Werner Sperber
Platow Derivate greift mit einem Optionsschein in das "fallende Messer" von Dialog Semiconductor. Der Frankfurter Börsenbrief beschäftigt sich mit dem Börsengang der Balda-Beteiligung TPK Holding. Portfolio Exclusiv untersucht die Chancen eines Zertifikates auf den Commerzbank-Börsenbetreiber-Index. Die Finanzwoche beleuchtet den Chemiesektor und DSM. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten von Platow Derivate erinnern daran, dass sich der Aktienkurs von Dialog Semiconductor in den vergangenen drei Jahren vervierfacht hat. Im laufenden Jahr beträgt das Plus 60 Prozent. Um die Zeit der Veröffentlichung der erneut guten Zahlen für das dritte Quartal kam es jedoch zu Gewinnmitnahmen. Aufgrund von Lieferengpässen für das Vormaterial prognostizierte der Vorstand allerdings etwas weniger Umsatz im Schlussquartal, als von den euphorischen Analysten geschätzt. Zudem gab das Management keine Ziele für das Jahr 2011 aus. Die Kurskorrektur von 15 Prozent sollte nach Ansicht der Experten nicht überbewertet werden, zumal der charttechnische Aufwärtstrend noch so lange intakt ist, bis die Marke des jüngste Tiefs bei rund 11,60 Euro nicht unterschritten wird. Weil Dialog zudem auf Wachstumskurs bleibt und kurzfristig keine schlechten Nachrichten zu erwarten sind, raten die Experten risikobereiten, antizyklischen Anlegern in das "fallende Messer" zu greifen und den endlos laufenden Call-Optionsschein (WKN DE2 49B) der Deutschen Bank auf Dialog Semiconductor zu kaufen. Der Schein ist mit einer Basis bei 8,53 Euro, einer Knock-out-Schwelle bei 9,40 Euro und einem Hebel von derzeit 3,2 ausgestattet. Das Kauflimit beträgt auf den Aktienkurs übertragen 12,30 Euro und der Stoppkurs sollte bei 11,45 Euro gesetzt werden. Das Kursziel beträgt knapp 14,50 Euro.
Änderungen im Musterdepot von Platow Derivate:
Die 1.000 Long-Zertifikate (WKN AA2 NV4) auf Silber sind mit einem Gewinn ausgestoppt worden, wie auch die 7.000 Call-Optionsscheine (WKN DB8 RE8) auf die Deutsche Börse AG. Die 1.400 Put-Optionsscheine (WKN DB2 5HH) auf den DAX sind mit einem Verlust ausgestoppt worden. Dafür haben die Verantwortlichen für das Musterportfolio 650 Short-Zertifikate (WKN VT0 NL4) auf den DAX zu 3,24 Euro eingebucht und bei 2,05 Euro abgesichert. Weitere 700 dieser Papiere sollen noch zu höchstens 2,95 Euro aufgenommen werden. Zudem wollen die Verantwortlichen noch 1.100 Call-Optionsscheine (WKN DE2 49B) auf Dialog Semiconductor zu maximal 3,85 Euro einbuchen.

Der Frankfurter Börsenbrief: Balda-Beteiligung TPK ist endlich an der Börse
Balda hält rund 36 Millionen Aktien der TPK Holding beziehungsweise 18,55 Prozent. Nach dem Börsengang mit einer gleichzeitigen Kapitalerhöhung ist der Anteil von Balda am chinesischen Hersteller von "kapazitiv"-berührungsempfindlichen Bildschirmen auf 16,1 Prozent gesunken. TPK hat 196 Millionen alte und 28 Millionen neue Aktien zu 220 Taiwanesischen Dollar (5,16 Euro) ausgegeben. Daraus errechnet sich ein Wert zum Ausgabepreis von 1,16 Milliarden Euro. Der theoretische Balda-Anteil beliefe sich auf 186 Millionen Euro beziehungsweise 3,44 Euro je Balda-Aktie. Die Experten des Frankfurter Börsenbriefes küren TPK zur "Aktie der Woche", nachdem das Angebot zum IPO mehr als 80-fach überzeichnet gewesen ist. Der Lieferant von Apple baut sein Geschäft weiter aus, zumal heute kaum ein Smartphone ohne Touchscreens auskommt. Der nächste Boommarkt für TPK sind die sogenannten Tablet-PCs. Diesbezüglich berichtet die taiwanesische Wirtschaftszeitung "Economic News Daily", dass die Komponenten für diese mobilen PCs vorerst knapp bleiben, was TPK eine gewisse Preismacht verleiht. Neben Mobiltelefonen, mobilen Computern, Fahrkarten-Automaten der Bahn, Steuerinstrumenten in Autos wäre den Experten zufolge der Schritt für Touchscreens in die Haushaltselektronik nur konsequent. Neben TPK bietet sich auch ein Engagement in Wintek an, die sich ebenfalls einen sehr guten Marktanteil erarbeitet hat. Der Markt ist groß genug, dass er auch drei oder vier weitere Anbieter verkraften kann.
Portfolio Exclusiv: Neuer Schwung bei den Börsenbetreibern
Die Experten von Portfolio Exclusiv verweisen darauf, dass die geplante Übernahme des australischen Börsenbetreibers ASX durch den Betreiber der Börse Singapur SGX für 5,9 Milliarden Euro den Anlegerfokus auf diese Branche gerichtet hat. Das ist auch an der Wertentwicklung des Zertifikates (WKN CB8 NYM) der Commerzbank auf den Commerzbank-Börsenbetreiber-Index zu erkennen. Innerhalb der vergangenen zwölf Monate legte das Zertifikat mehr als elf Prozent zu, während der MSCI World Index fast 18 Prozent gewann. Dabei werden beim Zertifikat Dividendenzahlungen berücksichtigt, im MSCI Index dagegen nicht. In den vergangenen drei Monaten hat das Zertifikat allerdings fast zwölf Prozent an Wert gewonnen, während der World-Index nur zwei Prozent zulegte. Die Experten stufen die geplante Übernahme in Asien/Australien als sinnvoll ein, denn die traditionellen Börsenbetreiber machen sich nicht nur untereinander immer härtere Konkurrenz, sondern auch außerbörsliche Handelplattformen entwickeln sich zu ernstzunehmenden Wettbewerbern. Durch Zukäufe können die Börsenbetreiber schnell Synergien heben, während ihre Wachstumsaussichten ansonsten derzeit eher schwach sind. Die Transaktion von SGX und ASX könnte deshalb bald Nachahmer finden, was sich positiv auf die Aktienkurse der Börsenbetreiber und damit den Commerzbank-Index und schließlich die Notierung für das Zertifikat auswirken dürfte.
Änderungen im Umweltaktien-Musterdepot von Portfolio Exclusiv:
Die Verantwortlichen für das Musterportfolio haben 2.000 Anteilscheine von Satcon Technology zu 2,92 Euro aufgenommen und bei 2,80 Euro abgesichert. Nun sollen noch 300 Aktien von Centrotec Sustainable zu höchstens 16,50 Euro eingebucht werden.
Finanzwoche: Chancen in der Chemiebranche; DSM muss kaufen
In den 1990er Jahren ist in den Industrieländern eine gewisse Sättigung des Marktes für Ethylen-basierte Produkte, Plastiktüten, Plastikspielzeug und so weiter eingetreten. Die Chemiekonzerne haben die Produktion von Chemiefasern vielfach nach Asien ausgelagert und in die Produktionskapazitäten in den Industrieländern nur noch vereinzelt investiert. Den Experten von Finanzwoche zufolge, liegt die Auslastung der Werke für Basis-Chemie in den Industrieländern bei 85 Prozent. Ab einer Kapazitätsauslastung von 90 Prozent vergrößert sich üblicherweise die Preis-Macht der Konzerne deutlich. Zudem steigt die Nachfrage nach Basis-Chemie in den Schwellenländern. Alleine die zusätzliche Bestellmenge aus Indien und China dürfte in den nächsten fünf Jahren der Gesamt-Bestellmenge der USA entsprechen. Insgesamt gehen die Experten davon aus, dass die weltweite Nachfrage nach Ethylen bis zum Jahr 2014 um fünf Prozent pro anno steigen dürfte, während die Produktionskapazitäten lediglich um zwei Prozent jährlich erhöht werden könnten. Demzufolge sind Investments in den Chemiesektor, auch nach der Rallye in diesem Segment, noch immer aussichtsreich. Neben den Papieren von BASF halten die Experten auch die Aktien von Koninklijke DSM für kaufenswert. DSM hängt zwar im Geschäft mit Beschichtungen von der Bauwirtschaft ab, doch beträgt der Anteil am Gesamtumsatz nur sechs Prozent. DSM ist aber im Vergleich zu Akzo Nobel weit weniger vom schwierigen Endverbrauchergeschäft abhängig. Zudem dürfte die steigende Nachfrage aus der Auto- und Elektroindustrie die Schwäche der Baubranche mehr als ausgleichen. DSM weist eine überaus solide Bilanz auf. Dabei ist entscheidend, wie der Vorstand das Geld künftig verwenden wird: Während das Management im September eine Dividendenerhöhung auf 1,50 Euro je Aktie ankündigte, ist auch mit weiteren Zukäufen zu rechnen. Wenn der Preis stimmt, dürfte das der Aktie einen Schub verleihen.
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