Werner Sperber
Die Prior Börse sieht auch netto "schwarz" für Intershop Communications. Die Platow Börse stellt vier "Silvester-Trades" vor. Börse Online bietet sechs "Wetten zum Jahreswechsel" an. Der BetaFaktor hofft darauf, dass Vtion Wireless Technology zum "Silvester-Kracher" wird. Trade24 setzt auf Jabil Circuit. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten der Prior Börse verweisen darauf, dass die Trendwende von Intershop Communications noch nicht beständig ist. In der 17-jährigen Geschichte des Wartungsspezialisten für Internetportale und Lizenzvermarkters für Onlineshops ist nur im Jahr 2008 ein Gewinn ausgewiesen worden. Der Umsatzanteil des margenstarken Lizenzgeschäftes ist in den ersten neun Monaten 2009 von 14 auf elf Prozent gesunken und die Insolvenz von Quelle hat das Dienstleistungsgeschäft geschwächt. Vorstandsvorsitzender Henry Göttler erklärte allerdings, Intershop könne den Wegfall des Großkunden verkraften. Allerdings muss er auch Forderungen von 400.000 Euro abschreiben. Da Intershop aber vergangenen Freitag einen Großauftrag erhalten hat, könnte der Konzern nach Ansicht der Experten das Umsatzziel erreichen, wonach die Erlöse um sieben bis neun Prozent auf mehr als 30 Millionen Euro zulegen sollen. Ein Firmensprecher des schuldenfreien Unternehmens teilte mit, dass Intershop ein positives operatives Ergebnis im Jahr 2009 erwartet. Die Experten spekulieren darauf, dass auch netto ein Gewinn erreicht werden kann. Risikobereite Anleger sollten mitspekulieren.

Die Platow Börse: Vier Silvester-Trades
Die Experten der Platow Börse möchten die alljährlichen "Entrümpelungsarbeiten" von Fondsmanagern nutzen, um schnelle Gewinne zu erzielen. Manch einer dieser Profis verkauft vor dem Jahresende noch seine Verliereraktien aus den Portfolios, damit keine "hässlichen Entlein" die Jahresendaufstellung der Depots verschandeln. Diese Verkäufe drücken die Kurse der Verliereraktien noch weiter, was allerdings oft durch eine technische Gegenbewegung im neuen Jahr wieder kompensiert wird. Das Jahr 2009 ganz schwach abschließen und das Jahr 2010 ganz stark beginnen - genau darauf zielen die Silvester-Trades ab. Auch in der diesjährigen Aufstellung haben die Experten aus den vier deutschen Hauptindizes je eine Flop-Aktie herausgefiltert. Beim DAX ist der "Ober-Rohrkrepierer" die Stammaktie von Volkswagen, die in dem Index zum Jahresschluss durch die Vorzugsaktien ersetzt wird. Bei den Stammaktien sollten allerdings wirklich nur Hardcore-Zocker zugreifen, denn der Abwärtstrend seit August ist dermaßen übermächtig, dass Anleger schon darauf setzen müssen, einen der wenigen "Kurszacken" nach oben zu erwischen. Die Talfahrt des MDAX-Schlusslichtes Sky Deutschland ist ebenfalls beängstigend. Etwas weniger Mut brauchen Anleger bei Q-Cells im TecDAX und bei Curanum im SDAX. Beide Aktienkurse sind an wichtigen Unterstützungszonen angelangt. Gelingt es der Aktie des Solarzellen-Produzenten, sich bei Notierungen von mehr als 9,50 Euro zu stabilisieren, könnte aus dem Silvester-Trade sogar mehr werden: eine Bodenbildung mit drei Tiefs aus dem März, August und einem noch zu bildenden dritten Tief. Wer mitzocken will, kauft in der Xetra-Schlussauktion am 30. Dezember und verkauft die Positionen im neuen Jahr.
Börse Online: Sechs Silvester-Zocks
Die Experten von Börse Online verweisen darauf, dass viele Fondsmanager zum Jahresende hin mit dem sogenannten "window-dressing" ihre Depots hübsch machen, also schlecht gelaufene Aktien verkaufen. So wollen sie Anlegern vorgaukeln, sie hätten im Jahresverlauf nicht auf Verlierer gesetzt, da solche Papiere im Rechenschaftsbericht nicht mehr auftauchen. Dadurch beschleunigt sich bei diesen Verlierern oft der Abwärtstrend, was gewöhnlich zu technischen Gegenreaktionen in den ersten Januartagen führt. Die Experten raten zu unlimitierten Kaufaufträgen am 30. Dezember um 14 Uhr auf Xetra, um möglichst niedrige Kurse zu erreichen. In diesem Jahr empfehlen sie dazu folgende Titel: Commerzbank, Conergy, MLP, Q-Cells, Sky Deutschland und TUI.
Änderungen in einem Musterdepot von Börse Online:
Die Verantwortlichen für das dynamisch ausgerichtete Musterportfolio haben 150 Anteilscheine von Ormat zu 27,41 Euro aufgenommen und bei 21,80 Euro abgesichert. Nun soll die Hälfte der 2.500 Aktien von Balda zu mindestens 3,70 Euro ausgebucht werden, nachdem sich die Papiere im Wert mehr als verdoppelt haben und die Gewichtung im Depot zu hoch geworden ist.
BetaFaktor: Vtion - vom IPO-Flop zum Silvester-Kracher
Die Experten von BetaFaktor erinnern an den IPO-Flop des Jahres 2009: Vtion Wireless Technology. Die Aktien gingen im Oktober zu 10,75 Euro an die Börse und wurden bis auf Notierungen von acht Euro durchgereicht. Da sich Fondsmanager zum Jahresende gerne von schlecht gelaufenen Positionen trennen, verwundert es nicht, dass gerade jetzt Verkaufsdruck aufkommt. Aus Sicht von kurzfristig agierenden Tradern könnte sich eine interessante Einstiegsmöglichkeit ergeben. Denn Vtion ist einer der drei führenden Anbieter von Mobilfunkdatenkartenlösungen und der einzige Anbieter von internetbasierten Datenservices in China. Erst kürzlich erreichte Vtion eine interessante Exklusivvereinbarung mit China Unicom. China Unicom ist in China alleiniger Anbieter des Apple iPhone. Die Experten schätzen den Umsatz von Vtion für 2009 auf 66 bis 70 Millionen Euro, die EBIT-Marge auf rund 29 Prozent und den Gewinn je Aktie auf mindestens einen Euro, was einem KGV von 7 entspräche. Das wiederum ist selbst bei sinkenden Gewinnspannen günstig. 2010 dürfte der Konzern zudem weiter zweistellig wachsen. Aufgrund der schnelllebigen Branche und tendenziell sinkender Preise ist aber noch nicht gesagt, ob Vtion langfristig mit seinem Geschäftsmodell Erfolg haben wird. Trader sollten das jedoch ignorieren und sich bei Kursen von sieben bis acht Euro vor dem Jahreswechsel eindecken, um die Papiere im neuen Jahr bei Notierungen von zirka zehn Euro wieder zu verkaufen.
Trade24.de: Die Aktien von Jabil Circuit dürften weiter steigen
Die Experten von Trade24.de empfehlen die Aktie von Jabil Circuit als "Internationaler Topfavorit spekulativ" zum Kauf. Der Wert zeigt relative Stärke, der Intraday-Chart ist annehmbar und die Handelsumsätze sind relativ hoch. Der anfängliche Stoppkurs sollte bei 16,40 Dollar gesetzt werden.
Änderungen im Millionendepot:
Gerd Weger, Verantwortlicher für Das Millionendepot, hat seine 10.000 DAX-Turbo-Put-Optionsscheine (WKN DB9 7LA) mit einem Verlust von rund 60 Prozent ausgebucht. Dafür hat er 8.000 Anteilscheine der Praktiker Bau- und Heimwerkermärkte Holding zu 7,30 Euro aufgenommen. Bei sieben Euro befindet sich eine horizontale Unterstützung und auch die 200-Tagelinie sichert nach unten ab. Praktiker will am 7. Januar das Trading Statement veröffentlichen, bei dem der gesamte Verlauf des Jahres 2009 einschließlich des Weihnachtsgeschäftes noch einmal zusammengefasst wird.