Werner Sperber
Die Platow Börse beschäftigt sich mit der Vorzugsaktie von Drägerwerk und Stratec Biomedical. Die Euro am Sonntag spekuliert auf neuen Schwung bei Praktiker. Die Börse am Sonntag nähert sich International Business Machines, IBM, mit verschiedenen Derivaten. Der Hot Stocks Investor knüpft ein Netz mit Quepasa. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten der Platow Börse verweisen auf die schwächeren Konjunkturprognosen für Europa und die USA. Deshalb rücken nun Unternehmen in den Blick der Anleger, welche in sogenannten "defensiven" Branchen tätig sind. Dazu zählen auch die Hersteller medizintechnischer Produkte. Diese werden weniger vom konjunkturellen Auf und Ab beeinflusst, sondern mehr von langfristigen Trends wie der Überalterung der Gesellschaften oder der wachsenden Nachfrage aus den Schwellenländern. Die Kurse der Vorzugsaktien von Drägerwerk sowie der Anteilscheine von Stratec Biomedical haben deshalb in diesem Jahr besser abgeschnitten als der TecDAX. Der Vorstand von Drägerwerk hat jüngst die Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Er erwartet nun eine EBIT-Marge von 8,0 bis 9,5 Prozent. Das dürfte gut zu erreichen sein, denn die Gewinnspannen vor Zinsen und Steuern lagen in den Sparten Medizintechnik und Sicherheitstechnik im ersten Halbjahr bereits bei elf beziehungsweise zwölf Prozent. Das KGV für 2011 dürfte bei 14 liegen, was angesichts der anhaltenden Verbesserung der Margen ein angemessener Wert ist. Investoren sollten auf Kursrücksetzer bis auf etwa 83 Euro spekulieren und dann mit einem Stopp Loss bei 67 Euro einsteigen. Stratec Biomedical möchte mit den vollautomatischen Analysensystemen eine EBIT-Marge von 18,5 Prozent erreichen. Deshalb und wegen des EBIT-Wachstums von wohl rund 27 Prozent im ersten Quartal 2011 ist das KGV von 22 für das laufende Jahr günstig. Das Kursziel beträgt 32,74 Euro und der Stoppkurs sollte bei 26 Euro gesetzt werden.

Die Euro am Sonntag: Hoffnung auf neuen Wind bei Praktiker
Wegen der Vorbereitung auf die Neuausrichtung sowie der schwierigen Lage in Südosteuropa sank der Umsatz von Praktiker bereits im ersten Quartal 2011. Schleppende Geschäfte in Deutschland und konjunkturelle Probleme in Südosteuropa machen Abschreibungen im niedrigen dreistelligen Millionen-Bereich bei Praktiker nötig. Georg Pröbstl, Experte der Euro am Sonntag, schätzt diese Wertberichtigungen auf 250 Millionen Euro. Er rät risikobereiten Anlegern dennoch zum Einstieg mit einem Kursziel von 4,50 Euro und einem Stoppkurs bei 1,95 Euro, denn der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Werner tritt zurück. Die Spekulationen über den Nachfolger könnten die Stimmung aufhellen. Zweitens könnte mit dem Abgang des Konzernchefs ein möglicher Aufkäufer (vielleicht sogar der Alteigentümer Metro) leichter eine eigene Firmenführung bei Praktiker etablieren. Drittens macht der Buchwert abzüglich der Abschreibungen rund 570 Millionen Euro beziehungsweise zehn Euro je Aktie aus.
Änderungen in den Musterdepots der Euro am Sonntag:
Joachim Spiering, verantwortlich für das offensiv ausgerichtete Musterportfolio, hat 415 Stammaktien von BMW zu 72,67 Euro aufgenommen und bei 60 Euro abgesichert. Zudem hat er 1.630 Aktien von VTG zu 18,07 Euro (Stoppkurs bei 15 Euro) und 1.760 Korridor-Optionsscheine (WKN SG2 BE7) auf den DAX zu 8,39 Euro (Stoppkurs bei fünf Euro) eingebucht. Jens Castner, zuständig für das defensiv orientierte Musterdepot, hat seine 70 Discount-Zertifikate (WKN GS2 X2T) auf den Index EuroStoxx50 Dividenden mit einem Gewinn von 21 Prozent zu 108,22 Euro ausgebucht. Sven Parplies hat in das von ihm betreute Trend-Musterdepot 519 Anteilscheine von Expedia zu 21,16 Euro aufgenommen. Diese Aktien sowie die 407 Titel von Südzucker und die 51 Papiere von Netflix sind jeweils mit Verlust ausgestoppt worden. Nun möchte er Vorzugsaktien von Drägerwerk einbuchen.
Die Börse am Sonntag: IBM bietet konservative Chancen
International Business Machines, IBM, hat überraschend starke Zahlen für das zweite Quartal 2011 veröffentlicht. Dabei verkauften sich die Produkte des IT-Konzerns nicht nur in den Schwellenländern besser als erwartet sondern auch in den Krisengebieten Europa und USA. Vorstandsvorsitzender Samuel Palmisano erhöhte zudem die Prognose für das Gesamtjahr. Er erwartet nun ein EBIT je Aktie von 13,25 Dollar und einen Gewinn pro Anteilschein von 12,87 Dollar. Trotz der anhaltenden und erheblichen Rückkäufe von eigenen Aktien verfügte IBM zum 30. Juni über flüssige Mittel von 11,8 Milliarden Dollar. Die Experten der Börse am Sonntag halten das KGV von 13 für das Jahr 2012 für niedrig, verglichen mit der Branche. Charttechnisch und fundamental dürfte die Aktie ihren Aufwärtstrend mittelfristig fortsetzen. Kurzfristig sind die Anteilscheine allerdings über-kauft. Vor diesem Hintergrund sollten konservativ orientierte Anleger die Aktie mit einem Stopp-Loss bei 107,50 Euro kaufen. Vorsichtigere Investoren, die mit wenig veränderten Kursen rechnen, sollten das am 20. Juni 2012 fällige, währungsgesicherte Discount-Zertifikat (WKN AA2 1DG) der Royal Bank of Scotland erwerben. Die Bank zahlt maximal 180 Dollar zurück. Das entspricht einer Rendite von neun Prozent beziehungsweise 10,1 Prozent auf ein Jahr gerechnet. Risikobereiten Anlegern wird zum endlos laufenden Call-Optionsschein (WKN DB4 NH4) der Deutschen Bank auf IBM geraten oder zum open end Long-Zertifikat (WKN BC1 H6S) der Barclays Bank auf IBM. Der Schein der Deutschen Bank ist mit einer Basis bei 102,29 Dollar, einer Knock-out-Schwelle bei 112,30 Dollar und einem Hebel von derzeit 2,2 ausgestattet. Das Papier der Barclays Bank weist eine Basis bei 131,42 Dollar auf, eine Totalverlust-Schwelle bei 141 Dollar und einen Hebel bei aktuell 3,4. Wer an möglichen Rücksetzern verdienen möchte, für den ist das endlos laufende Bear-Zertifikat (WKN CK2 89N) der Commerzbank auf IBM richtig. Dieser Schein ist mit einer Basis bei 239 Dollar, einer Knock-out-Schwelle bei 230 Dollar und einem Hebel von derzeit 3,3 ausgestattet.
Der Hot Stocks Investor: Quantensprung bei Quepasa
Quepasa ist an der Börse rund 120 Millionen Dollar wert und übernimmt nun den Wettbewerber Insider Guides für 100 Millionen Dollar. Quepasa bezahlt den Eigentümer der populären Social-Media-Webseite myYearbook mit 18 Millionen Dollar in bar und 82 Millionen neuen Aktien. Auch nach diesem Quantensprung bleibt Quepasa für die Experten des Hot Stocks Investor ein Top-Favorit des Sektors.
Änderungen im Musterdepot des Hot Stocks Investor:
Die 100.000 Anteilscheine von Dorex Minerals sind mit einem Gewinn von 25 Prozent zu 0,15 Euro ausgestoppt worden. Dafür haben die Verantwortlichen 20.000 Aktien von Trevali Mining zu 1,11 Euro aufgenommen und bei 0,90 Euro abgesichert.
Änderung im Musterdepot von Financial Fortune:
Die 300.000 Anteilscheine von Dorex Minerals sind mit einem Gewinn von 13 Prozent zu 0,13 Euro ausgestoppt worden.
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