Werner Sperber
Die Börse am Sonntag blickt skeptisch in die Zukunft und rät zu einem passenden Derivat auf den DAX. Die Euro am Sonntag betrachtet sich die Deutsche Bank im Hinblick auf die Kapitalerhöhung für die Übernahme der Deutschen Postbank. Die Platow Börse hofft auf die Energie von E.on. Der Anlegerbrief performaxx hat das neueste "Parkettgeflüster" zu Polytec parat. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten der Börse am Sonntag verweisen darauf, dass US-Präsident Barack Obama den Anlegern die Furcht vor einem erneuten Abrutschen der US-Wirtschaft in die Rezession, dem sogenannten "Double Dip", vorerst genommen hat. Ob er sein angekündigtes Konjunkturprogramm in dreistelliger Milliardenhöhe durchsetzen kann, ist jedoch ungewiss. Ohne zusätzliche Konjunkturhilfen wären die Perspektiven der US-Wirtschaft für das Jahr 2011 jedoch trüb. Der Immobilienmarkt liegt ebenso am Boden wie der Arbeitsmarkt. Fallen die USA in eine Rezession zurück, wären die Ertragsschätzungen der Analysten für die Jahre 2011 und 2012 zu hoch. In diesem Fall könnten die Börsen aus dem Seitwärtstrend nach unten ausbrechen. Dann würden Anleger mit dem am 24. Juni 2011 fälligen Capped-Reverse-Zertifikat (WKN SG1 H01) der Société Générale auf den DAX Gewinne einfahren. Reverse bedeutet: Ein sinkender DAX treibt die Kurse nach oben. Das Zertifikat wird zu maximal 116,32 Euro zurückbezahlt, wenn der deutsche Leitindex bis zum 17. Juni 2011 die Marke von 7.400 Punkten nicht erreicht oder überschritten hat. Die Bonus-Schwelle beträgt 4.800 Zähler im Index. Das entspricht einer Seitwärtsrendite von 10,5 Prozent beziehungsweise rund 14 Prozent pro anno.

Euro am Sonntag: Deutsche (Post)-Bank vorsichtig kaufen
Die Deutsche Bank will etwa 9,8 Milliarden Euro an frischem Geld von den Anlegern, um damit unter anderem die Komplettübernahme der Deutschen Postbank zu finanzieren sowie, um sich und dann auch die sehr finanzschwache Postbank auf strengere Eigenkapitalanforderungen nach den Vorschriften der Vereinbarung "Basel III" einzustellen. Dafür will die Deutsche Bank bis zu 308 Millionen neue Aktien ausgeben. Wolfgang Ehrensberger, Experte der Euro am Sonntag, mahnt, der momentan mit einem KGV von 5 bewerteten Aktie der Deutschen Bank droht eine Verwässerung der Gewinne um bis zu einem Drittel. Risikobereite Anleger können die eigenkapitalschwache und mit vielen toxischen Papieren in der Bilanz belasteten Anteilscheine der Deutschen Postbank kaufen, um vorsichtig auf die neue Übernahmefantasie zu wetten.
Änderungen in den Musterdepots der Euro am Sonntag:
Im offensiv ausgerichteten Musterportfolio sind die 1.100 Anteilscheine der Varengold Wertpapierhandelsbank mit einem Gewinn von 64 Prozent zu 21,95 Euro ausgestoppt worden. Sven Parplies, Verantwortlicher für das Momentum-Musterdepot, hat 470 Anteilscheine von Leoni zu 22,58 Euro, 628 Aktien von Virgin Media zu 16,88 Euro und 690 Papiere von ProSiebenSat.1 Media zu 15,40 Euro aufgenommen. Nun möchte er noch Titel von Continental, NetApp, Warner Chilcott und Intuit einbuchen.
Die Platow Börse: Neue Energie für E.on
Die Experten der Platow Börse sind zuversichtlich, dass die Perspektiven für E.on wieder besser werden und auch ein Direktinvestment in die Aktie interessant wird. Zunächst hatten sie nur zum Alpha-Long-Zertifikat (WKN DZ0 CMD) der DZ Bank auf eine Outperformance von E.on im Vergleich zum DAX geraten. Zwar sind die Atom-Pläne der Bundesregierung kein klarer Sieg für E.on, doch überwiegen die positiven Aspekte. Überzeugender sind derzeit aber der charttechnische Bodenbildungsprozess in Form einer "W-Formation" sowie die aufgrund des Kursverfalls sehr günstige Bewertung mit einem KGV von 9 und einer Dividendenrendite von mehr als sechs Prozent für das Jahr 2011. Anleger sollten die Aktie bis maximal 23,50 Euro kaufen und ihr Engagement bei 19 Euro absichern.
Der Anlegerbrief performaxx: Polytec kehrt zur alten Stärke zurück
Polytec dürfte nach Ansicht der Experten des Anlegerbriefes performaxx in den kommenden Jahren an die alte Stärke anknüpfen können, wenn die Konjunkturentwicklung positiv bleibt. Dafür sprechen die sehr dynamische Entwicklung des operativen Geschäfts, die gute Marktstellung und die intakten Kundenbeziehungen. Neben einem großen Kurspotenzial bietet die dann attraktiv bewertete Turnaround-Aktie auch Dividendenphantasie. Langfristig orientierte Anleger sollten die Polytec-Aktie kaufen und die Entwicklung der Geschäftszahlen beobachten. Polytec hat im vergangenen Jahr aufgrund der Wirtschaftskrise und wegen hausgemachter Probleme ernste Schwierigkeiten bekommen. Der österreichische Automobilzulieferer musste die frisch zugekaufte Peguform Group wieder aus dem Konzern herauslösen, um Polytec im Kern erhalten und entschulden zu können. Nach Gesprächen im Unternehmen steht für die Experten fest, Polytec ist mit der Restrukturierung über den Berg und operativ auf dem Weg zurück zu alter Qualität, was bereits die Halbjahreszahlen zeigen. Der Vorstand erwartet deshalb für das Gesamtjahr 2010 Umsätze von mehr als 700 Millionen Euro und einen Nettogewinn. Die Experten schätzen das KGV für das Jahr 2012 auf 3. Als Dividende dürften in etwa 30 Prozent des Nettogewinns ausgeschüttet werden.
Änderung in einem Musterdepot des Anlegerbriefes performaxx:
Die Verantwortlichen für das Trendfolge-Musterportfolio haben 160 Anteile am börsennotierten Fonds (Exchange Trade Fund, ETF) 30-Year Treasury Bear 3x Shares (Kürzel TMV) von Direxion zu 29,65 Dollar aufgenommen.
Änderungen im Musterdepot von Financial Fortune:
Die 20.000 Anteilscheine von Clenergen, die 300.000 Aktien von Goldhorse International, die ebenfalls 300.000 Titel von Apollo Solar sowie die 100.000 Papiere von Diamant Art sind mit Verlusten von 61 Prozent, 17 Prozent, 21 Prozent und nocheinmal 21 Prozent zu Kursen von 0,35 Euro, 0,075 Euro, 0,06 Euro sowie 0,15 Euro ausgestoppt worden. Dafür haben die Verantwortlichen für das Musterportfolio 100.000 Anteilscheine von Wind Works Power zu 0,50 Euro aufgenommen und bei 0,40 Euro abgesichert sowie 200.000 Aktien von Alexium International zu 0,14 Euro eingebucht und den Stoppkurs bei 0,12 Euro gesetzt.
Änderung im Musterdepot des Hot Stocks Investor:
Die 100.000 Anteilscheine von Diamant Art sind mit einem Verlust von 21 Prozent zu 0,15 Euro ausgestoppt worden.
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