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Börsenwelt Presseschau: DAX, Klöckner & Co und Gold unter der Lupe

Werner Sperber

Die Actien-Börse Daily sieht Erholungspotenzial von 20 Prozent für den DAX. Das Nebenwerte-Journal erkennt Kurspotenzial von 100 Prozent für die Aktie von Klöckner & Co. Der Zertifikate & Optionsscheine Trader setzt mit einem Derivat weiter auf Gold. TradeCentre macht bei der Verkaufspanik (zwangsläufig) mit. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.


Börsenwelt Presseschau: Die Experten der Actien-Börse Daily fordern: Die Europäische Zentralbank (EZB) und andere EU-Institutionen müssen zu jedem Preis Staatsanleihen von Spanien und Italien kaufen. Gleichzeitig klagen die Experten: "Der EZB ist nicht mehr zu trauen. Dieser schwerwiegende Vorwurf ist nicht zu korrigieren." Gestern (Montag, 8. August) hat die EZB bekannt gegeben, spanische und italienische Anleihen im Umfang von vier Milliarden Euro gekauft zu haben. Tatsächlich hätten italienische Banken bereits Staatsanleihen im Nominalwert von 80 Milliarden Euro als Sicherheiten an die EZB abgegeben, um sich kurzfristig Geld zu leihen. Die Banken werden diese Anleihen mit großer Wahrscheinlichkeit nicht von der EZB zurücknehmen. Die EZB kann sie später an den Eurorettungsfonds weitergeben. Auf diese Weise entlasten sich die privaten Banken von den Staatsanleihen. Griechische Banken hätten bereits Anleihen im Nominalwert von 41 Milliarden Euro bei der EZB hinterlegt. Eine griechische Bank sei im Juli einen besonders kessen und verbotenen Weg gegangen: Die Privatbank begab eine Anleihe im Nominalwert von 1,5 Milliarden Euro und versuchte diese eigene Anleihe bei der EZB zu beleihen. Da das nicht funktionierte, gewährte der griechische Staat eine Garantie auf diese Anleihe und die EZB belieh die Anleihe tatsächlich. Bei der EZB würde dazu niemand etwas sagen mögen. "Die EZB wird damit offensichtlich zu einem Verschiebe-Bahnhof für Staatsanleihen für Europa. Über die Größenordnungen lassen sich keine genaue Zahlen ermitteln, weil es eine Reihe von Umgehungen gibt. Hinter den Kulissen der EZB bahnt sich etwas an, was wir mit großer Sorge sehen. Das Stimmenverhältnis im Beirat liegt regelmäßig bei 13:3 in allen Fragen der Euro-Rettung. Deutschland ist klar in der Minderheit." Dessen ungeachtet erwarten die Experten eine technische Gegenbewegung an den Aktienmärkten. Langwierigen Kursverlusten würde gewöhnlich eine ebenso lange dauernde Erholung folgen und schnellen Kursstürzen folgen schnelle Erholungen. Das unmittelbare Erholungspotenzial für den DAX schätzen die Experten auf rund 7.000 Punkte, also etwa 20 Prozent.


Das Nebenwerte-Journal: Klöckner & Co hat Verdopplungs-Potenzial 

Klöckner & Co, handelt zu 80 Prozent mit Stahl und zu 20 Prozent mit anderen Metallen. Der Konzern möchte nach Angaben der Experten des Nebenwerte-Journals mit einer konservativen Finanzierung Wachstumschancen nutzen. Seit dem Börsengang im Jahr 2006 übernahm das Unternehmen 22 andere Firmen. Um die Kasse für weitere Akquisitionen zu füllen, erhöhte Klöckner & Co erfolgreich das Kapital und erlöste im Juni mit der Ausgabe von 33,25 Millionen neuen Aktien 527 Millionen Euro brutto. Diese  Kapitalerhöhung zu 15,85 Euro je Anteilschein belastete den Aktienkurs kaum. Seither beeinträchtigten wechselnde Einschätzungen zum Unternehmen, zum weltweiten Stahlmarkt, zur Weltkonjunktur, zu den Euro-, Schulden- und Dollarkrisen den Aktienkurs von Klöckner & Co. da die übernommenen Unternehmen allerdings bereits in diesem Jahr zum Gewinn von Klöckner & Co beitragen werden, fällt der Verwässerungseffekt durch die Kapitalmaßnahme niedriger aus, als bisher vermutet. Vor dem Hintergrund der guten fundamentalen Entwicklung und der niedrigen Bewertung, wobei die Experten den Gewinn je Anteilschein für dieses Jahr auf 2,00 bis 2,10 Euro schätzen, raten sie zum Einstieg. Das Erholungs-Potenzial des Aktienkurses reicht bis an 25 Euro heran. Diese Notierung wurde in diesem Jahr bereits erreicht.


Der Zertifikate & Optionsscheine Trader: Gold steigt weiter

Gold ist weiterhin ein Profiteur der Krisenstimmung an den Märkten. Mitte Juli bestätigte der Preis den Aufwärtstrend, indem er die charttechnische Formation eines symmetrischen Dreiecks nach oben aufgelöst hat. Das daraus abzuleitende Kursziel von 1.675 Dollar pro Unze ist bereits erreicht worden. Die Experten des Zertifikate & Optionsscheine Traders geben das nächste, mittelfristige Preispotenzial mit 1.867 Dollar an. Dort verläuft derzeit die obere Aufwärtstrendkanal-Linie. Der Stoppkurs sollte bei 1.525 Dollar gesetzt werden. Die Experten raten vor diesem Hintergrund zum Kauf des endlos laufenden Long-Optionsscheins (WKN GS3 G4Z) von Goldman Sachs auf Gold. Der Schein ist mit einer Basis bei 1.310,69 Dollar pro Feinunze Gold und einer Knock-out-Schwelle bei 1.336 Dollar ausgestattet.


TradeCentre: Der Markt ist außer Kontrolle 

Simon Betschinger, Chefredakteur des TradeCentre, schreibt: "Es ist nicht mehr unter Kontrolle. Die Märkte kollabieren. Es ist nicht klar, ob es sich lediglich um eine globale Angstwelle aufgrund der USA-Staatskonkurs-Thematik handelt, oder ob die Wirtschaft den Aktienmärkten folgen wird. Wir wissen es nicht, wir können es nicht wissen und wir müssen deshalb einen Cashbestand von mindestens 50 Prozent (im Depot) haben. Der Aktienmarkt verweigert sich momentan allerdings jeder Erholungsbewegung. Das ist bitter und macht vernünftiges Positionsmanagement unmöglich." Was Betschinger nicht verstehen kann ist, dass die Aktienmärkte einbrechen, obwohl wir uns in einer Hochkonjunktur-Phase befinden, in der deutsche Konzerne neue Umsatz- und Gewinnrekorde aufstellen. Die Prognosequalität von Crashbewegungen ist nicht zu unterschätzen. Durch ein solches Signal an die Erwartungshaltung der Menschen wird die realwirtschaftliche Entwicklung beeinflusst.

Änderungen im Realdepot des TradeCentre:

Simon Betschinger, Verantwortlicher für das Real-Portfolio, möchte seine 350 Anteilscheine von Realtime Technoloy zu mindestens 21 Euro und seine 500 Aktien von United Internet zu wenigstens 11,40 Euro jeweils mit einem gewinn von mindestens 100 Prozent verkaufen. Betschinger möchte weitere Titel verkaufen. Aktien gesunder mittelständischer deutscher Firmen mit stolzen Gewinnmargen haben sich innerhalb von zwei Wochen nahezu halbiert. Das ist ein Schauspiel, das einem den Atem stocken lässt. Für diese weiteren Verkäufe wartet Betschinger eine Gegenbewegung ab.

Änderung in einem Musterdepot des Anlegerbriefes performaxx:

Die Verantwortlichen für das langfristig ausgerichtete Musterportfolio haben 2.500 Anteilscheine der MiFa Mitteldeutsche Fahrradwerke zu 3,69 Euro aufgenommen.

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