Werner Sperber
Der Frankfurter Börsenbrief sieht Freenet als Dividenden-Papier. Platow Derivate geht davon aus, dass Anleger Apple Inc. ohne den Gründer Steve Jobs meiden werden. Das Zertifikatejournal mag es bei SAP kurz und riskant. TradeCentre erwartet eine gute Zukunft für Tomorrow Focus. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten des Frankfurter Börsenbriefes raten dazu, die Aktie von Freenet ab Notierungen von 8,41 Euro mit einem Kursziel von 13 Euro und einem Stoppkurs bei 7,32 Euro zu kaufen. Die Notierung hat sich nach dem jüngsten allgemeinen Kursrutsch schnell wieder erholt. Die Nummer 3 der deutschen Mobilfunkanbieter lieferte schließlich in jüngerer Zeit bessere Zahlen als erwartet und erhöhte die Jahresprognose. Zudem erwarten Anleger für dieses Jahr eine Dividende von 0,83 Euro je Aktie und für das nächste Jahr von 0,87 Euro. Das würde zweistellige Dividendenrenditen bedeuten. Selbst wenn sich der Aktienkurs in den kommenden Jahren kaum verändern würde, hätte sich ein Engagement attraktiv rentiert.

Platow Derivate: Apple, Ade, weil Jobs Ade sagt
Firmengründer Steve Jobs tritt (wohl aus gesundheitlichen Gründen) als Vorstands-Vorsitzender des Technologiekonzerns Apple zurück und übernimmt nur noch die Führung des Verwaltungsrates. Die Experten von Platow Derivate verweisen darauf, dass der nach dieser Meldung kurzzeitig ausgesetzt Handel mit der Aktie später mit einem Minus von fünf Prozent fortgesetzt worden ist. Die Anleger reagieren also negativ auf den Abgang von Jobs und die Experten gehen davon aus, dass die Investoren schon alleine aus Furcht vor sinkenden Notierungen weiter verkaufen werden. Da die Aktie ohnehin charttechnisch gefährdet und der Gesamtmarkt angeschlagen ist, sollten Anleger mit dem endlos laufenden Put-Optionsschein (WKN DZ5 NPJ) der DZ Bank auf weiter fallende Kurse spekulieren und den Stoppkurs bei 386 Dollar für die Aktie setzen. Der Schein weist eine Basis bei 438,24 Dollar, eine Knock-out-Schwelle bei 417,66 Dollar und einen Hebel von derzeit 5,6 aus.
Änderungen in den Musterdepots von Platow Derivate:
Im Derivate-Musterportfolio sind die 2.500 Short-Zertifikate (WKN VT2 CLF) auf Google mit einem Gewinn von 51 Prozent zu 1,40 Euro ausgestoppt worden. Dafür haben die Verantwortlichen 1.000 Long-Zertifikate (WKN AA1 7DV) auf Platin zu 6,23 Euro aufgenommen und bei 5,30 Euro abgesichert sowie 650 Put-Optionsscheine (WKN DZ5 NPJ) auf Apple zu 5,14 Euro eingebucht und den Stoppkurs bei 3,55 Euro gesetzt. Die Verantwortlichen für das Alpha-Turbo-Musterdepot haben 1.250 Alpha-Turbo-Short-Zertifikate (WKN DZ2 QKA) auf eine schwächere Wertentwicklung der Aktie von Infineon Technologies als der DAX zu 1,63 Euro aufgenommen und bei 0,90 Euro abgesichert.
Das Zertifikatejournal: In einem Monat ist es vorbei
SAP hat mit den Zahlen für das zweite Quartal die Schätzungen der Analysten übertroffen. Die Auftragslage ist aufgrund der guten Geschäfte auf dem asiatischen Markt und den BRIC-Staaten gut. Deshalb hat der Vorstand die Prognose für das Gesamtjahr 2011 angehoben. Die Experten des Zertifikatejournals erinnern allerdings daran, dass auch der Aktienkurs des größten deutschen Softwareunternehmens im jüngsten allgemeinen Kurssturz gelitten hat. Bei 34 Euro stabilisierte sich der Kurs jedoch. Risikobereite Anleger sollten die charttechnische Verschnaufpause mit dem bereits am 26. September fälligen Inline-Optionsschein (WKN SG2 B) der Société Générale auf SAP nutzen. Wenn die Aktie bis zum 19. September nicht auf die Marke von 32 Euro oder darunter sinkt oder auf die Marke von 48 Euro oder darüber steigt, zahlt die Bank zehn Euro zurück. Das entspräche einer Rendite von 20 Prozent in einem Monat. Der Stoppkurs sollte bei einem Aktienkurs von rund 33 Euro gesetzt werden.
TradeCentre: Tomorrow Focus ist heute und morgen chancenreich
Der Internetkonzern Tomorrow Focus unterteilt das Geschäft in die drei Sparten "Transactions", "Technologies" und "Advertising". Advertising, also das Werbegeschäft, lieferte im ersten Halbjahr erstmals einen positiven Ergebnisbeitrag. Finanzvorstand Dirk Schmelzer prognostizierte im Interview mit den Experten von TradeCentre für das Gesamtjahr den ersten Nettogewinn dieses Segments. Im ersten Halbjahr entwickelten sich allerdings auch die beiden anderen Sparten sehr gut. Transactions punktet mit den Online-Plattformen wie holidaycheck, die in Polen gut Fuß gefasst hat und nun den französischen sowie perspektivisch den russischen Markt erschließen soll. Technologies profitiert von der starken Nachfrage nach Apps (Anwendungsprogramme) der Tochterfirma Cellular. Schmelzer kommentierte die Zahlen: "Wir sind mit der Entwicklung des ersten Halbjahres sehr zufrieden und lagen bei den Ertragszahlen sogar über Plan." Die Wachstumsdynamik halte an und das dritte Quartal werde stark. Schmelzer fühlt sich mit den Schätzungen der Experten für das Gesamtjahr wohl. Demnach dürfte Tomorrow Focus 145 bis 150 Millionen Euro erlösen, mehr als 23 Millionen Euro vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erwirtschaften, ein EBIT von mehr als 17 Millionen Euro ausweisen und netto mehr als elf Millionen Euro beziehungsweise 0,22 bis 0,24 Cent Euro pro Aktie verdienen. Der Finanzvorstand rechnet auch für das nächste Jahr mit einem organischen Umsatzwachstum auf 160 Millionen bis 170 Millionen Euro bei einer stabilen EBIT-Marge. Dabei plant das Management im kommenden Jahr Investitionen: "Wir werden die Ausgaben vor allem für holidaycheck auf deutlich über zehn Millionen Euro ausweiten. Das erhöhte Marketing zählt sich aufgrund der Skalierung sehr schnell aus. Wir müssen jetzt Gas geben, um deutlich über dem Markt zu performen und unseren Marktanteil auszubauen." Der Vorstand prognostiziert für das Jahr 2015 einen Umsatz von 250 Millionen Euro und ein EBIT zwischen 30 Millionen und 40 Millionen Euro. Das Umsatzziel könnte durch weitere Zukäufe schneller als geplant erreicht werden. Nach dem jüngsten Kursrutsch bekommen Anleger die Aktie zu einem moderaten Preis. Spätestens sobald sich die Lage an den Märkten beruhigt, sollten Investoren die Aktie kaufen.
Änderung im Musterdepot von Fuchs Kapitalanlagen:
Die Verantwortlichen für das Musterportfolio möchten nun doch keine Aktien der K+S AG KSAG88 aufnehmen, sondern 150 Discount-Zertifikate (WKN CK2 TEA) auf K+S zu höchstens 36,80 Euro.
Die zehn aussichtsreichsten, interessantesten oder innovativsten Anlagetipps der "Börsenwelt" sind - ausschließlich - im wöchentlich erscheinenden "Börsenwelt Börsenbrief" zu finden.