Werner Sperber
Focus Money schwankt bei der Beurteilung von HPs Vorstandsvorsitzendem Léo Apotheker zwischen den Bezeichnungen Genie und Wahnsinn. 4investors beschäftigt sich mit der Commerzbank und der Deutschen Bank. Der Zürcher Finanzbrief ist wieder optimistisch für den MDAX und den DAX. Der Austria Börsenbrief wirft ein Auge auf Orad Hi-Tec Systems. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten von Focus Money erinnern daran, dass der weltgrößte Computerhersteller Hewlett-Packard (HP) keine Computer mehr herstellen möchte. Der Vorstandsvorsitzende Léo Apotheker (ehemals Vorstand beim deutschen Softwarekonzern SAP) plant, das Kerngeschäft mit PCs, Tablet-PCs und Smartphones zu verkaufen. Dafür soll die bislang kleine Sparte Unternehmens-Software mit Milliarden-Investitionen ausgebaut werden. Léo Apotheker schwankt zwischen Genie und Wahnsinn, wobei das Genie Oberhand behalten könnte. Der Computer-Markt ist konjunkturabhängig, derzeit schwach und bietet nur geringe Gewinnspannen von zuletzt sechs Prozent. Bei Tablet-PCs und Smartphones kann HP den Konkurrenten Apple und Google nicht das Wasser reichen. Dagegen sind dezentrale Datenspeicherung, IT-Dienstleistungen und Datenanalyse die Themen der Zukunft und die Märkte, in denen sich Geld verdienen lässt. Der Kauf des sehr profitablen und wachstumsstarken britischen IT-Unternehmens Autonomy für teuere sieben Milliarden Euro könnte sich demnach rentieren. Wenn Apothekers riskanter und langwieriger Plan aufgeht, dürfte man den Konzernchef "wahnsinnig genial nennen". Lediglich mutige Anleger sollten diese riskante aber auch chancenreiche Investment-Möglichkeit nutzen.
Änderungen in den Musterdepots im Börsenspiel von Focus Money:
Manuel Hölzle, verantwortlich für das Musterportfolio der GBC AG im Börsenspiel von Focus Money, hat seinen 3.600 Anteilscheinen von Greiffenberger 500 weitere zu 5,70 Euro hinzugefügt. Der Misch-Einstandskurs für die nun 4.100 Aktien sank auf 6,90 Euro. Zudem hat Hölzle seinen Bestand von 19.000 Titeln von KPS um 1.000 Papiere zu 1,10 Euro aufgestockt. Der Misch-Einstandskurs für die nun 20.000 Anteilscheine erhöhte sich auf 0,72 Euro. Gerhard Martin, zuständig für das Musterdepot der DAB Bank, erklärt, es habe derzeit keinen Sinn, die drei noch freien Depotplätze zu besetzen. Allerdings hat er seinen 750 Anteilscheinen von Balda 750 weitere zu 5,88 Euro hinzugefügt. Der Misch-Einstandskurs der nun 1.500 Aktien sank auf 8,01 Euro. Zudem stockte er seinen Bestand von 150 Aktien von Lanxess um 250 Titel zu 40,51 Euro auf. Der Misch-Einstandskurs für die nun 400 Papiere sank auf 49,70 Euro.

4investors: Die Banken-Bullen haben Chancen
Der Chart der Commerzbank zeigt im gestrigen Handel ein bullishes Fehlsignal. Erst wenn die Widerstandszone zwischen 2,09 Euro und 2,12 Euro überwunden wird, sind Notierungen von 2,31 Euro bis 2,35 Euro möglich. Bei dieser Widerstandszone verlaufen eine gewichtete Durchschnittslinie sowie das obere Ende des Bollinger-Bandes. Trotz des Fehlsignals räumen die Experten von 4investors den Bullen weiter Chancen ein, denn die Unterstützungen bei 1,96 Euro und 1,89 Euro sowie bei 1,79 Euro wurden (vorerst) nicht angegangen.
Die Experten von 4investors verweisen darauf, dass der Aktienkurs der Deutschen Bank die Unterstützung bei 26 Euro zwar bestätigt hat, allerdings gelingt es bisher nicht, den Boden komplett auszubilden. Das wäre erst der Fall, wenn der dafür zentrale Widerstandsbereich bei 28,36 Euro bis 28,55 Euro überwunden würde. Wenn diese Hürden fallen, sind Kurse von bis zu 31,31 Euro möglich. Das untere Ende des Bollinger-Bandes bietet eine Orientierung für Stoppkurse.
Der Zürcher Finanzbrief: Bullen-Zwischensprint in Deutschland
Die Experten des Zürcher Finanzbriefes sind wieder optimistisch für den deutschen Aktienmarkt eingestellt. Vor vier Wochen haben sie das am 5. Juli 2017 fällige Bär-Zertifikat (WKN LBB 11N) der Landesbank Berlin auf den MDAX zum Kauf empfohlen. Nun raten sie, nach einem Kursgewinn von etwa 39 Prozent, zum Verkauf. Jetzt empfehlen sie den Einstieg in das endlos laufende Zertifikat (WKN 586 831) desselben Emittenten auf den DAX. Das Kursziel für die nächsten vier bis sechs Wochen beträgt 6.500 Punkte im DAX.
Der Austria Börsenbrief: Orad ist eine selten starke Kombination
Die israelische Orad Hi-Tec Systems bietet in Echtzeit arbeitende TV-Produktionssysteme und virtuelle Grafiklösungen an. Das Unternehmen hat in den vergangen Jahren eine Bargeld-Reserve aufgebaut und nach lukrativen Übernahmezielen gesucht. Bereits im März schüttete Orad davon etwa 5,8 Euro-Cent pro Aktie aus. Im Juli übernahm Orad für anscheinend günstige 2,1 Millionen Euro die Mehrheit an der britischen Integrated Broadcast Information Systems ltd. Nun überraschte Orad mit der Ankündigung, im September 4,05 Millionen Dollar beziehungsweise 25,5 Euro-Cent auszuschütten. Alleine diese Dividendenrendite beträgt fast elf Prozent. Doch auch nach dieser Ausschüttung dürfte Orad über einen hohen Netto-Barbestand verfügen. Zum 30. Juni belief sich diese Position auf 17,6 Millionen Dollar beziehungsweise 1,11 Euro je Aktie. Zudem schätzen die Experten des Austria Börsenbriefes, dass die kommende Ausschüttung lediglich auf dem Niveau des Gewinnes im Gesamtjahr 2011 liegt. Wer diese Ausschüttung haben möchte, muss die Aktie spätestens am 7. September im Depot haben. Am 8. September werden die Anteilscheine abzüglich dieses Dividendenbetrages gehandelt und am 12. September soll die Summe ausgezahlt werden - abzüglich der israelischen Quellensteuer von 20 Prozent. Die Aktie von Orad ist also klar kaufenswert, denn zu der überdurchschnittlich soliden Bilanz, der sehr günstigen fundamentalen Bewertung und dem starken Wachstum kommt nun auch noch die hohe Dividende hinzu.
Änderung in einem Musterdepot des Austria Börsenbriefes:
Im international aufgestellten Musterportfolio sind die 500 Anteilscheine der Deutschen Börse AG mit einem Verlust von 32 Prozent zu 37,66 Euro ausgestoppt worden.
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