Werner Sperber
Die Prior Börse will mit dem Telematikkonzern init Innovation in Traffic Systems sicher weiter nach oben fahren. Fuchs Kapitalanlagen wartet auf den Startschuss für die Aktie von Kontron. Platow Derivate erwartet eine Fortsetzung der Rallye von Centrotherm. Die Actien-Börse will mit Daimler-Aktien komfortabel vorwärtskommen. Das Zertifikate-Journal fliegt auf Air Berlin. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten der Prior Börse haben mit Gottfried Greschner, Gründer, Großaktionär und Vorstandsvorsitzender von init Innovation in Traffic Systems, gesprochen. Greschner habe dabei angedeutet, dass der Spezialist für Telematik und Bezahlsysteme in öffentlichen Verkehrsmitteln die Prognosen für 2009 übertreffen wird. Bislang erwartet das Management von init einen Umsatz von 60 Millionen Euro sowie ein EBIT von 8,6 Millionen Euro. Positiv ist auch, dass der Auftragsbestand auf 149 Millionen Euro angewachsen ist, wobei die Orders bis ins Jahr 2012 reichen, und der Konzern ständig neue Ausschreibungen gewinnt. Vor allem in den USA ist der Öffentliche Personenverkehr eine boomende Branche und wird von staatlichen Infrastruktur- und Konjunkturprogrammen unterstützt. Greschner sagte: "Wir haben dermaßen viele Ausschreibungen laufen, dass wir kaum nachkommen. Wir stehen am Anfang einer Wachstumsphase, die bis in die 2020er Jahre anhalten wird." Aufgrund der gesunden Bilanz, der vorsichtigen Weise der Expansion und den hervorragenden Gewinnaussichten bleibt die Aktie mit einem Kursziel von 16 Euro kaufenswert.
Änderungen im Musterdepot der Prior Börse:
Egbert Prior, Verantwortlicher für das Musterportfolio, will seine 500 Anteilscheine von Tipp24 ausbuchen und dafür seinen Bestand von derzeit 850 Aktien von Eckert & Ziegler aufstocken. Der Konzern erhöht das Kapital, wobei den Aktionären bis zum 2. Dezember, 14 Uhr, für je 14 gehaltene Aktien fünf neue zum Preis von 15,95 Euro angeboten werden. Diese Kapitalerhöhung will Prior mitmachen.
Fuchs Kapitalanlagen: Kontron bettet sich bald wieder in alter Ertragsstärke
Der Aktie von Kontron notiert immer noch auf dem Niveau von Anfang April. Dabei wird der Konzern auch im Finanzkrisenjahr 2009 ein deutlich positives Ergebnis ausweisen. Vielleicht stört die Anleger noch die Kapitalerhöhung um zehn Prozent von Ende Juli, die erfolgte, um Übernahmen zu finanzieren. Ende September kaufte Kontron bereits die Mehrheit an der schweizerischen Digital-Logic. Jetzt befinden sich noch immer 80 Millionen Euro in der Kasse des kaum verschuldeten Konzerns. Zudem ist die Auftragslage von Kontron sogar besser als vor einem Jahr, denn er sich einmal für die embedded Computer von Kontron entschieden hat, der bindet sich damit auch an Kontron. Der Vorstand erwartet für das vierte Quartal 2009 und das Gesamtjahr 2010 mit einem deutlich anziehenden Geschäft. Die Experten von Fuchs Kapitalanlagen gehen davon aus, dass Kontron nach den belastenden Einmaleffekten in den ersten neun Monaten 2009 bald wieder an die alte Ertragsstärke anknüpft. Sie schätzen den Gewinn des wachstumsstarken Unternehmen im übernächsten Jahr auf 35 Millionen Euro beziehungsweise 0,63 Euro je Aktie, was einem KGV von 12 für das Jahr 2011 entsprechen würde. Deshalb empfehlen sie die Aktie mit einem Kursziel von zehn Euro und einem Stoppkurs bei 6,75 Euro zum Kauf.
Platow Derivate: Heißes Spiel mit dem Solarwert Centrotherm
Der Aktienkurs des Photovoltaik-Zuliefer-Unternehmens Centrotherm Photovoltaics hat zuletzt vor allem von positiven Analystenstudien profitiert. Die Bank of America, Merrill Lynch und auch die Commerzbank stuften das Papier auf "Kaufen" hoch. Die Auftragslage verbessere sich bereits jetzt und zudem habe Indien ein Förderprogramm für Solarenergie aufgelegt; in der Volksrepublik China halte die Investitionsbereitschaft an. Insgesamt dürfte die Solarbranche aufgrund von Förderfristen im vierten Quartal noch einmal stark zulegen. Für Centrotherm sprechen zudem die hohe Eigenkapitalquote und die ausreichend vorhandenen flüssigen Mittel. Allerdings sinken die Gewinnspannen im Silizium-Geschäft und die Bewertung der Aktie ist nach der Kursrallye hoch. Aus charttechnischer Sicht könnte die Notierung jedoch weiter steigen. Deshalb empfehlen die Experten von Platow Derivate risikobereiten Anlegern den Kauf der endlos laufenden Wave-Call-Optionsscheines (WKN DB9 HW3) der Deutschen Bank auf Centrotherm. Der Schein ist mit einer Basis bei 25,16 Euro, einer Knock-Out-Schwelle bei 28,90 Euro und einem Hebel von derzeit 2,6 ausgestattet. Der Stopp-Kurs sollte bei knapp 34,50 Euro bei der Aktie gesetzt werden.
Änderungen im Musterdepot von Platow Derivate:
Die Verantwortlichen für das Musterportfolio haben 2.000 Wave-Call-Optionsscheine (WKN DB9 HW3) auf Centrotherm zu 1,45 Euro aufgenommen und den Stoppkurs bei 0,90 Euro gesetzt. Nun wollen sie zu dem bereits bekannten Mini-Long-Zertifikat (WKN TB1 ZT6) auf die Deutsche Telekom noch 8.000 Wave-Put-Optionsscheine (WKN DB2 BWL) auf SGL Carbon zu höchstens 0,48 Euro einbuchen sowie 1.500 Turbo-Bear-Zertifikate (WKN CM3 1ZQ) auf EADS für nicht mehr als je 2,90 Euro.
Die Actien-Börse: Daimler ist wieder die Nummer 1
Daimler wird bei einem aktuellen Aktienkurs von rund 34 Euro mit etwas mehr als 36 Milliarden Euro an der Börse bewertet. In der Vergangenheit war die Marktkapitalisierung schon viel höher. Doch nach all den Expansions-Träumen, die bereits vor 30 Jahren mit der Übernahme von AEG begonnen haben, und letztlich alle mehr oder weniger gescheitert sind, haben die Gewinne und die Kurse auch zu leiden gehabt. Die Experten der Actien-Börse schätzen den mittleren Jahresumsatz von Daimler auf 110 bis 115 Milliarden Euro, nachdem der Konzern nun drei Milliarden Euro in das Lkw-Geschäft vor allem in Deutschland investiert. Der Nettogewinn dürfte 4,4 bis 4,6 Milliarden Euro erreichen. Die Experten gestehen Daimler deshalb einen mittleren Börsenwert von etwa 50 Milliarden Ezro beziehungsweise einen Aktienkurs von 47 Euro zu. Daimler ist jetzt erstmals wieder das, was es vor den Expansionsträumen vor 35 Jahren war: Die erste Weltmarke für Premium-Pkw ohne jede ernsthafte Konkurrenz in dieser Größenordnung und zugleich der größte Lkw-Hersteller der Welt.
Das Zertifikate-Journal: Billiger einsteigen beim Billigflieger Air Berlin
Die Experten des Zertifikate-Journals bescheinigen Air Berlin auf Kurs zu sein. Vorstandsvorsitzender Joachim Hunold konzentrierte sich darauf, sein Unternehmen in der derzeitigen Rezession wieder stark zu machen. Dazu hat er sich TUI Travel und der türkischen Beteiligungsgesellschaft ESAS Holding neue Partner geholt sowie unprofitable Destinationen aus dem Flugplan gestrichen. Im dritten Quartal sank der Umsatz im Jahresvergleich zwar um 8,2 Prozent, jedoch stieg der Nettogewinn um 111 Prozent auf 95,2 Millionen Euro. Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft soll nach Hunolds Auffassung im Gesamtjahr ein positives operatives Ergebnis erreichen. Eine fehlende genauere Prognose dürfte auch der Grund sein, warum der Aktienkurs nur zwischen 3,40 und vier Euro schwankt. Dabei ist Air Berlin mit einer Marktkapitalisierung von rund 310 Millionen Euro erheblich unterbewertet. Langfristig dürften Kurse von fünf Euro erreicht werden. Damit bleibt das Discount-Zertifikat (WKN DB3 EWJ) der Deutschen Bank auf Air Berlin interessant, welches mit einer Gewinnbegrenzung bei fünf Euro ausgestattet ist. Die Maximalrendite bis zum Laufzeitende am 27. Juni 2011 beträgt 35,2 Prozent.
Änderungen in einem Musterdepot des Anlegerbriefes performaxx:
Die Verantwortlichen für das kurzfristig ausgerichtete Musterportfolio haben 4.000 Anteilscheine von IVU Traffic Technologies zu 1,54 Euro aufgenommen. Dafür haben sie ihre 70 Aktien der Liechtensteinischen Landesbank mit einem Verlust von fünf Prozent zu 65,50 Schweizer Franken beziehungsweise 43,43 Euro ausgebucht. Zudem haben sie die 601 Bund-Future Turbo-Bear-Zertifikate (WKN CB1 7FC) mit einem Minus von 57 Prozent zu 2,22 Euro aus dem Portfolio genommen.
Änderungen im Millionendepot:
Gerd Weger, Verantwortlicher für Das Millionendepot, hat seine 12.000 Aktien von Envio mit Verlust verkauft, nachdem der Konzern gute Zahlen für das dritte Quartal gemeldet hat. Nach positiven Nachrichten verteuerte sich die Aktie üblicherweise kurzzeitig, bevor die Notierungen wieder langsam sanken. Weger möchte die Aktie bei Kursen von drei Euro bis 3,20 Euro eventuell wieder in das Portfolio aufnehmen. Auf diesem Niveau befindet sich eine starke Unterstützungslinie.