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Börsenwelt Presseschau: Delticom, U.S. Debt Settlement, Villeroy & Boch, Daimler, Deutz und andere unter der Lupe

Werner Sperber

Focus Money schwört auf eines der erfolgreichsten deutschen Einzelhandelsunternehmen, Delticom. Der BetaFaktor betrachtet sich U.S. Debt Settlement nach dem Fehlstart an der Börse. Die Prior Börse mag Nobles von Villeroy & Boch. Die Platow Börse sieht bei Daimler die Überraschung erst noch kommen. Trade24 setzt auf Deutz. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.

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Focus Money schwört auf eines der erfolgreichsten deutschen Einzelhandelsunternehmen, Delticom. Der BetaFaktor betrachtet sich U.S. Debt Settlement nach dem Fehlstart an der Börse. Die Prior Börse mag Nobles von Villeroy & Boch. Die Platow Börse sieht bei Daimler die Überraschung erst noch kommen. Trade24 setzt auf Deutz. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.

Die Experten von Focus Money erklären das Geschäftsmodell von Delticom wie folgt: Das Unternehmen verkauft in derzeit 102 Online-Shops in 35 Ländern zirka 25.000 verschiedene Reifenmodelle von mehr als 100 Anbietern, wobei die Räder auf Wunsch bei einem der rund 20.000 Delticom-Dienstleistungspartner vor Ort montiert werden können. Die Experten schätzen, dass Delticom im laufenden Jahr zwar nicht mehr die Wachstumsraten der vergangenen Jahre erreicht, doch sie vertrauen dem Finanzvorstand Frank Schuhardt. Der hat erklärt, dass der geplante Umsatzzuwachs von zehn Prozent auf 280 Millionen Euro mit hoher Sicherheit erreicht werde. Für das laufende Jahr wird das KGV auf 18 geschätzt und für das kommende auf 16. Wenn die Gewinne in den folgenden Jahren im Schnitt nur um 4,5 Prozent zulegen, dann beträgt der „faire Wert“ 24,10 Euro, was einem Potenzial von elf Prozent entspricht. Für ein Investment spricht die hohe Dividendenrendite von mehr als fünf Prozent. Der Stoppkurs sollte bei 18,50 Euro gesetzt werden.

Änderungen in den Musterdepots des Börsenspiels von Focus Money:

Manuel Hölzle, im Börsenspiel von Focus Money verantwortlich für das Musterportfolio der GBC AG, hat 200 der 600 Anteilscheine von Schoeller-Bleckmann Oilfield mit einem Gewinn von 38 Prozent zu 32,67 Euro ausgebucht. Nach der deutlichen Wertsteigerung sollen nun auch 2.000 der 5.500 Aktie von GWB Immobilien zu mindestens 2,40 Euro aus dem Portfolio genommen werden. Für den Restbestand erhöht Hölzle das Kursziel auf 3,50 bis 4,00 Euro. Eberhard Rohe, zuständig für das Musterdepot der DAB Bank, hat die 50.000 Aktien von Central African Mining mit einem Gewinn von 17 Prozent zu 0,21 Euro ausgebucht und 3.500 Titel von Süss Microtec zu 3,66 Euro aufgenommen. Nun will Rohe noch 1.200 Papiere von Stada zu höchstens 19,40 Euro einbuchen. Im Musterportfolio der Meridio AG sind die 350 Anteilscheine von E.on mit einem Verlust von sechs Prozent zu 27,89 Euro ausgestoppt worden. Uwe Zimmer, der das Depot verwaltet, geht weiterhin von einer Korrektur an den Börsen aus. Zwischenzeitlich könnte der DAX allerdings noch auf mehr als 6.000 Punkte zulegen. Deswegen möchte er 100 Stammaktien von Volkswagen sowie 3.000 Anteilscheine von Air Berlin aufnehmen. Die 1.730 Titel von C.A.T. Oil sollen nun zu einem angehobenen Kurs von mindestens 11,50 Euro ausgebucht werden.

BetaFaktor: U.S. Debt bringt Gewinn und keine Verluste

In der vergangenen Woche ist das US-Unternehmen U.S. Debt Settlement in Deutschland an die Börse gegangen, in den USA ist der Konzern nicht gelistet. Vorstandsvorsitzender Michael Mann könnte sich vorstellen, das in 18 bis 24 Monaten nachzuholen. Der Grund für das IPO in Deutschland sind die extrem verschärften Compliance-Richtlinien in den USA, die einen Börsengang teuer machen. Der Börsenneuling ist in der Schuldenberatung tätig, was schon früher ein florierender Markt in den USA war. Mit der Finanzkrise beschleunigt er sich gerade enorm. Derzeit beträgt das Volumen der faulen Kreditkartenschulden mehr als 100 Milliarden Dollar. Drei Millionen US-Bürger müssen jährlich eine Schuldnerberatung aufsuchen und 15 Millionen Amerikaner befinden sich aktuell in einem Inkasso- oder Insolvenzverfahren. U.S. Debt Settlement könnte nun einen der 500 nicht börsennotierten Konkurrenten aufkaufen. Mann sagte: „Wir sind derzeit mit drei Wettbewerbern in Gesprächen.“ Zudem wächst der Konzern auch organisch: Im vergangenen Jahr erlöste er 2,8 Millionen Dollar und in diesem Jahr sollen es knapp 7,4 Millionen Dollar werden und 2010 könnten 20,6 Millionen Dollar erlöst werden. Das EBITDA dürfte sich von minus 0,37 auf plus 1,04 Millionen Dollar und schließlich plus neun Millionen Dollar verbessern. Das Wachstum für die nächsten Jahre ist stramm, wobei dafür erfolgreiche Kapitaleinsammelaktionen nebst Akquisitionen vorausgesetzt sind. Die Experten von BetaFaktor halten eine Studie von TrendStock Research und deren Kursziel von 0,73 Euro für sehr plausibel und zu vertreten, selbst wenn bei den EBITDA-Planzahlen ein Sicherheitsabschlag von 50 Prozent gemacht wird.

Prior Börse: Villeroy & Boch ist immer noch günstig

Villeroy & Boch kommt auf eine Marktkapitalisierung von 184 Millionen Euro. Bei dieser Rechnung sind sowohl die börsennotierten Vorzugsaktien als auch die nicht-börennotierten Stammaktien berücksichtigt. Der Konzern erlöste allerdings im vergangenen Jahr mit noblem Geschirr 841 Millionen Euro, was bedeutet, das Kurs-Umsatz-Verhältnis beträgt nur 0,2. Das Eigenkapital betrug zum 30. Juni 249 Millionen Euro, womit die Aktie trotz der jüngsten Kursrallye noch immer mit einem Abschlag von 25 Prozent zum Buchwert gehandelt wird. Aufsichtsrat Wendelin von Boch und Vorstandsvorsitzender Frank Göring erklärten im Handelsblatt: „Insgesamt sind wir hoffnungslos unterbewertet. Der Kurs ist lächerlich.“ Mittelfristig wolle die Führungsspitze des Konzerns den Kurs auf 30 Euro hieven, was die Experten der Prior Börse in einigen Jahren für möglich halten. Für den Einstieg bei ihrer erfolgreichen Altempfehlung raten die Experten dazu Kursrücksetzer abzuwarten.

Änderungen im Musterdepot der Prior Börse:

Egbert Prior, Verantwortlicher für das Musterportfolio, will die 700 Anteilscheine von Altira sowie die 130 Aktien von Bijou Brigitte ausbuchen. Beide Unternehmen seien fundamental in Ordnung, allerdings zeigen die Aktienkurse seit einigen Wochen eine schwächere Entwicklung. Dafür will Prior 1.600 Titel von Go Yellow sowie 2.000 Papiere von Dialog Semiconductor aufnehmen.

Platow Börse: Daimler verbrennt nur Stroh

Die Experten der Platow Börse monieren die „neueste Mode“ von DAX-Managern, welche die Quartalszahlen frühzeitig bekannt geben. Nach BASF überraschte nun Daimler mit der Meldung von Rumpfdaten zum dritten Quartal. Der Umsatz sank demnach im Jahresvergleich um 19 Prozent auf 19,3 Milliarden Euro und das EBIT um 18 Prozent auf 470 Millionen Euro. Damit hat der Konzern die äußerst niedrigen Markterwartungen übertroffen. Dennoch ist nicht alles Gold, was am Daimler-Stern derzeit glänzt. Daimler ist deutlich kleiner geworden, was den Spielraum für Gewinnsteigerungen schrumpfen lässt. Der Aktienkurs liegt inzwischen etwa 25 Prozent höher als vor der Pleite der US-Bank Lehman Brothers. Die Aussichten für das Umfeld sind aber weiterhin schlecht. Im Truckgeschäft verdient Daimler kein Geld und die Rückstellungen für verleaste Fahrzeuge dürften die Anleger bei Bekanntgabe des detaillierten Berichts negativ überraschen. Die Zahlung einer Dividende erscheint eher fraglich. Insofern ähnelt die überraschende Bekanntgabe von Rumpfzahlen mehr einem Strohfeuer als einem Feuerwerk. Die Aktie von Daimler stellt demzufolge auch keinen Kauf dar. Anleger sollten dem Wert fernbleiben.

Trade24.de: Die Aktie von Deutz dürfte ihr Nachholpotenzial ausspielen

Die Experten von Trade24.de empfehlen die Aktie von Deutz als „Nachzügler“ zum Kauf. Der Chart sieht relativ langweilig aus, seit zirka vier Monaten läuft der Kurs in einer Seitwärtsbewegung zwischen den Marken 3,25 und 3,7o Euro. Bei der momentanen Verfassung des Gesamtmarktes stehen die Chancen allerdings gut für einen Ausbruch. Bei Notierungen von mehr als 3,70 Euro, besser noch 3,80 Euro, würde die Aktie von Deutz ein Kaufsignal generieren. Der anfängliche Stoppkurs sollte bei 3,55 Euro gesetzt werden.

Änderungen in einem Musterdepot des CdC Aktiensnapshot:

Die Verantwortlichen für das Champions-League-Musterportfolio haben 200 Anteilscheine von Steico zu 4,85 Euro aufgenommen.

Änderungen in einem Musterdepot des Anlegerbriefes performaxx:

Die Verantwortlichen für kurzfristig ausgerichtete Musterportfolio haben 70 Anteilscheine der Landesbank Liechtenstein zu 69 Schweizer Franken (45,60 Euro) aufgenommen.

Änderungen im Musterdepot des Nebenwerte-Investor:

Sascha Gebhard, Verantwortlicher für das Musterportfolio, will 65 der 200 Anteilscheine von H&R Wasag sowie 70 der 220 Vorzugsaktien von Sartorius ausbuchen. Damit sollen Teilgewinne gesichert und zudem der Barbestand hoch gehalten werden, obwohl 230 Aktien von InCity Immobilien zu höchstens 9,40 Euro aufgenommen werden sollen. Der Stoppkurs wird bei 7,00 Euro gesetzt. InCity Immobilien dürfte vom aktuell niedrigen Zinsniveau profitieren. Das Unternehmen spezialisiert sich auf Toplagen in Innenstädten, was die Objekte zu einem guten Investment für Kapitalanleger macht. InCity ist zudem wohl der einzige Immobilienkonzern, der trotz der Krise in den Jahren 2008 als auch 2009 Rekordgewinne erzielt. Der Grund für die Kursrallye ist allerdings auch in der mehrheitlichen Übernahme der ebenfalls börsennotierten Informica für einen deutlich niedrigeren Preis als dem „fairen Wert“ zu sehen.

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