Werner Sperber
Die Actien-Börse empfiehlt zum wohl kommenden Knall der Anleihen-Blase Anlagen in internationale Dividendenstars. Portfolio Exclusiv erkennt gute Chancen für ein Derivat auf Infineon Technologies. Der BetaFaktor geht davon aus, dass bald Kaufdruck in die Aktie des Drucktechnik-Dienstleistungsunternehmens Technotrans kommt. Platow Derivate erinnert an das erreichte Allzeithoch von FMC und hat ein passendes Zertifikat dafür. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten der Actien-Börse beklagen die Aktivitäten der US-amerikanischen und europäischen Leitbanken FED und EZB. Diese würden Öl ins Feuer gießen, um es zu löschen und sie würden genau so unsinnig handeln wie die japanische Zentralbank seit dem Jahr 1990: Die dortige Notenbank verlangt schon seit 20 Jahre keine Zinsen von den Geschäftsbanken und diese geben trotzdem keine Kredite an die Wirtschaft aus. Die FED kündigte an, Anleihen aufzukaufen. Damit pumpt sie munter Geld in den Markt, ohne dass die reale Wirtschaft davon profitiert. Die Verkäufer sind die Banken und Finanzinstitute, die zu Top-Kursen Kasse machen und sich freuen. Die EZB hält bis zum Jahresende Liquidität für alle Banken in Europa bereit, auch für die "Toten". Faule Kredite (Staatsanleihen) könnten beliehen oder an die EZB verkauft werden. Kein Euro geht davon in die reale Wirtschaft, wie das Kreditgeschäft bis jetzt zeigt. Die Banken werden weiter mit viel Geld versorgt, obwohl die es nicht benötigen und es auch nicht dort einsetzen, wo es nötig ist: In die Vergabe neuer Kredite. Geldpolitisch gesehen sind die angekündigten Vorhaben unter den gegebenen Umständen ein Witz. Für Anleihen-Besitzer dagegen würden sich zum 30. September rechnerisch Super-Gewinne ergeben, wobei es für die meisten dieser Anleger bis zum Jahresende das wichtigste Thema werden wird, diese Gewinne auch zu realisieren. Der Run der Anleihen in die Kursspitze und damit auf das absolute Rendite-Tief ist genauso zu werten, wie jede Spitze dieser Art: Es folgt keine langsame Wende, sondern eine dramatische, beziehungsweise ein kräftiger Knall. Das vorauszusagen ist nicht schwer, den exakten Zeitpunkt dafür zu nennen allerdings schon. Denn für einen solchen Knall braucht es einen Anlass, einen Stein des Anstoßes. Woher der kommt, ist offen. Solange die EZB diesen geldpolitischen Kurs beibehält, wird auch der Euro schwächer. Die deutsche Industrie kann damit bis auf weiteres wunderbar leben. Aber die hohen Auftragseingänge müssen in Produktion umgesetzt und mithin zwischenfinanziert werden. Dafür sind die Banken da. Können oder wollen sie nicht, wird es eng. An den Aktienbörsen ist der September zudem stets ein schwer kalkulierbarer Monat. Die taktische Überlegung: Kippt der Anleihemarkt, ist dies der klassische Fall für eine Renten-Bear-Spekulation, die mit einem begrenzten Betrag umgesetzt werden kann. Wenn die Anleihe-Hausse vorbei ist und die Suche nach stabilen Renditen sich aufdrängt, sind Dividendentitel eine logische Alternative. Das gilt insbesondere für zahlreiche Großinvestoren, die derzeit historisch hohe Anleihebestände verwalten. Die aktuellen Aktienkurse sind deshalb eine Einstiegschance in Dividendentitel, die den großen Investoren zum 30. September oder zum Jahresende 2010 eine Ausstiegschance aus den Anleihen bieten. Dem sollten private Anleger vorgreifen. Großanleger werden dieser Überlegung gar nicht ausweichen können, da sie unter Zugzwang stehen, sobald obige Entwicklung am Rentenmarkt eintritt. Die Experten haben eine Liste mit elf internationalen Dividendenstars ermittelt. Die besten fünf Konzerne nach der Dividendenrendite sind: ENI mit einer Dividendenrendite von 9,6 Prozent bei einem Aktienkurs von 15,50 Euro. Die Experten geben das Kursziel mit 22 bis 29 Euro an. Telefónica liefert bei Notierungen um 17,10 Euro ebenfalls eine Rendite von 9,6 Prozent. Das Kursziel beträgt 27 bis 31 Euro. Die France Télécom erreicht 8,7 Prozent bei Kursen um 16,25 Euro. Das Kursziel beläuft sich auf 21 bis 25 Euro. Vivendi schafft 7,9 Prozent bei Kursen von 17,40 Euro. Das Kursziel beträgt 23 bis 27 Euro. Die Deutsche Telekom erreicht schließlich bei einem Aktienkurs um 10,20 Euro eine Dividendenrendite von 7,7 Prozent. Hier geben die Experten das Kursziel mit 14 bis 18 Euro an.

Portfolio Exclusiv: Top-Seitwärtsgewinne mit Top-Aktie Infineon
Infineon Technologies hat für das dritte Quartal des Ende September ablaufenden Geschäftsjahres 2009/10 Zahlen abgeliefert, die im Plan waren. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 17 Prozent auf 1,21 Milliarden Euro und der Gewinn um 59 Prozent auf 126 Millionen Euro. Der Vorstand geht für das Gesamtjahr von einem Umsatzzuwachs von 45 bis 50 Prozent aus, wobei die EBIT-Marge ebenfalls zulegen dürfte. Der Halbleiterkonzern profitiert von der Konjunkturerholung und dem starken US-Dollar. Die Experten von Portfolio Exclusiv erinnern zudem an die Gerüchte, Intel wolle die Infineon-Sparte Mobilfunkchips für 1,1 bis 1,4 Milliarden Dollar kaufen. Infineon ist nach Ansicht der Experten obenauf, doch trotz dieser positiven Nachrichten pendelt der Aktienkurs weiter zwischen 4,40 und 5,50 Euro. Deswegen ist eine Seitwärtsspekulation auf diesen derzeit schwankungsfreudigsten aller DAX-Titel zu bevorzugen. Besonders attraktiv ist das am 25. März 2011 fällige Discount-Zertifikat (WKN VT0 EG7) der Bank Vontobel auf Infineon. Notiert die Infineon-Aktie im März 2011 höher als das Cap von vier Euro, zahlt der Emittent vier Euro je Discount-Zertifikat zurück. Das entspricht derzeit einer Seitwärtsrendite von 8,4 Prozent beziehungsweise 15,6 Prozent auf das Jahr umgerechnet.
BetaFaktor: Technotrans: Fundamental besser, charttechnisch auf dem Sprung
Technotrans beendet zum 1. September, nach eineinhalb Jahren, die Kurzarbeit im Konzern, da auch die Druckindustrie das Schlimmste überstanden haben dürfte. Das zeigt sich nach Ansicht der Experten von BetaFaktor auch daran, dass sich die Auftragsbücher des Systemlieferanten für die Druckindustrie wieder füllen. Die Ergebnisse für das zweite Quartal 2010 belegen den leichten Aufwärtstrend. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 2,6 Prozent auf 21 Millionen Euro. Die EBIT-Marge erreichte 4,4 Prozent. Die Experten schätzen die Erlöse für das Gesamtjahr auf 85 bis 90 Millionen Euro, bei einer operativen Marge von drei bis fünf Prozent. Wenn die Umsätze weiter zulegen, werden auch die Gewinnspannen höher. Am Aktienkurs ist die gute Entwicklung bislang kaum abzulesen. Doch spätestens wenn die charttechnische Hürde bei sechs Euro bis 6,20 Euro überwunden ist, dürfte Zug in die Aktie kommen.
Platow Derivate: Das FMC-Allzeithoch sorgt für Luft nach oben
Der Aktie von Fresenius Medical Care (FMC) ist die beeindruckende Leistung gelungen, ein Allzeithoch zu erreichen. Deshalb zählen die Experten von Platow Derivate die Anteilscheine zu den langfristig attraktivsten Werten am deutschen Aktienmarkt. Die vorgelegten aktuellen Zahlen haben wieder einmal überzeugt und ihren Anteil an der positiven Entwicklung des Aktienkurses beigetragen. Mit dem charttechnischen Ausbruch dürften zudem viele technisch orientierte Investoren auf die Aktie aufmerksam werden. Deshalb sollten risikobereite Anleger das endlos laufende Mini-Future-Long-Zertifikat (WKN TB8 UPN) von HSBC Trinkaus auf FMC kaufen. Der Schein ist mit einer Basis bei 39,68 Euro, einer Knock-out-Schwelle bei 41,08 Euro und einem Hebel von derzeit 8,6 ausgestattet.
Änderungen im Musterdepot von Platow Derivate:
Die 4.500 Call-Optionsscheine (WKN DB9 FP7) auf Linde und die 700 Bull-Zertifikate (WKN CM3 6TN) auf Philips sind jeweils mit Verlust ausgestoppt worden. Dafür haben die Verantwortlichen für das Musterportfolio 320 Long-Zertifikate (WKN SG0 7FV) auf Brent Crude Oil zu 11,45 Euro aufgenommen und bei 7,60 Euro abgesichert. Zudem haben sie folgende Positionen eingebucht: 800 Call-Optionsscheine (WKN DB6 YJ9) auf den DAX zu 3,89 Euro und einem Stoppkurs bei 2,40 Euro, 900 Long-Zertifikate (WKN BN4 9QG) auf Symrise zu 6,21 Euro mit einem Stopp-Loss bei 4,90 Euro und schließlich noch 8.000 Long-Zertifikate (WKN TB8 UPN) auf Fresenius Medical Care zu 0,59 Euro mit einer Absicherung bei 0,44 Euro.
Änderung im Musterdepot von Fuchs Kapitalanlagen:
Die Verantwortlichen für das Musterportfolio haben ihren Bestand von 100 Anteilscheinen von Vossloh um weitere 50 Stück zu 75,84 Euro aufgestockt. Der Mischkurs für alle Aktien des Bahntechnik-Unternehmens beträgt 76 Euro.
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