Werner Sperber
Die Euro am Sonntag sieht einen Scherbenhaufen bei Hewlett-Packard und keine Einstiegschance. Der Anlegerbrief performaxx beschäftigt sich mit der Deutschen Bank und Flatex. Der Strategie-Report ist noch immer überzeugt von Gold und stellt ein passendes Derivat vor. Die Börse am Sonntag erkennt Aluminium-Berge und hat dafür eine passende Anlagestrategie. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten des Euro am Sonntag erinnern an den Austausch des Vorstandsvorsitzenden von Hewlett-Packard (HP). Der ehemalige SAP-Vorstandsvorsitzende Leó Apotheker muss nach nur elf Monaten auf diesem Posten das Feld für die ehemalige Ebay-Vorstandsvorsitzende Meg Whitman räumen. Apotheker habe einen Scherbenhaufen hinterlassen und viel Vertrauen bei den Anlegern verspielt. Dass der weltgrößte Computer-Konzern nun doch weiterhin Computer verkaufen wird, sei unwahrscheinlich. Apotheker hatte das Ende dieser Sparte mit Zustimmung des Verwaltungsrates beschlossen, in dem zu dieser Zeit bereits Meg Whitman vertreten gewesen ist. Trotz des KGVs von 5 für das nächste Jahr raten die Experten von einem Kauf ab, da es nicht klar ist, wie der Konzern nun positioniert werden wird.
Änderungen in den Musterdepots der Euro am Sonntag:
Joachim Spiering, Verantwortlicher für das offensiv ausgerichtete Musterportfolio, hat 385 Bonus-Zertifikate (WKN TB6 HU3) auf die Vorzugsaktie der Hugo Boss AG zu 65,11 Euro sowie 1.140 Bonus-Zertifikate (WKN TB6 3NH) auf die Deutsche Bank zu 21,97 Euro eingebucht und den Stoppkurs bei 18 Euro gesetzt. Nun möchte er noch 1.100 ETFs (WKN A1C 0B6) auf den Index Nasdaq 100 aufnehmen. Jens Castner, zuständig für das defensiv orientierte Musterdepot, hat 100 Bonus-Zertifikate (WKN DZ3 CZX) auf die Allianz zu 68 Euro eingebucht. Nun möchte er noch seine 50 Zertifikate (WKN CB1 TVC) auf den Index Ideas TV C ausbuchen. Sven Parplies betreut das Momentum-Musterportfolio. Er hat 219 Anteile von Alexion Pharma zu 45,19 Euro sowie 181 Aktien von Dollar Tree zu 55,10 Euro aufgenommen. Nun möchte er noch Titel von Cerner einbuchen.

Der Anlegerbrief performaxx: Zwei interessante Finanzwerte
Die Aktie der Deutschen Bank notiert derzeit nahe an ihrem Zehnjahres-Tief und bei einem Fünftel des Allzeithochs. Die Experten des Anlegerbriefes performaxx empfehlen risikobereiten Anlegern, die Anteile mit einem Potenzial bis 40 Euro in den nächsten eineinhalb Jahren zu kaufen. Die Deutsche Bank sei einer der günstigsten Finanztitel, die es derzeit gibt. Bei geschätzten Gewinnen je Anteil von 5,50 Euro und 4,50 Euro für dieses und nächstes Jahr errechnen die Experten KGVs von 4 und 5. Dazu kommt die Dividende von einem Euro und von 0,80 Euro pro Aktie, was einer Rendite von 4,5 respektive 3,6 Prozent entspräche. Zudem sei die Deutsche Bank im Vergleich zu anderen Banken weltweit eher finanziell solide. Die Papiere der Deutschen Bank seien definitiv ein Schnäppchen, denn das Finanzinstitut ist besser auf eine Finanzkrise vorbereitet als vor drei Jahren, die Bewertung ist jedoch günstiger als bei der damaligen Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers.
Die Experten des Anlegerbriefes performaxx erklären, Turbulenzen an den Börsen seien dem Geschäft von Wertpapier-Handelsunternehmen wie Flatex eher zuträglich. Nach dem guten Ergebnis im ersten Halbjahr dürfte Flatex deshalb wohl auch im zweiten Halbjahr 2011 überzeugen. Wenn die Ergebnisse gleich ausfallen, erhöhen sich der wichtigen Provisionsertrag im Gesamtjahr auf 19 Millionen Euro und der Gewinn je Aktie auf 0,58 Euro. Das entspräche einem KGV von 10. Bei einer geschätzten Dividende von 0,20 Euro je Anteil für dieses und nächstes Jahr ergibt sich eine Dividendenrendite von 3,4 Prozent. Zudem stützt das aktuelle Aktienrückkaufprogramm, bei dem bis Ende Dezember noch fast 55.000 Anteile erworben werden können. Die Experten schätzen den Provisionsertrag für das Jahr 2012 zwar nur mehr auf 16 Millionen Euro und das Ergebnis pro Aktie auf 0,47 Euro, doch überzeuge sie der Trend bei Flatex. Dank der pauschalen Gebührenstruktur leiden auch die Provisionen nicht, wenn die durchschnittlichen Transaktionsvolumina nach dem Crash geringer sein sollten. Wer angesichts des insgesamt überzeugenden Gesamtbildes in die Aktie einsteigen will, sollte sich auf die Lauer legen und auf einen Kursrücksetzer bei der nächsten Marktpanik warten.
Bernd Förtsch, Vorstandsvorsitzender der Börsenmedien AG und damit auch Herausgeber der "Börsenwelt Presseschau", ist auch Großaktionär der Flatex AG.
Änderung in einem Musterdepot des Anlegerbriefes performaxx:
Die Verantwortlichen für das kurzfristig ausgerichtete Musterportfolio haben ihre 1.300 Call-Optionsscheine (WKN CG1 D5V) auf Salesforce mit einem Verlust von 56 Prozent zu 1,18 Euro ausgebucht.
Der Strategie-Report: Verdienen, auch wenn der Goldpreis etwas sinkt
Der Goldpreis entwickelt sich seit einigen Jahren in einem Aufwärtstrendkanal. Bei 1.703 Dollar pro Feinunze (31,1 Gramm) verläuft eine wichtige Unterstützungslinie. Neben dem jüngsten Tief befindet sich dort die obere Begrenzungslinie des verlassenen mittelfristigen Aufwärtstrendkanals. Wird diese Marke unterschritten, gehen die Experten des Strategie-Reports davon aus, dass der Goldpreis bis auf 1.576 Dollar sinken könnte. Hält die Unterstützung, wird ab einer Notierung von mehr als 1.820 Dollar ein neues Kaufsignal erzeugt. Um an der übergeordneten Rallye teilzuhaben, eignet sich der Kauf des am 21. Dezember 2012 fälligen Discountzertifikates (WKN SG2 C70) der Société Générale auf Gold. Die Bank zahlt maximal 155 Euro zurück, sollte der Goldpreis die Marke von 1.550 Dollar pro Unze nicht verletzen. Das entspräche einer Rendite von 10,6 Prozent beziehungsweise 8,7 Prozent auf ein Jahr gerechnet.
Änderung im Musterdepot des Strategie-Reports:
Die Verantwortlichen für das Musterportfolio möchten 3.000 Bear-Zertifikate (WKN CK2 RCF) der Commerzbank auf den Index Dow Jones Industrial einbuchen.
Die Börse am Sonntag: Aluminium ist ein weiches Industriemetall
Die Konjunktursorgen verstärken sich derzeit wieder und in China dürfte das Wachstum niedriger ausfallen als bisher. Deshalb sinken die Preise für Industriemetalle weiter. Die Experten der Börse am Sonntag erinnern an den Abwärtstrend bei den Aluminium-Preisen seit April. Der Preis wird zum einen von der eher schwächeren Nachfrage belastet und zum anderen von hohen Lagerbeständen und einer steigenden Produktion. Zudem spricht die Charttechnik für weiter sinkende Preise. Die Korrektur dürfte sich demnach fortsetzen, wobei risikobereite Anleger davon mit dem endlos laufenden Put-Optionsschein (WKN DZ4 71J) der DZ Bank auf Aluminium profitieren können. Wer auf steigende Aluminiumpreise setzen möchte, für den eignet sich das ebenfalls open end initiierte, währungsgesicherte Index-Zertifikat (WKN ABN 0SB) der Royal Bank of Scotland oder als riskantere Variante der endlos laufende Call-Optionsschein (WKN DZ1 XPU) der DZ Bank auf Aluminium.
Die zehn aussichtsreichsten, interessantesten oder innovativsten Anlagetipps der "Börsenwelt" sind - ausschließlich - im wöchentlich erscheinenden "Börsenwelt Börsenbrief" zu finden.