Werner Sperber
Die Börse am Sonntag traut HeidelbergCement einiges zu, baut mit einem Derivat allerdings auch vor, falls es nur zu relativ konstanten Aktienkursen reicht. TradeCentre kürt die Commerzbank zum "Aktienbullen der Woche". Die Euro am Sonntag ist vom neuen Dell-Konzern angetan. Hot Stocks Europe wartet auf den dynamischen Ausbruch der Anteilscheine von Grammer. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten der Börse am Sonntag erklären, HeidelbergCement habe die Anleger mit den vorläufigen Zahlen für das vierte Quartal überzeugt und zudem blickt der Vorstand optimistisch in die Zukunft. Durch Kostensenkungen und Effizienzsteigerungen will Vorstandsvorsitzender Bernd Scheifele die Ertragskraft verbessern und auch der Schuldenberg soll abgebaut werden. Der Aktienkurs legte daraufhin deutlich zu. Sollte sich der Baumarkt nachhaltig erholen, dürfte auch die Umsatzrendite von zuletzt 3,4 Prozent wieder steigen. In den Jahren 2007 und 2008 erreichte diese Gewinnspanne jeweils mehr als 16 Prozent. Analysten schätzen das KGV für das laufende Jahr auf 13 und für 2012 auf 10. Der charttechnische Aufwärtstrend ist intakt und so raten die Experten zu einem Engagement in die Aktie. Vorsichtigere Anleger sollten das am 21. Juni 2012 fällige Bonus-Zertifikat (WKN BN7 RXC) der BNP Paribas auf HeidelbergCement kaufen. Die Bank zahlt 65 Euro zurück, sofern der Aktienkurs während der gesamten Laufzeit nie auf 40 Euro oder weniger sinkt. Das entspricht einer Rendite von 14,9 Prozent beziehungsweise 11,1 Prozent auf ein Jahr gerechnet.

TradeCentre: Die Commerzbank ist unterbewertet
Die Commerzbank weist nach Angaben der Experten von TradeCentre in der jüngsten Bilanz ein Eigenkapital von 27,3 Milliarden Euro bei einer Bilanzsumme von knapp 848 Milliarden Euro aus. Der Börsenwert beträgt 7,8 Milliarden Euro. Analysten schätzen den Gewinn je Aktie im nächsten Jahr auf 1,27 Euro, was einem KGV von 5 für das Jahr 2012 entsprechen würde. Diese Unterbewertung dürfte sich deutlich verringern, sobald die Bank die Staatshilfen zurückbezahlt haben wird. In der derzeit guten Wirtschaftsphase dürfte das zu machen sein. Auf Sicht von zwei Jahren sollte der Aktienkurs des "Aktienbullen der Woche" demnach deutlich höher sein.
Die Euro am Sonntag: Dell hat sich erfolgreich neu erfunden
Vorstandsvorsitzender Michael Dell hat den Computerkonzern Dell nach Ansicht der Experten der Euro am Sonntag als IT-Dienstleistungsunternehmen neu erfunden. Wie die Zahlen für das jüngste Quartal belegen, stimmt die Richtung, in der sich die US-Firma bewegt. Trotz der starken Konkurrenz von Hewlett-Packard, IBM, Cisco Systems oder Oracle schlägt sich Dell gut und der Gewinn viel deutlich besser aus als erwartet. Der Vorstand erwartet im laufenden Jahr einen Umsatzanstieg zwischen fünf und neun Prozent, was ebenfalls mehr ist, als die Analysten geschätzt hatten. Die auch charttechnisch interessante Aktie ist mit einem KGV von 10 für das Jahr 2011 zudem günstig bewertet. Das Kursziel beträgt 15 Euro und der Stoppkurs sollte bei 8,90 Euro gesetzt werden.
Änderungen in den Musterdepots der Euro am Sonntag:
Jens Castner, Verantwortlicher für das defensiv ausgerichtete Musterportfolio, will seine 70 Bonus-Zertifikate (WKN BN6 GS7) auf Vossloh ausbuchen und durch 1.000 Anteilscheine der Commerzbank zu höchstens 6,20 Euro ersetzen. Sven Parplies, zuständig für das Momentum-Musterdepot, bucht seine 3.563 Anteilscheine von Evotec mit Verlust aus und will dafür Aktien von Netflix einbuchen. Joachim Spiering, verwaltet das offensiv ausgerichtete Musterportfolio. Er hat seine 800 Anteilscheine von Tipp24 mit einem Verlust von fünf Prozent zu 29,66 Euro ausgebucht. Nun will er seine 3.250 Aktien von Balda aus dem Depot nehmen. Dafür möchte Spiering Titel von Elexis und Francotyp-Postalia aufnehmen.
Hot Stocks Europe: Grammer holt Luft für den Ausbruch
Grammer ist einer der weltweit führenden Hersteller von Komponenten und Systemen für die Pkw-Austattung sowie von Fahrer- und Passagiersitzen für Offroad-Fahrzeuge, Lkws, Busse und Bahnen. Während des Beginns der Finanz- und Wirtschaftskrise wurde das Unternehmen noch zu den möglichen Pleitekandidaten gezählt. Aufgrund der spürbaren Restrukturierung und der kräftigen Erholung des Automobilsektors in den zurückliegenden 18 Monaten ist auch das Geschäft von Grammer wieder massiv angesprungen: Im vergangenen Jahr dürfte der Umsatz um mehr als 20 Prozent auf 880 Millionen Euro gestiegen sein. Die Analysten des Bankhauses Lampe schätzen den Gewinn je Aktie auf 1,66 Euro. Für das laufende Jahr gehen sie von Erlösen von 950 Millionen Euro und einem Ergebnis pro Anteilschein von 2,50 Euro sowie einer Dividende von 0,75 Euro je Aktie aus. Das würde einem KGV von 7 und einer Dividendenrendite von 4,4 Prozent entsprechen, was nach Ansicht der Experten von Hot Stocks Europe die Fortsetzung der Rallye ermöglicht. Die Experten schätzen den Umsatz im Jahr 2012 auf eine Milliarde Euro, den Gewinn je Aktie auf 2,91, das KGV also auf 6 und die Dividendenrendite auf mehr als fünf Prozent. Anleger sollten die derzeitige Konsolidierung zum Einstieg nutzen, da ein Ausbruch aus der seit Herbst 2010 gültigen Trading-Range dynamisch sein dürfte. Das Kursziel beträgt 26 bis 30 Euro.
Änderungen im Musterdepot von Hot Stocks Europe:
Die Verantwortlichen für das Musterportfolio haben 60.000 Anteilscheine von GGG Resources zu 0,39 Euro aufgenommen und bei 0,33 Euro abgesichert sowie 2.000 Aktien der Schuler AG zu 10,20 Euro eingebucht und den Stoppkurs bei 8,90 Euro gesetzt.
Änderung in einem Musterdepot des Anlegerbriefes performaxx:
Die Verantwortlichen für das kurzfristig ausgerichtete Musterportfolio haben 1.122 Anteilscheine der DAB Bank zu 4,91 Euro aufgenommen.
Änderungen im Musterdepot des Emerging Markets Investor:
Die 2.500 Anteilscheine von Quepasa sind mit einem Gewinn von zehn Prozent zu acht Euro ausgestoppt worden. Dafür haben die Verantwortlichen für das Musterportfolio 49.000 Aktien von Innocent zu 0,42 Euro aufgenommen.
Änderungen im Musterdepot von Global Biotech Investing:
Die 7.000 Anteilscheine von Evotec sind mit einem Gewinn von zwölf Prozent zu 3,20 Euro ausgestoppt worden. Dafür haben die Verantwortlichen für das Musterportfolio 37.000 Aktien von Verisante Technologies (ISIN CA92346G1046) zu 0,54 Euro aufgenommen und bei 0,50 Euro abgesichert.
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