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Börsenwelt Presseschau: Deutsche Bank, Dyesol, 7Days Music Entertainment AG und SAF-Holland unter der Lupe

Werner Sperber

Die Actien-Börse-Daily hält "Erbsenzählerei" bei der Deutschen Bank für nicht angebracht. Focus Money hält die Zeit für gekommen, um bei Dyesol einzusteigen. Der BetaFaktor hält sich bei 7Days Music Entertainment die Ohren zu. Die Platow Börse hält SAF-Holland für eine Herausforderung für Peter Zwegat. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.


Börsenwelt Presseschau: Die Experten von Actien-Börse Daily erinnern daran, dass die Kapitalerhöhung der Deutschen Bank überzeichnet ist und das Institut aufgrund des auf 33 Euro je Aktie angehobenen Ausgabepreises mit Bruttoeinnahmen von 10,2 Milliarden Euro rechnen kann. Trotz des derzeitigen Drucks auf den Aktienkurs verweisen die Experten darauf, dass "noch nie eine deutsche Bank eine derartige Kapitalmaßnahme in einem so schwierigen Umfeld glatt durchgezogen hat. Natürlich gibt es wie immer ein paar Kritiker und Erbsenzähler, aber damit ist die Deutsche Bank in der Gilde der fünf größten Investmentbanken der Welt etabliert. Das zählt." Heute startet der Bezugsrechtshandel und die Aktie wird nun ex-Bezugsrecht gehandelt. Das "kleinkarierte Rechnen in Cent-Beträgen für die Beurteilung der Bezugsrechte" halten die Experten für falsch. Mit einem Eigenkapital, inklusive der Tochterfirma Deutsche Postbank, von geschätzt mehr als 50 Milliarden Euro und einer Eigenkapitalquote von 2,6 bis 2,7 Prozent, sowie unter Einbeziehung der übernommenen Bank Sal. Oppenheim sowie eines Teils der ABN Amro ergibt sich eine Unterbewertung der Aktie der Deutschen Bank von fast 50 Prozent, wenn übliche Maßstäbe angelegt würden.

Focus Money: Guter Einstiegszeitpunkt bei Dyesol 

Pflanzen wandeln bei der Photosynthese mit Hilfe des Farbstoffes Blattgrün beziehungsweise Chlorophyll Sonnenenergie in chemische Energie um. Seit Jahren arbeiten Firmen daran, es den Pflanzen gleichzutun und diesen Vorgang nachzuahmen. Das australische Unternehmen Dyesol steht nach Ansicht der Experten von Focus Money vor dem industriellen Durchbruch, so Strom zu erzeugen. Die Farbstoff-Solarzellen (Grätzel-Zelle, nach dem Entwickler Michael Grätzel) weisen als einzigen Nachteil im Vergleich zu herkömmlichen Silizium-Solarzellen lediglich den geringeren Wirkungsgrad auf. Dyesol will den Effizienz-Unterschied aber bereits in drei Jahren stark reduzieren. Dafür sind die Grätzel-Zellen praktisch, umweltfreundlich, weisen eine deutliche bessere Energiebilanz auf und sind wesentlich kostengünstiger. Damit ist eine gebäude-integrierte Photovoltaik möglich, da die Strom produzierende Farbschicht sowohl auf Glas, als auch auf Stahl oder Folien aufgetragen werden kann. Im Vergleich zu den Silizium-Zellen, welche temperaturabhängig Strom erzeugen, funktionieren die Grätzel-Zellen bei 25 Grad genauso wie bei 65 Grad Celsius. Dyesol erklärt, die Zellen des Konzerns würden mittlerweile 25 Jahre halten. Neben Dyesol besitzen nur noch wenige Unternehmen, wie etwa Konarka oder G24, Lizenzen für die industrielle Nutzung der Farbstoffzelle. Dyesol-Vorstandsvorsitzender Clemens Betzel will nach dem erfolgreichen Testprojekt mit Tata Corus die Zusammenarbeit mit dem zweitgrößten europäischen Stahlkonzern vorantreiben. Betzel spricht derzeit mit Corus darüber, ein Gemeinschaftsunternehmen zu gründen, das mit einer Pilotanlage vier Millionen Quadratmeter Strom-Stahldach im Jahr herstellen kann. Der deutsche Konzernchef sagte: "Wenn es eine schnelle Entscheidung bei Corus gibt, könnten in 18 Monaten Stahldächer für den Einsatz bei Industriegebäuden vom Band laufen." Im Glas-Segment kooperiert Dyesol mit dem weltgrößten Glasproduzenten Pilkington, der gerade versucht staatliche Förderungen zu bekommen, um mit Dyesol neuartige Strom-Fenster marktreif zu machen. In Deutschland könnte Dyesol mit BMW zusammenarbeiten, um Anwendungen im Automobil-Sektor zu entwickeln. Risikobereite Anleger sollten jetzt einsteigen.

Änderungen in den Musterdepots im Börsenspiel von Focus Money:

Manuel Hölzle, Verantwortlicher für das Musterportfolio der GBC AG im Börsenspiel von Focus Money, hat seinen Bestand von 11.000 Anteilscheinen der KPS AG um weitere 3.000 Stück zu 0,84 Euro aufgestockt. Der Einstandskurs für die nun 14.000 Aktien beträgt 0,64 Euro. Nun möchte Hölzle zu seinen 75 Anteilen am Fonds 3 der 1st Capital Group (WKN A0M 6SQ) weitere 25 Stück einbuchen. Eberhard Rohe, zuständig für das Musterdepot der DAB Bank, wollte bislang seine 1.000 Aktie von Petroleum Geo-Services zu mindestens 9,30 Euro ausbuchen. Nun verzichtet er auf dieses Limit. Rohe möchte dafür Papiere von Novozymes einbuchen.

Der BetaFaktor: Derzeit Finger weg von 7Day Music Entertainment 

7Days Music Entertainment hat das Kapital im Verhältnis 4:1 herabgesetzt. Alleinvorstand Klaus Munzert sagte im Interview mit den Experten des BetaFaktor: "Wir müssen an der Finanzkraft arbeiten." Die Experten beziehen sich auf Gerüchte, wonach nun eine Kapitalerhöhung angedacht sei, wobei "die Höhe der Tranche" höchstens zwei Millionen Euro sein dürfte. Das sollte machbar sein, denn Munzert, der seit zwei Jahren alleine das Unternehmen führt, hat dort dramatisch restrukturiert und konsolidiert. So hat Munzert etwa das US-Geschäft aufgegeben und die Beteiligung an der Manfred Hertlein Veranstaltungs GmbH wieder an Hertlein verkauft. Im ersten Halbjahr schaffte der Konzern damit trotz auf 1,41 Millionen Euro sinkender Umsätze den Turnaround beim EBITDA, das 0,19 Millionen Euro erreichte. Die Eigenkapitalquote beträgt jetzt ansehnliche 60 Prozent. Das Unternehmen will auch wachsen und Munzert erklärte: "Wir führen derzeit weit fortgeschrittene Gespräche mit drei hochkarätigen Künstlern." Investierte Kleinanleger sollten derzeit die mögliche Kapitalerhöhung abwarten. Danach steht das Unternehmen vor einer Neubewertung.

Die Platow Börse: Finger weg von SAF-Holland 

SAF-Holland stellt Anhänger- und Aufliegersysteme für Lastkraftwagen her und präsentiert auf der Internationalen Automobil Ausstellung (IAA) vom 23. bis zum 30. September in Hannover unter anderem neue Aluminium-Bremssattelkupplungen und Reifendruck-Regelsysteme. Vorstandsvorsitzender Rudi Ludwig erklärte im Interview mit den Experten der Platow Börse, das beherrschende Thema bei Innovationen bleibe die Gewichtseinsparung, die sich für den Kunden wiederum in niedrigerem Spritverbrauch und geringerem Verschleiß auszahle. Neben diesen wirtschaftlichen Aspekten rücke in jüngster Zeit auch die ökologische Komponente in den Fokus. Auch SAF-Holland selbst muss sparen, wobei eine erhöhte Effizienz und Verbesserungen im Vorratsmanagement rund zehn Millionen Euro jährlich einbringen dürften. Ludwig erwartet für das Jahr 2014 einen Umsatz von einer Milliarde Euro und eine bereinigte EBIT-Marge von zehn Prozent. Im zweiten Quartal 2010 belief sich die operative Gewinnspanne um zusätzliche Abschreibungen und Restrukturierungskosten bereinigt 6,0 Prozent. Im Gesamtjahr 2010 erwartet Ludwig etwas mehr, was aber für einen Nettogewinn nicht ausreichen dürfte. Der Turnaround wird wohl erst 2011 gelingen. Da auch Ludwig zuerst die Konzernschulden senken will, dürfte es auch in eineinhalb Jahren noch keine Dividende geben, wie Analysten unterstellen. Bei einer Eigenkapitalquote von fünf Prozent und einem Ziel von mindestens 20 Prozent sowie einem Verhältnis von immateriellen Werten zum Eigenkapital von 180 Prozent wäre SAF-Holland selbst für Peter Zwegat eine Herausforderung. Die Experten sehen deshalb, trotz eines KGVs von 6 für das Jahr 2011,  aktuell mehr Risiken als Chancen und raten daher von einem Investment ab.

Die zehn aussichtsreichsten, interessantesten oder innovativsten Anlagetipps der "Börsenwelt" sind - ausschließlich - im wöchentlich erscheinenden "Börsenwelt Börsenbrief" zu finden.  

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