Werner Sperber
Das Zertifikatejournal stellt eine chancenreiche Derivate-Spezialität auf das Paar Deutsche Telekom und France Télécom vor. Die Actien-Börse rät zum schrittweisen Einstieg bei Aixtron. Platow Derivate erwartet steigende Notierungen von Gildemeister und hat ein passendes Derivat parat. Fuchs Kapitalanlagen geht davon aus, dass in der Kiste von Pandora eine vergleichsweise solide Absicherung gegen den fallenden Silberpreis steckt. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten des Zertifikatejournals hoffen darauf, dass der Aktienkurs der Deutschen Telekom bis zum 19. August nicht auf oder unter die Marke von 9,35 Euro sinkt und zugleich auch die Aktie der France Télécom immer mehr als 13,26 Euro kostet. Sollte das so sein, dann zahlt die Société Générale den Besitzern des Duo-Stay-High-Call-Optionsscheines mit der Wertpapierkennnummer SG1 805 am 26. August zehn Euro zurück. Bei einem Briefkurs von aktuell 7,21 Euro würde das eine Rendite von 38,7 Prozent in lediglich gut dreieinhalb Monaten bedeuten. Verletzt jedoch auch nur ein Basiswert die Barriere, verfällt der Schein nahezu wertlos. Die Bank überweist in diesem Fall 0,01 Euro. Die Experten gehen jedoch davon aus, dass die jeweiligen Kurspuffer auch unter Berücksichtigung der jeweiligen Dividenden-Kursabschläge ausreichend groß sind. Beide Papiere sind fundamental extrem günstig bewertet. Zudem sind bis zum Ende der Laufzeit des Duo-Stay-High-Warrants keine extrem schlechten Nachrichten zu erwarten. Im Gegenteil: Kürzlich vereinbarten die ehemaligen Monopol-Konzerne, den Einkauf miteinander tätigen zu wollen, wobei ein entsprechendes Gemeinschaftsunternehmen noch in diesem Jahr die Arbeit aufnehmen soll. Die sehr risikobereiten Anleger, welche in diesen Schein investieren, sollten täglich kontrollieren, ob bei der Aktie der Deutschen Telekom die Marke von 10,00 Euro und bei der France Télécom diejenige von 14,00 Euro nicht unterschritten ist, denn dort befinden sich psychologisch und charttechnisch wichtige Unterstützungslinien.

Die Actien-Börse: Einsteigen und nachkaufen ist bei Aixtron angesagt
Die Experten der Actien-Börse verweisen in ihrer aktuellen Ausgabe darauf, dass Aixtron erst nach dem Redaktionsschluss die Zahlen für das erste Quartal vorgelegt habe (Anmerkung der Redaktion: Aixtron meldete am 28. April einen Umsatz für das Auftaktquartal 2011 von 205 Millionen Euro. Das ist rund ein Drittel mehr als ein Jahr zuvor. Der Gewinn stieg um mehr als 60 Prozent auf rund 52 Millionen Euro. Damit verfehlte der Maschinenbaukonzern die Schätzungen der Analysten. Der Vorstand prognostizierte für das Gesamtjahr 2011 Erlöse von 800 bis 900 Millionen Euro und eine EBIT-Marge von 35 Prozent.). Die Experten schätzen, dass Aixtron im laufenden Jahr wohl sicher eine Milliarde Euro umsetzen wird, denn die Anlagen von Aixtron zur Produktion von LEDs (light-emitting diods, Leuchtdioden) werden weiterhin stark nachgefragt. Allerdings können solche Trends technologisch bedingt abbrechen. Der Börsenwert von Aixtron ist zwar hoch, dafür ist der Konzern auf seinem Gebiet Weltmarktführer und die Bewertung der Aktie ist mit einem KGV von 11 relativ günstig. Zudem ist Aixtron ein möglicher Übernahmekandidat für den wohl mindestens 40 Euro pro Anteilschein gezahlt werden müsste. Deshalb sollten risikobereite Anleger bei Kursen von rund 28 Euro einsteigen. Da Rücksetzer um zwei bis drei Euro jederzeit möglich sind, sollte dann nachgekauft werden.
Platow Derivate: Gildemeister ist auf dem Sprung
Gildemeister hat nach Angaben der Experten von Platow Derivate mit den Erstquartalszahlen überzeugt und der Vorstand hob die Prognose für das Gesamtjahr 2011 an. Zudem zeigte der Aktienkurs relative Stärke. Deshalb sollte der Kurs des Werkzeugmaschinenbaukonzerns nun den hartnäckigen Widerstand bei 17,50 Euro nachhaltig überwinden können. Danach wäre der Weg charttechnisch frei bis zu Notierungen von etwa 23 Euro. Vor diesem Hintergrund kann der Stoppkurs eng bei 16,40 Euro gesetzt werden, wo derzeit eine Aufwärtstrendlinie verläuft. Risikobereite Anleger sollten das endlos laufende Long-Zertifikat (WKN BN8 URC) der BNP Paribas auf Gildemeister kaufen. Der Schein ist mit einer Basis bei 14,10 Euro, einer Knock-out-Schwelle bei 15,51 Euro und einem Hebel von derzeit 7,6 ausgestattet.
Änderungen in den Musterdepots von Platow Derivate:
Im Derivate-Musterportfolio sind die 4.500 Call-Optionsscheine (WKN DE5 UH1) auf Hugo Boss und die 4.600 Call-Optionsscheine (WKN DE5 UEU) auf BASF jeweils mit einem Gewinn ausgestoppt worden. Die 4.700 Bear-Zertifikate (WKN CK0 JAU) auf RWE, die 480 Long-Zertifikate (WKN BN8 UQ9) auf die GEA Group und die 1.750 Call-Optionsscheine (WKN DE5 P3C) auf Brenntag sind jeweils mit Verlust ausgestoppt worden. Dafür haben die Verantwortlichen 850 Long-Zertifikate (WKN BN8 URC) auf Gildemeister zu 3,22 Euro aufgenommen und bei 2,30 Euro abgesichert sowie 3.000 Short-Zertifikate (WKN TB0 ZA8) auf Wincor Nixdorf zu 1,23 Euro eingebucht und den Stoppkurs bei einem Euro gesetzt. Nun möchten sie noch 1.300 Put-Optionsscheine (WKN DE5 PMW) auf den DAX zu höchstens 5,75 Euro aufnehmen. Im Alpha-Turbo-Musterdepot sind die 2.500 Alpha-Turbo-Long-Zertifikate (WKN DZ2 QPV) auf eine bessere Entwicklung des Aktienkurses von Manz Automation als der DAX mit einem Verlust ausgestoppt worden. Dafür haben die Verantwortlichen 2.700 Alpha-Long-Zertifikate (WKN DZ2 QNQ) auf das Paar Kabel Deutschland/DAX zu 1,48 Euro aufgenommen und bei 1,03 Euro abgesichert sowie 2.000 Alpha-Long-Zertifikate (WKN DZ2 QKB) auf das Paar MAN/DAX zu 2,05 Euro eingebucht und den Stoppkurs bei 1,45 Euro gesetzt. Nun möchten sie noch 4.300 Alpha-Long-Zertifikate (WKN DZ2 QNR) auf das Paar Krones/DAX zu höchstens 1,75 Euro aufnehmen.
Fuchs Kapitalanlagen: Pandora hedged den Silberpreis
Pandora entwirft, produziert und verkauft nach Angaben der Experten von Fuchs Kapitalanlagen bezahlbaren Schmuck. Im Mittelpunkt stehen Armbänder im Preis von 22 bis mehreren hundert Euro, welche mit Elementen aus Edelmetallen oder Halb- und Edelsteinen bestückt werden. Zum Sortiment des Unternehmens gehören auch Schmuckketten, Ohrringe und andere Accessoires. Die dänische Firma vertreibt diese Waren in mehr als 50 Ländern zu 99 Prozent über Großhandelsunternehmen. Der Aktienkurs von Pandora hat seit dem Erreichen des Allzeithochs Mitte Januar zwischenzeitlich rund 40 Prozent abgegeben. Mit aktuell 252,50 Dänischen Kronen notiert Pandora sogar niedriger als der Ausgabekurs beim Börsengang im vergangenen Herbst. Neben Leerverkäufen war der starke Anstieg der Rohstoffpreise, etwa für Silber, ein wesentlicher Grund dafür. Die Anleger bezweifelten, dass Pandora die gestiegenen Materialpreise in vollem Umfang an die Kunden weitergeben könnte. Tatsächlich erhöhte Pandora seine Verkaufspreise um acht bis 15 Prozent. Das operative Geschäft des Schmuckspezialisten entwickelt sich hervorragend. Nach den vorläufigen Ergebnissen für das erste Quartal 2011 stieg der Umsatz im Jahresvergleich um mehr als 40 Prozent. Die EBITDA-Marge legte auf mehr als 40 Prozent zu. Der Vorstand erhöhte die Prognose für das Gesamtjahr und erwartet nun einen Erlöszuwachs von 30 Prozent. Die EBITDA-Gewinnspanne soll mindestens 40 Prozent betragen. Pandora scheint also die gestiegenen Materialpreise gut verarbeiten zu können. Mit der Korrektur des Silberpreises steigt nun auch der Aktienkurs von Pandora. Damit ist die Aktie quasi eine Absicherung (Hedge) gegen einen fallenden Silberpreis. Zwar scheint die Bewertung mit einem KGV von 21 für das laufende Jahr teuer, doch die Analysten der SEB Bank haben errechnet, dass die Aktie mit einem Abschlag von mehr als 40 Prozent im Vergleich zu den Wettbewerbern gehandelt wird. Die Anteilscheine sind zwar recht schwankungsfreudig, dafür aber auch überdurchschnittlich aussichtsreich. Anleger sollten die Papiere mit einem Kursziel von 45,47 Euro und einem Stoppkurs bei 27,25 Euro kaufen.
Änderung im Musterdepot von Fuchs Kapitalanlagen:
Die Verantwortlichen für das Musterportfolio wollen ihre 4.000 Anteilscheine von Vodafone zu mindestens 1,90 Euro ausbuchen.
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