Werner Sperber
Die Euro am Sonntag ist nach der Korrektur der ersten Kursrallye bei Greiffenberger sehr angetan von den Aktien des Maschinenbau-Unternehmens. Die Börse am Sonntag ist nun vorsichtig optimistisch für Centrotherm Photovoltaics und hat ein passendes Derivat parat. Der Anlegerbrief performaxx und die Platow Börse beschäftigen sich mit dem Börsengang des Formel-1-Rennstalls Williams Grand Prix Holding. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.
Börsenwelt Presseschau: Georg Pröbstl, Experte der Euro am Sonntag, erinnert daran, dass sich der Aktienkurs von Greiffenberger derzeit wieder bei großen Handelsumsätzen stark verteuert. Nach der Kursrallye und der anschließenden Konsolidierung sagte Vorstandsvorsitzender Stefan Greiffenberger im Interview mit dem Experten: "Seit Monaten läuft es in unseren Geschäftsfeldern sehr gut. Wir sind auch gut in das neue Jahr gestartet." Dabei entwickelt sich auch die Sparte Antriebstechnik für Windkraftanlagen gut. Der Konzernchef prognostiziert für das laufende und das nächste Jahr einen Umsatzanstieg auf 150 Millionen beziehungsweise 160 Millionen Euro. Pröbstl schätzt den Gewinn je Aktie in den Jahren 2011 und 2012 auf 1,20 Euro respektive 1,40 Euro. Bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von nur 7 für das nächste Jahr beträgt das Kursziel 12,50 Euro und der Stoppkurs 6,80 Euro.
Änderungen in den Musterdepots der Euro am Sonntag:
Joachim Spiering, Verantwortlicher für das offensiv ausgerichtete Musterportfolio, hat seine 425 Anteilscheine von Gesco und seine 550 Aktien von MTU Aero Engines jeweils mit Verlust ausgebucht. Dafür hat er 4.400 Titel von Patrizia Immobilien zu 5,71 Euro aufgenommen und bei 4,80 Euro abgesichert sowie 1.050 Papiere der Aareal Bank zu 24,44 Euro eingebucht und den Stoppkurs bei 20 Euro gesetzt. Zudem will er nun noch seine 800 Anteilscheine von Tipp24 ausbuchen. Sven Parplies, zuständig für das Momentum-Musterdepot, wird seine 644 Anteilscheine von Dialog Semiconductor und seine 236 Aktien von Illumina ausbuchen und durch Papiere von ADVA Optical Networking und Whole Foods Market ersetzen.

Börse am Sonntag: Morgenrot bei Centrotherm
Centrotherm Photovoltaics hat nach Angaben der Experten der Börse am Sonntag bereits im vierten Quartal 2010 viele Bestellungen erhalten. Für das laufende Jahr zeichnen sich einige Großaufträge für das Solartechnikunternehmen ab. Dennoch scheint das weitere Aufwärtspotenzial für die Aktie begrenzt zu sein. Deshalb empfehlen die Experten den Einstieg in das am 22. Dezember 2011 fällige capped Bonus-Zertifikat (WKN BN6 E68) der BNP Paribas auf Centrotherm Photovoltaics. Das Papier ist mit einer Untergrenze von 20 Euro und einer Bonus-Schwelle beziehungsweise einem Cap von 38 Euro ausgestattet. Das bedeutet, wenn der Kurs der Aktie von Centrotherm bis zum Laufzeitende die Grenze von 20 Euro nicht erreicht oder unterschreitet, bezahlt die Bank 38 Euro an den Anleger zurück. Thomas Riegler, Finanzvorstand des Technologie- und Equipment-Lieferanten für die Photovoltaikbranche, erklärte: "Unsere Vertriebsmannschaft hat im asiatischen Raum bereits erste Aufträge von großen Bestandskunden für das zweite Halbjahr 2011 unterzeichnet." Ein weiterer Großauftrag in Algerien steht anscheinend kurz vor dem Abschluss. Wegen der guten Auftragslage stockt das Unternehmen die Produktionskapazität am Standort Blaubeuren massiv auf. Doch Anleger sind immer noch generell skeptisch, wenn es um Investitionen in Photovoltaik-Ausrüster geht. Zudem steckt der Aktienkurs von Centrotherm charttechnisch zwischen den Marken von 24 und 36 Euro fest. Das KGV für das Jahr 2011 beträgt 13 und liegt damit im Branchendurchschnitt. Deshalb scheint ein Seitwärtstrend in den kommenden Monaten möglich.
Anlegerbrief performaxx: Williams-Papiere sind ausschließlich für Liebhaber
Das dominierende Formel-1-Rennunternehmen, Williams Grand Prix Holdings (ISIN DE000A1H6VM4), der 1990er Jahre ist nach Ansicht der Experten des Anlegerbriefes performaxx an der deutschen Börse willkommen. Auch wenn das Williams Grand Prix Team seit Jahren keine ganz großen Erfolge mehr feiert. Ein Investment in dieses halb Fan-, halb Anlagevehikel sollten sich Interessierte durch den Kopf gehen lassen. Bis zum Montag, 28. Februar, können maximal 2,74 Millionen Aktien für 24 bis 29 Euro gezeichnet werden, welche aus dem Bestand der Altaktionäre stammen. Das Emissionsvolumen von maximal 79,5 Millionen Euro fließt ausschließlich den abgebenden Aktionären zu. Die Erstnotiz ist für Mittwoch, 2. März, im Börsensegment Entry Standard der Frankfurter Börse geplant. Begleitet wird das IPO von der Schweizer Bank Bellevue und der deutschen Baader Bank. Der 60-jährige Patrick Head, der das Unternehmen im Jahr 1977 mitgegründet hat, wird seinen Anteil an Williams Grand Prix mit dem IPO von 27 auf rund sechs Prozent senken und sich wohl zum Ende der nächsten Saison aus dem operativen Geschäft zurückziehen. Gründer und Vorstandsvorsitzender ist der seit einem Unfall querschnittsgelähmte 68-jährige Sir Frank Williams. Er gibt weniger ab und möchte nach dem Börsengang mindestens 50,1 Prozent behalten. Sir Williams erklärte bei der Pressekonferenz zum Beginn der Roadshow für den Börsengang, das Unternehmen habe Ende des Jahres 2010 netto fast 25 Millionen Britische Pfund an flüssigen Mitteln ausgewiesen. Williams Grand Prix ist mit neun Konstrukteurs- und sieben Fahrer-Weltmeistertiteln das zweiterfolgreichste Formel-1-Team nach Ferrari. In der Holding, welche unterhalb der britischen public limited corporation firmiert, wird auch die Tochterfirma Williams Hybrid Power geführt. Ab dem Jahr 2011 dürfen Forme-1-Mannschaften nur mehr 30 Millionen Euro pro anno für Forschung und Entwicklung ausgeben. Obwohl ein ein mehr oder minder linearer Zusammenhang zwischen dem Gesamtbudget eines Teams und seiner Platzierung in der Weltmeisterschaft besteht, gibt es immer wieder Überraschungen. Generell betrachtet fährt das Williams-Team seit einigen Jahren hinterher: Der bislang letzte Weltmeister von Williams Grand Prix war Jacques Villeneuve im Jahr 1997; der letzte Sieg in einem Grand Prix Rennen stammt aus dem Jahr 2004. Die Börsennotiz könnte möglicherweise dafür sorgen, dass Williams Grand Prix mehr Geld von Sponsoren bekommt, ein höheres Gesamtbudget bezahlen kann und damit unter die besten drei Teams zurückfahren kann. Williams Grand Prix möchte nicht alle seine Investoren nennen, weshalb das Unternehmen den Börsengang im deutschen Entry Standard nutzt, obwohl die Firma unter den britischen Rechnungslegungs-Grundsätzen UK-GAAP bilanziert. Williams Grand Prix weist für das Jahr 2010 einen Anstieg des Nettogewinns um neun Prozent auf knapp fünf Millionen Pfund aus. Im Jahr 2011 sollen sich die Ergebnisse verdoppeln und im Jahr 2012 nochmals um die Hälfte zulegen. Die Gewinne pro Anteilschein belaufen sich demnach in den Jahren 2010 bis 2012 auf 0,60 Euro beziehungsweise 1,20 Euro respektive 1,70 Euro. Ab dem Jahr 2011 soll es auch eine Dividende geben, welche rund ein Drittel des Nettogewinns ausmachen dürfte. Bei einer Marktkapitalisierung von rund 265 Millionen Euro, bei einem IPO in der Mitte der Preisspanne, wird die Aktie mit einem KGV von mehr als 20 für das Jahr 2011 und 14 bis 16 für das Jahr 2012 bewertet. Das ist teuer. Die Dividendenrendite beliefe sich auf etwa zwei Prozent. Nach allen Regeln der Bewertungskunst ist die Aktie teuer. So droht die Gefahr, dass Williams Grand Prix nicht über den Status einer reinen Liebhaber-Aktie hinauskommt. Die Experten halten es aber für vertretbar, die Aktie am unteren Ende der Bookbuilding-Spanne zu zeichnen, wenn man sich der Risiken und Nebenwirkungen des Formel-1-Zirkus' bewusst ist. Wenn sich genügend Gleichgesinnte finden, kann der Aktienkurs sogar steigen.
Die Platow Börse: Niemand sollte auf Williams abfahren
Sir Frank Williams hat während der Konferenz zum Börsengang der von ihm gegründeten britischen Williams Grand Prix Holdings erklärt, dass drei Stellschrauben über die Profitabilität eines Formel 1-Rennstalls entscheiden würden: Die individuellen Sponsorenverträge, die leistungsabhängigen Zuflüsse aus dem Concorde-Vertrag mit der Formel-1-Gruppe und die eigene Kostenbasis. In dem Ende Oktober abgelaufenen Geschäftsjahr 2009/10 erreichte das Unternehmen bei einem mäßigen sportlichen Erfolg einen Umsatz von 74,2 Millionen Britischen Pfund und einen Nettogewinn von 3,9 Millionen Pfund, nach 6,6 Millionen Pfund im Vorjahr. IPO-Partner Bank Bellevue schätzt den Gewinn im Fiskaljahr 2010/11 auf 12,5 Millionen Euro, was bei einem Börsenwert von maximal 290 Millionen Euro aus dem Börsengang ein KGV von mehr als 20 ergibt. Dazu kommt eine Dividendenrendite von bis zu 1,8 Prozent. Aufgrund der hohen Schwankungen im Geschäftsmodell eignen sich die recht teuer bewerteten Aktien nach Ansicht der Experten der Platow Börse nur für echte Formel-1-Liebhaber. Deshalb sollten die Papiere nicht gezeichnet werden.
Änderung im Musterdepot der Platow Börse:
Die Verantwortlichen für das Musterportfolio haben ihren Bestand von 1.100 Anteilscheinen von R.Stahl verdoppelt und weitere 1.100 Aktien zu 27,75 Euro aufgenommen. Der Misch-Einstandskurs für die nun 2.200 Titel beträgt 26,87 Euro.
Änderungen im Musterdepot von Financial Fortune:
Die eine Million Anteilscheine von Liberty Resources sind mit einem Gewinn von 48 Prozent zu 0,09 Euro ausgestoppt worden. Dafür haben die Verantwortlichen für das Musterportfolio 300.000 Aktien von Kangaroo Resources zu 0,12 Euro aufgenommen und bei 0,10 Euro abgesichert.
Änderungen im Musterdepot des Hot Stocks Investor:
Die 1.800 Anteilscheine von Quepasa sind mit einem Verlust von neun Prozent zu 8,50 Euro und die 350.000 Aktien von Liberty Resources mit einem Gewinn von 33 Prozent zu 0,08 Euro ausgestoppt worden. Dafür haben die Verantwortlichen für das Musterportfolio 15.000 Titel von Yellowhead Mining zu 1,31 Euro (Stoppkurs 1,10 Euro) und 25.000 Papiere von Coral Gold zu 0,70 Euro (Stoppkurs 0,60 Euro) aufgenommen.
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