die Experten von 4investors sehen zumindest Chancen für eine technische Erholung des Aktienkurses der Commerzbank. Die Zuversicht beruht auf einer Stabilisierung bei Kursen von mehr als 4,09 Euro, wo sich eine wichtige Unterstützungsmarke befindet. Nachdem die Papiere in den vergangenen Tagen deutlich abgegeben haben, könnte eine Gegenbewegung genauso dynamisch ausfallen, sobald der Kursbereich von 4,29 bis 4,34 Euro überwunden wird. Ein weiterer Widerstand befindet sich zwischen 4,56 und 4,66 Euro sowie zwischen 5,28 und 5,33 Euro. An dieser letzteren Marke wurde das jüngst mit Abstand wichtigste Verkaufssignal erzeugt.
Die Experten von 4investors betrachten sich den Bollinger-Band-Indikator bei der Aktie von Solarworld. Da das untere Ende des Bollinger Bandes mit steigender Tendenz bei 10,17 Euro begrenzt wird, halten sie es für möglich, dass die Korrektur des Aktienkurses beendet wird. Weitere Unterstützungen befinden sich bei 10,20 Euro, wo derzeit die 38-Tage-Linie verläuft, bei zehn Euro sowie zwischen 9,50 und 9,70 Euro. Wenn die Notierung die Hürde bei 10,75 Euro überwindet, sind Kurse bis 11,50 Euro beziehungsweise 11,95 bis 12,19 Euro möglich.
Focus Money: Tullow Oil zeigt Dynamik und birgt Kursfantasie
Das im englischen London ansässige Unternehmen Tullow Oil sucht in insgesamt 22 Ländern Europas, Südostasiens, Südamerikas und Afrikas nach Öl, wobei sich der Konzern vor allem auf Afrika konzentriert. Dort besitzt Tullow Oil 53 Lizenzen in 15 Ländern. Der chinesische Wettbewerber CNOOC und der französische Konkurrent Total kaufen für insgesamt 2,9 Milliarden Euro je ein Drittel von Tullow Oils Projekt am Rift-Becken des Albert-Sees in Uganda. In die Erschließung sollen insgesamt bis zu zehn Milliarden Dollar investiert werden. Dort sollen einmal 200.000 Barrel Öl pro Tag gefördert werden, wobei Tullow Oil in dem Gebier insgesamt 3,5 Milliarden Fass Öl zu 159 Liter vermutet. Die Experten von Focus Money zitieren Analysten von Goldman Sachs, welche zudem loben, dass das Risiko des Portfolios von Tullow Oil in Ghana mittlerweile deutlich gesunken ist. Die Analysten schätzen die Erfolgsaussichten für alle dortigen Projekte auf 50 bis 80 Prozent. Ein weiterer Pluspunkt ist der geschäftliche Erfolg von Tullow Oil: Im Jahr 2010 stieg der Umsatz um 19 Prozent auf mehr als 1,1 Milliarden Dollar. Das operative Ergebnis legte um 56 Prozent auf 235 Millionen Dollar zu und der Gewinn erhöhte sich um 137 Prozent auf 73 Millionen Dollar. Analysten schätzen die Gewinne je Aktie für die Jahre 2011 und 2012 auf 0,65 und 0,88 Euro, was Kurs-Gewinn-Vielfachen von 24 und 18 entspräche. Die dynamische Kursentwicklung der Aktie des Konzerns mit einem Börsenwert von zwölf Milliarden Euro und die große Fantasie der afrikanischen Projekte rechtfertigen einen Einstieg mit einem Kursziel von 21,50 Euro und einem Stoppkurs bei 13,80 Euro.
Änderungen in den Musterdepots im Börsenspiel von Focus Money:
Eberhard Rohe, bislang Verantwortlicher für das Musterportfolio der DAB Bank im Börsenspiel von Focus Money, hat seine 114 Anteilscheine von Netflix mit einem Gewinn von 14 Prozent zu 162,85 Euro ausgebucht. Nachdem Rohe die DAB Bank verlässt, hat Gerhard Martin das Musterdepot übernommen. Martin will als erste Transaktion Gewinne sichern und die 200 Aktien von Zooplus zu mindestens 84,50 Euro ausbuchen. Im Musterportfolio der GBC AG sind die 170 Anteile am 1st Capital Fonds (WKN A0M 6SQ) mit einem Plus von zwei Prozent zu 86,12 Euro ausgestoppt worden. Manuel Hölzle, zuständig für dieses Depot, hat zudem seine 3.300 Titel von Polytec mit einem Ertrag von 23 Prozent zu 7,24 Euro ausgebucht. Dafür will er nun 6.000 Papiere von Cinemaxx zu höchstens 3,25 Euro aufnehmen.
Rohstoff-Report: "Quälix" Phelix und das CO2
Der Strompreis quält die Privatkunden und der Physical Electricity Index (Phelix) ist laut der Broschüre der Strombörse in Leipzig (EEX) der anerkannte Referenzpreis im europäischen Stromgroßhandel. Der Phelix wird täglich als Index für die Grundlastlieferung Strom (Base) und die Spitzenlastlieferung Strom (Peak) berechnet. Unter dem Begriff Base Load oder Grundlast verstehen sich Stromblöcke, die für den ganzen Tag, also die Zeit zwischen 0 Uhr bis 24 Uhr gekauft werden. Sie decken die Grundlast ab, also die normale Stromnachfrage. Da tagsüber, besonders in der Zeit zwischen 9 und 20 Uhr, normalerweise mehr Strom verbraucht wird als nachts, können Stromkonzerne zusätzlich Spitzenlasten-Blöcke (Peak Load) handeln. Als Off-Peak bezeichnet man die Blöcke vor und nach einem Peak-Load-Block, also zwischen 0 und 9 Uhr und 20 Uhr und 0 Uhr. Analysten der schweizerischen Bank UBS schätzen, dass der Strompreis in Deutschland von derzeit 59,70 Euro je Megawattstunde (MWh) bis zum Jahr 2013 um 16,9 Prozent auf 69,80 Euro steigen wird. In Europa soll sich demnach Strom um 30,4 Prozent auf 75 Euro/MWh verteuern. Jochen Stanzl, Chefredakteur des Rohstoff-Reports, verweist auf die verschiedenen Hebel-Zertifikate, welche die Schweizer Privatbank Vontobel auf den Phelix Baseload Future also auf die Entwicklung des Phelix Grundlaststrompreises anbietet. Mit den Papieren mit den Wertpapierkennnummern VT0 ENJ, VT0 2MR und VT1 MQQ können Anleger mit steigendem Basispreis und steigendem Risiko auf zulegende Strompreise spekulieren. Mit den Zertifikaten mit den WKNs VT1 MQ9, VT1 MQ7 und VT1 MQ2 setzen Investoren mit sinkendem Basispreis und also ebenfalls steigendem Risiko auf zurückgehende Strompreise.
Sollten neue Stromkapazitäten benötigt werden, dürfte sich die Nachfrage nach Erdgas für solche Kraftwerke erhöhen. Dadurch wiederum sollten sich Luftverschmutzungsrechte verteuern. In der ersten Woche nach den Vorfällen in Japan rund um das Kernkraftwerk Fukushima legten die Preise für CO2-Emissionsrechte zu und überschritten einen seit zwei Jahren gültigen Widerstand bei 15 Euro: Das europäische Recht, eine Tonne Kohlendioxid auszustoßen, ein so genannter EUA, kostet nun an der Energiebörse ICE rund 17 Euro. Der Preis für diese Rechte wird auch steigen, da viele Kraftwerksbetreiber in diesem und im nächsten Jahr EUAs erstmals kaufen müssen, denn im Jahr 2013 soll die Bundesregierung den Energieversorgungsunternehmen keine EUAs mehr kostenlos zuteilen. Da Strom immer über Jahre im Voraus verkauft wird, findet die EUA-Absicherung bereits jetzt statt. Aber auch die Stromnachfrage und die Konjunkturentwicklung sind entscheidend. Aus charttechnischer Sicht sind Preise von bis zu 22 Euro/Tonne möglich. Analysten der UBS schätzen, dass der EUA-Preis nach dem Jahr 2013 auf bis zu 42 Euro pro Tonne steigen wird. Die italienische Bank UniCredit bietet dazu passend das endlos laufende Zertifikat (WKN HV2 CO2) auf den Kohlendioxid-Future ICE ECX EUA an.
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