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Börsenwelt Presseschau: Intuit, Celesio, Dividenden-Stars und Einhell Germany unter der Lupe

Werner Sperber

Der Frankfurter Börsenbrief schwebt auf Wolke 7 mit Intuit. Platow Derivate vertraut auf den Beginn eines Aufwärtstrends von Celesio und hat ein passendes Derivat parat. Fuchs Kapitalanlagen sieht hohe Chancen mit den Dividenden-Stars aus dem DivDAX und rät zu einem ETF. Der Hanseatische Börsendienst äußert sich vorzüglich zu den Vorzugsaktien von Einhell Germany. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.


Börsenwelt Presseschau: Die Experten des Frankfurter Börsenbriefes raten zu einem Engagement im Sektor "Cloud Computing". Diese "Rechnerarbeit in der Wolke" bezeichnet die Idee, Rechenkapazität, Datenspeicher, Programme oder Programmierumgebungen aus dem eigenen Computer oder dem eigenen Büro auszulagern und diese Kapazitäten aus dem Netzwerk zu beziehen, wo sie von verschiedenen Firmen angeboten werden. Diese Anbieter rechnen ihre Leistung nutzungsabhängig von den Kunden ab. Der Software-Konzern Intuit ist sowohl Börsianern bekannt, die Intuit-Programme für die Steuererklärung, die Buchhaltung oder sonstige Finanz-Geschäfte nutzen, als auch Privatkunden, Selbständigen und kleinen Unternehmen, welche ihr Rechnersystem mit Intuit rationalisieren. Inzwischen erzielt das US-Unternehmen 60 Prozent der Erlöse mit internetbasierten Lösungen, die nach Bedarf und Nutzung abgerechnet werden. Nun will Intuit in Zusammenarbeit mit Nokia in den Markt für individualisierte Werbung (personal advertising) einsteigen. Die beiden Konzerne wollen kleinen Firmen noch in diesem Jahr mobile und webbasierte Reklame-Dienstleistungen anbieten. Das Prinzip ist das, welches auch der Online-Anbieter Amazon.com anwendet: Der Besucher der Internetseite sieht sich bestimmte Produkte an oder kauft sie und Amazon schickt diesem Nutzer Werbung für ähnliche Waren und Dienstleistungen. Die Experten gehen zwar davon aus, dass Intuit und Nokia mit ihrem neuen Angebot erst ab Februar oder März 2011 an den Start gehen können, doch das Potenzial ist riesig. Intuit schätzt das gesamte Markt-Potenzial für personal advertising auf 30 Milliarden Dollar, wobei kleine Unternehmen bisher kaum angesprochen werden. Die Konkurrenz für Intuit und Nokia ist entsprechend gering und die Gewinnspannen hoch. Die Experten raten zum Kauf ab einem Kurs von 46,50 Euro. Das Kursziel beträgt 58 Euro und der Stoppkurs sollte bei 41,80 Euro gesetzt werden.


Platow Derivate: Celesio baut am Boden    

Die Schwankungsbreite des Aktienkurses von Celesio ist zuletzt geringer geworden. Daran haben auch die anhaltenden Gerüchte über einen Verkauf der Beteiligung mit 12,5 Prozent an der Andreae-Noris Zahn AG (Anzag) nichts geändert. Der Pharma-Großhandelskonzern und Betreiber der Apotheken-Kette DocMorris wolle mit der Transaktion die eigene Bilanz stärken. Als möglicher Käufer des Anteils wird die britische Pharma-Großhandelsfirma Alliance Boots gehandelt. Auch Celesio selbst könnte verkauft werden, da die Franz Haniel & Cie. GmbH, welche knapp 55 Prozent hält, angeblich über einen Umbau des Beteiligungsportfolios nachdenkt. Gerüchten zufolge sind einige größere Aktienfonds an einem Engagement bei Celesio interessiert. Charttechnik hat die Aktie die Unterstützung bei 16 Euro zum dritten Mal in kurzer Zeit getestet. Nach Ansicht der Experten von Platow Derivate stehen die Chancen gut, dass bei diesen Notierungen ein Boden gebildet wird. Sie raten risikobereiten Anlegern zum Kauf des endlos laufenden Wave-Call-Optionsscheines (WKN DB2 YC6) der Deutschen Bank auf Celesio. Der Schein ist mit einer Basis bei 11,79 Euro, einer Knock-out-Schwelle bei 12,95 Euro und einem Hebel von derzeit 3,7 ausgestattet. Der Stoppkurs sollte bei 0,37 Euro gesetzt werden, also bei etwa 15,50 Euro für den Aktienkurs. Ab dieser Marke hätte sich eine Bodenbildung erledigt.

Änderungen im Musterdepot von Platow Derivate:

Die 320 Long-Zertifikate (WKN SG0 7FV) auf Brent-Öl und die 800 Call-Optionsscheine (WKN DB6 YJ9) auf den DAX sind mit einem Gewinn von 27 Prozent beziehungsweise 62 Prozent zu 14,50 Euro respektive 6,30 Euro ausgestoppt worden. Die 3.000 Alpha-Long-Zertifikate (WKN DZ0 CM3) auf eine Outperformance von RWE im Vergleich zum DAX sind mit einem Verlust von 49 Prozent zu 0,45 Euro ausgestoppt worden. Dafür haben die Verantwortlichen für das Musterportfolio 4.700 Alpha-Short-Zertifikate (WKN DZ0 CLU) auf eine Underperformance von BMW im Vergleich zum DAX zu 0,28 Euro eingebucht sowie 15.000 Call-Optionsscheine (WKN DB2 YC6) auf Celesio zu 0,45 Euro aufgenommen und bei 0,37 Euro abgesichert.


Fuchs Kapitalanlagen: Dividenden-Stars bringen mehr Geld

Die Dividenden-Rendite aller 30 DAX-Unternehmen beläuft sich in diesem Jahr auf rund 2,5 Prozent. Damit rentieren Dividenden-Titel erstmals seit mehr als zehn Jahren höher als deutsche Staatsanleihen. Zehnjährige Bonds bringen aktuell 2,4 Prozent. Die Experten von Fuchs Kapitalanlagen machen zudem darauf aufmerksam, dass sich die Kurse von Aktien mit hoher Dividendenrendite langfristig besser entwickeln als der breite Markt. So stieg der DivDAX, in dem die 15 DAX-Titel mit der höchsten Dividendenrendite geführt werden, in den vergangenen zehn Jahren um fast 50 Prozent, während der DAX knapp neun Prozent verloren hat. Die Experten empfehlen deshalb den Kauf des börsengehandelten Indexfonds (Exchange Traded Funds, ETFs, WKN 263 527) iShares DivDAX, dessen Kursentwicklung sich mit dem DivDAX deckt, seit dieser ETF vor fünf Jahren aufgelegt worden ist. Das Kursziel beträgt 11,86 Euro, der Stoppkurs sollte bei 9,70 Euro gesetzt werden. 


Hanseatischer Börsendienst: Einhell Germany, ein robuster Value-Wert    

In Krisenzeiten können sich weniger Menschen Handwerker leisten, um ihr Heim zu verschönern, andererseits haben dann mehr Menschen Zeit, dass selber zu tun. Der Verkauf von preiswertem aber qualitativ ordentlichem Werkzeug sollte dann recht stabil laufen. Einhell Germany entwickelt solche Produkte für preisbewusste Heimwerker, produziert sie in China und vertreibt sie vor allem über Einzelhandelsunternehmen, wie etwa Baumarktketten, Fachhandelsketten oder Discount-Ketten. Zudem übernimmt Einhell Germany die Reparatur der Werkzeuge. Die Halbjahreszahlen belegen, dass die Strategie aufgeht. Die Experten des Hanseatischen Börsendienstes schätzen den Umsatz für das Gesamtjahr 2010 auf 330 Millionen Euro und den Gewinn je Aktie auf 3,60 Euro, was einem KGV von günstigen 10 bedeuten würde. Der "faire Wert" der Vorzugsaktien beträgt auch aufgrund der sehr soliden Bilanz 45 Euro. Zudem treibt Vorstandsvorsitzender Andreas Kroiss das Wachstum in Südamerika voran, was auch zu etwas mehr Beachtung an der Börse führen dürfte. Da Baumarktketten in der Krise aber weniger Produkte von Einhell bestellt haben, um ihre Kassen zu schonen, könnten Anzeichen für eine solche Krise den Kurs von Einhell unter Druck bringen, was die Vorzugsaktie sogar für das Vermögensschutz-Musterdepot interessant machen würde.     

Änderungen in den Musterdepots des Hanseatischen Börsendienstes:

Die Verantwortlichen für das Vermögensschutz-Musterportfolio haben 300 Münzen des Silver Maple Leaf von je einer Unze zu 18,30 Euro aufgenommen. Die Verantwortlichen für das Musterdepot wollen 300 Vorzugsaktien von Einhell Germany zu höchstens 34 Euro einbuchen.

Änderungen im Umweltaktien-Musterdepot von Portfolio Exclusiv:

Die 1.200 Anteilscheine von S.A.G. Solarstrom sind mit einem Verlust von 17 Prozent zu 4,14 Euro ausgestoppt worden.

Änderung in einem Musterdepot des Anlegerbriefes performaxx:

Die Verantwortlichen für das Trendfolge-Musterportfolio haben 700 Put-Optionsscheine (WKN SG0 WX7) auf Rohöl der Marke Brent zu 5,34 Euro aufgenommen.


Die zehn aussichtsreichsten, interessantesten oder innovativsten Anlagetipps der "Börsenwelt" sind - ausschließlich - im wöchentlich erscheinenden "Börsenwelt Börsenbrief" zu finden.  

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