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Börsenwelt Presseschau: Gazprom, Erdgas, Leoni, Bijou Brigitte und Drägerwerk unter der Lupe

Werner Sperber

Fuchs Kapitalanlagen erkennt nach dem Atom-Desaster Chancen für Erdgas und hat auch ein passendes Derivat parat. TradeCentre kürt Leoni zum "Aktienbullen der Woche". Der Hanseatische Börsendienst schmückt sich weiterhin mit dem Musterportfolio-Wert Bijou Brigitte. Das Zertifikatejournal geht konservativ an eine Anlage bei Drägerwerk heran. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.

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Börsenwelt Presseschau: Die Experten von Fuchs Kapitalanlagen gehen davon aus, dass sich der weltweite Energiemix nach dem drohenden Super-GAU in Japan ändern wird. Entscheidend ist, wie schwer die atomare Verseuchung Japans letztlich ausfällt und welche Schlussfolgerungen das Land daraus ziehen wird. Öl ist als Alternative zu Atomstrom zu unsicher, denn zu viele der großen Vorkommen befinden sich in politisch instabilen Staaten wie Libyen. So drängt sich das als weniger umweltschädlich geltende Erdgas auf. In Japan sind solche Kraftwerke vorhanden und nicht voll ausgelastet. Gaskraftwerke sind technologisch ausgereift und notwendige Kapazitäten könnten zügig aufgebaut werden. Außerdem gibt es derzeit weltweit genügend Erdgas, das zudem vor allem in politisch stabilen Ländern lagert. Durch neue Fördertechniken lassen sich mittlerweile auch unkonventionelle Vorkommen, also in Kohle, Schiefer oder Gestein lagerndes Erdgas erschließen. Erdgas würde aber auch vom Ausbau der erneuerbaren Energien profitieren. Denn Wind- und Sonnenkraftwerke werden meist mit Erdgaskraftwerken kombiniert, um die Grundversorgung der Stromkunden sicherzustellen. An den Rohstoffmärkten blieb der Erdgaspreis stabil, während sich der Ölpreis seit Anfang des Jahres 2009 fast verdreifachte. Erst jetzt erhöht sich der Erdgaspreis, in den USA hat sich der Rohstoff in den vergangenen zwei Wochen um 15 Prozent verteuert. In Europa wird es wohl ähnlich werden. Die Experten schätzen, dass es sich um eine lang anhaltende Trendwende handelt. Sie empfehlen Aktien, die stark im Bereich Erdgas positioniert sind, wie etwa den weltgrößten Gasproduzenten Gazprom oder den Musterdepot-Wert Royal Dutch/Shell, den weltweit größten Produzenten von Flüssiggas. Aber auch Investitionen - fast - direkt in den Rohstoff sind möglich. Hierbei raten die Experten zum Einstieg in den ETFS Natural Gas (WKN A0K RJ3). Dabei handelt es sich um eine Schuldverschreibung, die einem Indexfonds, also einem ETF, ähnelt. Der Preis des ETFS Natural Gas folgt den Erdgas-Future-Kontrakten, die an der Londoner Rohstoffbörse LME gehandelt werden. Das Kursziel beträgt 0,321 Euro und der Stoppkurs sollte bei 0,185 Euro gesetzt werden.

Änderungen im Musterdepot von Fuchs Kapitalanlagen:

Die Verantwortlichen für das Musterportfolio wollen 50 Aktien von Schneider Electric zu höchstens 122 Euro sowie 25.000 Anteilscheine des ETFS Natural Gas zu maximal 0,225 Euro einbuchen. Dafür sollen die 300 Papiere von E.on zu mindestens 21 Euro ausgebucht werden.


TradeCentre: Leoni fährt hindernisfrei nach oben

Klaus Probst, Vorstandsvorsitzender des "Aktienbullen der Woche" Leoni, hat bezüglich der nächsten beiden Jahre erklärt: "Restrukturierungen gibt es nicht mehr, wir investieren in den Ausbau der Standorte." Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz um 38,8 Prozent auf 2,96 Milliarden Euro, im Jahr 2012 sollen 3,4 Milliarden Euro erlöst werden. Probst bezeichnet dieses Ziel bereits jetzt als konservativ, denn Leoni liegt nach einem starken Jahresauftakt über den Planvorgaben. Im laufenden Jahr dürfte es nach Ansicht der Experten von TradeCentre wohl einen erneuten Ergebnisschub mit einem Rekord-EBIT von 170 Millionen Euro geben. Im nächsten Jahr könnte das Ergebnis vor Zinsen und Steuern auf 238 Millionen Euro zulegen. Die Experten sehen deshalb für die Aktie von Leoni wenige Hindernisse auf dem Weg zurück zum 52-Wochenhoch bei 35,50 Euro.

Änderung im Realdepot des TradeCentre:

Die Verantwortlichen für das Real-Portfolio haben ihre 400 Anteilscheine von SGL Carbon mit einem Gewinn von 21 Prozent zu 33,21 Euro ausgebucht.


Der Hanseatische Börsendienst: Bijou Brigitte wird es schaffen  

Im Jahr 2010 sank zwar der Umsatz von Bijou Brigitte modische Accessoires um drei Prozent auf fast 378 Millionen Euro und der Gewinn um 22,7 Prozent auf 58,3 Millionen Euro beziehungsweise 7,40 Euro pro Anteilschein. Vor allem aufgrund der rückläufigen Geschäfte in Portugal und Spanien soll sich dieser Trend auch im ersten Quartal des laufenden Jahres fortsetzen. Das Management will jedoch die Ausschüttung bei 6,50 Euro je Aktie belassen, was bei einem Kurs von 98 Euro einer Dividendenrendite von hohen 6,6 Prozent entspricht. Zwar läuft der allgemeine Wirtschaftsaufschwung an Bijou Brigitte vorbei, die Experten des Hanseatischen Börsendienstes erinnern jedoch daran, dass der Konzern hoch profitabel arbeitet. Auch die Bewertung mit einem KGV von 14 ist sehr moderat. Langfristig orientierte Anleger sollten darauf vertrauen, dass Bijou Brigitte gestärkt aus der Krise hervorgeht und auf den Wachstumskurs zurückkehrt.

Änderung in einem Musterdepot des Hanseatischen Börsendienstes:

Die Verantwortlichen für das Aktien-Musterportfolio wollen ihren Bestand von 350 Anteilscheinen von Hotel.de um weitere 350 Aktien in etwa zum gleichen Einstandskurs von höchstens zwölf Euro einbuchen.


Das Zertifikatejournal: Lieber konservativ an Drägerwerk herangehen

Die Experten des Zertifikatejournals erinnern daran, dass der Medizin- und Sicherheitstechnikanbieter Drägerwerk der weltweit führende Hersteller von ABC-Masken und Schutzanzügen gegen radioaktive Strahlung ist. Derartige Ausrüstungen will der Konzern nun der japanischen Regierung spenden. Die gestiegene Strahlengefährdung dürfte Drägerwerk mehr Aufträge für Schutzkleidung einbringen. Andererseits erklärte der Vorstand des familienkontrollierten Unternehmens, dass die Ausgaben für Forschung und Entwicklung sowie für Vertrieb und Informationstechnologie in diesem Jahr steigen werden. Das dürfte die EBIT-Marge auf 7,5 bis 8,5 Prozent drücken. Die Experten empfehlen in dieser Ausgangslage den Kauf des am 22. März 2012 fälligen Discount-Zertifikates (WKN CM4 HC7) der Commerzbank auf die Vorzugsaktie von Drägerwerk. Die Bank zahlt dann maximal 60 Euro zurück. Das heißt, die Vorzugspapiere können bis zum Laufzeitende sogar noch etwas an Wert verlieren, ohne die maximale Rendite von 14,1 Prozent beziehungsweise 14,6 Prozent auf ein Jahr gerechnet zu gefährden.

Änderung in einem Musterdepot des Anlegerbriefes performaxx:

Die Verantwortlichen für das kurzfristig ausgerichtete Musterportfolio haben 100 Vorzugsaktien von Drägerwerk zu 65,14 Euro sowie 250 Aktien von Detour Gold zu 23,89 Euro aufgenommen.

Änderungen in den Musterdepots von Platow Derivate:

Im Derivate-Musterportfolio sind die 1.250 Put-Optionsscheine (WKN DE3 JX3) auf die Deutsche Lufthansa mit Gewinn ausgestoppt worden. Dafür haben die Verantwortlichen 550 Long-Zertifikate (WKN SG1 1HK) auf das Währungspaar Euro/Australischer Dollar zu 6,80 Euro aufgenommen und bei 4,70 Euro abgesichert, 220 Long-Zertifikate (WKN AA2 T1Y) auf Gold zu 16,35 Euro eingebucht und den Stoppkurs bei 10,96 Euro gesetzt sowie 700 Put-Optionsscheine (WKN DE5 MTG) auf den DAX zu 3,25 ins Portfolio geholt und den Stopp-Loss bei 2,10 Euro platziert. Nun wollen sie noch 470 Inline-Optionsscheine (WKN SG1 TZ2) auf den DAX zu höchstens fünf Euro aufnehmen. Die Verantwortlichen für das Alpha-Turbo-Musterdepot haben 3.100 Alpha-Turbo-Long-Zertifikate (WKN DZ2 QND) auf eine bessere Wertentwicklung der Aktie der GEA Group als der DAX zu 1,29 Euro aufgenommen und bei 0,89 Euro abgesichert. Nun möchten sie noch 5.700 Alpha-Short-Zertifikate (WKN DZ2 QMS) auf das Paar Metro/DAX zu höchstens 1,22 Euro einbuchen.

Die zehn aussichtsreichsten, interessantesten oder innovativsten Anlagetipps der "Börsenwelt" sind - ausschließlich - im wöchentlich erscheinenden "Börsenwelt Börsenbrief" zu finden.  

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