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Börsenwelt Presseschau: Deutsche Lufthansa, Siemens, Celesio und die Chancen mit Firmenkäufen Geld zu verdienen unter der Lupe

Werner Sperber

Platow Derivate sieht bei der Deutschen Lufthansa das Ziel vor Augen, das "Short" heißt. Der Frankfurter Börsenbrief sieht Siemens in den Startblöcken. Fuchs Kapitalanlagen sieht eine weitere Gesundung des Celesio-Aktienkurses. Das Zertifikatejournal sieht wieder vermehrt Firmenkäufer auftauchen. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.


Börsenwelt Presseschau: Die Experten von Platow Derivate raten dazu, bei der Deutschen Lufthansa ans Aussteigen zu denken. Die Landeklappen sollten allerdings erst ausgefahren werden, wenn die Landung begonnen hat. Die Gefahr einer Korrektur am Gesamtmarkt ist immer noch vorhanden und die Aktie der Deutschen Lufthansa gehört im laufenden Jahr zu den schwächsten Titeln im deutschen Leitindex. Die Experten wollen also short gehen, mahnen allerdings ausdrücklich dazu, das dafür vorgesehene Derivat erst zu kaufen, wenn die Unterstützungslinie bei 15,17 Euro fällt. Wenn die Notierung 15 Euro erreicht, sehen die Experten den Bruch der Unterstützung als nachhaltig an, was eine Fortsetzung des Abwärtstrends wahrscheinlich macht. Risikobereite Anleger sollten den endlos laufenden Put-Optionsschein (WKN DE3 JX3) der Deutschen Bank auf die Deutsche Lufthansa also tatsächlich erst kaufen, wenn der Aktienkurs 15 Euro erreicht hat. Der Stoppkurs sollte bei 16,05 Euro gesetzt werden. Der Put ist mit einer Basis bei 19,34 Euro, einer Knock-out-Schwelle bei 18,35 Euro und einem Hebel von derzeit 4 ausgestattet.

Änderungen in den Musterdepots von Platow Derivate:

Die 3.500 Short-Zertifikate (WKN BN1 CZR) auf Daimler sind mit einem Verlust von einem Prozent zu 0,90 Euro ausgestoppt worden und die 130 Alpha-Optionsscheine (WKN GS4 HWT) auf das Paar WTI/Brent-Öl ist mit einem Verlust von 15 Prozent zu 59,50 Euro ausgestoppt worden. Dafür haben die Verantwortlichen für das Musterportfolio ihren Bestand von 450 Short-Zertifikate (WKN SG1 Z3K) auf den US-T-Bond um weitere 430 Derivate zu 6,10 Euro aufgestockt. Der Misch-Einstandskurs für die nun 880 Papiere beträgt 6,21 Euro. Zudem haben die Verantwortlichen 6.700 Call-Optionsscheine (WKN DE5 ADN) auf Gerry Weber International zu 1,09 Euro aufgenommen und bei 0,93 Euro abgesichert sowie 1.100 Long-Zertifikate (WKN TB8 UQR) auf Praktiker zu 2,89 Euro eingebucht und den Stoppkurs bei 1,79 Euro gesetzt. Nun sollen noch 1.250 Put-Optionsscheine (WKN DE3 JX3) auf die Deutsche Lufthansa ab einem Kurs von 4,39 Euro aufgenommen werden.

Die Verantwortlichen für das Alpha-Turbo-Musterportfolio haben 2.300 Alpha-Turbo-Long-Zertifikate (WKN  DZ2 N08) auf das Paar Rheinmetall/DAX zu 2,02 Euro aufgenommen. Diese Zertifikate sind mittlerweile mit einem Verlust von 22 Prozent zu 1,58 Euro ausgestoppt worden. Zudem haben die Verantwortlichen 2.700 Long-Zertifikate (WKN DZ2 PNJ) auf das Paar Deutsche Börse/DAX zu 1,65 Euro aufgenommen und bei 1,10 Euro abgesichert, 1.900 Short-Zertifikate (WKN DZ2 NZC) auf das Paar Henkel/DAX zu 2,20 Euro eingebucht und den Stoppkurs bei 1,40 Euro gesetzt sowie 3.100 Long-Zertifikate (WKN DZ0 CM1) auf das Paar Münchener Rück/DAX zu 0,80 Euro ins Musterdepot genommen und den Stopp-Loss bei 0,31 Euro platziert.


Der Frankfurter Börsenbrief: Siemens ist startbereit

Die Experten des Frankfurter Börsenbriefes erklären: Der Kurs der Aktie von Siemens steht im Startblock für die nächste Kursetappe. Wenn die Notierung die Hürde von 96 Euro überwindet, wäre das ein neues Kaufsignal. Auch fundamental passt es: Im ersten Quartal des Ende September ablaufenden Geschäftsjahres 2010/11 erhielt der Mischkonzern Bestellungen im Wert von 22,6 Milliarden Euro. Das sind 19 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Umsatz stieg um zwölf Prozent auf 19,5 Milliarden Euro und der Gewinn aus den fortgeführten Aktivitäten um 17 Prozent auf 1,79 Milliarden Euro. Der Vorstand erwartet für das gesamte Fiskaljahr einen Anstieg des Ergebnisses aus fortgeführten Aktivitäten um 25 bis 35 Prozent. Der Gewinn je Aktie könnte sieben Euro erreichen, was einem KGV von 14 entspräche. Die Experten erhöhen deshalb das Kursziel der kaufenswerten Anteilscheine auf 125 Euro.


Fuchs Kapitalanlagen: Der Celesio-Kurs muss einfach gesunden     

Behörden in verschiedenen europäischen Ländern haben immer wieder die Preise für Arzneimittel begrenzt. Das Pharmagroßhandelsunternehmen Celesio stößt deshalb immer wieder in weniger regulierte (Schwellenländer)-Märkte vor und verbreitert seine Dienstleistungs-Palette. In Großbritannien betreibt der Konzern die Apothekenkette Lloyds Pharmacy und im Rest Europas die Versandhandels-Apotheke Doc Morris. Celesio will darüber hinaus mehr Gesundheitsprodukte und verschreibungsfreie Präparate vertreiben. Um stärker mit den Pharmakonzernen ins Geschäft zu kommen, erwarb der Konzern einen Logistik-Dienstleister und einen Marketing-Spezialisten. Das Gemeinschaftsunternehmen mit dem US-Konzern Medco will die Versorgung chronisch kranker Patienten verbessern und trotzdem Gesundheitskosten einsparen. Neben dem organischen Wachstum und dem Erschließen neuer Märkte will Celesio Wachstum auch mit Zukäufen erzielen, wobei Vorstandsvorsitzender Fritz Oesterle nun erklärt hat, der Konzern könne für Übernahmen deutlich mehr als eine Milliarde Euro aufbringen. Dennoch notiert die Aktie kaum höher als während der Rezession vor zwei Jahren. Die Experten von Fuchs Kapitalanlagen erklären allerdings, die Aktie habe eine höhere Bewertung verdient. Das Ziele der "Agenda 2015" von Celesio ist es, im Jahr 2015 das EBITDA um 50 Prozent auf eine Milliarde Euro zu steigern, was einem Überschuss von 400 Millionen Euro beziehungsweise einem Gewinn je Anteilschein von 2,35 Euro entsprechen würde. Die Experten halten die Ziele von Celesio für realistisch und schätzen das Ergebnis pro Aktie für das Jahr 2012 auf 1,80 Euro, was einem KGV von günstigen 10 entspräche. Zudem wird immer wieder darüber spekuliert, dass Celesio übernommen wird. Insgesamt kommen die Experten zu dem Schluss, langfristig orientierte Anleger sollten die Aktie mit einem Kursziel von 22,40 Euro und einem Stoppkurs bei 15,69 Euro kaufen.


Das Zertifikatejournal: Die Firmenkäufer sind wieder unterwegs

Die anstehende Fusion der Deutschen Börse AG und der bereits zusammengeschlossenen New York Stock Exchange mit der Euronext (NYSE-Euronext) werten die Experten des Zertifikatejournals als Startschuss für die nächste Welle von Firmenzukäufen und Zusammenschlüssen (Mergers & Acquisitions, M&A). Entsprechend werden auch M&A-Zertifikate für die Anleger wieder interessanter. Sie empfehlen das erst kürzlich aufgelegte und endlos laufende Zertifikat (WKN UB8 MAE) der UBS auf den Index UBS Mergers & Acquisitions Europe Investable zum Kauf. Dieser Index enthält ausschließlich Werte, welche auf der M&A-Beobachtungsliste der schweizerischen Großbank vertreten sind, die wiederum von den Bankangestellten fortlaufend mit potentiellen Übernahmekandidaten ergänzt wird. Bei der Zusammensetzung spielen volks- und betriebswirtschaftliche Kennzahlen ebenso eine Rolle wie die Branchen und Länderzugehörigkeit der Titel. Die UBS kommt aktuell etwa zu dem Schluss, dass Unternehmen aus Großbritannien am ehesten von asiatischen und amerikanischen Firmen übernommen werden können, weil die britischen Konzerne möglicherweise den einfachsten Zugang zum europäischen Markt bieten. Der Index ist mit aktuell 56 Werten deutlich breiter aufgestellt als bei Produkten von Konkurrenten. Die Besonderheit ist allerdings die enorme Flexibilität. Sobald es zu einem Austausch auf der UBS-Watch-List kommt, wird dieser direkt im Index umgesetzt. So kann es theoretisch zu einem täglichen Wechsel bei der Zusammensetzung kommen. Dabei wird bei jeder Änderung die Handelbarkeit überprüft und die Gewichtungen entsprechend angepasst. Werte aus Deutschland sind momentan Continental, GEA, Symrise, Demag Cranes und Beiersdorf.

Änderungen in einem Musterdepot von CdC Aktiensnapshot:

Die Verantwortlichen für das Trading-Musterportfolio wollen ihre 1.100 Anteilscheine von Global EcoPower mit enormem Verlust zu mindestens 0,30 Euro ausbuchen und dafür 240 Aktien des Börsenneulings Nanohale zu höchstens 7,30 Euro einbuchen.

Die zehn aussichtsreichsten, interessantesten oder innovativsten Anlagetipps der "Börsenwelt" sind - ausschließlich - im wöchentlich erscheinenden "Börsenwelt Börsenbrief" zu finden.  

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