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Börsenwelt Presseschau: Google, Deutsche Bank und Heidelberger Druck, E.on sowie Funkwerk unter der Lupe

Werner Sperber

Portfolio Exclusiv lobt: Google ist in Topform. Trotzdem wollen die Experten die Papiere billiger und haben ein passendes Derivat parat. TradeCentre betrachtet sich wohlwollend die Deutsche Bank und Heidelberger Druck. Der Hanseatische Börsendienst ist allen Widrigkeiten zum Trotz von E.on überzeugt. Fuchs Kapitalanlagen geht vom Turnaround von Funkwerk aus. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.


Börsenwelt Presseschau: Die Experten von Portfolio Exclusiv hält die Zahlen von Google für das dritte Quartal 2010 augenscheinlich für sehr gut: Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 23 Prozent auf 7,3 Milliarden Dollar und der Gewinn um rund 30 Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar. Der Vorstand will auch künftig aggressiv in Produkte und neue Mitarbeiter investieren und den Konzern auf weiteres Wachstum trimmen. Diese Nachrichtenlage löste eine weitere Kursrallye aus, in deren Zuge die Notierung auch den Widerstand bei 600 Dollar überwunden hat. Mit einem KGV von 21 für das Jahr 2011 ist die Google-Aktie in etwa so bewertet wie der US-Technologieindex Nasdaq 100, dem eine Kurs-Gewinn-Vielfache von 20 zugebilligt wird. Zudem empfehlen 36 Analysten den Kauf der Anteilscheine, fünf raten dazu, sie zu halten und nur einer stuft die Papiere mit "Verkaufen" ein. Das Kursziel beträgt durchschnittlich 671 Dollar. Da auf Rallyes oft Gewinnmitnahmen folgen, bevorzugen die Experten allerdings eine verhalten offensive Herangehensweise. Sie empfehlen den Einstieg in das am 22. Juni 2011 fällige, währungsgesicherte Discount-Zertifikat (WKN AA1 9M3) der Royal Bank of Scotland auf Google. Notiert die Aktie dann bei mehr als 600 Dollar, erhält der Anleger 60 Dollar zurück. Das entspricht einer Seitwärtsrendite von 9,3 Prozent beziehungsweise 14,3 Prozent auf ein Jahr gerechnet. Der Abschlag auf den Google-Aktienkurs beträgt derzeit 10,2 Prozent.

Änderungen im Umweltaktien-Musterdepot von Portfolio Exclusiv:

Die Verantwortlichen für das Musterportfolio erhöhen das Limit für die geplante Aufnahme von 400 Anteilscheinen von Centrotec Sustainable auf 15,50 Euro. Zudem sollen nun 2.000 Aktien von Satcon Technology zu maximal vier Dollar sowie 5.000 Papiere von Eurodrip zu höchstens einem Euro eingebucht werden.


TradeCentre: Deutsche Bank und Heidelberger Druck bieten sich an

Die Experten von TradeCentre erklären: Erst wenn die Banken wieder gute Geschäfte machen und die Aktienkurse der Finanzinstitute steigen, wissen wir, dass ein stabiler und selbsttragender Aufschwung erreicht wurde. Der Favorit bleibt die Deutsche Bank, welche die Experten vor zwei Wochen zum "Aktienbullen der Woche" gekürt haben. Seither hat sich charttechnisch ein stabiler Boden ausgebildet, der die Basis für einen neuen Aufwärtstrend bilden sollte.

Die Experten erklären weiter: Wie in jedem Konjunkturzyklus gilt auch diesmal: Im ersten Jahr eines Wirtschaftsaufschwungs nutzen die Unternehmen ihre bestehenden Produktionskapazitäten. Erst im zweiten Jahr investieren sie in neue Maschinen. Dieses  Investitionsjahr dürfte im Jahr 2011 zu stark steigenden Auftragszahlen für die Maschinen- und Anlagenbauer führen. Neben Firmen wie, Krones, GEA Group, Gildemeister und KUKA gehört dazu auch die Heidelberger Druckmaschinen AG. Letztere ist eine sehr riskante Anlage-Alternative, da der Schrumpf-Trend in der Druckbranche intakt ist. Allerdings dürfte Heidelberger Druck vom laufenden Investitionszyklus noch einmal profitieren.

Der Hanseatische Börsendienst: Bei E.on wiegen Insider schwer

Die Aktienkurse von Energieversorgungs-Unternehmen sinken und sinken, während die Indizes seitwärts laufen und nun sogar steigen. Das gilt auch für E.on. Zudem stufen auch immer mehr Analysten die Aktie ab. Die Experten des Hanseatischen Börsendienstes führen die Commerzbank als jüngstes Beispiel an, die ihre Einstufung von "Buy" auf "Sell" und ihr Kursziel von 31 auf 19 Euro gesenkt haben. Die Banker begründen ihre Entscheidung damit, dass die Energiekonzerne jahrelang davon profitiert haben, dass die Politiker die Energieversorgungs-Branche kaum reguliert und die Konzerne kaum Ersatzinvestitionen getätigt haben. Zudem nützten den Konzernen auch die steigenden Rohstoffpreise. Nun ist die Branche nicht auf die Herausforderungen des neuen Jahrzehnts vorbereitet. Die Experten halten zudem die Bilanz mit einer Eigenkapitalquote von nur 29 Prozent und Bankschulden von rund 37 Milliarden Euro für eher schwach. Dadurch ist auch die Einstufung mit "A" durch die Ratingagenturen in Gefahr. Dieses Desinteresse an der Börse macht die Aktie von E.on für die Experten aber eher wieder interessant, denn nur so lasse sich üblicherweise viel Substanz zu einem moderaten Preis einkaufen. E.on habe zweifellos einiges an Substanz zu bieten und bei Kursen rund um den Buchwert, bei einem KGV von etwa 10 und einer Dividendenrendite von mehr als fünf Prozent (bei einer geschätzten Reduzierung der Ausschüttung auf 1,20 Euro je Anteilschein) sind die Anteilscheine attraktiv bewertet. Diverse andere Aktien sind dagegen wohl schon wieder viel zu ambitioniert bewertet. Die negativen Nachrichten dürften sich langsam im Aktienkurs von E.on widerspiegeln. Vier Insider haben im August und September günstige Einstiegskurse bei 21,65 bis mehr als 23 Euro gesehen und für insgesamt rund 130.000 Euro Anteilscheine gekauft. Diese Insiderkäufe wiegen für die Experten schwerer als die negativen Bankstudien. Zudem schätzen die Experten, dass E.on sich ab dem Jahr 2012 wieder wirtschaftlich leicht erholen könnte.

Änderung in einem Musterdepot des Hanseatischen Börsendienstes:

Die Verantwortlichen für das Vermögensschutz-Musterportfolio wollen 100 Anteilscheine von E.on als Dividendenwert aufnehmen.

Fuchs Kapitalanlagen: Funkwerk funkt an Risikobereite: K-A-U-F-E-N      

Funkwerk liefert vor allem Informations- und Kommunikationssysteme an Verkehrsbetriebe und Unternehmen mit Infrastruktureinrichtungen. Diese Branche ist spätzyklisch. Das Unternehmen hat wegen des zwischenzeitlichen Nachfrage-Rückgangs die Kosten deutlich gesenkt. Mittlerweile erholt sich das Geschäft, doch Funkwerk betrachtet diese Erholung noch als vergleichsweise verhalten. Die Experten von Fuchs Kapitalanlagen gehen auch aufgrund der Auftragszahlen von einer weiterhin positiven Entwicklung aus. Die sollte sich im zweiten Halbjahr 2010 beschleunigen beziehungsweise bereits beschleunigt haben. Die Erholung in der Verkehrstechnik sollte einen nachhaltigen Turnaround ermöglichen. Risikobereite Anleger sollten die marktenge Aktie mit einem Kursziel von 10,06 Euro und einem Stopp-Loss bei 7,12 Euro kaufen.

Änderungen im Musterdepot von Platow Derivate:

Die 300 Long-Zertifikate (WKN AA2 NVW) auf Gold sind mit einem Gewinn von 61 Prozent zu 20,14 Euro ausgestoppt worden. Dafür haben die Verantwortlichen für das Musterportfolio 1.200 Short-Zertifikate (WKN BN6 YVK) auf das Währungspaar Australischer Dollar/US-Dollar zu 4,25 Euro aufgenommen und bei drei Euro abgesichert. Zudem haben sie 300 Short-Zertifikate (WKN AA1 BPS) auf den US-T-Bond zu 9,94 Euro eingebucht und den Stoppkurs bei sieben Euro gesetzt. Die Verantwortlichen wollen zudem weitere 300 dieser Scheine zu höchstens 9,20 Euro einbuchen. Weiter haben sie 1.400 Put-Optionsscheine (WKN DB2 5HH) auf den DAX zu 3,10 Euro aufgenommen und den Stopp-Loss bei 2,05 Euro platziert. Diese Scheine sollen bei mindestens 4,55 Euro beziehungsweise bei einem DAX-Stand von 6.400 Punkten wieder ausgebucht werden. Schließlich wollen die Verantwortlichen noch ihre 1.400 Long-Zertifikate (WKN AA1 7DV) zu mindestens 5,15 Euro aus dem Musterdepot nehmen.

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