Börsenwelt Presseschau: Goldcorp, BHP Billiton, Potash Corp. of Saskatchewan, K+S, Gold und Silber unter der Lupe
Der Anlegerbrief performaxx sieht beinahe alles positiv für die Aktie von Goldcorp. Die Platow Börse besieht sich die Lage am Kaliumkarbonat-Markt. Die Börse am Sonntag hält einige Derivate für Gold parat. Die Euro am Sonntag hält ein Zertifikat auf Silber für kaufenswert. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten des Anlegerbriefes performaxx erwarten sowohl einen moderat steigenden Goldpreis als auch einen Erfolg von Goldcorp bei der Umsetzung der Konzernpläne. Die einzige Unwägbarkeit bei einem Engagement in Aktien des kanadischen Unternehmens stellt das Währungsrisiko zwischen dem US-Dollar und dem Kanadischen Dollar dar, das eine große Rolle für die Nachsteuergewinne von Goldcorp spielt. Insgesamt halten die Experten Kurse von 42 Euro bis Mitte des kommenden Jahres für gerechtfertigt, wenn die Bewertungsrelationen für das Unternehmen gleich bleiben. Sie schätzen den Gewinn je Aktie für das laufende Jahr auf einen Euro und für 2011 auf 1,40 Euro, was KGVs von 33 respektive 24 entsprechen würde. Goldcorp gehört zu den zehn größten Goldkonzernen der Welt und hat sich den Ruf als "profitabelste Goldminengesellschaft der Welt" redlich verdient. Die Mine "Red Lake" gilt als gehaltvollste Lagerstätte der Welt. Der Konzern produziert insgesamt 2,5 Millionen Feinunzen Gold zu Cashkosten von 300 bis 400 US-Dollar pro Unze und einer Cash-Marge von rund 800 US-Dollar pro Unze. Der Abbau der Nebenprodukte Silber und Kupfer drückt die Abbaukosten beziehungsweise subventioniert sie. In den nächsten Jahren dürfte die geförderte Menge Gold um 50 Prozent steigen, während Goldcorp die Rekordsumme von bis zu 200 Millionen US-Dollar pro Jahr investiert. Bis zum Jahr 2014 dürfte Goldcorp die Produktion auf 3,8 Millionen Unzen steigern. Zudem verkauft Goldcorp seine Produktion nicht vorwärts, hedgt sein Gold also nicht. Schließlich baut der Konzern sein Gold vor allem in NAFTA-Ländern ab, wo die politischen Risiken niedrig sind. Die Reserven betragen 40 bis 50 Millionen Unzen in Kanada, den USA, Lateinamerika und Australien. Die Netto-Liquidität beläuft sich auf fast 400 Millionen US-Dollar und der jährliche Cashflow auf rund 1,2 Milliarden US-Dollar. Dazu kommt noch ein erstklassiges Explorationspotenzial auf den bisherigen Liegenschaften beziehungsweise in der Nähe dieser Projekte.

Die Platow Börse wirft einen Blick auf die Potash-Marktkonsolidierung
Der australisch-britische Bergbaukonzern BHP Billiton will die Potash Corp. of Saskatchewan für rund 38 Milliarden US-Dollar kaufen, wogegen sich das kanadische Unternehmen immer stärker wehrt. Potash sucht nun einen sogenannten "Weißen Ritter", also ein Unternehmen, das Potash zu Hilfe kommt, in dem es Potash bei der Abwehrschlacht unterstützt oder sich an Potash beteiligt oder das kanadische Unternehmen sogar übernimmt. Nach Ansicht der Experten der Platow Börse hat die mögliche Übernahmeschlacht den Kurs der Potash-Aktie bereits in Regionen getrieben, die fundamental nicht gerechtfertigt sind. Von einem Investment sollte deshalb abgesehen werden. Die Experten von Platow Emerging Markets raten dagegen beim "Aggressor" BHP Billiton bis zu Kursen von 25 Euro zum Nachkauf. Der Preis der Aktie von K+S liegt zwar nicht auf einem solchen "Mond-Niveau", wie die von Potash, aber mit einem KGV von 19 und einem KUV von 1,8 für das Jahr 2010 sind die Anteilscheine angemessen bewertet. Zudem ist das deutsche Unternehmen kein reiner Kali-Konzern. Die Salzsparte erzielt mehr als ein Drittel der Umsätze und müsste nach einer Übernahme wohl abgespalten werden. Da zudem harte charttechnische Widerstände bei den Hochs aus dem Januar und März warten, sollten Anleger auch hier von einem Einstieg absehen.
Änderungen im Musterdepot der Platow Börse:
Die Verantwortlichen für das Musterportfolio wollen 1.000 Anteilscheine von Bertrandt zu höchstens 35,85 Euro aufnehmen.
Börse am Sonntag: Herbstzeit ist Goldzeit
Die Experten der Börse am Sonntag erinnern daran, dass statistisch der September für Gold und für Goldaktien bislang die beste Wertentwicklung im Jahresverlauf hervorgebracht hat. In der vergangenen Woche gehörte der Index NYSE Arca Gold Bugs (Kürzel: HUI) bereits zu den stärksten US-Branchenindizes. Der im März 1996 aufgelegte Index setzt sich aus Aktien weltweiter Goldproduzenten zusammen, die in den zurückliegenden eineinhalb Jahren ihr Gold nicht auf Termin verkauft haben. In dem Index werden also nur Goldminen-Konzerne geführt, die ihre Goldverkäufe nicht hedgen, also bereits jetzt mit Kunden festgelegt haben, zu welchen Preisen das Gold später verkauft wird. Dadurch profitieren diese Konzerne besonders von einem steigenden Goldpreis. In der Regel resultiert daraus auch eine Hebelwirkung, und der HUI steigt stärker als der Goldpreis. In den Jahren 1997 bis 2009 legte der Goldpreis im Durchschnitt um 5,6 Prozent zu, der HUI erhöhte seinen Wert allerdings im Mittel sogar um 9,4 Prozent. Die Experten sehen das erste Kursziel bei 502 Punkten, bevor anschließend das Allzeithoch bei 520 Zählern ins Visier rücken dürfte. Deshalb empfehlen sie vorsichtigeren Anlegern das endlos laufende Zertifikat (WKN A0A B83) auf den NYSE-ARCA-Goldbugs-Index zum Kauf. Risikobereite Investoren sollten in den ebenfalls endlos laufenden Mini-Future-Long-Optionsschein (WKN GS2 HR1) von Goldman Sachs auf den HUI einsteigen. Der Schein weist eine Basis bei 359,9 Punkten und eine Knock-out-Schwelle bei 380 Zählern auf. Zudem führen die Experten noch den open end Mini-Future-Short-Optionsschein (WKN GS3 BD5) ebenfalls von Goldman Sachs auf den NYSE-ARCA-Goldbugs-Index an. Mit diesem letzten Schein spekulieren die Anleger jedoch auf einen sinkenden HUI-Stand. Das Zertifikat ist mit einer Basis bei 574,7 Punkten und einer Knock-out-Schwelle bei 540 Zählern ausgestattet.
Euro am Sonntag: Verdienen, wenn der Silberpreis stabil bleibt
Seit April pendelt der Preis für eine Feinunze Silber zwischen den Marken von rund 17,50 Dollar und 19,50 Dollar. Klaus Schachinger, Experte der Euro am Sonntag, geht davon aus, dass diese Entwicklung noch eine Weile Bestand hat und empfiehlt deshalb den Inline-Optionsschein (WKN SG1 SQ1) der Société Générale auf den Silberpreis zum Kauf. Der Schein ist am 17. Dezember fällig und wird zu zehn Euro zurückbezahlt, falls der Silberpreis bis dahin weder die untere Marke von 14 Dollar, noch die obere Schwelle von 23 Dollar je Unze berührt beziehungsweise unter- oder überschreitet. Würde das doch passieren, verfiele der Schein wertlos. Schachinger geht allerdings davon aus, dass Anleger in diesen vier Monaten die Kursgewinne von 20,6 Prozent bei einem Kurs von 8,29 Euro verdienen werden, da Anleger mit Inflationsangst in Sachwerte flüchten, wie eben Silber. Andererseits nimmt die Industrie im zweiten Halbjahr üblicherweise weniger Silber ab, als im ersten Halbjahr. Insgesamt dürfte der Silberpreis deshalb moderat ansteigen.
Änderungen in den Musterdepots der Euro am Sonntag:
Jens Castner, Verantwortlicher für das defensiv ausgerichtete Musterportfolio, hat seinen Bestand von 40 Gold-ETCs (WKN A1E 9) um weitere 40 Stück zu 95,24 Euro aufgestockt. Nun will er noch 400 Anteilscheine von C-Quadrat zu höchstens 14,50 Euro aufnehmen. Joachim Spiering, zuständig für das offensiv aufgestellte Musterdepot, hat die 1.500 Call-Optionsscheine (WKN BN2 UC6) auf Apple mit einem Gewinn von 91 Prozent zu 15,43 Euro ausgebucht und durch 1.785 Aktien von Aragon zu 14,50 Euro ersetzt. Den Stoppkurs hat er bei 1,20 Euro gesetzt. Im Momentum-Musterportfolio von Sven Parplies sind die Papiere von Leoni, Virgin Media, NetApp, Hugo Boss AG, BMW, Continental und Citrix Systems jeweils mit Verlust ausgestoppt worden. Nun will Parplies Aktien von Citrix Systems und von Evotec (wieder) aufnehmen.
Änderungen im Musterdepot von Financial Fortune:
Die 300.000 Anteilscheine von NuEnergy sowie die 150.000 Aktien von Madalenas Ventures sind mit einem Verlust von jeweils 13 Prozent zu 0,075 Euro beziehungsweise 0,26 Euro ausgestoppt worden. Dafür haben die Verantwortlichen für das Musterportfolio 100.000 Papiere von Diamant Art zu 0,19 Euro aufgenommen und bei 0,15 Euro abgesichert.
Änderungen im Musterdepot des Hot Stocks Investor:
Die 75.000 Anteilscheine von Petroamerica Oil und die 10.000 Aktien von Kemet sind mit Verlusten von vier beziehungsweise zwölf Prozent zu 0,27 Euro respektive 2,75 Euro ausgestoppt worden. Dafür haben die Verantwortlichen 30.000 Titel von Aldridge Minerals zu 0,71 Euro und 100.000 Papiere von Diamant Art zu 0,1 Euro aufgenommen. Die Stoppkurse haben sie bei 0,60 Euro beziehungsweise 0,15 Euro gesetzt.
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